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Topic: JobCenter ... Eingliederungsvereinbarung ... ---> Widerstand =) (Read 6510 times) previous topic - next topic

JobCenter ... Eingliederungsvereinbarung ... ---> Widerstand =)

Huhu ihr Lieben,

...da ich endlich die Kraft finde, mich als kleines Menschlein auch gegen Institutionen oder Systeme zu wehren und ich aus aktuellem Anlass mal wieder gezwungen war, mich mit der Prüfung der Unterschriftsfähigkeit einer vom JobCenter geforderten sog. "Eingliederungsvereinbarung" auseinanderzusetzen, habe ich mir mal die Mühe gemacht, eine kurze Stellungsnahme zur Verweigerung meiner Unterschrift zu verfassen. Ich werde dann auch berichten, was daraus sich dann weiter entwickelt.

Da es ja auch für die ein oder andere von euch hilfreiche Ansätze enthalten könnte,... erlaube ich mir die hier rein zu stellen:

so have a look, if u r interested in,...  :-*


--->JobCenter Friedrichshain-Kreuzberg/Berlin


Stellungsnahme gegenüber dem JobCenter Friedrichshain-Kreuzberg zu geforderten Eingliederungsbemühungen in den aktuellen Arbeitsmarkt


Eingliederungsvereinbarung in den (1. bzw. 2.) Arbeitsmarkt:

Bei Betrachtung der Funktionsweisen und der Interessengewichtung des sog. „1. Arbeitsmarktes“ ist unschwer zu verifizieren, dass es sich hierbei um ein ausschliesslich kapitalistisch orientiertes, nicht den Anforderungen der Gegenwart entsprechendes Wirtschaftsmodell handelt, welches von hoch dotierten und anerkannten Wissenschaftlern aller Fachbereiche und selbst von führenden Politikern jeglicher Parteizugehörigkeit mittlerweile öffentlich in Frage und auf Grund der zwingenden, zeitnahen Korrekturbedürftigkeit, zur Diskussion gestellt wird.

Gleiches gilt insbesondere auch für den sog. „2. Arbeitsmarkt“.
Dieser ist nachweislich vollkommen ungeeignet, nachhaltig und effektiv eine Rückkehr des „Arbeitssuchenden“ in den „1. Arbeitsmarkt“ zu realisieren sondern begünstigt nur die oben genannten Faktoren und verschleiert vordergründig die Dimension der Folgen für die real Betroffenen.

Zusätzlich erschwert diese Verschleierung das Erkennen und Beheben dieser, nicht mit geltendem Recht zu vereinbarenden, Gegebenheiten durch die demokratisch gewählten Volksvertreter innerhalb der Bundesrepublik Deutschland.

In dieser ersten Instanz verweise ich, um diese Stellungsnahme überschaubar zu halten, bezüglich meines Verhaltens nur grob auf mein sich aus Artikel 20 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland ergebendes, individuelles, persönliches Widerstandsrecht, da es sich aus Gründen meiner selbst, nicht mit meinem Gewissen vereinbaren lässt, einen Zustand noch weiter zu fördern, der nicht grundrechtskonform ist.





Desweiteren gestatte ich mir, hier auch auf meinen gesundheitlichen Zustand hinzuweisen welcher sich wie folgt darstellt:

-In meinem ursprünglich erlernten Berufsfeld (Kfz-Mechaniker) habe ich eine Hautkrankheits bedingte Berufsunfähigkeit erlitten, weswegen ich diesen seit 2001 nicht mehr ausüben kann.
-Ich war in psychotherapeutischer Behandlung wegen des Suizids meines einzigen Bruders.
-Ich war in psychotherapeutischer Behandlung wegen einer erhöhten Sensibilität und den daraus resultierenden Panik- und Ess-Störungen.
-Ich bin Transsexuell (MzF) und lebe seit Anfang 2011 als Transfrau. Da ich auf die Einnahme von Hormonen und auf eine   „geschlechtsangleichende Operation“ verzichte benötige ich im Alltag mehr Zeit als „Nicht-Betroffene“ um mir im Alltag ein menschenwürdiges Dasein in dieser Gesellschaft zu ermöglichen.

Als letzten Punkt dieser Stellungsnahme verweise ich auf meinen künstlerischen Wirkungshintergrund mit welchem ich aktiv zur Breitbandigkeit, Vielschichtigkeit und Tiefenschärfe der aktuellen internationalen Kunst im Bereich der elektronischen Tanzmusik und der um dieses Genre herum entstandenen Künste, beitrage.

In diesem Kontext verweise ich ausdrücklich auf die verfassungsmässigen exponierten gesetzlichen Besonderheiten bzgl. freier Ausübung etc. (siehe Art. 5 GG.).

Um mein künstlerisches Wirken hier einige der Schwerpunkte meiner aktuellen Projekte:
-Hardware-Hacking, vorwiegend im Bereich der elektronischen Klangerzeugung sowohl in Form von technischen Abänderungen als auch im Bereich der Live-Performance für musikalische Eigenprojekte wie auch für namenhafte internationale Künstler.
-Komposition, Umsetzung und Realisierung eigener, musikalischer Werke.
-Entwicklung, Umsetzung und Realisierung von eigenen elektronischen Klangerzeugern.
-Interaktive Audio-Visuelle Kunst-Installationen

Aus der Vielzahl, Essentialität und Symbiotik der aufgeführten Gründe ist es mir nach detailierter Prüfung der Tatsachen nicht möglich eine Eingliederungsvereinbarung zu unterzeichnen, welche zum heutigen Stand (Berlin, im Mai 2015) nachweisliche Bemühungen von mir erzwingt, mich in bestehende Systeme zu integrieren. Dies hätte für mich unweigerlich die Folge einer psychischen wie auch physischen Selbstauflösung und kann weder gesellschaftlich erwünscht/erzwungen noch von mir als Lebewesen verlangt oder erwartet werden.

Ich stehe Ihnen gerne jeder Zeit für jegliche Verifizierungen des Sachverhaltes zur Verfügung und werde diesbezüglich selbstverständlich jeglicher Mitwirkungspflicht meinerseits nachkommen um etwaige Fragestellungen aufzuklären.

Ich möchte abschliessend noch anmerken, dass es sich hierbei für mich um eine Gewissensentscheidung nach der im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland definierten Form handelt und ich von allen mir auf dem Rechtsweg zur Verfügung stehenden Mitteln Gebrauch machen werde, um mein Recht auf Leben, körperliche Unversehrtheit und meinem Recht auf die Ausübung meiner Kunst zu schützen.




Deutschland/Berlin/01.06.2015         _@_y <3

Re: JobCenter ... Eingliederungsvereinbarung ... ---> Widerstand =)

Reply #1
Huhu Schnegge,

da ich Müde und schwammig in der Birne bin, hoffe ich, Dein Anliegen richtig verstanden zu haben!
Du weigerst Dich, die Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben!?

Die musst Du nicht Unterschreiben. Ich habe die Unterschrift auch verweigert. Begründen musste ich es nicht. Es entstehen Dir keinerlei Nachteile!


Liebe Grüße,
dat Kerstin

Re: JobCenter ... Eingliederungsvereinbarung ... ---> Widerstand =)

Reply #2

Huhu Schnegge,

da ich Müde und schwammig in der Birne bin, hoffe ich, Dein Anliegen richtig verstanden zu haben!
Du weigerst Dich, die Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben!?

Die musst Du nicht Unterschreiben. Ich habe die Unterschrift auch verweigert. Begründen musste ich es nicht. Es entstehen Dir keinerlei Nachteile!


Liebe Grüße,
dat Kerstin
  :) ja kerstin schatz,... ich weiss, aber es geht ja letztlich auch noch um sehr viel mehr, finde ich.
und ich finde da sind einige ganz nette Ansätze für alle möglichen Dinge und Gegebenheiten drin,...  ;)

kussi  :-* deine _@_y <3

Re: JobCenter ... Eingliederungsvereinbarung ... ---> Widerstand =)

Reply #3
... es geht ja letztlich auch noch um sehr viel mehr, finde ich....


Gegenüber dem Sachbearbeiter?

Der ist doch ein ganz kleines Licht, in der Hackordnung gerade mal eine Stufe höher als Du. Da "sehr viel mehr" ansprechen zu wollen ist doch vertane Zeit.

Re: JobCenter ... Eingliederungsvereinbarung ... ---> Widerstand =)

Reply #4
Gut geschrieben :-)
Und sowas von gemein, da das eine 1A DOS-Attacke auf das arme Personal beim Jobcenter ist...
Drück dir die Daumen.
:-) Sarah

Re: JobCenter ... Eingliederungsvereinbarung ... ---> Widerstand =)

Reply #5
Ich hab die verweigert ohne Stellung zu nehmen. Geht auch. ^_^
Hab schon vier stück verweigert, als ich da war hab ich sie unterschrieben, aber alles gestrichen was mich gestört hat.
Also im Grunde alles bis auf das Datum.

lg
Mia

Re: JobCenter ... Eingliederungsvereinbarung ... ---> Widerstand =)

Reply #6
Huhu,

drück Dir alle erdenklichen Daumen, gegen das Harz-4 System kann es nicht genug Widerstand geben. Frag mich eh, warum es immer noch so ruhig ist. Vollbeschäftigung im 1. Arbeitsmarkt ist nicht mehr möglich, und wenn, dann nur in Deutschland auf Kosten anderer Länder, denke ich. Daran ändern keine Schikanen wie Kürzungen etc. nix mehr...


http://www.heise.de/tp/artikel/42/42717/1.html

Lass es Dir gut gehen

LG

Natalie


Re: JobCenter ... Eingliederungsvereinbarung ... ---> Widerstand =)

Reply #7
Hallo Bastienne,

mach den Maßnahmenwahnsinn nicht mit. Entweder striffst Du auf "unwillige" kinder,m die Transen lustig finden oder dumme und transphobe SozialarbeiterInnen, die woanders keine Stelle gefunden haben.

Mich hat das Amt mal in Bewerbertrainung für Jungmänner gesteckt, das gab mir den Rest, dass ich umgehend die Vornamensänderung beantragte.

Re: JobCenter ... Eingliederungsvereinbarung ... ---> Widerstand =)

Reply #8
Nur so am Rande ein kleiner Auszug aus dem ersten Absatz des fünfzehnten Paragraphen des römisch-zweiten Sozialgesetzbuches zur allgemeinen Erbauung: "Kommt eine Eingliederungsvereinbarung nicht zustande, sollen die Regelungen nach Satz 2 durch Verwaltungsakt erfolgen." Irgendwie eine Art von Umkehrung des zweiten Satzes des vierundfünfigsten Paragraphen des Verwaltungsverfahrensgesetzes...

M:Elle

Re: JobCenter ... Eingliederungsvereinbarung ... ---> Widerstand =)

Reply #9
Gegen Verwaltungsakt kann aber geklagt werden.

LG Cveta, keine Anwältin, nur Steuerfachangestellte

Re: JobCenter ... Eingliederungsvereinbarung ... ---> Widerstand =)

Reply #10

Gegen Verwaltungsakt kann aber geklagt werden.


Klar, aber was für ein Unrechtssystem ist H4, wenn eine Vielzahl von Betroffenen wegen irgendwas gegen die Verwaltung klagen muss ... und zu 2/3 auch noch Recht bekommt? Wenn die Mehrheit der Klagenden Erfolg hat, dann kann man wohl nicht mehr von persönlichem Versagen einzelner Mitarbeiter sprechen, sondern ich unterstelle da systematisches Vorgehen seitens der Behörde.

...im Krieg würde man das Zermürbungstaktik nennen...

Re: JobCenter ... Eingliederungsvereinbarung ... ---> Widerstand =)

Reply #11
Wenn man sich ansieht, was es so für "Maßnahmen" gibt...

Ausflüge mit Lamas, Schritte zählen beim Bergwandern, Puzzles legen, Kaufmannsladen spielen... und wem das nicht schwachsinnig genug ist - Theater-AGs für H4-Empfänger gibt es auch. Ich kann mir gut vorstellen, diese Liste gequirlten Maßnahmedünnsch... lässt sich beliebig verlängern.

Der einzige Sinn und Zweck solchen Blödsinns liegt in der Bereinigung und Schönfärberei der Statistiken. Und den Sachbearbeitern der Jobcenter sind diese Fakten auch bekannt. Abgesehen davon, dass dieser Irrsinn würdelos ist, bringt das weder den Betroffenen, noch der Gesellschaft oder dem Steuerzahler irgendwas.

Bastienne, deiner angeführten Kritik an unserem wachstums- und profitorientierten Wirtschaftssystem, das vom Prinzip her wie ein globales Schneballsystem wirkt, Ungerechtigkeit und Kollateralschäden an der Umwelt zumindestens billiend in Kauf nimmt, und mit dem wir uns langsam aber sicher um unsere eigenen Existenzgrundlagen bringen, stimme ich voll und ganz zu. Von Verletzungen der Menschenrechte und Menschenpflichten, Korruptionsanfälligkeit, politischem Lobbyismus usw. einmal ganz zu schweigen...

Leider werden an der Kooperation der Leistungsempfänger mit diesem System die H4-Leistungen geknüpft. Wer sich nicht auf solche "Maßnahmen" einlässt, nicht an diese Eingliederungsvereinbarungen hält, oder sie verweigert bzw. nur in Frage stellt, muss damit rechnen, dass ihm seine Leistungen gekürzt oder gestrichen werden. Insoweit sind alle Bedürftigen förmlich erpressbar, denn irgendwie müssen wir unseren Lebensunterhalt bestreiten können. Und Jobcentermitarbeitern, denen dieser Irrsinn aufgegangen ist, und die rebellieren, etwa indem sie Leistungskürzungen verweigern, werden rausgeschmissen. Insoweit liegt der Druck sowohl beim Betroffenen, als auch bei den "Vermittlern".

@bastienne:
Ob deine sachlich fundiert und schlüssig begründete Verweigerung etwas bringt, da habe ich meine Zweifel. Auf jeden Fall hast du meine Rückendeckung und ich drücke dir beide Daumen!

Re: JobCenter ... Eingliederungsvereinbarung ... ---> Widerstand =)

Reply #12

Wenn man sich ansieht, was es so für "Maßnahmen" gibt...




In meiner letzten Maßnahme war ich mehrfach im Tierpark in Hamm. Kam mir da echt wie Schnullerkind vor.  ;) Freitags wurden Mandalas ausgemalt, fast wie in der Psychiatrie.  ;D

LG Klein Kveta

Re: JobCenter ... Eingliederungsvereinbarung ... ---> Widerstand =)

Reply #13
so,.. update:

Zur kurzen Erklärung der Situation (@Beate):
Ich befinde mich momentan seitens des JobCenters im Gespräch mit einer "Sonderfall-Managerin" an welche ich vor Monaten von meinem eigentlichen "Sachbearbeiter" verwiesen wurde, nachdem ich realisiert habe, dass der "gute Mann" mit Txyz nichts anfangen kann und dauernd in Gefahr lief, sich durch Diskriminierung meiner Person strafbar zu machen. Diesbezüglich hatte die Behörde sehr zeitnah und kompetent reagiert.
Ich sitze also schonmal nicht an einer "ganz normalen" Stelle, sondern einer gesondert geschulten "Fall-Managerin" gegenüber,... kann also durchaus auch mit einer gewissen Kompetenz rechnen,...
Neben genau diesen, von meinen Vorschreiberinnen genannten Gründen des nötigen, generellen Widerstandes hielt ich es schon alleine menschlicherseits (die Dame ist eigentlich sehr freundlich) für notwendig, ihr die Möglichkeit zu geben, die Gründe zumindest gedanklich nachvollziehen zu können,.... denn immerhin ist mein Anliegen der Freiheit und der Selbstbestimmung ja genau auch im Sektor "Mensch sein" angesiedelt... und bedarf sozusagen auch der menschlichen Nachvollziehbarkeit.
Ich bitte aber um Verständnis, dass ich zum aktuellen Zeitpunkt aus verfahrenstechnischen Gründen keine öffentliche Aussage über taktische Ziele und Strategie treffen kann und werde,...

@Mädelz die Daumen drücken: Danke euch,... ich drücke natürlich jeder, die damit konfrontiert wird und sich für gerechtfertigten Widerstand entscheidet gleichermaßen heftig die Däumchen! <3

Selbst, wenn man solch eine Stellungsnahme letztendlich nicht als erstes der "letzten Mittel" einsetzen muss, gibt die Ausarbeitung einem Rückhalt und hilft ungemein bei der Verifikation der eigenen Positionsbestimmung,... welche sehr wichtig ist, um eigene Interessen auch standhaft vertreten zu können,..

Auch ging es mir ja aktuell vorallem um eine unterzeichnungsfähige, menschenwürdige Vereinbarung,... welche ich heute auch zusammen mit der Dame ausarbeiten und für die nächsten 6 Monate treffen konnte,...  ;) 8)

....to be continued....


alles liebe _@_y <3




Re: JobCenter ... Eingliederungsvereinbarung ... ---> Widerstand =)

Reply #14

Auch ging es mir ja aktuell vorallem um eine unterzeichnungsfähige, menschenwürdige Vereinbarung,... welche ich heute auch zusammen mit der Dame ausarbeiten und für die nächsten 6 Monate treffen konnte,...  


Ok. Dann ist es ja gut.

Mir ging es ja vor allem darum, dass man mit sowas i.d.R, d.h. bei durchschnittlich gehirnamputiert agierenden Sachbearbeitern, eher zerstört als etwas bewirkt, und dass die Sachbearbeiter für Kritik am Grundsätzlichen die falschen Adressaten sind, weil sie ganz unten in der Leiter stehen.

Ich hab mich damals übrigens ebenfalls wehren müssen, und ich kann immer noch nur den Kopf über die Volltrottel schütteln, die 7 Jahre nach Jobverlust meinten, meine Qualifikation sei ja so toll, dass ich ohne weiteres eine qualifizierte Stelle in der IT finden müsse. Als Frau mit 53 in der IT...