Skip to main content
Topic: Braucht die TG-Szene eine Rosa von Praunheim? (Read 16183 times) previous topic - next topic

Re: Braucht die TG-Szene eine Rosa von Praunheim?

Reply #30

Sorry, aber da geh ich nicht mit.
Warum muss ich mich engagieren? Wenn ich mit meinem Leben, mit meiner Erde, mit meinem Klima, mit meiner finanziellen Situation etc., so wie es/sie/er ist, ganz zufrieden bin (oder zumindest nicht so unzufrieden, dass ich unbedingt etwas ändern muss), warum muss ich mich dann engagieren?


Weil von deinem schönen Leben, von deinem Klima, von deiner Erde sonst nicht mehr viel übrig bleibt.
Wenn alle so denken, wenn alle aufhören was zu tun, na dann kannste in nen paar Jahren die netten Transgender-Treffs vergessen. Dann gehört sowas der Vergangenheit an.
Glaubst du im Ernst wenn keiner mehr was tut bleibt alles wie es jetzt ist?
Guck mal nach Amerika wie schnell da die Homo-Ehe-Rechte wieder einkassiert wurden in so machem Bundesstaat.
Glaubst du Toleranz ist ein Selbstläufer?

Und das gilt nicht nur für uns , die Transgender-Szene. So ist es doch mit allem.
Wenn zb. keiner mehr Bock hat gegen die Rechten aufzustehen na dann kriegen wir irgendwann wieder nen zweiten Hitler.

Eins muss sich jeder klar machen: Alle demokratischen Strukturen, jegliche Toleranz ,sowie alle errungenen Rechte müssen jeden Tag geschützt und jede darüber hinausgehende Verbesserung, erarbeitet werden.
Umsonst gibts nichts.

Klar ist anstregend, macht manchmal auch keinen Spaß. Aber gibts ne Alternative?







Re: Braucht die TG-Szene eine Rosa von Praunheim?

Reply #31

Und das gilt nicht nur für uns , die Transgender-Szene. So ist es doch mit allem.
Wenn zb. keiner mehr Bock hat gegen die Rechten aufzustehen na dann kriegen wir irgendwann wieder nen zweiten Hitler.



Ich sehe das als so eine Art Regelkreis (sorry, ich bin Techniker). Nehmen wir mal das Beispiel Rechte:
Sind die Rechten schwach, kräht kein Hahn nach ihnen, es gibt keine Demo, keine Unterschriftenaktionen. Trauen sie sich auf die Straße, werden auch Menschen bei Gegendemonstrationen mobil, die sonst nicht hinter ihrem Ofen hervorgekommen wären. Eben weil sie die Rechten stören oder nerven. Sie haben einen gewissen Leidensdruck.

Genauso bei uns Transen: Bin ich mit meinem Leben als Transe so zufrieden, wie es ist, werde ich nichts ändern, ich habe eben keinen Leidensdruck. Erst dann, wenn es mich tierisch ankotzt, immer wieder als aussätziger Perverser angemacht zu werden, werde ich darüber nachdenken, was ich dagegen tun kann. Sei es, ich engagiere mich, sei es ich verkrieche mich noch mehr oder was auch immer.

Re: Braucht die TG-Szene eine Rosa von Praunheim?

Reply #32

ICH SELBER bin geoutet und lebe völlig offen. Ich meinte das ich bis jetzt niemanden zwangsgeoutet habe und es dafür auch keine konkreten Pläne gibt.
Das war mein Punkt.


Wie ich das meine? Eigentlich ganz einfach. Ich habe die Strapazen des Outings hinter mir, so wie du. Und genau deswegen, weil ich aus eigener Erfahrung weiss, wie das ist, käme ich niemals auch nur auf die Idee, Menschen zwangszuouten und ihnen das gegen ihren Willen zuzumuten. Das kommt als Option nicht einmal in Betracht. Das ist mein Punkt.


Mir ist da also nichts fremd.


Und ist das alles so erstrebenswert, dass man drüber nachdenken muss es anderen Menschen zuzumuten?


Ich sage bloß das ich nicht aussliessen kann das ich irgendwann mal wen oute wenn ich glaube das es etwas bringt. Das kann passieren, muss aber nicht.
Der Punkt ist doch wenn nicht so immens viel im Dunklen stattfinden würde, dann müsste man über sowas gar nicht nachdenken.


Eventuell jemanden outen, weil du möglicherweise entscheidest, was es bringt? Und wenn es nicht klappt, sagst du dann:“Entschuldigung, tut mir leid, dass ich dein Leben ruiniert habe?“
Wem nützt es?
Dir oder dem anderem Menschen?
Wenn du keine Lust auf das Dunkle hast, lebe anders.


Das ganze ist halt ein Kreislauf: Weil die Welt manchmal grausam ist, outen sich viele nicht. Und weil sich viele nicht outen kann sich auch kaum was verändern.


Ja, das ist richtig. Und was hat das mit Zwangsouten zu tun? Wird es durch zwangsouten einen Deut besser? Wenn man Menschen zu etwas bewegen will, ist es sehr viel sinnvoller sie zu ermutigen. Das würde vielleicht helfen.


Das ist alles unpopulär und anstrengend das ist mir klar, aber ich denke um die Leute aus ihrem Wachkoma zu reissen muss man manchmal krass werden.


Dumm nur, wenn manche Menschen gar nicht wachgerissen werden wollen. Und krasse Methoden sind voll toll, vor allem wenn man selbst dabei nichts zu verlieren hat -du lebst ja schon geoutet-.

Ich habe bis jetzt mehr als einmal aus deinen Worten gelesen, dass du gerne entscheiden möchtest. Andere Menschen möchten das auch sehr gerne, vor allem bei dem eigenem Leben.

Nenne mir einen einzigen Vorteil des Zwangsoutens, der die Nachteile für das Individuum überwiegen kann. Nur weil Praunheim mal mit menschlichen Existenzen gespielt hat?

Übrigens, Toleranz heisst auch andere Menschen so leben zu lassen wie sie es möchten. Das gilt auch, wenn ein TG keine Lust hat sich zu engagieren, zu outen oder sonstwas. Und dazu gibt es keine Alternative.

Re: Braucht die TG-Szene eine Rosa von Praunheim?

Reply #33

Und ist das alles so erstrebenswert, dass man drüber nachdenken muss es anderen Menschen zuzumuten?


Ich finde es ist erstrebenswert das die Leute sich nicht nur die spaßigen Seiten rauspicken, sondern auch die ernsthaften. Ich habe diesbezüglich meine Meinung glaube ich deutlich gemacht.
Ein letztes Beispiel: Ich bekomme gelegentlich leider  "heimlich gemachte" Angebote von Männern die eine sog. "schnelle" Nummer suchen. Männer die sich auf der einen Seite jeden Tag ne neue Transe dafür suchen und auf der anderen Seite niemals zugegeben würden (gegenüber Freunde, Familie, der Ehefrau etc.) das sie drauf stehen.
Dafür hab ich einfach kein Verständniss. Ums vulgär zu sagen: Wer ficken kann der kann auch Flagge zeigen.
So jemand kann von mir nur sehr bedingt erwarten das ich ihn auch noch decke.





Eventuell jemanden outen, weil du möglicherweise entscheidest, was es bringt? Und wenn es nicht klappt, sagst du dann:“Entschuldigung, tut mir leid, dass ich dein Leben ruiniert habe?“


Ich würde mich nicht dafür entschuldigen das ich die Wahrheit gesagt habe. Die Situation ist wie sie ist, das auszusprechen ist nicht verwerflich.





Dumm nur, wenn manche Menschen gar nicht wachgerissen werden wollen. Und krasse Methoden sind voll toll, vor allem wenn man selbst dabei nichts zu verlieren hat -du lebst ja schon geoutet-.

Ich habe bis jetzt mehr als einmal aus deinen Worten gelesen, dass du gerne entscheiden möchtest. Andere Menschen möchten das auch sehr gerne, vor allem bei dem eigenem Leben.

Nenne mir einen einzigen Vorteil des Zwangsoutens, der die Nachteile für das Individuum überwiegen kann. Nur weil Praunheim mal mit menschlichen Existenzen gespielt hat?

Übrigens, Toleranz heisst auch andere Menschen so leben zu lassen wie sie es möchten. Das gilt auch, wenn ein TG keine Lust hat sich zu engagieren, zu outen oder sonstwas. Und dazu gibt es keine Alternative.


Ach Gott, ich habe jeden Tag was zu verlieren. Sei's nen Stück Lebensqualität. Das ist für mich kein Argument.

Was die Entscheidungen betrifft. Jeder entscheidet was er tut und wie er handelt. Wenn ich mich entscheide jemanden der eine extreme Doppelmoral lebt, der Wasser predigt und Wein trinkt, wenn ich mich entscheide, weil ich in der speziellen Situation nen Sinn drinne sehe,diese Person auffliegen zu lassen, dann ist das meine Entscheidung.
Nochmals: Das ist nicht angestrebt, ich kann aber nicht auschliessen das es vielleicht mal passiert.

Desweiteren finde ich einfach auch nicht das Praunheim so etwas dramatisches getan hat.
Kerkeling und Biolek sind schwul. Also sollen sie dazu stehen.
Mitleid können die nun wirklich nicht von mir erwarten.
Das ganze hat was bewirkt und war, meiner Meinung nach, gut.
Es hat zu Veränderungen geführt.

Und das ist auch der maßgebliche Vorteil den ich dir nennen kann. (Ausserdem ist ja nun wirklich nicht so das die Leute keinerlei Chance hätten auch nach nem Outing glücklich zu werden.)

Wer weiss vielleicht ist irgendwann die Zeit gekommen das ein schwuler Fußballer geoutet wird.
Auch das könnte eine Menge bewirken.

Ansonsten habe ich mich zu diesem ganzen Themenkomplex nun mehr als ausführlich geäussert.
Wir kommen da nicht auf einen grünen Zweig. Und das müssen wir ja auch gar nicht.

Ein weiteres diskutieren macht für mich jetzt keinen Sinn. Die Positionen sind deutlich.


Re: Braucht die TG-Szene eine Rosa von Praunheim?

Reply #34

Ich finde es ist erstrebenswert das die Leute sich nicht nur die spaßigen Seiten rauspicken, sondern auch die ernsthaften. Ich habe diesbezüglich meine Meinung glaube ich deutlich gemacht.


Und du fühlst dich berufen zu entscheiden, was spassig ist und was nicht?  Und wie stellst du dir das vor? Was sind denn die ernsthaften Seiten?
Soll jetzt jede TG sich ein Schild auf die Stirn pappen? Eine Zeitungsannonce? Zwangsdemos auf dem Rathausplatz? Eine Pressekonferenz?
Wieso fühlen sich so viele TGs berufen, sich in das Leben anderer TGs einzumischen? Langeweile? Weil nicht jede TG eine Leidenskarriere hat?
Irgendwie riecht das nach Neid. Nach dem Motto:“Ich habe gelitten und jetzt ist es voll unfair, wenn die nur ihren Spass und nicht die ernsten Seiten haben!“


Ein letztes Beispiel: Ich bekomme gelegentlich leider  "heimlich gemachte" Angebote von Männern die eine sog. "schnelle" Nummer suchen.


Hübsch...aber erstens passiert das anderen Menschen auch („Der da hat mich angemacht!“ „Hab ich nicht!“) und zweitens ging es um das Zwangsouting von TGs, nicht um Anmachen. Was soll das hier?


Ich würde mich nicht dafür entschuldigen das ich die Wahrheit gesagt habe. Die Situation ist wie sie ist, das auszusprechen ist nicht verwerflich.


Ob du das auch so sehen würdest, wenn irgendein Wichtigtuer, den dein Leben nichts angeht, dich, deine Familie und dein Leben medienwirksam ausschlachtet? Profilieren wir uns eben nicht mehr durch Leistung, sondern auf Kosten anderer Menschen. Das ist auch leichter. Lasst doch bei der Gelegenheit die Privatssphäre gleich mit abschaffen, braucht eh kein Mensch.


Ach Gott, ich habe jeden Tag was zu verlieren. Sei's nen Stück Lebensqualität. Das ist für mich kein Argument.


Hauptsache deine Sicht zählt, da muss man nicht tolerant sein, aber wehe jemand ist einem selbst nicht tolerant gegenüber.
Scheinbar ist dir der Wunsch anderer Menschen nach selbstverständlicher Privatssphäre nichts wert.

Ferner lieferst du kein einziges Argument, welches die möglichen Nachteile eines Outings aufwiegt.
Nichts, gar nichts.
Dass ein Mensch TG ist, scheint für dich genug Grund zu sein, dessen geordnetes, glückliches Leben zu riskieren, egal ob der es will oder nicht.
Wie du das rechtfertigst...du möchtest entscheiden.
Das nenne ich mal ein Argument.

Und nebenbei mal...eine TG oder ein Homosexueller schuldet einem TG oder Homosexuellen rein gar nichts, ebenso wie zwei Diabetiker einander nichts schulden.
Mit welchem Recht mischen sich Menschen in das Leben anderer ein? Geltungsdrang? Egotrip?

Aber Zwangsouten ist leicht, es gibt einem Macht über das Leben anderer zu entscheiden. Menschen zu überzeugen, zu ermutigen, zu bewegen, etwas von sich aus zu tun, das ist schwer.
Also eben den leichten Weg wählen, ohne auf die Kosten zu achten. Die Zeche zahlt man nicht selbst. Zwangsouten grenzt schon an Feigheit, egal wer es macht.

Ja, das hier riecht mir auch sehr nach Doppelmoral.

PS: Nachdem ich jetzt länger über Zwangsouten nachgedacht habe...anfangs war ich skeptisch, etwas dafür, etwas dagegen, mittlerweile...das war eine riesengrosse Sauerei von Praunheim. Ob man das braucht? Wohl nicht.

Re: Braucht die TG-Szene eine Rosa von Praunheim?

Reply #35
@Kimberley
Ich finde du dramatisierst das ganze jetzt sehr.
Auch habe ich auf alle Fragen die du jetzt noch stellst schon längst in meinen vorausgegangenen Postings geantwortet.
Sei es die Frage nach Vorteilen die Nachteile aufwiegen etc etc.
Lies dir das noch mal durch.
Ich werde jetzt nicht noch mal alles beantworten.

Sollte es noch irgendwelche neuen Aspekte zu dem Thema geben werde ich mich damit befassen, aber wo es nichts mehr zu diskutieren gibt, weil sich zwei völlig gegensätzliche Meinungen gegenüberstehen und alle Argumente ausgetauscht wurden, brauch man nicht endlos weiter machen.
Ich sehe das ganze einfach anders.
Das ist meine Position und das bleibt sie auch, egal ob du mir jetzt Neid und Feigheit vorwürfst, so wie du es in der letzten Nachricht getan hast.

In diesem Sinne...


PS: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Männern die sich in der TG-Szene bewegen, somit auch ein Teil von ihr sind und Tg's selber. Auch auf sie bezieht sich also ein Outing.
Am besten auch da noch mal nachlesen was ich geschrieben habe.

Re: Braucht die TG-Szene eine Rosa von Praunheim?

Reply #36
Soweit ich das recherchieren konnte hat RvP selbst seine Aktion später als „Verzweiflungsschrei auf dem Höhepunkt der AIDS-Krise“ bezeichnet, die er nicht wiederholen würde. (Wikipedia)

Und wie es scheint ist Outing auch strafrechtlich relevant, wie der Fall von zwei Homosexuellen zeigt. Ich wüßte nicht, warum die gleichen Maßstäbe nicht auch für Transgender gelten sollten.

Re: Braucht die TG-Szene eine Rosa von Praunheim?

Reply #37

Soweit ich das recherchieren konnte hat RvP selbst seine Aktion später als „Verzweiflungsschrei auf dem Höhepunkt der AIDS-Krise“ bezeichnet, die er nicht wiederholen würde. (Wikipedia)


Das mag sein, meine persöhnliche Meinung ist aber nicht zwangsläufig an die Entscheidungen Rosa von Praunheims gebunden.



Und wie es scheint ist Outing auch strafrechtlich relevant, wie der Fall von zwei Homosexuellen zeigt. Ich wüßte nicht, warum die gleichen Maßstäbe nicht auch für Transgender gelten sollten.


Der Fall bezieht sich auf ein Foto das ohne Erlaubnis gemacht, später retuschiert und dann in der Presse veröffentlich wurde.
Weder tue ich das, noch bin ich die Presse.



Re: Braucht die TG-Szene eine Rosa von Praunheim?

Reply #38

Sollte es noch irgendwelche neuen Aspekte zu dem Thema geben werde ich mich damit befassen, aber wo es nichts mehr zu diskutieren gibt, weil sich zwei völlig gegensätzliche Meinungen gegenüberstehen und alle Argumente ausgetauscht wurden, brauch man nicht endlos weiter machen.

Ganz meine Meinung.

Allerdings würde ich Dir schon anraten, über Kimberleys Argumente und die der anderen nachzudenken. Ziemlich dringend sogar. Es kann Situationen geben, in dene sowas auf einen zurückfallen könnte. Frag doch mal Guido Westerwelle, was der getan hätte, wenn ihn jemand vorzeitig geoutet hätte. Der Herr ist Rechtsanwalt...

Doch nochmal konkret zum Inhalt:
Meiner Ansicht ist ein Zwangsouting anderer nichts, was irgendetwas brächte. Menschen, die offen zu sich selbst stehen, gibt es genug. Tendenz steigend. Auch ich zähle mich übrigens dazu, aber ich nehme mir schon das Recht heraus, darüber entscheiden zu können, in welchem Kontext ich  offen Trans lebe und in welchem nicht. Da ich selbständig bin, ist das für mich auch existentiell wichtig.

Und privat habe ich das Recht, auch einfach mal die eigentlich ganz normale Frau zu sein, als die ich mich empfinde und dessentwegen ich den ganzen Zirkus einer vollständigen Transition durchgezogen habe. Und auch da hat mir niemand von außen reinzureden.

Wie auch das von Christa-Rheya dankenswerterweise in die Diskussion eingebrachte Urteil klarstellt:

Quote

Es müsse klar sein, dass die Unantastbarkeit der Menschenwürde auch gebiete, es jedem Homosexuellen selbst zu überlassen, ob und wann er seine Umwelt über sein Sexualverhalten aufklärt.

Re: Braucht die TG-Szene eine Rosa von Praunheim?

Reply #39
Und wie es scheint ist Outing auch strafrechtlich relevant, wie der Fall von zwei Homosexuellen zeigt.


Verzeih', aber hat nichts mit Strafe zu tun, sondern es gibt im Querverwiesenen um Schmerzensgeld... Und falls durch das "Outing" ein in Geld meßbarer Schaden entstanden wäre, wäre auch Schadenersatz denkbar...

Und genau deswegen sind der Bundesköhler nebst Ackermann bislang bei Gottschalk ja leider von Mary auch noch ungeoutet geblieben, wenn man weiß, daß selbst ein zu recht fast vergessener Björn Engholm für 'ne lumperte Photomontage seines Gesichts auf das Bild des badenden Barschels auf 'nem Titanic-Titel zigtausend Steine eingeklagt hat. Und bezahlt bekam, das █████████.

M:Elle

P.S.: Apropos Schwule...

Re: Braucht die TG-Szene eine Rosa von Praunheim?

Reply #40

Und privat habe ich das Recht, auch einfach mal die eigentlich ganz normale Frau zu sein, als die ich mich empfinde und dessentwegen ich den ganzen Zirkus einer vollständigen Transition durchgezogen habe. Und auch da hat mir niemand von außen reinzureden.


das beste was zu diesem thema gesagt wurde!  ;)

Re: Braucht die TG-Szene eine Rosa von Praunheim?

Reply #41

...
Verzeih', aber hat nichts mit Strafe zu tun, sondern es gibt im Querverwiesenen um Schmerzensgeld... Und falls durch das "Outing" ein in Geld meßbarer Schaden entstanden wäre, wäre auch Schadenersatz denkbar...

Was in dieser Situation wahrscheinlich  von größerem erzieherischem Wert sein dürfte als eine strafrechtliche Würdigung?

Re: Braucht die TG-Szene eine Rosa von Praunheim?

Reply #42

Ich sage bloß das ich nicht aussliessen kann das ich irgendwann mal wen oute wenn ich glaube das es etwas bringt.


Wem was bringt? Dir? Ihm? Der "Sache"? Nun, wenn es etwas brächte, könnte man dann ja noch ein paar Leuten T* andichten. Die sollen sich nicht so haben, ist ja für ne gute Sache.

Aber wenigstens würdest du Verständnis aufbringen, wäre der von dir Geoutete dann der Meinung, ihm brächte es etwas, dir zum Dank die Visage zu polieren.

:-*

Re: Braucht die TG-Szene mehr Öffentlichkeit(sarbeit)?

Reply #43
Braucht die TG-Szene mehr Öffentlichkeit(sarbeit)?

Ist meine Schlussfolgerung aus der obigen Diskussion. Das Outing von RvP war auch eine Art von (rabiater) Öffentlichkeitsarbeit.

Ich persönlich habe mich schon öfter gefragt, ob und wie man bessere Öffentlichkeitsarbeit leisten kann. Das Forum hier ist nur ein Aspekt, aber die breite Masse erreicht es nicht. Lori Glori und Konsorten sind mir persönlich ein Dorn im Auge der positiv besetzten Öffentlichkeitsarbeit.

Was also tun? Ist es mit ein paar Gesichtern der Öffentlichkeit getan? Oder ist soziales Engagement im Fummel ein Weg? Oder die durchaus positive Aufklärung via Fernsehserien (Beispiel: Schwule/Lesben in der Lindenstraße, wodurch das Thema selbst bei Omas „normal“ ist).

Vielleicht erweitern wir die Diskussion von einem Aspekt auf weitere. Was sind eure Ansätze und können wir gar etwas bewegen?

Die Sarah

Re: Braucht die TG-Szene eine Rosa von Praunheim?

Reply #44
letztens gab es bei Marienhof eine "Transsexuelle" (in Anführungsstrichen weil es eine normale Schauspielerin ist)

Die Story war mal wieder sehr klischeehaft,
lernt einen Typen kennen der sie mega heiß findet, lässt sich die Rückenhaare wachsen und behauptet das die Hormone noch nicht angeschlagen haben,hat aber ein C Cup (10.000 euro Brüste? ;D oder Unrealistisch ?)
Sie lässt sich auf den Typ ein, er merkt beim Liebespiel natürlich was und schreit entsetzt : "du bist ein Mann"

Zu deinem Thema Braucht die TG-Szene mehr Öffentlichkeit(sarbeit)?

Meiner Meinung nach JA !

Nur , viele betonen ja immer wieder das sie nicht in der Öffentlichkeit stehen wollen und TG VIPs wie London und co belächeln oder kritisieren , ist ja schön und gut aber man kann auch nichts erwarten wenn man darauf wartet das irgentwann mal jemand kommt der alles besser macht.
Man sollte definitiv mit Lebenstilen von TS in/an die Öffentlichkeit (TV,Kino,whatever), einfach um zu zeigen, das wir auch nur Menschen sind, die normal leben und nicht irgentwelche schrillen Aktivitäten betreiben.

Gewohnheit und regelmässige Berichte würden das ganze schon mal als langweilig einstufen und schließlich als normal angesehn (Wenn interessiert heute noch ein Bericht über jemand der schwul ist? Das thema war vieleicht vor Jahren  noch skandalös etc)

...und können wir gar etwas bewegen? Wer will kann auch was bewegen!!!