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Topic: Einladung zur Teilnahme an einer Umfrage (Read 736 times) previous topic - next topic

Re: Einladung zur Teilnahme an einer Umfrage

Reply #15
Wie nein Nick schon sagt, bin ich einer von denen, die unter BIID leiden. Gestern Nacht stieß ich zufällig auf dieses Forum, den Beitrag von vor einigen Jahren und natürlich auch diesen halbwegs aktuellen hier. Gerade in einer Randgruppe der Gesellschaft finde ich es niveaulos, wenn über eine andere Randgruppe geurteilt wird, ohne sich mit der Materie beschäftigt zu haben.

Ich kann für mich und für wenige persönliche Bekanntschaften schreiben.

In meinen Augen ist das ein grundsätzlich falscher Ansatz, denn die mehr oder weniger ausgeprägte Ablehnung bestimmter Körperteile bei transidenten Menschen ist nur Folge einer Abweichung zwischen dem empfundenen oder als richtig empfundenen Geschlecht, und sie ist unabhängig vom Geschlecht als solchem, tritt sowohl bei genetisch weiblichen wie männlichen Menschen auf. BIID m.W. hingegen nur bei genetisch männlichen Menschen, Und BIID scheint mir keine Folge von irgendetwas, sondern originär zu sein.

Zuerst möchte ich etwas zur Bezeichnung Behinderung einwerfen: Stellt euch einmal vor, es ist Vorweihnachtszeit und es ist Zeit zum Geschenke einpacken. Wenn da nicht immer die Sache mit der Schleife wäre, die zu Handverrenkungen führt. Wäre doch ganz einfach, wenn man mit dem Finger der einen Hand den Knoten fixiert und mit den anderen Beiden bindet man die Schleife. Der Haken an der Sache ist, dass man aber keine 3 Hände hat. Ist man deswegen behindert, weil die dritte Hand fehlt? Darauf wird jetzt jeder ganz klar "nein" sagen und fragen wie ich auf solchen Gedanken komme. Ganz einfach: Im Durchschnitt haben Menschen 2 Beine, 2 Arme usw. am Körper und auch im Kopf und so kommt das zweiarmige, zweibeinige bzw. was auch immer Denken zustande. Im Falle eines BIID-Betroffenen sagt jedoch das Gehirn, dass da etwas weniger ist, anders funktioniert oder funktionslos ist und so wird gedacht und die eigene Identität daraus gebildet. Die Leute benutzen zwar ihre überflüssigen Körperfunktionen, aber eher weniger, weil es natürlich und selbstverständlich ist, sondern eher wie ein Werkzeug, das man gerade in der Hand hält, das aber in der Situation nicht unbedingt notwendig ist.

Zwar wird bei BIID der Wunsch nach der Behinderung, oder in meinem Fall konkret Amputation meines linken Unterschenkels geäußert, aber in den Zusammenhang wird das Wort Behinderung wohl eher dazu genutzt, um das ganze in die Sprache des Alltags zu bekommen und um auch Außenstehenden das ganze mitteilen zu können.

Bei BIID geht also darum, dass das Gehirn in meinem Fall sagt, ich sei einbeinig. Das Leben findet zweibeinig statt und fühlt sich daher falsch an. Immer wieder spielen die Gedanken dazwischen was jetzt anders sein müsste und wie man das Leben gerade mit der richtigen Identität bestreiten würde, was zu inneren Konflikten, unglücklich sein und in nicht seltenen Fällen zu Depressionen führt, da die eigene Identität nicht gelebt werden kann. Die Amputation ist nur ein Mittel zum Zweck, die eigene Identität zu erreichen, aber das Problem ist nicht originär. Das Fremdkörpergefühl ist nicht so wie jenes, wenn man tatsächlich einen Fremdkörper in sich trägt, sondern eher so zu beschreiben, dass da etwas an einem dran ist, was einem daran hindert sein Leben so zu leben, wie man es im tiefsten Inneren für richtig empfindet.

Egal wo die Ursachen liegen, bei T und bei BIIDlern ergeben sich Probleme, da der Körper nicht der eigenen Identität entspricht und es gibt dabei schon gewisse Parallelen.

Übrigens: BIID tritt zwar vermehrt bei Männern auf, aber auch biologische Frauen sind davon Betroffen.


Bei der Transidentität wird kein Körperteil abgelehnt, jedenfalls nicht primär, sondern die Identität des Inneren stimmt nicht mit dem Äußeren, der sozialen Rolle u.v.m. überein. Wird ein "gewisses" Körperteil abgelehnt, dann weil dieses ein Makel darstellt, -eine Disharmonie, das aber auch am Selbstbewusstsein kratzt, wie stark unterschiedliche Brüste. Es gibt aber auch sehr viele Transmenschen, die sehr gut mit dem da zwischen den Beinen leben können und eine Geschlechtsangleichende OP für sich ablehnen, weil es für sie keine Rolle spielt und es trotzdem, oder gerade deshalb für sie stimmig ist.
Das ist meine Sichtweise.

Liebe Grüße,
dat Kerstin ;)

Siehe oben. Der Körperteil wird abgelehnt, weil er die Auslebung der eigenen Identität behindert. Dass jemand dadurch den Wunsch äußert den Körperteil loswerden zu wollen ist dann erst die Folge davon, aber kein zwingendes Muss. Es gibt einige BIID-Betroffene die zeitweilig in ihrer Rolle leben und nur so tun als ob sie die "Behinderung" hätte gut klar kommen. Man nennt das Pretending. Andere wurden wiederum zum Dauerpretender und kommen so klar und eine weitere Gruppe strebt eben die OP an, um den Makel, der nicht zur eigenen Rolle passt. Also auch hier können in gewisser Weise Parallelen gesehen werden.


Und schließlich ist es schon ein Unterschied, ob ich mir ein Bein abnehmen lasse, weil ich es nicht mag und fürderhin auf Krücken, Prothesen oder den Rollstuhl angewiesen bin, oder ob ich ein Hormongel auftrage zur Substitution.

Und da sind wir schon wieder bei der Definition. Die eigene Identität sagt, du solltest derjenige sein, der auf Krücken oder Prothesen läuft oder der Rollstuhlfahrer. Dein darauf angewiesen sein ist negativ besetzt, aber bei jemanden, der das als seine Identität sieht ist das nicht unbedingt negativ, sondern das, was einem der Kopf als richtig verkauft.

Allerdings muss man mMn sehen, dass sich die Bilder ( T* und BIID) mit fortschreitender sozialer Entwicklung auseinander dividieren.

Gab es früher auch für T* fast nur die Option operative Veränderung ist es heute wesentlich leichter entsprechend dem inneren Geschlecht auch ohne operative Veränderungen anerkannt innerhalb der Gesellschaft zu leben und so non-operativ den Wiederspruch für sich auf zu lösen.
Sogar ein Leben ohne medikamentöse Behandlung scheint möglich.
Möglicherweise nicht als Regelfall so doch als Option.

Für BIID kann ich mir eine solche Entwicklung nicht vorstellen.


In wie fern auseinanderdividieren? Es gibt in beiden Bereichen unterschiedliche Ausprägungen. Wie oben schon erwähnt sieht nicht jeder mit BIID die OP als Ausweg. Vielen reicht es schon ihr eigenes Leben einfach annehmen zu können indem sie in die richtige Rolle schlüpfen. Es wäre schon ein Fortschritt, wenn es sozialverträglich wäre, wenn ich einfach mal mit Krücken auftauchen könnte, ohne großen Erklärungsbedarf zu haben und meine Rolle zumindest gelegentlich leben könnte. Oder warum kann nicht ein BIIDler einfach im Rollstuhl sitzen, weil es ihm dabei seelisch besser geht, da es seiner eigenen Identität einspricht, obwohl er physisch laufen könnte und das ganz ohne OP?

@nicola f Danke für die Verteidigung :-).

Re: Einladung zur Teilnahme an einer Umfrage

Reply #16
Es gibt in beiden Bereichen unterschiedliche Ausprägungen. Wie oben schon erwähnt sieht nicht jeder mit BIID die OP als Ausweg. Vielen reicht es schon ihr eigenes Leben einfach annehmen zu können indem sie in die richtige Rolle schlüpfen. Es wäre schon ein Fortschritt, wenn es sozialverträglich wäre, wenn ich einfach mal mit Krücken auftauchen könnte, ohne großen Erklärungsbedarf zu haben und meine Rolle zumindest gelegentlich leben könnte. Oder warum kann nicht ein BIIDler einfach im Rollstuhl sitzen, weil es ihm dabei seelisch besser geht, da es seiner eigenen Identität einspricht, obwohl er physisch laufen könnte und das ganz ohne OP?

@nicola f Danke für die Verteidigung :-).

Oh,

dann muss ich mich wohl entschuldigen.
Ich hatte jetzt wirklich nur noch die Operationswilligen auf dem Schirm.
Und unter dem Vorzeichen sind da doch mehr verbindende als trennende Merkmale.

Inneres und äußeres passen nicht zusammen und wie geht man damit um.
Um es mal ganz runter zu brechen.

Lg
Ju

Re: Einladung zur Teilnahme an einer Umfrage

Reply #17
Oder warum kann nicht ein BIIDler einfach im Rollstuhl sitzen, weil es ihm dabei seelisch besser geht, da es seiner eigenen Identität einspricht, obwohl er physisch laufen könnte und das ganz ohne OP?

Kannst du doch. Im Rollstuhl-Basketball sind auch Leute zugelassen, die nicht auf den Rollstuhl angewiesen sind. Die müssen sich nur die Beine zusammen binden, damit sie keinen Vorteil haben.

Re: Einladung zur Teilnahme an einer Umfrage

Reply #18
Oder warum kann nicht ein BIIDler einfach im Rollstuhl sitzen, weil es ihm dabei seelisch besser geht, da es seiner eigenen Identität einspricht, obwohl er physisch laufen könnte und das ganz ohne OP?

Kannst du doch. Im Rollstuhl-Basketball sind auch Leute zugelassen, die nicht auf den Rollstuhl angewiesen sind. Die müssen sich nur die Beine zusammen binden, damit sie keinen Vorteil haben.

Das ist wieder ein echter Daphne.

Re: Einladung zur Teilnahme an einer Umfrage

Reply #19
Ja, und? Was ist daran so schlimm? Das ist eine ernst gemeinte Frage. Ich hab wirklich keine Ahnung, was dich daran stört.

Re: Einladung zur Teilnahme an einer Umfrage

Reply #20
Ich denke, bei der Umfrage stört die meisten Transidenten (mich eingeschlossen) wer da fragt. Es war ein langer Kampf zu erreichen, dass Transidentität nicht mehr als psychische Krankheit angesehen wird. Und aus der Ecke der Psychiater, denen ein lukratives Geschäft verloren geht, erwarten viele eben nichts Gutes, sondern eher wieder neue Steine, die ihnen auf "dem" Weg in den Weg geworfen werden. Man denke an die Behandlungsrichtlinien der Krankenkassen, wo lange Zeit die unglaubliche Zahl von mindestens 50 Therapiesitzungen vorgeschrieben war. Wer mal versucht hat einen Psycho-Termin zu bekommen, kann sich vorstellen wie verzögernd alleine dies gewirkt hat.

Die Gesellschaft wird bei Amputationswünschen wohl auch hinschauen, was da amputiert werden soll. Wenn eine Transidente sich den Penis "amputieren" (bzw. in eine Vagina umgestalten) lässt, schießt sie sich zwar aus dem Genpool der Menschheit raus, liegt der Gesellschaft aber abgesehen von den eher überschaubaren OP-Kosten und ein paar Hormonen nicht auf der Tasche. Wenn sich jemand ein Bein amputieren lässt, wird er/sie dadurch im Sinne des Arbeits- und Sozialrechts 100% schwerbehindert. Ich weiß, psychisches Wohlbefinden gegen Kosten aufzurechnen ist unmoralisch, aber dieses Thema wird aufgeworfen werden. Auch bei Transidenten wurde das aufgeworfen, wobei man dort eher andersrum versucht hat zu argumentieren, das sei doch eine "Schönheits-OP" und demnach selbst zu zahlen.

Re: Einladung zur Teilnahme an einer Umfrage

Reply #21
Vielen Dank BIIDler für Deinen Beitrag!!!!

Der zeigt mir, wie wenig ich/wir von BIID verstehen und wie fremd uns das Thema ist, - so fremd und unverständlich wie das Transthema für nicht Betroffene  ist.

Re: Einladung zur Teilnahme an einer Umfrage

Reply #22

Ich hatte jetzt wirklich nur noch die Operationswilligen auf dem Schirm.
Und unter dem Vorzeichen sind da doch mehr verbindende als trennende Merkmale.

Inneres und äußeres passen nicht zusammen und wie geht man damit um.
Um es mal ganz runter zu brechen.


Genau das ist die größte Gemeinsamkeit, auf die man es runter brechen kann. Ihr habt dabei den zeitlichen Vorteil, dass ihr in der Öffentlichkeit schon bekannt seid und das Trans-Thema zumindest keinen mehr schockiert, außer natürlich das Umfeld beim Outing.

Ich gehöre jetzt auch nicht unbedingt zu den Operationswilligen. Erstens weil es in Europa nicht legal möglich ist und mir das Risiko in korrupten Ländern, wo es eben gegen Schmiergeld geht zu unsicher ist und zweitens, braucht man zu einer OP eine Geschichte eines Unfalls, der dazu führte und mit so einer Lüge möchte ich in meinem Umfeld nicht leben. Aber ich schließe die OP für den Fall, dass ich mein Leben wegen inneren Konflikten nicht mehr auf die Reihe bekomme nicht kategorisch aus. Zur Zeit komme ich jedoch noch gut klar, da ich im Laufe meines Lebens Strategien entwickelt habe, die es mir leichter machen damit umzugehen. Ein großer Schritt nach vorne war das Outing im Umfeld, dass ich eben einbeinig mit einem Bein zu viel bin und dass es akzeptiert wurde.

Ich denke, bei der Umfrage stört die meisten Transidenten (mich eingeschlossen) wer da fragt. Es war ein langer Kampf zu erreichen, dass Transidentität nicht mehr als psychische Krankheit angesehen wird. Und aus der Ecke der Psychiater, denen ein lukratives Geschäft verloren geht, erwarten viele eben nichts Gutes, sondern eher wieder neue Steine, die ihnen auf "dem" Weg in den Weg geworfen werden. Man denke an die Behandlungsrichtlinien der Krankenkassen, wo lange Zeit die unglaubliche Zahl von mindestens 50 Therapiesitzungen vorgeschrieben war. Wer mal versucht hat einen Psycho-Termin zu bekommen, kann sich vorstellen wie verzögernd alleine dies gewirkt hat.

Die Gesellschaft wird bei Amputationswünschen wohl auch hinschauen, was da amputiert werden soll. Wenn eine Transidente sich den Penis "amputieren" (bzw. in eine Vagina umgestalten) lässt, schießt sie sich zwar aus dem Genpool der Menschheit raus, liegt der Gesellschaft aber abgesehen von den eher überschaubaren OP-Kosten und ein paar Hormonen nicht auf der Tasche. Wenn sich jemand ein Bein amputieren lässt, wird er/sie dadurch im Sinne des Arbeits- und Sozialrechts 100% schwerbehindert. Ich weiß, psychisches Wohlbefinden gegen Kosten aufzurechnen ist unmoralisch, aber dieses Thema wird aufgeworfen werden. Auch bei Transidenten wurde das aufgeworfen, wobei man dort eher andersrum versucht hat zu argumentieren, das sei doch eine "Schönheits-OP" und demnach selbst zu zahlen.

Hier haben wir einen Unterschied. Unter den BIID-Betroffenen wird darauf gehofft, dass BIID als Krankheit anerkannt wird, damit eine OP in Europa rechtlich überhaupt erst möglich wird. Zur Zeit dürfen keine äußerlich gesunden Gliedmaßen entfernt werden. Die OPs die ablaufen, finden alle außerhalb Europas statt und haben auch eine konstruierte Geschichte, wie es zur Amputation kam. Aber es gibt auch Leute, die sich selbst bei vorgetäuschten Unfällen verletzen, dass der Arzt eben amputieren muss. Daher führt im Falle von BIID kaum ein Weg daran vorbei, es als Krankheit einstufen zu lassen. Aber ich verstehe eure Bedenken in gewisser Weise, dass ihr eben nicht als Kranke betrachtet werden wollt.

Wohlbefinden in Kosten aufzurechnen ist nicht unbedingt unmoralisch. Einige BIID-Betroffene kommen jedoch sehr schlecht mit der Situation zurecht, so dass sie regelrecht in Depressionen verfallen, die bis zur Berufsunfähigkeit führen. Lebenslange psychiatrische Behandlung inkl. Berufsunfähigkeit ist wahrscheinlich teurer als eine OP mit entsprechender Versorgung. Ich könnte meinen Job auch ohne Beine oder im Rollstuhl ausführen. Das Büro ist behindertengerecht und die Beine tun bei der Arbeit unter dem Schreibtisch eh nichts sinnvolles. Ein einbeiniger glücklicher Berufstätiger ist sozialversicherungstechnisch dem depressiven Arbeitsunfähigen auf jeden Fall vorzuziehen. Aber auch die Zwischenlösungen sollten von versicherungstechnisch nicht vergessen werden. Wenn jemand nur einen nicht ganz billigen aber alltagstauchlichen Aktivrollstuhl braucht um nicht in Depression zu verfallen, sollte den auch bekommen, auch wenn er eben laufen kann. Ein Paar Krücken sollte sich hingegen jeder selbst leisten können. Aber ihr seht, das ganze ist ein schwieriges Thema.

Vielen Dank BIIDler für Deinen Beitrag!!!!

Der zeigt mir, wie wenig ich/wir von BIID verstehen und wie fremd uns das Thema ist, - so fremd und unverständlich wie das Transthema für nicht Betroffene  ist.

Ich war eben von der vorherrschenden Meinung sehr schockiert und wollte hier ein bisschen Klarheit reinbringen. Ich habe mich jetzt nicht sehr intensiv mit T beschäftigt, aber immerhin soweit, dass ich schon gewisse Parallelen sehen konnte und euch daher in gewisser Art und Weise verstehe. Aber vielleicht hilft es auch euch ein bisschen die Lage von Außenstehenden zum Trans-Thema zu verstehen und dass man eben Verständnis nicht fordern kann, sondern um das was man mit viel Erklärung werben muss, da die Themen doch von den Medien vorbelastet ist. Ich werde hier im Forum dennoch noch ein wenig herumstöbern und vielleicht etwas lernen.


Re: Einladung zur Teilnahme an einer Umfrage

Reply #23
Ich versuche das jetzt mal kurz zusammenzufassen: Besser arm dran als Arm ab.

Brigitte

Re: Einladung zur Teilnahme an einer Umfrage

Reply #24
Eher umgekehrt. Besser Arm ab als arm dran. In meinem Fall Bein ab statt arm dran.

Bis dahin vergeht hoffentlich noch Zeit. Die Wissenschaft kommt auch gerade drauf, dass BIID nicht psychotherapeutisch behandelbar ist.

 

Re: Einladung zur Teilnahme an einer Umfrage

Reply #25
Hallo,

auch wenn ich kaum nachfühlen kann, was BID zu ihren Wünschen führen könnte oder auch nur die Situation selbst nachfühlen kann, so kann ich doch auf einer objektiven Ebene es verstehen.

Und wenn ich es so sehe, dann wiederspricht die Gesellschaft allein die Wünsche der BID. Und das vermutlich auch aus einem für sie gutem Grund:

Personen, die Gliedmaßen verloren, kamen meist in Jahren nach Kriegen vor. Damit waren diese Personen Kriegsgeschädigte und verdienten in den Augen der Gesellschaft eine besondere Fürsorge. Diese Personen, immer männlich, hatten sich doch für die eigene Gemeinschaft "geopfert". Ob das in einem Guten Sinne war oder nicht, spielte dabei keine große Rolle, weil es nach einem Krieg mehrere tausende von ihnen gab.

Heute treten Personen, die Gliedmaßen verloren, meist in der Folge von Unfällen auf und dann wird mit Prothesen versucht, diesen aus der Gesellschaft gesehenen Mangel zumindest teilweise zu beseitigen.

In diesem Kontext treten nun die BID auf. Dass dort die gesellschaftliche Akzeptanz praktisch auf null fällt, ist klar, wenn man betrachtet, dass es nur durch Kriege und Unfälle auftrat und die Medizin es möglich machte, Gliedmaßen notwenigerweise so zu entfernen, dass die betreffende Person das auch zu überlebt.

Man kann aber auch nicht wissen, ob sich BID-Personen gezielt an kriegerischen Aktionen beteiligten, um einen gewünschten Verlust von Gliedmaßen zu erreichen.

Zusammenfassend kann man sagen, wenn man so ein Problem hat, hat man echt die A... karte.

Mit lieben Grüssen, Rebecca