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Topic: Ich, das Weib (Read 860 times) previous topic - next topic

Ich, das Weib

Heute bin ich ja so etwas von Frau geworden.  Zwei Freundinnen haben sich entschlossen, meine Trans-Adotiv-Schwestern zu sein.  Heute sind sie mit mir los gezogen, um mich zu verweiblichen.  Zuerst wurde ich geschminkt und meine Perücke auf Vordermann gebracht, und dann ging es los in eine große Mall.  Ich kaufte Schuhe.  Danach ging es in eine Boutique und dort wurden obere und unter Kleidungstücke gekauft.  Danach ging es zu dem sehr feinen Laden Macy's, weil die Modeschmuck von Designern im Angebot hatten.  Zwei Halsketten (Silber) wurden gekauft, und Eau de Cologne von Kevin Kline wurde erstanden.  Danach kam der Höhepunkt, mir wurden Löcher in meine armen Ohrläppchen gestochen (die Weiber haben mit Genuss zugesehen, wie ich abgeschlachtet wurde) und dann wurde da so ein Stift-Teil mit einem Rheinkristall reingesetzt.  Nun glitzern meine Ohrläppchen wie der Sternenhimmel.

Jetzt kann ich nicht mehr verleugnen, dass ich dabei bin zu verweibern!

Re: Ich, das Weib

Reply #1
Wenn ich dir mal kurz mit dem Deutschen aushelfen darf. Es heißt zwar rhinestone, und was das mit dem Rhein zu tun hat ist mir auch nicht klar, aber auf Deutsch heißt das Strass. Ich empfehle für solche Fälle das Online-Lexikon LEO https://dict.leo.org/englisch-deutsch/rhinestone Und du tust verweiblichen.

Re: Ich, das Weib

Reply #2
Wenn ich dir mal kurz mit dem Deutschen aushelfen darf. Es heißt zwar rhinestone, und was das mit dem Rhein zu tun hat ist mir auch nicht klar, aber auf Deutsch heißt das Strass. Ich empfehle für solche Fälle das Online-Lexikon LEO https://dict.leo.org/englisch-deutsch/rhinestone Und du tust verweiblichen.
Danke, ich konnte mich an das Wort nicht mehr erinnern, und dachte, es hieße auch auf Deutsch so.  Ich glaube, das Zeugs wurde ursprünglich aus bestimmten Kieselarten die aus dem Rhein stammten, geschliffen.

Re: Ich, das Weib

Reply #3
Ich, das Weib, habe mir in einem Kosmetik Salon einmal Conturing machen lassen.   Die Leutchen da arbeiten fast mit den gleichen Methoden wie die Karosserie Mechaniker bei der Autoreparatur!  Die haben da ne gefühlte halbe Million an Pinseln und Bürstn, und Tiegel mit den abenteuerlichsten Sachen, drin, die dann successie auf mein Gesicht gepappt wurden.  Das Outcome war so gut, dass ich mich fast selbst nicht erkannt habe.  Ich trage nun auch keine Perücke mehr, da meine Haare nun lang genug sind, damit ich damit etwas machen kann.  Ich bin froh, denn ich habe die Perücke regelrecht gehasst!

Mein neue Ich könnt ihr nun in meinem Avatar bewundern!

Re: Ich, das Weib

Reply #4
Karosserie-Mechaniker. Genau diesen Eindruck hatte ich vor 1 1/2 Jahren, als ich einen Kosmetik-Berater in der Drogerie-Abteilung des Simmerner Globus-Marktes ansprach. Ich fragte ihn, was er aus dem Angebot dort zur Abdeckung meines Bartschattens empfehlen würde. Er meinte: "Nichts. Für Crossdresser braucht es Sachen, die erheblich besser decken. Ich habe da letztlich erst einen zurecht gemacht." Dann zeigte er mir Fotos. Darauf meinte ich nur: "Ich möchte eigentlich als Frau auf die Straße gehen und nicht beim Karneval auftreten." Damit war das Beratungsgespräch beendet.

Also habe ich dann mit dem Makeup weiter alleine herum probiert. Und je weniger ich von dem ganzen Zeug auf die Haut schmierte, desto besser gefiel es mir schließlich. Nun kaufe ich alles, was ich brauche, in dieser Drogerie-Abteilung. So ganz kann ich den Mann nicht weg schminken, ohne dass es künstlich aussieht. Also ist es mir wichtiger, dass der Gesamteindruck so einigermaßen stimmt. Zudem oute ich mich sowieso immer spätestens mit meiner Stimme. Was soll also dann dieser ganze Aufwand?

Kurz nach diesem Gespräch fand ich auch bei einer Fahrt nach Koblenz im Hochsommer die ultimative Lösung für die Perücke: Weg mit dem Ding und Haare wachsen lassen und färben. Wie angenehm war es doch, als mir auf der Rückfahrt nach hause nicht mehr der Schweiß über das Gesicht lief.

Und Ohrlöcher habe ich mir vor 1 1/2 Jahren auch stechen lassen. Wie man auf dem Profilbild sehen kann, sind sie inzwischen ausreichend belastbar.

LG Nicole

Re: Ich, das Weib

Reply #5
Ich habe das Glück/Pech als Intesex Mensch geboren zu sein.  Mein Körper war immer mehr weiblich als männlich.  Daher ist es für mich auch relativ einfach gewesen, als Frau weiter zu leben.  Wenn man es nüchtern betrachtet, war ich eher ein Cross Dresser zum Mann hin, ohne dass ich das wusste.  Und 5 Uhr Schatten gibt es bei mir auch nicht, denn ich muss mich nur ein bis zweimal in der Woche rasieren.  Da ich keinen ausgeprägten Kehlkopf (Adams Apfel) habe, ist meine Larynx auch weiblich klein, und meine Stimme daher auch relativ hochtonig (unterer bis mittler Bereich der weiblichen Stimmfrequenz).  Meine etwas tiefere männliche Stimme war antrainiert.
Ich finde auch, dass viele Cross Dresser recht unnatürlich aussehen, und für Drag Queens habe ich absolut kein positives Gefühl übrig, da sie meiner Meinung nach Trans Frauen lächerlich erscheinen lassen!

Re: Ich, das Weib

Reply #6
Ich denke, es kann auch ein Glück sein, wenn das biologische Geschlecht nicht eindeutig ist. Dann fühlt man sich vielleicht nicht so sehr dazu gedrängt, fast ein Leben lang die Rolle als Mann zu spielen, obwohl man sich damit nicht wirklich identifizieren kann. Bei mir wurde es immer unerträglicher, und der Drang dem allem in meine eigene Welt hinein zu entfliehen wurde immer stärker. Das machte mich einsam, zynisch und sarkastisch. Schließlich hasste ich mich selbst und gesamte Menschheit abgrundtief.

Mit meiner Mutter starb dann die letzte Person, für die ich den Mann noch spielte, und alles wurde sinnlos. Durch das Internet erfuhr ich dann etwas über Transgender und outete mich. Nach einem halben Jahr als Teilzeitfrau schaffte ich schließlich vor etwa 1 1/2 Jahren den Mann-Modus ab.

So etwas wie eine Drag-Queen einspringt der männlichen sexuellen Fantasie - die Traum-Partnerin bei der Selbstbefriedigung. Dass und wie man sich - und damit auch andere Transgender - in der Öffentlichkeit nicht lächerlich macht, musste ich nach dem Outing erst noch lernen. Und dafür haben Teilzeitfrauen, die für Beruf und Familie immer noch der Mann sind, oft nur wenig Zeit. Daher kommt wohl dieses Bild einer Drag-Queen, die ihren Ursprung in der weiblichen Rolle bei einer Schwulen-Beziehung haben dürfte. Wer schwul ist, fühlt sich als Mann und will auch in der weiblichen Rolle eindeutig als solcher erkannt werden. Wenn dagegen ein Transgender auf Männer steht, trifft 'schwul' nicht mehr zu. Und was bin ich jetzt? - 'hetero', 'lesbisch' oder was?

Noch kurz zu meinem Bartschatten: Der Bart ist grau und damit nicht so auffällig. Also muss ich nicht so viel zum Abdecken ins Gesicht kleistern. Sonst überlege ich, ob ich in absehbarer Zeit mit dem Färben der Haare wieder aufhören soll. Es erscheint ja irgendwie immer sinnloser das Bild einer jungen Frau abgeben zu wollen.

LG Nicole