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Topic: Hi! Thank you, next! (Read 196 times) previous topic - next topic

Hi! Thank you, next!

Erstmal ganz kurz mein Steckbrief:

Alter: 48 Jahre
Größe: 1,87 cm
Deutsch/Kanadier
jetziger Wohnort: München
Biologisch: Mann
Orientierung: Keine Ahnung, irgendwas dazwischen??

Habe grundsätzlich schon seit meiner frühen Jugend mich immer nur mit Mädchen angefreundet, aber nicht expilzit für "Mädchenklichees" (wie rosa Sachen) interessiert. Typische "männlichen" Aktivitätenen - bis auf Basket- u. Basetball - interessier(t)en mich aber auch nicht.
War in der Schule als "Klassenkasper" akzeptiert, aber dennoch eher Aussenseiter und durchlief die einige Depressionsphasen.

Später (nach abgebrochenem ersten Studium) bin ich nach München umgezogen und fing eine Bühnentanzausbildung an
(bereits während der Schulzeit nahm ich Ballettuntericht). In der Künstlerszene hatte ich zwar einige Gay Kontakte - war aber auch nicht mein Ding...
Übers mein 2tes Studium lernte ich meine spätere Frau kennen. Wir waren nun ingesamt über 17 Jahren zusammen, trennten vergangenes Jahr dann doch. Seit der Trennung - und wieder Zeit zum Nachdenken - kommen meine vermeindlich vergessenen femininen Seiten wieder hoch: Und das Ganze fühlt sich fast euphorisch an!
Alles was MTF betrifft fasziniert mich, dennoch fühle ich mich zu nur Frauen angezogen.
Habe bereits angefangen online Vocal Coaching zu nehmen - äusserlich hat sich noch nix verändert vom Erscheinungsbild,
da ich noch zu unsicher bin wo man sich Beraten lassen kann.

Möchte mich nicht voreilig entscheiden, fühle irgenwie einfach "bekloppt" und suche Leute, die Ahnliches durchmachen.

Gruß, Phow

Re: Hi! Thank you, next!

Reply #1
Hallo Phow,

herzlich willkommen im Forum!  :D

Liebe Grüße,
Michi

Re: Hi! Thank you, next!

Reply #2
Herzlich willkommen auch von mir.  auch ich fühle mich absolut nur zu Frauen hingezogen, also werde ich mich demnächst dann als lesbisch bezeichnen werden.

Re: Hi! Thank you, next!

Reply #3
Ja servus nachat. Es gibt eine Selbsthilfegruppe über deren Qualität ich allerdings nichts sagen kann, ich war selber nie dort. https://www.vivats.de/

Weitere Anlaufstellen, insbesondere Ärzte und Psychologen findest du auf qz-ts-muc.de

Und daß du selber weiterhin auf Frauen stehst, ist so selten nicht. Ich bezeichne mich selbst als lesbische Transfrau und kenne noch andere Pärchen.

 

Re: Hi! Thank you, next!

Reply #4
Hallo Phow,

herzlich willkommen bei uns!!!

Re: Hi! Thank you, next!

Reply #5
Möchte mich nicht voreilig entscheiden, fühle irgenwie einfach "bekloppt" und suche Leute, die Ahnliches durchmachen.

Ach in München gibt es vier Selbsthilfegruppen mit Schwerpunkt Trans, eine davon eher exklusiv für werdende Männer.
Als ich die erste besuchte, war ich zu 100% sicher, um Gottes Willen, so bin ich nicht, bzw. so will ich nicht enden.

Als ich zum letzten mal dort war, war ich froh, mein Ding selbst durchgezogen zu haben, denn so bin ich nicht, und so endete ich auch nicht, bisher.

Ich geb Dir gern Adressen und Kontaktmöglichkeiten, und auch meine Wertung, aber nur privat.

Re: Hi! Thank you, next!

Reply #6
 ;)  ;)  ;) Lieber Phow,

sehr herzlich willkommen hier. Das ist doch normal, wenn du dich mit Mädchen, Frauen anfreundest, sofern du nix anderes bist, als hetero, bist du hetero und freundest dich mit anderem Geschlecht an, solange wie du das vorhast und möchtest.

wir kommen doch alle als hetero auf die Welt, haben irgendwann alles gründlich bei uns gecheckt, untersucht, und dann die Entdeckung gemacht, so sehe ich das, meins ist nun 2 Jahre her. Da machte ich meines. 08,2016, da hat man bekanntlich mehr Zeit im Sommer und so beschäftigt man sich mit sich selbst einmal.

Liebe Grüße, sehr schöne Herbsttag, Gesundheit

Re: Hi! Thank you, next!

Reply #7
Hallo und vielen Dank für die vielen Rückmeldungen

@Daphne: Danke für die beiden Links!
@michelangela: Würde mich über die Adressen sehr freuen!

Habe mich bisher mich mehr im englisch-sprachigen Raum informiert, wo (vom Ersteindruck) anscheinend einiges einfacher und nicht behördlich verkompliziert wird - aber letztendlich muss ich mich ja hier vor Ort drum kümmern...

P.S.: Erste "comming outs" bei meinen Freundinnnen (klar, ich kenne keine Männer ^^) wurden überwiegend positiv aufgenommen;
schon fast wie "Mensch, das habe ich eigentlich schon fast von Anfang an bei dir vermutet!"
Auf der einen Seite bin ich etwas traurig darüber, dass es so viel Jahre gedauert hatte das zu erkennen,
was eigentlich schon fast vor Jahrzehnten klar war. Aber lieber Spät als Nie.

Danke und Gruß, Phow

Re: Hi! Thank you, next!

Reply #8


wir kommen doch alle als hetero auf die Welt, haben irgendwann alles gründlich bei uns gecheckt, untersucht, und dann die Entdeckung gemacht, so sehe ich das, meins ist nun 2 Jahre her.
Liebe Grüße, sehr schöne Herbsttag, Gesundheit
Ich bin nie hetero gewesen!  Da ich Intersex bin, mit einem sehr starken weiblichen Anteil, und immer nur auf Frauen fokussiert war, bin ich immer lesbisch orientiert gewesen!

Re: Hi! Thank you, next!

Reply #9

Habe mich bisher mich mehr im englisch-sprachigen Raum informiert, wo (vom Ersteindruck) anscheinend einiges einfacher und nicht behördlich verkompliziert wird - aber letztendlich muss ich mich ja hier vor Ort drum kümmern...

Du hast Post.

Ich geh davon aus dass Du in D krankenversichert bist. Du wirst Dich also dem System aus Krankenkassen und ärztlichen Verordnungen unterwerfen müssen, das ist nicht behördlich, sondern das sind deren Geschäftsbedingungen. Du kannst z.B. auch Logopädie, (vocal coaching) von der Kankenkasse bezahlt kriegen, oder auch Epilation Es lohnt sich also, sich damit zu befassen.

Ob Du die Segnungen des deutschen Rechtssystems, und damit das "Gesetz für Namensänderungen in besonderen Fällen" oder kurz das Transsexuellengesetz genießen darfst, hängt von deiner Staatsbürgerschaft ab.  Dasselbe ist nämlich nur für deutsche Staatsbürger, oder Menschen denen Asyl gewährt wurde, zuständig. Falls Du einen deutschen Pass hast, dann hast Du den Spaß mit dem TSG, um den zu ändern. Wenn Du einen aus Kanada hast.... fragst am besten im Konsulat. Ist vielleicht sogar leicher, Trudeau hat ziemlich viel umgerempelt. Die Geburtsurkunde wirst dort ändern lassen müssen, wo sie ausgestellt wurde, also evtl. Kanada.


Re: Hi! Thank you, next!

Reply #10
Hi,

hab deine Post erhalten!
Also ich habe tatsächlich Doppelpass Status - lebe seit 24 Jahren in München, bin also quasi schon gut assimiliert ;)
Das mit dem Krankenkassen Leistingen ist schon mal ganz gut; das größte Problem im Augenblick scheint es
- trotz mehrerer sogar gut bewerteteTherapeuten in München - überhaupt jemand mit freiem Platz zu finden:
Fast alle sind voll und haben Aufnahmestop.
Die Segnungen des dt. Rechtsystems liegt für mich noch in zu weiter Ferne - ich habs 48 Jahre ausgehalten, da werde ich jetzt auch nicht Alles überstürzen müssen.
Am meisten graust es mir, meiner Ex zu offenbaren; denn schließlich habe ich obendrein 2 Töchter.



Re: Hi! Thank you, next!

Reply #11
Hallo Phow,

wenn es um "offizielles" geht, ist es in Deutschland wichtig zwischen medizinischen Aspekten, Krankenkassen-Finanzierung und gesetzlichen Anforderungen zu unterscheiden.

Medizinisch: Es gibt Ärzte, die sich an den internationalen Behandlungsstandards der WPATH orientieren, andere halten sich lieber an die deutlich restriktiveren Leitlinien des MDS (Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen). Im Prinzip haben Ärzte in Deutschland die Hoheit über ihre Behandlungsmethoden selber zu entscheiden. Wenn etwas schief geht, und ihre Methode von anerkannten Standards abweicht, können sie aber in Haftung genommen werden. Manche sind halt sehr vorsichtig, andere mutiger.

Krankenkassen-Finanzierung: Gesetzliche Krankenkassen bekommen nicht mit, was einzelne PatientInnen für Medikamente verschrieben bekommen. Wenn du sie nicht explizit drauf stößt (z.B. durch Nachfragen), gibt es mit Hormonrezepten keine Probleme. Private Krankenversicherungen kriegen notgedrungen jede Rechnung mit, die eingereicht wird. Dafür zahlen sie auch für zurückliegende Behandlungen, wenn später ein Gutachten mit eingereicht wird. Bartepilation ist ein ganz böses Thema, was die Finanzierung durch Krankenkassen betrifft. Falls blond deine natürliche Haarfarbe ist, kommt auch nur Nadelepilation in Frage. Oft muss hartnäckig gekämpft werden, um eine Kostenerstattung für Bartepilation bewilligt zu bekommen. Logopädie sollte kein Problem sein, sofern du eine geeignete Logopädin findest. (Erwachsenen eine feminine Stimme anzutrainieren ist nicht Teil der normalen Ausbildung.)

Gesetzliche Vorschriften, nur der Vollständigkeit halber: Gemäß "Transsexuellengesetz" sind zwei psychologische Gutachten notwendig, um als Deutsche wegen Transidentität den Vornamen und ggf. das Geschlecht zu ändern. Vorher wird auch kein deutscher Arzt eine geschlechtsangleichende OP durchführen. Aber das hat noch Zeit und vielleicht brauchst du diesen Schritt ja gar nicht.

Liebe Grüße,
Michi

Re: Hi! Thank you, next!

Reply #12
Logopädie und Entbartung sind jetzt aber erst mal nicht das Wichtigste.. Zuerst brauchst du eine Diagnose und du solltest umgehend mit dem Alltagstest beginnen. Also im Alltag als Frau zu leben. Das heißt jetzt nicht, daß du von jetzt auf gleich mit kürzesten Röcken und höchsten Heels rum laufen sollst, aber so allmählich weibliche Aspekte in deine Alltagskleidung einfließen lasssen solltest. Mit konkreten Ratschlägen halte ich mich zurück, denn jede hat ihren eigenen Stil.

Die Schwierigkeit bei der Logopädie ist, einen Arzt zu finden, der sie dir verschreibt. Wenn es bei dir soweit ist, meldest du dich bei mir, dann sag ich dir eine Adresse. Die Entbartung ist seit 1. Oktober 2017 Kassenleistung bei Transfrauen. Seitdem bin ich alle vier bis sechs Wochen in Behandlung. Mittlerweile hab ich nur noch wenige blonde Haare im Gesicht und selbst die werden mit jeder Behandlung weniger.

Re: Hi! Thank you, next!

Reply #13
Am meisten graust es mir, meiner Ex zu offenbaren; denn schließlich habe ich obendrein 2 Töchter.

Das Problem mit Ex ist, die haben ja keinen Grund zu kooperieren, weil die Beziehung ja eh schon an die Wand gefahren ist. Deshalb können die auch brutal Druck machen, über die Kinder, Besuchsrechte und Kontaktmöglichkeiten.

Ansonsten.... es Kindern zu erzählen, oder PartnerInnen ist prinzipiell schon ohne SuperGAU machbar. Ich bin nicht sicher ob immer und überall, aber prinzipiell schin, wenn das Paar gelernt hat mit Krisen umzugehen.