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Topic: Fragen über Fragen (Read 458 times) previous topic - next topic

Re: Fragen über Fragen

Reply #15
@ Dietlind

Ich hab jetzt grade Dysphoria gegoogelt. Aber kann mir nichts darunter vorstellen.

Re: Fragen über Fragen

Reply #16
@ Dietlind

Ich hab jetzt grade Dysphoria gegoogelt. Aber kann mir nichts darunter vorstellen.
Da es eine psychologische Sache ist, ist es natürlich bei jedem Menschen anders.  Nach der Aussage meiner Therapeutin, habe ich mein Dysphoria für meine eigenen männlichen Genitalien auf andere Männer projektiert.  Ich fand meine Genitalien so abscheulich, dass ich sie am liebsten abgeschnitten hätte.  Der Anblick davon im Spiegel war für mich der schlimmste Albtraum, den ich haben konnte.  Da ich aber eine rationelle Person bin (und Medizinerin), wusste ich natürlich, dass das nicht ging (mittlerweile ist übrigens das Meiste davon operativ entfernt worden).  Diesen Abscheu habe ich auf die Genitalien aller Männer projektiert, und finde daher männliche Genitalien abscheulich hässlich und ekelhaft anzusehen.  Nur von dem Gedanken , dass ein Mann mich damit berühren würde, oder ich ihn dort berühren müsste, erzeugt bei mir schon einen sehr starken Brechreiz.  Auch heute noch, wo meine Genitalien kein Problem mehr sind, bleibt der Abscheu gegen männliche Genitalien bestehen.
Ich könnte eventuell mit einem recht feminin aussehenden und auftretenden Mann küssen, aber sobald es um die Genitalien geht, ist der Ofen bei mir aus! 
Das ist meine grösste From der Dysphoria.

Re: Fragen über Fragen

Reply #17
Aha namenlos81

Soso... du ahnungsloses User

Deine Art und Weise wie du hier deine Fragen stellst, ist nichts anderes als das du deine Tranphobie auslebst.
Wie wer es wenn du Troll dich wieder in dein eingeschränktes Weltbild zurückziehst.
Es ist zum Kotzen deinen Geistesausfluss zu lesen.

Habe fertig... Pfui

Re: Fragen über Fragen

Reply #18
@ Kaylee

Du sprichst genau die Punkte an, die sich meiner Kenntnis entziehen und von denen ich denke, dass ich da etwas mehr Schulung brauche.

Darf ich dich fragen, wann du das erstmal erlebt hast, dass mit dein Körper etwas nicht stimmt? Gab es einen Auslöser? Wann kamst du mit Transgender in Berührung und wann hast du dich entschlossen eine Theraphie anzufangen bzw. eine Geschlechtsangleichung gemacht.

Und da die Geschlechtsangleichung ja eine optische ist, wie zufrieden bist du damit und wieviel Probleme hast du nach der Umwandlung mit dem Umfeld?

Vielleicht stellst du gleich meine Vorstellung von der Welt auf den Kopf. 😊

Ich glaube die meisten werden dir, was das "wann" angeht glaube nur sagen können "schon immer", so war es zumindest bei mir. Ich wusste schon als Kleinkind das was komisch ist. Das ganze dann aber mit sich zu identifizieren, zu wissen was Geschlechter ansich sind ist ein langer Prozess. Auch dass man überhaupt weiß dass so etwas überhaupt möglich ist. Ich hab es ehrlich gesagt immer vor mir und anderen versucht zu leugnen. Ich wollte nicht anders sein und dachte immer dass es ja andere Wege geben müsste. Fazit war das  man in sich gekehrt, eigentlich seine ganze Zeit vergeudet hat und totunglücklich war. Man hatte am Ende keine wirklichen Ziele mehr im Leben, weil immer etwas nicht gestimmt hat, man quasi nichts als eine Showstellpuppe war.

In Berührung kam ich glaube mit 14, dass ich überhaupt wusste dass es Hormontherapien und andere Geschlechtsangleichende Maßnahmen überhaupt gibt. Das ganze kam durch eine Fernsehdoku, wo ich aber in dem Moment weder Kraft noch Möglichkeiten hatte. Meine Eltern sind nach wie vor streng in einer Sekte und ich muss es eingestehen dass ich selber an all den Dingen, samt Vorurteilen geglaubt habe. Ich musste also erst mich von dieser Gesellschaft trennen und dies erkennen, bevor ich den Mut hatte mir auch diese Tatsache einzugestehen. Das ganze kam mit 24 zustande, wo ich erleichtert bin dass ich nicht noch mehr Zeit verspielt habe. Trotzdem haben die Jahre, gerade die Pubertät schon einen gewissen "Schaden" wie einen Stimmbruch hinterlassen womit man letztendes sich angagieren und leben muss.

Was die OPs und die Hormontherapie angeht denke ich hat sie klar auch ihre "Macken" und natürlich ist der Fakt da nie so zu sein wie es Biologisch in dem Geschlecht geborene Menschen sind. Man nimmt dauerhaft Tabletten, man bekommt keine Kinder, man hat eine Stimme die irgendwie undefinierbar geworden ist, aber man ist autentisch und hat sein Leben genauso wie andere.
Es gibt so viele verschiedene Facetten und Dinge wo sich Menschen in unserer Gesellschaft rumschlagen, dass auch der Punkt ein Transmensch zu sein doch irgendwie relativer wird. Es gibt so viele Menschen mit denen ich das Schicksal nie tauschen würde. Ich bin froh meiner selbst zu sein und mich immer mehr annehmen zu können. Mir ist dabei auch mittlerweile egal was andere Transmenschen z.B. machen, empfinden, denken. Ich gehe meinen Weg für mich, für niemanden sonst. Ich habe meine Identität, mein Leben. :)

Was die Gesellschaft angeht, denke da ist es natürlich so wie bei allen "besonderen". Manche sind faziniert, manche abgeneigt, andere verstehen es nicht oder haben Berührungsängste, aber der Großteil der Menschen ist doch offen oder sagen wir mal lernd einen auch nach und nach besser kennen. Jeder Mensch hat eben Vorurteile auch ich. Fühle mich jedenfalls gut integriert, besser als es vorher der Fall war. Ich habe meine Arbeit damals behalten und nicht nur das. Ich weiß die meisten können sich an mein "altes ich" gar nicht mehr erinnern. Es ist den Leuten auch im Großteil schlicht egal. Ich habe wie andere Menschen auch einen Freund (was ich vor kurzen noch immer für völlig unmöglich gehalten hab), der mir wirklich zu Seite steht. Meine Schwester ist ebenfalls eine starke Stütze, die ich nicht missen will und mich von Anfang an so als Schwester gesehen hab, nachdem ich mich geoutet hatte.
Mit meinen Eltern habe ich jedoch absolut kein gutes Verhältnis mehr. Auch mit meinen Bruder ist es auch Still geworden. Das liegt aber nicht daran dass ich einen Trans Hintergrund habe, das muss ich immer wieder bei erwähnen. Die Punkte liegen an der Religionsgemeinschaft und anderen generellen familiären Diverenzen. Mein Burder hat sich auch von meiner Schwester und selbst von meinen Eltern isoliert, also ein ganz eigenes Problem. Ebenso die Religionsgemeinschaft, wo sie einfach festhängen und verbissen sind.
Nicht alle Probleme kommen bei einen Menschen durch diesen Faktor oder verbessern sich nachdem man diesen Weg gegangen ist,  das ist leider Fakt. An vielen Baustellen muss man dennoch arbeiten. :)

Re: Fragen über Fragen

Reply #19
@Dietlind

Ach so, du hast das auch richtig gehabt, dass du deinen Penis nicht ausstehen konntest. Krass. Und jetzt bist du glücklich. Kein Mensch auf dieser Welt sollte leiden. ❤

Ja jetzt bist du genau der Mensch, den ich gesucht hab um es mir zu erklären. Du scheinst mir sehr rational zu sein und auch rational damit umgegangen zu sein. Und tatsächlich glücklich jetzt. Da muss ich mal revidieren, was ich bisher so gedacht hab.

Vielen vielen Dank Dielind. Das war eigentlich schon alles was ich wissen wollte. Ich schreib mal auch nichts mehr, weil sich viele bedroht fühlen, wovon ich ja auch schon ausgegangen bin. Aber zumindest kann ich jetzt voll umfänglich akzeptieren, wenn Menschen sich operieren, dass es wirklich nötig ist.

Ich wünsche dir alles alles Gute! Und allen anderen auch hier. Auch wenn sich viele aufgeregt haben, bin ich sehr dankbar  dass mein Horizont wieder ein Stück erweitert wurde.

@Isabell_F Ich hab wirklich keine Phobie! Dann müsste ich ja was gegen meine Familienmitglieder haben, die sich männlich oder weiblich anziehen. Es ging mir wirklich darum, Menschen zu finden, die mir plausibel erklären konnten, dass die OP sie glücklich macht danach. Und das habe ich jetzt zu genüge gehört. Deswegen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass eine OP unvermeidbar ist. Ich hoffe, ich habe dir nicht durch meine anfänglichen Vorurteile den Tag versaut. Ich kann wirklich jeden verstehen  der sich durch mich angegriffen fühlt.

Alles Gute an Alle!
 

Re: Fragen über Fragen

Reply #20
@Kaylee

Oh Kaylee ... es tut mir so leid, dass du so zu kämpfen hattest. ❤ Nach deinem Bericht jetzt, verstehe ich auch, dass es wichtig ist , früh mit der Therspie anzufangen. Denn genau das waren immer so die Punkte, die mir durch den Kopf gegangen sind. Ist das wirklich nötig so früh bei Kindrrn zu beginnen usw. Aber ja, es ist nötig ...

Ich danke dir für deine Offenheit und das du dich von meinen Vorurteilen nicht hast erschrecken lassen. Ich wünsche dir alles Gute!

Re: Fragen über Fragen

Reply #21
Oh man... lass diese namenlos scheinheilig fragendes etwas wieder verschwinden... ich muss mich übergeben 🤮 bei solch unverschämten Menschen

Pfui  Pfui Pfui

Hast du das verstanden namenlos !?!!!!!!

Re: Fragen über Fragen

Reply #22
@Isabell_F

Ja, ich habe verstanden. Keine Fragen mehr.

Ich möchte dir nur erklären, was du als Scheinheilig ansiehst, liegt daran, dass ich Buddhistin bin und mich zu friedlichem Verhalten verpflichtet fühle, selbst wenn ich angegriffen werde. Vielleicht kennst du das Verhalten nicht und hast deswegen sp ein schlechtes Bild von mir. Und deswegen bin ich auch sehr mitfühlend.

Mal abgesehen davon, was soll ich jetzt schlechtes aus diesen Erfahrungsberichten herausziehen, außer das ich meine Gedankenwelt  revidieren muss. In der heutigen Zeit wird man mit dem Themn in den Medien überhäuft und ich habe hat einfach gemerkt, dass ich vielleicht falsche Schlüsse ziehen.

Das wollte ich jetzt so nochmal betonen, damit es nicht so steht, dass alle dir mir nett geantwortet haben irgendwie naiv gewesen wären. Das wäre einfach nicht fair.

Ich denke jetzt, dass es etwas Biochemies sein muss, dass halt tatsächlich jemand mit den falschen äußerlichen Merkmalen geboren wird, obwohl das Gehirn oder die Gene andere Merkmale aufweisen.

Das warst jetzt auch, ich hoffe, du nimmst meine Entschuldigung an, weil es mir auch weh tut, dass ich hier jemand Unrecht getan habe.

Ich antworte jetzt auch nicht mehr, wenn du nich beleidigst um deine Gefühle nicht noch mehr zu verletzen.

Ich wünsche dir wirklich alles Gute.

 

Re: Fragen über Fragen

Reply #23
Hallo Namenlos,

zu der Gummipuppe sollte ich jetzt vielleicht erklären, dass ich vor meinem Outing tatsächlich das Bedürfnis verspürte mich mit Latexanzug und Maske in eine Lebende Gummipuppe zu verwandeln. Da war das Bild einer schönen jungen Frau, in die ich mich als älterer Mann auf diese Weise verwandeln wollte. Nur begriff ich schnell, dass es wohl wenig zweckmäßig ist so draußen auf der Straße herum zu laufen. Also kleidete ich mich erst einmal möglichst alltagstauglich als Frau. Inzwischen versuche ich mit meiner Kleidung und Erscheinung dem Enby, also irgend etwas zwischen den Geschlechtern, Ausdruck zu verleihen. Da ich keine Hosen mag, trage ich meistens Röcke oder Kleider, was dann mit meinen inzwischen recht langen Haaren doch eher weiblich rüber kommt. Aber dazu lasse ich schon mal einen Stoppelbart stehen. Besonders wenn ich in der Nähe meines Hauses unterwegs bin.

Liebe Grüße
Nicole