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Topic: Vorstellung / DU möchtest deine Geschichte teilen? (Read 264 times) previous topic - next topic

Vorstellung / DU möchtest deine Geschichte teilen?

Hallo zusammen,

bevor ich mit der Tür ins Haus falle und mein Anliegen schildere, möchte ich mich kurz vorstellen.
Mein Name ist Ilonka, ich bin 27 Jahre alt und ich studiere momentan noch Journalismus in Bielefeld.
Ich befinde mich zurzeit in der Bewerbungsphase für ein Volontariat, was mich meinen größten Wunsch, Jfestangestellte Journalistin zu werden, ein großes Stück näher bringen kann. Für die Bewerbung an der renommierten Journalistenschule in Hamburg, stehen mehrere Themen zur Auswahl, die in eine schriftliche Reportage verwandelt werden sollen.

Eines der Themen, welches mich direkt angesprochen hat, ist: Das letzte Mal: Geschichte eines Abschieds.
Dabei habe ich sofort an Menschen gedacht, die sich in ihrem Körper nicht wohl/richtig fühlen und in die „falsche“ menschliche Hülle geboren wurden. Menschen, die mit einer Geschlechtsangleichung endlich so leben können, wie sie es sich wünschen.
Ich bin ein weltoffener Mensch und ich bin teilweise entsetzt, wie wenig die Menschen über Transgender wissen, bzw. was für ein falsches Bild darüber in der Gesellschaft herrscht. Es wäre mir eine riesige Freude, dieses Thema kreativ und lebendig in einer Reportage zu thematisieren.

Da ich selbst leider kein Kontakt zu transsexuellen Menschen habe, wende ich mich an euch in diesem Forum. Gibt es vielleicht Menschen bei hier, die kurz vor einer Operation stehen? Menschen, die Lust haben, ihre Geschichte zu erzählen? Für die Bewerbung ist diese Geschichte nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Sie würde lediglich von einer Jury gelesen werden. Jedoch könnte diese Geschichte sicherlich zu einem anderen Zeitpunkt in einem anderen Medium publiziert werden (falls dies in Frage kommt bzw. gewünscht wird).

Ich freue mich, wenn sich ein Interviewpartner/eine Interviewpartner findet. Auch wenn Interessenten nicht vor einer Geschlechtsangleichung stehen, freue mich über eine Antwort. Das vorgegebene Thema kann sicherlich noch anders ausgelegt werden.

P.S.: Da ich das leider ganze schnell umsetzen muss (in den nächsten 2 Wochen) wären Leute aus der Umgebung/aus der Nähe sehr hilfreich.
P.P.S: Falls solche Anfragen hier nicht erwünscht sind, entschuldige ich mich. Dies ist auch lediglich zur "Kontaktsuche", ich verstehe dass dies ein geschlossener Raum unter Gleichgesinnten ist. Daher werde ich diesen Account auch schnellstmöglich wieder löschen.

Viele liebe Grüße :)

Ilonka

Re: Vorstellung / DU möchtest deine Geschichte teilen?

Reply #1
Koenntest du auch online Interviews machen (Skype, WhatsApp)?  Ich bin noch etwas anders , da ich Intersex und Trans bin.  Ich habe eine Operation hinter mir, und plane gerade die abschließende Operation.
Ich bin bereit, dir detailiert u helfen.   Beruflich bin ich Medizinerin.

Re: Vorstellung / DU möchtest deine Geschichte teilen?

Reply #2
Liebe Dietlind,

ich freue mich über deine Rückmeldung, das ist sehr nett!
Jedoch würde eine Reportage davon leben, dass man einen bestimmten Protagonisten real begleitet. Quasi muss eine Reportage „leben“/es  bzw. „es muss etwas passieren“. Das würde bei einem Onlineinterview ja leider nicht der Fall sein.
Im "realen" Leben ist es bei dir nicht möglich?
Trotzdem schon einmal vielen Dank für deine Antwort.

Falls noch jemand anders sich melden sollte, ich bin leider den ganzen Tag in der Universität und kann erst abends wieder "lesen".

Ich wünsche allen einen schönen Tag!

Re: Vorstellung / DU möchtest deine Geschichte teilen?

Reply #3
Ergänzung:  Um das "es muss passieren" noch einmal zu erläutern:
Beispiel, "Person xy" und ich gehen an  einen Ort, der die Person an sein "Leben" erinnert.
Oder, es ist Frühling, die Operation ist noch nicht lange her, und endlich kann Person xy sich so zeigen, wie /er/sie wirklich ist.
Im Anschluss würde zwar ein Vorgespräch stattfinden, allerdings reicht dies leider nicht aus.

Re: Vorstellung / DU möchtest deine Geschichte teilen?

Reply #4
Oder, es ist Frühling, die Operation ist noch nicht lange her, und endlich kann Person xy sich so zeigen, wie /er/sie wirklich ist.

Da scheint tatsächlich noch ziemliche Unkenntnis deinerseits zu herrschen. Da Unsereins ja schon vor der OP im anderen Geschlecht leben muß, ist das nach der OP nicht viel anders als vorher. Es gibt auch viele, vor allem ältere, Trans*, die früher nur die sog. "kleine" Lösung hatten, also nur die Vornamenänderung, keine OP.

Re: Vorstellung / DU möchtest deine Geschichte teilen?

Reply #5
Hallo >Ilonka,
Dir ist bewusst, dass wir über die Jahre immer wieder sehr ähnlich lautende Anfragen sehen. Das erklärt vielleicht eine gewisse Zurückhaltung.

Zu Deinem Rahmenthema "ein letztes Mal" fallen mir aber auch ganz andere Dinge ein, beispielsweise der plötzliche und vielleicht auch unerwartete Verlust der materiellen Existenz - Jobverlust durch Kündigung, der Zwang, ein laufendes Geschäft aufgeben zu müssen, sei es aus gesundheitlichen Gründen oder als Folge von Verdrängungsprozessen, oder zielgerichteter Überregulierung.

Klar, ist nicht ganz so romantisch wie die Vorstellung, so wie im Film Transamerica am Tag vor der OP ein letztes Mal mit seiner Frau zusammenzusein. Übrigens gibt es auch da natürlich zwei Seiten...

Re: Vorstellung / DU möchtest deine Geschichte teilen?

Reply #6
Liebe Dietlind,

ich freue mich über deine Rückmeldung, das ist sehr nett!
Jedoch würde eine Reportage davon leben, dass man einen bestimmten Protagonisten real begleitet. Quasi muss eine Reportage „leben“/es  bzw. „es muss etwas passieren“. Das würde bei einem Onlineinterview ja leider nicht der Fall sein.
Im "realen" Leben ist es bei dir nicht möglich?
Trotzdem schon einmal vielen Dank für deine Antwort.

Falls noch jemand anders sich melden sollte, ich bin leider den ganzen Tag in der Universität und kann erst abends wieder "lesen".

Ich wünsche allen einen schönen Tag!
Wenn du einige Zeit im Süden von Florida am Golf von Mexiko verbringen möchtest, wäre es auch im realen Leben möglich!

Re: Vorstellung / DU möchtest deine Geschichte teilen?

Reply #7
Hallo >Ilonka,
Dir ist bewusst, dass wir über die Jahre immer wieder sehr ähnlich lautende Anfragen sehen. Das erklärt vielleicht eine gewisse Zurückhaltung.

Zu Deinem Rahmenthema "ein letztes Mal" fallen mir aber auch ganz andere Dinge ein, beispielsweise der plötzliche und vielleicht auch unerwartete Verlust der materiellen Existenz - Jobverlust durch Kündigung, der Zwang, ein laufendes Geschäft aufgeben zu müssen, sei es aus gesundheitlichen Gründen oder als Folge von Verdrängungsprozessen, oder zielgerichteter Überregulierung.

Klar, ist nicht ganz so romantisch wie die Vorstellung, so wie im Film Transamerica am Tag vor der OP ein letztes Mal mit seiner Frau zusammenzusein. Übrigens gibt es auch da natürlich zwei Seiten...

Hallo Beate,

das kann ich natürlich verstehen.
Ich habe auch selbst noch einige Einfälle die ich natürlich parallel recherchiere. :)
Aber ich danke dir für deine Antwort!

Re: Vorstellung / DU möchtest deine Geschichte teilen?

Reply #8
Oder, es ist Frühling, die Operation ist noch nicht lange her, und endlich kann Person xy sich so zeigen, wie /er/sie wirklich ist.

Da scheint tatsächlich noch ziemliche Unkenntnis deinerseits zu herrschen. Da Unsereins ja schon vor der OP im anderen Geschlecht leben muß, ist das nach der OP nicht viel anders als vorher. Es gibt auch viele, vor allem ältere, Trans*, die früher nur die sog. "kleine" Lösung hatten, also nur die Vornamenänderung, keine OP.

Hallo Daphne,

dass ich bestens über Transsexualität aufgerklärt bin, kann ich leider wirklich nicht behaupten, da mir bisher die Berühungspunkte fehlen. Falls du meinen Text so aufgefasst hast, als würde ich denken, dass nach der OP das blühende Leben anfängt, tut es mir leid.
Und mir ist natürlich bewusst, dass der ganze Weg bishin zur OP (falls diese denn angedacht ist) wahnsinnig hart sein muss.
ABER für eine Reportage wäre dieses "Ereignis" natürlich ein guter Punkt, um auf die ganze Geschichte zurückzublicken. Als "letzten Abschied (von der biologischen Hülle"). Ich hatte extra erwähnt, dass dies natürlich kein Muss ist und dass sich eine solche Geschichte anders erzählen ließe. Sei es, Abschied von Menschen, die kein Verständnis für die "Situation/Lebensweise" haben, sich selbst verabschieden von einem alten "Ich", das nie gewollt war (hier würde zB auch eine Namensänderung reinfallen).

Liebe Grüße
Ilonka


Re: Vorstellung / DU möchtest deine Geschichte teilen?

Reply #9
Liebe Dietlind,

ich freue mich über deine Rückmeldung, das ist sehr nett!
Jedoch würde eine Reportage davon leben, dass man einen bestimmten Protagonisten real begleitet. Quasi muss eine Reportage „leben“/es  bzw. „es muss etwas passieren“. Das würde bei einem Onlineinterview ja leider nicht der Fall sein.
Im "realen" Leben ist es bei dir nicht möglich?
Trotzdem schon einmal vielen Dank für deine Antwort.

Falls noch jemand anders sich melden sollte, ich bin leider den ganzen Tag in der Universität und kann erst abends wieder "lesen".

Ich wünsche allen einen schönen Tag!
Wenn du einige Zeit im Süden von Florida am Golf von Mexiko verbringen möchtest, wäre es auch im realen Leben möglich!

Ups. würde ich gerne, aber dies ist dann leider nicht möglich. :D Trotzdem danke. :)

Re: Vorstellung / DU möchtest deine Geschichte teilen?

Reply #10
Und mir ist natürlich bewusst, dass der ganze Weg bishin zur OP (falls diese denn angedacht ist) wahnsinnig hart sein muss.
ABER für eine Reportage wäre dieses "Ereignis" natürlich ein guter Punkt, um auf die ganze Geschichte zurückzublicken. Als "letzten Abschied (von der biologischen Hülle"). Ich hatte extra erwähnt, dass dies natürlich kein Muss ist und dass sich eine solche Geschichte anders erzählen ließe. Sei es, Abschied von Menschen, die kein Verständnis für die "Situation/Lebensweise" haben, sich selbst verabschieden von einem alten "Ich", das nie gewollt war (hier würde zB auch eine Namensänderung reinfallen).
Dafür wäre dann "meine Geschichte" z.B. überhaupt nicht geeignet:
Für mich war es ein lange Folge kleiner Schritte, ohne einen großen Bruch oder "Abschied", bis auf die Änderung des Kleidungsstils und die Anpassung des Vornamens zum Stichtag in der Firma.
Mein Leben ging weiter wie vorher, im gleichen Arbeitsumfeld und mit allen Freunden und Familienmitgliedern.
Die OP kam erst gemütlich ein paar Jahre später und war auch eher ein ziemlich unauffälliger fließender Übergang zu nochmals etwas gesteigertem Wohlbefinden.
Jeder Mensch und sein Lebensweg ist etwas oder auch sehr unterschiedlich und einige von uns haben halt das Glück, daß sie nicht wirklich Material für mitreißende Reportagen liefern können. ;-)

Liebe Grüße
Martina

 

Re: Vorstellung / DU möchtest deine Geschichte teilen?

Reply #11
Und mir ist natürlich bewusst, dass der ganze Weg bishin zur OP (falls diese denn angedacht ist) wahnsinnig hart sein muss.
ABER für eine Reportage wäre dieses "Ereignis" natürlich ein guter Punkt, um auf die ganze Geschichte zurückzublicken. Als "letzten Abschied (von der biologischen Hülle"). Ich hatte extra erwähnt, dass dies natürlich kein Muss ist und dass sich eine solche Geschichte anders erzählen ließe. Sei es, Abschied von Menschen, die kein Verständnis für die "Situation/Lebensweise" haben, sich selbst verabschieden von einem alten "Ich", das nie gewollt war (hier würde zB auch eine Namensänderung reinfallen).
Dafür wäre dann "meine Geschichte" z.B. überhaupt nicht geeignet:
Für mich war es ein lange Folge kleiner Schritte, ohne einen großen Bruch oder "Abschied", bis auf die Änderung des Kleidungsstils und die Anpassung des Vornamens zum Stichtag in der Firma.
Mein Leben ging weiter wie vorher, im gleichen Arbeitsumfeld und mit allen Freunden und Familienmitgliedern.
Die OP kam erst gemütlich ein paar Jahre später und war auch eher ein ziemlich unauffälliger fließender Übergang zu nochmals etwas gesteigertem Wohlbefinden.
Jeder Mensch und sein Lebensweg ist etwas oder auch sehr unterschiedlich und einige von uns haben halt das Glück, daß sie nicht wirklich Material für mitreißende Reportagen liefern können. ;-)

Liebe Grüße
Martina
Liebe Martina,

es freut mich defintitiv zu hören, dass dein Weg weitesgehend "problemlos" (wenn ich das so sagen kann) verlief.
Alles Gute weiterhin!

Liebe Grüße
Ilonka

Re: Vorstellung / DU möchtest deine Geschichte teilen?

Reply #12
Hallo Ilonka,

meine Lebensgeschichte ist nicht typisch für trans, da ich mich als non-binär definiere. Das heißt, da ist eine starke Ablehnung meiner Rolle als Mann, fühle mich aber auch nicht komplett als Frau. Daher suche ich das, was geändert werden sollte, nicht am meinem Körper, sondern bei unserer Gesellschaft. Ich habe lediglich meine Rolle als Mann aufgegeben und trage jetzt Frauenkleider, weil ich mich damit besser fühle.

Meine ganze Lebensgeschichte kannst Du hier nachlesen:
https://www.bookrix.de/_ebook-nicole-doll-wer-oder-was-bin-ich/

Liebe Grüße
Nicole