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Topic: Eine lange Story (Read 4347 times) previous topic - next topic

Re: Eine lange Story

Reply #15

ein wenig Angst was mich da erwartet...


Menschen die sich mit der zugewiesenen Geschlechter-Rolle nicht abfinden können. Und zwar wahrscheinlich die ganze Bandbreite. Ich bin ziemlch sicher die beissen nicht.

Ich hatte nach dem Ort gefragt, um evtl. einen Hinweis geben zu können , wo ein Treffen stttfindet. Aber in der Ecke könnte ich nur googeln, und kann keinen Tipp geben.


Re: Eine lange Story

Reply #17

Menschen die sich mit der zugewiesenen Geschlechter-Rolle nicht abfinden können. Und zwar wahrscheinlich die ganze Bandbreite. Ich bin ziemlch sicher die beissen nicht.


Ich glaube ich mache mir da einfach zu viele Gedanken...


In Jena gibt es eine sehr aktive Gruppe, das ist von Erfurt nicht so sehr weit weg.

http://jena.transhilfe-thueringen.de/

Liebe Grüße,
Michi



Danke für den tipp, das kann ich von der Entfernung auf jeden Fall schaffen.


Re: Eine lange Story

Reply #18


Ich glaube ich mache mir da einfach zu viele Gedanken...



So ist es. Und plötzlich tut es einen Schlag, und Du bist frei... (War zumindest bei mir so. Vielleicht war ich auch nur reif.)

A propos, wenn es nicht gut tut, ist es keine Schande. Man muss nur rausfinden woran es liegt, dann weiß man mehr. Vielleicht magst die Leute dort nicht, das Lokal, oder irgendjemand den Du auf dem Hinweg triffst.

Re: Eine lange Story

Reply #19
Zu den Stammtischtreffen geh' mal hin, wenn Du Erfahrung im Leben  gesammelt hast. Was willst Du denn da sonst erzählen? Die meisten haben doch schon Erfahrungen gesammelt, Du klingst mir nicht wie eine blutige Anfängerin. Schnapp Dir eine Freundin oder auch einen Kerl und geht gemeinsam was schönes Essen oder so.  Macht euch einen schönen Abend.


Gehe bestenfalls dann raus, wenn Du zufrieden mit deiner Erscheinung bist. Und was das höhere Semester hier erzählt, ist bestimmt auch nicht verkehrt.

 

Re: Eine lange Story

Reply #20
Hmm... heute war für mich kein besonders triumphaler Tag :-\ ...
Eigentlich wollte ich zu dem Treffen in Jena, einfach nur um mal Leute kennenzulernen.
Hab aber dann im letzten Moment praktisch auf der Türschwelle kalte Füße bekommen, was mir irgendwie ähnlich sieht.
Mich musste  man immer an den Haaren in alles neue ziehen. Naja mal gucken, irgendwie würde ich gerne Mal jemanden treffen, weiss aber nicht so wirklich wo ich danach suchen soll.

Dafür wurde ich die letzte Woche ein paar mal für einen kurzen Moment für weiblich gehalten obwohl ich eigentlich nur eine Damen Jeans und ein etwas weibliches t Shirt an hatte.

Re: Eine lange Story

Reply #21

Dafür wurde ich die letzte Woche ein paar mal für einen kurzen Moment für weiblich gehalten obwohl ich eigentlich nur eine Damen Jeans und ein etwas weibliches t Shirt an hatte.


bist Du ja auch, oder?

Aber das ist doch schon mal fast der beste Anfang, den man sich denken kann.

Re: Eine lange Story

Reply #22


Dafür wurde ich die letzte Woche ein paar mal für einen kurzen Moment für weiblich gehalten obwohl ich eigentlich nur eine Damen Jeans und ein etwas weibliches t Shirt an hatte.


bist Du ja auch, oder?

Aber das ist doch schon mal fast der beste Anfang, den man sich denken kann.


Ja, in dem Moment freue ich mich auch tierisch  ;D ... aber ich muss am Dienstag in die Heimat zur Familie und hab ein wenig Angst das ich mich unfreiwillig oute, eigentlich wollte ich das noch nicht.

Re: Eine lange Story

Reply #23
Mal ein kleines update...
inzwischen hab ich mich bei meiner Mutter geoutet und sie war alles andere als verwundert. ;D
Sie wusste es nicht genau aber hat es schon seit mindestens 10 Jahren geahnt :o ...
Auch ein paar freunde wissen es und haben es ganz gut verkraftet... manche von ihnen müssen sich aber wohl erst ein wenig an den Gedanken gewöhnen, schließlich kenne ein paar von ihnen schon seit der Kindheit und hab mir immer jede mühe gegeben den normalen Jungen zu spielen.

Meine Garderobe ist inzwischen komplett weiblich, nichts extremes aber halt top oder weibliches T-Shirt/bh/offensichtliche Damenjeans (das was Frauen bei mir an der Uni so täglich anhaben, möchte jetzt nicht extrem aus der masse hervorstechen), sodass es in Verbindung mit meinen langen haaren als Zopf schon sehr oft dazu kommt das ich zumindest für einen Augenblick als weiblich wahrgenommen werde. Das sind die besten Momente meines Tages, bis ich dann halt sprechen muss :-[. Make up wird immer besser.

Auch wenn es immer die Momente gibt wo man mal sehr komisch angeguckt und beobachtet wird, so hab ich irgendwie Blut geleckt und es wird alles ein wenig zum selbstläufer, hab halt früher immer gedacht dass ich das nie schaffen würde und merke nun das es halt Überwindung, Mut und auch Übung kostet.
Aber das Gefühl als mein wahres ich, als Frau wahrgenommen zu werden ist unbeschreiblich... kann mir nicht erinnern mal so glücklich gewesen zu sein :)


Re: Eine lange Story

Reply #24

kann mir nicht erinnern mal so glücklich gewesen zu sein :)


Ich hab mir mal eine Fotografin für ein professionelles Fotoshooting geleistet. Als ich die Bilder meiner Frau zeigte, sagte sie, sie hätte mich noch nie so lang am Stück lachen sehen. Ich denk damals wusste sie schon Bescheid. Ich hab danach noch zwei Zusammenbrüche gebraucht.

Re: Eine lange Story

Reply #25
Thumb up!

Be happy.

Re: Eine lange Story

Reply #26
Guten morgen zu frühen Stunde,
Mal ein kleines update,

Erstmal die unschöne Sache, leider hab ich mein Studium aufgeben müssen und bin dann erstmal nach Hause zurück gezogen, sodass ich jetzt wieder am schönen Niederrhein wohne.

Nach einem Gespräch mit einer transgender Beraterin, die alte ideen in mir geweckt hat, bewerbe ich mich jetzt für den BFD, denn ich hatte eigentlich schon lange vor mich sozial für Behinderte Menschen einzusetzen und sehe da jetzt eine Chance die ich vielleicht nicht so schnell wieder bekomme.
Hab auch schon Antworten auf Bewerbungen und eine fand ich sehr spannend:
Vor allem die Diskrepanz zwischen ihrem Namen und ihrem Bewerbungsfoto fand ich uberraschend und ich möchte Sie herzlich zu einem Gespräch einladen.

Die meisten in meiner Familie wissen auch schon Bescheid, ist auch schwer zu verheimlichen wenn man fast jeden Tag geschminkt in Heimatdorf unterwegs ist  ;).

Trotz meiner beruflichen Ungewissheit fühle ich mich besser als je zuvor.
Auch wird aus dem introvertiertem Junge zumindest eine deutlich extrovertiertere Frau.
Irgendwie tue ich jetzt Dinge ohne ewigkeiten darüber nachzudenken wie andere darüber denken.

Eine Sache beschäftigt mich aber im Moment: Wie merke ich im Alltag ob ich passe, kann ja schlecht Passanten fragen ob sie mich für eine Frau oder einen Mann halten  ;D

Sorry, mal wieder leicht durcheinander der Post  :P

Re: Eine lange Story

Reply #27
Hallo Stephany,

aufgeschoben ist nicht aufgehoben, vielleicht findet sich später noch eine Gelegenheit zu studieren (zweiter Bildungsweg oder Abendstudium). Wichtig und richtig finde ich, den Kopf nicht in den Sand zu stecken und einen ordentlichen Beruf zu lernen. Viel Erfolg bei den Bewerbungen!

Quote
Eine Sache beschäftigt mich aber im Moment: Wie merke ich im Alltag ob ich passe, kann ja schlecht Passanten fragen ob sie mich für eine Frau oder einen Mann halten


Je besser das Passing wird, desto seltener weden die Gelegenheiten, denn Blicke von Männern werden oft (meistens?) eher gemeint sein als "hübsche Frau" als "schau die Transe", und als neue Frauen müssen wir uns ja erst daran gewöhnen, von Männern gemustert zu werden. Eindeutige Zeichen, dass das Gegenüber gar nichts in Richtung T* vermutet, sind seltene Situationen aus dem Kontext heraus: Wenn die neue Frauenärztin fragt, ob meine Gebärmutter entfernt wurde, und ich auf die Stelle ziemlich weit vorne in der Patientenakte zeige, wenn ich auf der Arbeit auf Schutzvorschriften für Schwangere hingewiesen werde (habe Zugang zu Gefahrenzonen) usw.

Anfangs, als das Passing noch wackeliger war und ich verschiedenes ausprobierte, lief ich bewusst durchs nahe Sichtfeld von Jugendlichen-Gruppen (Vorsicht vor Betrunkenen oder sonstwie aggressiv gestimmten) oder stellte mich am Bahnsteig direkt neben Kinder.

Liebe Grüße,
Michi

Re: Eine lange Story

Reply #28

Eine Sache beschäftigt mich aber im Moment: Wie merke ich im Alltag ob ich passe, kann ja schlecht Passanten fragen ob sie mich für eine Frau oder einen Mann halten  ;D


Wenn Dich niemand besonders anguggt, auch z.B. an der KAsse im Supermarkt, dann fällt niemandem was auf.
Es gibt aber Menschen die sehen dich besonders an, weil Du ihnen als Frau auffällst. Du kriegst irgendwann die Sicherheit, das so anzunehmen.

Re: Eine lange Story

Reply #29
Hallo Stephanie,

Dass du das Studium abbrechen musstest tut mir echt leid. Freut mich aber zu lesen dass dich deine Familie und dein Umfeld so gut unterstützt!
Die Idee mit den BFD finde ich echt lobenswert und drück dir da echt die Daumen! :)


Eine Sache beschäftigt mich aber im Moment: Wie merke ich im Alltag ob ich passe, kann ja schlecht Passanten fragen ob sie mich für eine Frau oder einen Mann halten  ;D


Hab mir diese Frage auch am Anfang gestellt, aber muss sagen sie wird einfach immer unwichtiger in Laufe der Zeit. Wenn du dich selber wohl fühlst, du deiner selbst bist und eben wie es michelangela geschrieben hat dich keiner deshalb schief anguckt. Klar ist es dann noch schön anfangs zu sehen wenn man von Außen als eine "sie" bezeichnet wird, aber das wird irgendwann einfach selbstverständlich für einen. Ich hab wenn ich in der Öffentlichkeit bin wirklich überhaupt nicht mehr den Gedanken und denke das ist am Ende auch einfach dann das "Passing".
Wenn Blicke kommen, dann darfst du das zudem nicht gleich als ein Urteil darauf stellen, sondern musst dich immer noch hinterfragen woher z.B. ein diverser Blick kommt. Launen, bestimmte Klarmotten oder auch diverse Eigenarten ziehen Blicke die einfach nichts mit dem zu tun haben ob du männlich oder weiblich wirkst. Ich sag da ganz ehrlich ich falle aktuell auf. Ich hab eben mittlerweile verdammt lange dicke Haare und bin mit 178cm nicht gerade die kleinste im Vergleich.
Zudem leide ich unter einer Essstörung und die wird deutlich auffälliger sein als dass man TS ist.