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Topic: Allein sein (Read 308 times) previous topic - next topic

Allein sein

Hallo,

ich frage mich ob es gesund ist viel alleine zu sein? Ich habe nämlich bisher immer zu den Leuten gehört, die selten alleine waren. Ich bin eben gesellig und habe gern jemanden zum schnattern da. Ich habe schon immer viele Freunde gehabt und mich auch gern immer mit vielen Leuten getroffen. Nun habe ich jemanden kennen gelernt - online - wir schreiben viel. Das ist auch super, aber ein Treffen ist völlig ausgeschlossen. Der Grund sei, dass eine Art  soziale Phobie. Also derjenige könne angeblich nicht in größeren Menschenmengen und habe Angst vor Fremden. Das heißt er arbeitet in einem kleinen Betrieb, wohnt in einem Dorf und geht auch nicht sonderlich viel raus. Allein schon das Dorffest sei ihm zu viel, weil eben da schon zu viele Leute seien.

Ich selbst kann das wenig verstehen und frage mich jetzt, ob es überhaupt sinn macht noch weiter zu schreiben? Offenbar passen wir doch nicht so gut zusammen, könnten jedenfalls kaum was zusammen machen.
Was würdet ihr tun?

Re: Allein sein

Reply #1
Hallo Doria,

ich kenne das von mir selber. Mir wird es schnell zu viel. Ich brauche viel Zeit für mich selber. Öffentliche Verkehrsmittel kann ich gar nicht ohne Begleitung benutzen. Ich bin aber trotzdem nicht ungesellig! Nur zu viele und zu "laute" Menschen sollten es nicht sein.

Menschenscheue kann mehrere Ursachen haben. Wenn Du jetzt den Kontakt abbrichst, dann verdirbst Du Dir die Chance einen vielleicht äußerst lieben, mitfühlenden, feinsinnigen und treuen Menschen kennenzulernen. Lerne diesen Menschen persönlich kennen. Gebe ihm eine Chance, und damit auch Dir zu sehen, wie er/sie wirklich ist.

Ganz liebe Grüße,
dat Kerstin

Re: Allein sein

Reply #2
Da hat er dich nicht angelogen, ich komm mit bis zu maximal 20 Personen in einem Raum aus, werden es mehr werd ich schnell nervös, beobachte die Umgebung ganz genau und beim kleinsten falschen Zucken jemand anderes geh ich fast ungewollt in einen Angriff über, so ist es mir schon passiert dass ich einem Kollegen versehentlich eine Schelle gezimmert habe.

Allein sein ist aber nicht ungesund. Ich bin erst einmal in meinem Leben auf einem Fest gewesen, noch nie in einer Disco, auf einer Party oder sonstigem, wenn ich durch die Stadt muss dann nur im Auto. Freunde habe ich 2, die seh ich auch nicht oft, im Quartal vielleicht 1 bis 2 mal. Das liegt einfach daran dass ich allein sein möchte und ich die Stille mehr genießen kann als in der Gesellschaft. Aber deswegen bin ich noch lange nicht unsozial, im Gegenteil ich kann sehr gut mit Personen kooperieren, unterhalten und spaß haben. Ich bin was das angeht definitiv nicht ungebildet wie es vielleicht vermuten lässt wenn jemand nur alleine ist.

Ich kann Kerstin nur zustimmen, jeder hat eine Chance verdient, egal ob es schwer oder leicht ist diese Chance zu geben. Immer daran denken "Vielleicht ist es ja genau die Person die ich bis zu meinem Lebensende nicht mehr missen möchte." und das kannst du nur herausfinden wenn du der Person eine Chance gibst.

Re: Allein sein

Reply #3
Ob das Gesund ist muss letztendes diese Person selber wissen denke ich. Es gibt wirklich sehr viele Menschen die es lieber mögen wenn sie es ruhiger haben. Für mich sind solche Menschen letztendes immer etwas schwierig, besonders dann wenn wie du es schreibst man nicht zu irgendwelchen Unternehmungen kommen kann.
Was ich mich aber Frage, ist jetzt ein Treffen auch zuhause oder an einen Ort wo man eben alleine ist genauso ausgeschlossen? Gibt es da nicht eventuell auch Kompromisse? Ich habe viele Menschen damals kennenlernen müssen die es nicht mögen "unter Leuten" zu sein, aber man konnte sie dann z.B. besuchen, oder sie sind zu einen selber hingefahren.
Das ganze ist natürlich nicht schön, bzw. gibt es da zwangsläufig eine Kluft. Frage ist dann immer inwiefern es noch anderweitig Gemeinsamkeiten gibt. Da ihr so viel schreiben könnt müssen ja auch anderweitig welche da sein worauf man aufbauen kann.
Wenn sich die Person aber allgemein völlig zurückzieht, also auch vor dir und dich nicht sehen will, dann denk ich sollte man lieber Abstand gewinnen. Das tut dir und deiner Seele letztendes nichts Gutes.

Re: Allein sein

Reply #4
Hey,

ich finde es kommt immer darauf an, ob die Person sich stark in ihrer Lebensqualität eingeschränkt fühlt und einem starken Leidensdruck ausgesetzt ist.
Heißt: würde er lieber in der Stadt wohnen, auf Feste gehen und mit mehreren Leuten zusammen arbeiten? Oder hatte er davor immer das Gefühl sich fügen zu müssen und ist jetzt, wo er etwas abgeschotteter ist einfach glücklicher? Manchmal muss man sich ja auch eingestehen, dass man nicht der "Norm" entspricht und das es einen glücklicher macht genau das zu tun was einem gut tut anstatt sich aus einem sozialen Druck heraus anders zu verhalten.
Das braucht manchmal auch ein wenig Zeit zu verstehen was man braucht und was nicht.
(Zum Verständnis: https://www.oberbergkliniken.de/service-navigation/aktuelles/soziale-phobie-isolation-und-ihre-folgen-risikofaktor-fuer-psychische-krankheiten/ )

Ich kann aber auch verstehen, dass du neugierig bist und ihn gerne mal treffen würdest. Eventuell könntet ihr auch mal telefonieren. Und durch das ganze Schreiben bist du ja auch keine Fremde mehr für ihn :)
Ich würde es nicht aufgeben. Vielleicht wird das ja nochmal was!