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Topic: Psychologe und Transsexualität (Read 29504 times) previous topic - next topic

Psychologe und Transsexualität

Hey

Beim stöbern im Forum bin ich immer wieder drauf gestoßen, dass der Psychologe einem anscheinend eine Transsexualität attestieren kann oder auch nicht. Geht es dabei immer um das Thema der HRT? Wozu brauche ich sonst diese Attestierung?
Hintergrund meiner Frage: Ich werde wohl einen Psycholgen bzw - Therapeuten aufsuchen, aber primär nicht weil ich eine HRT plane sondern einfach weil ich rausbekommen will, was mit mir los ist.

Hab aber wenig Vorstellung, wie das dann ablaufen könnte, speziell bei dem Thema TG. Therapeutentermine kenne ich zu Genüge, aber aus anderen Gründen. Wie läuft das hier ab ? Wird es Gespräche geben, und irgendwann sagt der : ja, sie sind Transsexuell oder nein, sie sind es nicht ? Wenn das so ist, woran macht er das fest? Und was könnte ich sein, wenn ich nicht als Transsexuell eingestuft werde ? Gibt es da einfach Indikatoren, z.b. "schlüpft regelmäßig in die Rolle einer Frau, aber nicht um sich sexuell zu erregen" oder so etwas?

Hoffe auch gute Antworten :)

lG
Marie

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #1

Beim stöbern im Forum bin ich immer wieder drauf gestoßen, dass der Psychologe einem anscheinend eine Transsexualität attestieren kann oder auch nicht. Geht es dabei immer um das Thema der HRT? Wozu brauche ich sonst diese Attestierung?


Einerseits für sämtliche weitergehenden medizinischen Indikationen, andererseits für den Namens- und Personenstandsänderung.

Auch wenn mache Psychos das nicht gerne hören - sie können keine Transsexualität "diagnostizieren", sondern nur dabei helfen, dass man sich selbst besser versteht.

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #2
ok gut das macht auch mehr Sinn. Danke !

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #3
Den Trugschluss hatte ich auch dass ein Therapeut das diagnostizieren könnte. In der Realität ist es aber so das du den Therapeuten von deiner Transsexualität überzeugen musst um eine Indikation zu kriegen.

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #4
Im Grunde schreiben sie einfach "es liegt Transsexualität (F64.0) vor". Wie sie das dann aber beschreiben ist doch von Person zu Person anders und wirklich medizinisch ist da garnichts. :D
Ich behaupte mal jeder Mensch der ganz klar diesen Weg als Willen zeigt (und das geht sehr sehr leicht) wird auch Transsexualität diagnostiziert bekommen. Wir müssen also selber uns diese Diagnose geben. ;)
Was auch der Fall ist, wir haben keine Diagnose die Körperlich belegbar ist, daher wird wie bei psychischen Störungen verfahren, ob es nun eine ist oder nicht, eben weil man diese nicht von außen derart feststellen kann. Ich finde auch irgendwie gut, dass man uns damit selber diesen Weg überlässt.  :)

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #5
Es wäre ja auch ein bisserl doof wenn man auf Gedeih und Verderben dem Psychologen ausgeliefert wäre. Es gibt bestimmt nicht wenige, die das nur als Phase abtun oder was , was man heilen kann. Dann wäre man in einer Sackgasse.
Klar muss es Gespräche geben. Genau daraus erhoffe ich ja für mich, festestellen zu können, was mein Weg sein wird. Alleine kann ich das nicht fürchte ich.

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #6
Fakt ist am Ende musst du es für dich tun und daher auch selber einen Weg dir machen. Die Psychologen helfen dir dabei, aber sie werden dich nicht in irgendwas hineinziehen.

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #7
Ich behaupte mal jeder Mensch der ganz klar diesen Weg als Willen zeigt (und das geht sehr sehr leicht) wird auch Transsexualität diagnostiziert bekommen. Wir müssen also selber uns diese Diagnose geben. ;)


Dann darf man aber auch keine Zweifel oder sowas äussern. Meine Therapeuting besteht z.b. auf dem Alltagstes. Weil ich jetzt Hormone an ihr vorbei verschrieben bekommen hab und halt nicht das ganze Jahr Spießrutenlauf gemacht habe und mich Stück für Stück geoutet habe ist sie jetzt sauer und will mir kein Gutachten schreiben. Das ist sicher nicht bei allen Therapeuten so aber es gibt schon Betonköpfe.

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #8
hm den Alltagstest finde ich aber auch sinnvoll :) Man sollte nicht mehr zweifeln ob man immer als Frau rumlaufen mag, wenn man sich körperlich verändern will.
Es ist natürlich etwas anders ob man dann nach Hormoneinnahme auch äusserlich (z.b. gesicht) mehr wie Frau aussieht als vorher. Wahrscheinlich muss man da einfach durch.

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #9
In der Form, wie er immer propagiert, kann er vor allem sozial zerstörend wirken, weil er die Zeit um ein Jahr verlängert, in dem man nur eingeschränkt gesellschaftsfähig ist.

Das trifft vor allem die, die sich gleichzeitig auch beruflich neu aufstellen müssen. Für die ist der tradierte Alltagstest die Eintrittskarte zu H4 - und da kommt man selten und vor allem selten ohne Blessuren heraus.

Der Schaden scheint mir in der Summe größer zu sein als der Nutzen.

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #10
kann ich mir gut vorstellen, dass das oft schwierig ist. Gerade für Job.
Aber ist das wirklich so ein Unterschied ob man vor der HRT ist oder mittendrin? Dass man "anders" aussieht dürfte ja wahrcheinlich so und/oder so auffallen ..

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #11
Es verlängert die Phase. Außerdem ist man in der Zuwartezeit leicht "neben sich", hat den Kopf nicht frei - die frühe Phase der Transition ist sehr anstrengend. Etwas, was man wirklich nicht unnötig ausdehnen muss, ganz besonders, weil ja nur eine wirklich kleine Minderheit die Transition abbricht. (und, weil es IMMER ein Zurück gibt, ganz besonders, solange nur eine HRT erfolgte).

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #12
Richtig kritisch finde ich eigentlich nur die Operation, bis dahin also sollte meiner Meinung nach schon etliche Monate in der Frauenrolle gelebt sein, so dass eine gewisse Normalität erlebt wurde. Denn die Operation macht nicht "plupp" und alle Probleme lösen sich von selber. Bis Hormone optisch das "Passing als Mann" zerhageln, vergeht meistens mehr Zeit als die Monate der Alltagserprobung, wenn überhaupt.

Ganz übel allerdings ist die Forderung, monatelang in der zielgeschlechtlichen Rolle zu leben, bevor die Dokumente geändert werden. Das erschwert ungeheuerlich eventuell notwendige Bewerbungen, und auch der bisherige Arbeitgeber muss je nach Arbeitsstelle einen Riesenaufwand treiben. Bei mir gab es zum Beispiel aus technischen Gründen nur "ganz oder garnicht", so dass die Rechtsabteilung nach meinem Outing noch mehrere Monate recherchierte, ob sie meinen Account ohne VÄ umstellen darf. Mit der Konsequenz, dass eben bei der Umstellung auch alles (Meldung zur Sozialversicherung, elektronische Unterschriften, Meldungen an ausländische Behörden,...) innerhalb einer Nacht geändert war. Mehrfach wurde ich bekniet, ob ich nicht irgendwie schneller eine VÄ heranschaffen könnte um diesen Aufwand zu vermeiden. Immerhin wollte die Firma mich nicht loswerden, Glück gehabt.

Liebe Grüße,
Michi

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #13
tja das is halt schon ein Riesenschritt... steht im moment zum Glück noch nicht an die Entscheidung.
Bin eh gespannt wie die Gespräche werden .. und ob es mir was bringt. Dauert aber auch noch bis so ein doc da mal Zeit hat

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #14
....hm,... ich finde den sogenannten "Alltagstest" gut.

Solange man wartet steht man doch immer irgendwie neben sich,... also "Alltagstest" leben und nicht warten!

Wie die meisten ja wissen mache ich jetzt seit über 4 Jahren den "schrecklichen, unzumutbaren" Alltagstest,... sorry, also ich kann nichts negatives davon berichten.
Und was Betonköpfe im Psychodoc-Bereich betrifft: Also ich würde auch niemandem etwas attestieren der mich als Psychologe hintergeht, denn dies weisst für mich auf nicht abgearbeitete "Psychose-Punkte" hin....

Logisch, oder? Sorry,... in meinen Augen Kopfkino.

Alles Liebe
_@_y <3