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Topic: Fragen über Fragen (Read 368 times) previous topic - next topic

Fragen über Fragen

Hallo zusammen.

Ich befasse mich in letzter Zeit öfter mit dem Thema Transgender und habe einfach das Gefühl, ich komme nicht zu einer festen eigenen Meinung, wenn ich nicht persönlich mit solchen Menschen sprechen konnte. Ich bin nicht persönlich betroffen. Es interessiert mich nur.

Ich bin ein Grunde nicht als Mädchen groß gezogen worden. Bzw. Hatte nicht das Gefühl als Mädchen groß gezogen worden zu sein. Meine Schwester war sehr jungenhaft und wollte nur Jungenklamotten anziehen. Hat auch nur Jungs als Freunde gehabt und Fussball gespielt. Hatte aber Liebschaften mit Jungen.

Bei uns gab es nie Puppen zum Spielen, hätte mich auch nicht interessiert. Aber meine Schwester hatte da großen Einfluss drauf, weil ich eher schüchtern war und sie im allgemeinen bestimmte, was für Spielzeug bekamen. Meine Schwester war so, da haben wir nie weiter drüber nach gedacht. Als die Pubertät kam und sich bei ihr Brüste bildeten, fing sie an zu weinen, sie wollte halt keine Frau werden. Sie sprach nur mit mir darüber. Es tat mir leid, aber ich sagte, was willst du machen, du bist halt einfach ein Mädchen.

Heute wird sie oft als Lesbe eingeschätzt. Sie schminkt sich nicht, trägt gerne weiterhin eher männliche Sachen und kurze Haare. Aber wenn ich heute mit ihr darüber spreche, ist es fast so als schäme sie sich dafür, dass sie als Kind so verbissen war. Sie fühlt sich wohl in ihrem Körper und weiß, dass sie männlicher rüberkommt, aber fühlt sich dennoch als Frau.

Ich selber habe nie ein starkes Gefühl gehabt eine Frau zu sein und alle typischen Frauensachen, passen nicht zu mir. Ich war in Mathe besser, interessiere mich fürs Programmieren hab meistens nur ein paar Turnschuhe usw.

Ich verstehe es nicht, wie man sich als Mann oder Frau fühlen sollte. Ich bin eine Frau, weil ich mit diesem Geschlecht geboren wurde aber ansonsten hasse ich es, wenn man mich in Schubladen stecken möchte. Ich kleide mich im Alltag einfach nur praktisch. Ich hasse es zu shoppen. Zu besonderen Anlässen kleide ich mich aber auch gerne mal fraulich, damit ich schön aussehe.

Ich habe noch eine Tante, die sich auch sehr männlich anzieht und kurze Haare trägt und ein Neffe von mir, der eher weiblich ist. Irgendwie scheint bei uns in der Familie da was zu sein, dass wir alle eher untypisch sind. Aber wir gehen alle total natürlich damit um. Meine Mutter hat letztens meinem kleinen Sohn die Nägel lackiert, weil er es bei seiner großen Schwester gesehen hat und es war für niemanden ungewöhnlich.

Und deswegen stelle ich mir oft die Frage, ob die Leute nicht vielleicht einfach zu viel Angst vor der anderen Seite in sich haben und sich deswegen zu sehr da reinsteigern.
Bei uns das völlig normal und es gibt kein typisch männlich oder weiblich. Und jeder darf auch die andere Seite ausleben. Es gab noch nie eine Disharmonie zum Körper, dass man mit etwas an seinem Körper nicht einverstanden war. Wobei ich sagen muss, für Frauen ist das einfacher als für Männer in der Öffentlichkeit.

Ich habe mal eine Doku über Zwitter gesehen und war schockiert darüber, dass bei so vielen eine Geschlechtsangleichung schon im Kindesalter vorgenommen wird und wie sehr sie darunter leiden, dass man sie nicht so akzeptiert hat, wie sie waren. Für mich wäre das keine Frage, wenn meine Kinder als Zwitter zur Welt gekommen wären, hätte ich sie so gelassen mit zwei Geschlechtsmerkmalen. Weil es für mich eh keine klare Grenze zwischen Jungs und Mädchen gibt. Für mich verschwimmen die Grenzen sehr stark.

Ich finde auch Schönheits OP unwichtig. Ich glaube eher, dass die Menschen an ihrem Selbstwertgefühl arbeiten sollten, als ständig dem Körper zu versuchen an seinen eigenen Vorstellungen anzupassen.

Deswegen würde ich gerne wissen, ob es hier Menschen gibt, die mit sich selbst im reinen sind und sich selbst gerne haben, also psychisch keine anderen Auffälligkeiten haben, aber trotzdem eine Geschlechtsangleichung machen möchten.

Ich hoffe, diese Frage ist nicht zu kritisch. Ich möchte niemanden verurteilen. Jeder Mensch hat das Recht mit Respekt behandelt zu werden. Ich würde Geschlechtsangleichung auch nicht verbieten wollen und bin kein totaler Gegner und nicht fanatisch. Ich möchte nur meine Gedanken dazu überprüfen lassen. Ich kann ja nur aufgrund von meinen eigenen Erfahrungen urteilen.

Re: Fragen über Fragen

Reply #1
Hallo Namenslos
Ich bin so eine Person, die als Baby in ein bestimmtes Geschlecht verbaut wurde.  Bei mir wurde entschieden, dass ich männlich sein sollte.  Wie sich später, eigentlich viel später herausstellte, war diese Entscheidung falsch, und ich habe es dann korrigiert und bin heute eine Frau.
Für die längste Zeit meines Lebens hatte ich kein Gefühl für eine Genderzugehörigkeit, und ich wusste nur, dass ich anders als meine "Geschlechtsgenossen" war, was teilweise auf meinen eher weiblich aussehenden Körper beruhte.
Heute fühle ich mich voll als Frau, ich bin "zu hause angekommen"!
Ich weiß nicht, ob das deine Frage beantwortet, aber es gibt hier sicherlich auch noch Andere, die auch etwas dazu sagen können!

Re: Fragen über Fragen

Reply #2
Hallo Dietlind. Vielen Dank für deine Antwort!

Also wenn ich das richtig verstehe, bist du als Zwitter geboren worden und hast zwei Geschlechtsangleichungen bekommen.

Du fühlst dich jetzt als Frau. Aber wäre es für sich okay gewesen, wenn man dich einfach als Zwitter gelassen hätte? Oder meinst du, du hättest dich trotzdem später entschieden eine Geschlechtsangleichung zur Frau zur machen?

Re: Fragen über Fragen

Reply #3
Hallo Namenlos,

ich habe Deine Vorstellung gelesen und den Eindruck, dass in Deiner Familie genau das praktiziert wird, was ich empfinde. Ich wurde immer auf männlich geprägt und spürte einfach nur, dass das für mich nicht passte. Auf das Warum oder Wieso fand ich lange keine Antwort. Erst als meine Mutter starb und für ihr kleines Söhnchen, das nie wirklich erwachsen werden durfte, alles sinnlos wurde, kam für mich ganz langsam die Erkenntnis. Der typische Mann, der ich immer sein sollte, bin ich nicht.

Ich meldete mich in einem Transgender-Forum an und outete mich als trans MzF. Aber ich erkannte schnell, dass ich auch nicht wirklich oder ganz eine Frau bin. Die komplette Transition mit HET und OP ist also kein Weg für mich. Erst jetzt erfuhr ich , dass es nicht-binäre Menschen gibt, die sich weder als Mann noch als Frau fühlen. Und da begriff ich so langsam, wo ich hin gehöre.

Was hätte ich vielleicht um die Erfahrungen gegeben, die Du von Deiner Jugend beschreibst. Da wäre bestimmt vieles für mich einfacher gewesen. Aber ich dufte davon nichts wissen. Ich musste erst alt werden und verzweifeln. Und da stehe ich jetzt vor dem Trümmerhaufen, der von meinem verzweifelt versuchten Leben als typischer Mann übrig geblieben ist. Erst klappte es so einigermaßen. Als es aber mit einer Partnerin und entsprechend mit Familie und Kindern immer wieder nicht funktionierte, fand ich keinen Sinn mehr darin mich für meinen Beruf aufzureiben. Es kam dann schließlich so, wie es kommen musste. Ich erhielt meine Kündigung. Aus dem Diplomingenieur wurde ein Arbeitsloser. Ein Nichts, ein Niemand, ein jämmerlicher Versager, der weniger wert ist als ein Stück Dreck.

So viel zu dem, wie unsere Gesellschaft diese Situation üblicherweise einschätzt. Da war das allerletzte Bisschen Selbstwertgefühl auch noch dahin. Mit Mama starb dann schließlich auch ihr kleines dummes Muttersöhnchen. Und in dessen Körper erwachte dann seine aufblasbare Sex-Gummipuppe zum Leben: Nicole (Rubber-) Doll. Und die muss nun erst einmal heraus finden, was sie aus diesem seltsamen Leben als Frau im Körper eine Mannes machen soll. Mit dem Muttersöhnchen ist ja nicht die komplette Persönlichkeit des Mannes gestorben, und so eine wirklich richtige Frau ist eine aufblasbare Gummipuppe auch nicht. Sie sieht ja nur wie eine Frau aus. Und ihre Vagina ist nur ein Loch, das nirgendwo hin führt. Also ist mein Empfinden irgendwo zwischen Mann und Frau - jetzt mit Penis statt falscher Vagina aus Gummi. Ob so herum falsch oder anders herum falsch sollte letztlich egal sein.

Auch wenn das Vorstehende jetzt zynisch oder sarkastisch klingt, beschreibt es doch recht gut mein Empfinden. Zusammen gefasst bedeutet es einfach nicht-binär - weder Frau noch Mann. Und damit muss ich jetzt irgendwie klar kommen.

Ich hoffe es kommt jetzt so einigermaßen rüber, wie ich empfinde. Es fällt mir furchtbar schwer so etwas zu beschreiben, deshalb das Bild mit der Gummipuppe, auf deren realen Hintergrund ich jetzt nicht unbedingt näher eingehen möchte. - Oder soll ich jetzt ein Foto von der lebenden Gummipuppe hochladen?

Liebe Grüße
Nicole

Re: Fragen über Fragen

Reply #4
Hallo Dietlind. Vielen Dank für deine Antwort!

Also wenn ich das richtig verstehe, bist du als Zwitter geboren worden und hast zwei Geschlechtsangleichungen bekommen.

Du fühlst dich jetzt als Frau. Aber wäre es für sich okay gewesen, wenn man dich einfach als Zwitter gelassen hätte? Oder meinst du, du hättest dich trotzdem später entschieden eine Geschlechtsangleichung zur Frau zur machen?
Ja, ich wurde als Zwitter geboren und zum Mann gemacht.  Ich glaube, wenn ich zur Frau gemacht worden wäre, wäre mein Leben eventuell recht normal abgelaufen.  Denn, wie es sich bei einer Genome Analyse später zeigte, bin ich biologisch zu etwa 2/3 weiblich, und 1/3 männlich.  Mein Körper hat die genetische Anordnung einer post Menopausen Frau.  Deswegen glaube ich, dass ich als Frau ein bessers Leben gehabt hätte.
Am liebsten wäre es mir gewesen, als Zwitter zu bleiben, bis ich frei entscheiden konnte, was ich denn gerne gewesen wäre.  Höchstwahrscheinlich hätte ich mich zur Frau entschieden, weil mir mein Körper und meine Emotionen und Gefühle das einfach vorgaben.
Weil ich aber Mann sein musste, hatte ich überhaupt keine Beziehungen zu einem bestimmten Geschlecht, da ich weder Frau noch richtig Mann sein konnte.  Ich mochte das Gefühl nicht, da ich mich sehr allein fühlte, und kein Zugehörigkeitsgefühl hatte.
Nachdem ich meine richtigen Körper wieder habe, fühle ich mich voll als Frau und bin sehr gerne eine Frau!

Re: Fragen über Fragen

Reply #5
Hallo Namenlos,

Ich kann dich bei all den Punkten verstehen, denn die Rollenbilder alleine machen finde ich keine Geschlechter aus, sondern sind etwas aus unseren Umfeld, was sich ja auch zum Glück mehr und mehr zum positiven verändert hat. Finde es komisch wenn man damit identifiziert wird, z.B. man mich anhand der Dinge bewerten will wie ich mich kleide oder mit was ich früher gerne gespielt hab. Auch ich wurde in einer gewissen Richtung erzogen und hatte aber auch dann echte Interessen die nicht unbedingt als weiblich wahrgenommen wurden. Diese Diskussionen inwelchen Geschlecht es für einen am besten wäre denk ich gibt es auch bei ganz normalen Menschen. Meine Schwester z.B. fand das was sie damit hatte, direkte Absagen bei bewerbungen, keine großen Aufgaben, direkte urteile was sie wo wie zu werden zurecht ätzend und sich dann auch ensprechend durchgesetzt und ist absolut nicht die, die sich groß und gerne z.B. schminkt. Ist halt am Ende alles nur eine Ansammlung an bescheuerten Klischees.

Was mich eher dazu bewogen hat diesen Schritt zu gehen ist ein ständiges unbehagen in mir, das Gefühl dass mit meinen Körper etwas nicht stimmt, völlig unabhängig von Gesellschaftlichen Faktoren. Ich hatte quasi gar keine andere Wahl. Ich war eben nie ein Junge, hab mich verkrochen, gehasst und stehts als jemand anders gesehen als ich äußerlich dargestellt hab. Ich bin heute ich und ich habe natürlich auch Ecken und Kanten, die man aber akzeptieren kann, ja sogar zu sich gehörig empfindet, genauso wie andere Menschen auch. Ich zwinge mich nicht besonders weiblich rüberkommen zu müssen, wenn ich es nicht will. Ich will autentisch und einfach meiner selbst sein. Für mich ist das daher genauso dass ich eben als Frau geboren wurde, aber eben Körperlich die eigenschaften eines völlig anderen Jungen hatte, der irgendein Theater daraus zu spielen hatte. Wenn man diesen Faktor nicht hat, dann ist es klar auch für mich unerklärlich warum Menschen so etwas machen. Man macht es eben nicht um mal eben eine Frau oder ein Mann zu sein. Man muss es innerlich schon immer gewesen sein, unabhängig von gewissen Auftreten oder anderen Faktoren der Umwelt. Klar natürlich dass man diesen auch oft eher nacheifern will und auch tut wenn man sich ensprechend identifiziert.

Re: Fragen über Fragen

Reply #6
Hallo zusammen.

Ich befasse mich in letzter Zeit öfter mit dem Thema Transgender und habe einfach das Gefühl, ich komme nicht zu einer festen eigenen Meinung, wenn ich nicht persönlich mit solchen Menschen sprechen konnte. Ich bin nicht persönlich betroffen. Es interessiert mich nur.

Du bist nicht betroffen. Wozu brauchst Du eine Meinung? Das Schlimme an der ganzen Diskussion ist, dass immer jemand eine Meinung haben, und die auch noch laut äussern muss. "Ich finds eklig, ich finds krank, früher gab es sowas nicht, früher hat man sowas vergast, ich find das ist ein Trick des Patriarchats, den Frauen die erkämpften Rechte wieder abzuluchsen" Lass uns einfach sein. Jede(r) Einzelne will einfach nur leben, niemandem was wegnehmen und niemandem was tun. Mehr muss man dazu nicht sagen.

Es ist ein Riesenunterschied ob mensch nicht irgendwie irgendwo dazu gehörte, oder ob mensch im völlig Falschen leben muss. Wer es nicht erlebt hat wird es auch nicht verstehen. Eine gute Meinung wäre "Ich versteh es nicht, ich bin nicht betroffen, aber ich glaub den Leuten was sie sagen. Soviel Respekt muss einfach sein."

Welche Optionen einer Meinung siehst Du denn?

Re: Fragen über Fragen

Reply #7
@ Nicole Doll

Danke für deine Antwort. :)

Ach so, guck an Nicht-Binär. Das habe ich bisher so noch gar nicht gehört. Da muss ich mich mal einlesen. Danke für den Hinweis.

Vielen Dank für deine Geschichte, dass du sie mit mir geteilt hast. Ich finde deine Offenheit bewundernswert!

Ich bin sehr froh  dass in meiner Familie das so gehandhabt wurde und auch einfach Raum gegeben wurde, uns so zu entwickeln, wie wir es wollten. Ich denke für unsere Persönlichleitsentwicklung ist das wirklich gut gewesen. Ich wünsche mir, dass es überall so läuft.

Das mit der Gummipuppe ist für mich tatsächlich schwer zu verstehen.

Wie sieht denn jetzt dein Weg aus? Du bleibst also bei deinem Geschlecht, trägst aber unterschiedliche Kleidung? Auch in der Öffentlichkeit?

Re: Fragen über Fragen

Reply #8
@ Dietlind

Ja, genau der Meinung bin ich auch. Man sollte Zwitter so belassen wie sie sind. Und wenn sollen sie es später selbst entscheiden, ob sie eine Geschlechtsangleichung machen wollen. Allerdings denke ich, wenn in der Gesellschaft sowas als völlig normal ansehen würden, könnten sich Zwitter vielleicht auch besser so akzeptieren, wie sie geboren wurden.

Mich freut es aber sehr, dass es die jetzt gut geht und du zufrieden mit dem dir gewählten Geschlecht bist. Vielen Dank, dass du deine Geschichte mit mir geteilt hast.

Re: Fragen über Fragen

Reply #9
@ Kaylee

Du sprichst genau die Punkte an, die sich meiner Kenntnis entziehen und von denen ich denke, dass ich da etwas mehr Schulung brauche.

Darf ich dich fragen, wann du das erstmal erlebt hast, dass mit dein Körper etwas nicht stimmt? Gab es einen Auslöser? Wann kamst du mit Transgender in Berührung und wann hast du dich entschlossen eine Theraphie anzufangen bzw. eine Geschlechtsangleichung gemacht.

Und da die Geschlechtsangleichung ja eine optische ist, wie zufrieden bist du damit und wieviel Probleme hast du nach der Umwandlung mit dem Umfeld?

Vielleicht stellst du gleich meine Vorstellung von der Welt auf den Kopf. 😊

Re: Fragen über Fragen

Reply #10
@Michealangela

Ich möchte mich in höchster Form bei dir entschuldigen, wenn meine Neugier bei dir sauer aufstößt. Ich möchte dir aber versichern, dass ich nur die besten Absichten habe in Bezug auf Transgender Menschen und meine bisherige Meinung etwas engstirnig finde und deswegen den Austausch mit Betroffenen Menschen suche, weil mir einfach da die Erfahrung fehlt und diese wohl nicht in meinem Leben machen werde.

Homosexuelle Menschen zum Beispiel trifft man an jeder Ecke und mit Ihnen konnte ich mich schon oft unterhalten und dadurch entfallen einfach Berührungsängste. Alles was fremd ist lässt sich schlecht verstehen, bis man mit den Menschen selber gesprochen hat.

Ich denke, ihr müsst von der Gesellschaft viel aushalten und das bedauere ich sehr. Dedwegen kann ich deine Kritik an mir durchaus verstehen und möchte dir sagen, dass ich das Ernst nehme! ich selbst  in sehr Gesellschaftskritisch und ich würde jeden Menschen in Schutz nehmen, der unter Anfeindung leiden würde.

Ich sehe nichts an Transgender als eklig an oder sowas. Mir fehlt einfach der Austausch mit Menschen um meine Gedankenwelt in die richtige Richtung zu schubsen. Das Verlangen z.B. auf gleichgeschlechtlichen Sex, kann ich natürlich nicht nachvollziehen, bei Homosexuellen Menschen, aber ich kenne soviele wirklich gute und nette Menschen, die es einfach verdient haben als Mensch so akzeptiert zu werden, wie sie sind. Und diese Erfahrung konnte ich halt einfach nur durch Austausch machen. Deswegen wollte ich so ehrlich sein wie möglich in Bezug auf meine Gedankenwelt um von Euch korrigiert zu werden!

Ich hoffe du nimmst meine Entschuldigung an und ich habe dir nicht den Tag versaut.

Re: Fragen über Fragen

Reply #11
@namenlos. 
Du sprichst in einem deiner Beiträge die Homosexualität an.  Aber was bedeutet das für ein Individuum wie etwa mich?
Als ich als Mann agierte war ich absolut heterosexuell, das heißt, ich war nur an Frauen interessiert, und hatte nicht das kleinste Verlangen nach Intimitäten mit Männern!  Nun hat sich mein Geschlecht geändert, aber mein Gehirn ist dasselbe geblieben, d., h., ich habe immer noch kein Interesse an Männern, und werde auf einmal als lesbisch eingestuft,  bin also homosexuell!  Die Gesellschaft wechselte also meine Schublade in Bezug auf sexuelle Orientierung, während ich meine Orientierung nicht verändert habe.  Ist schon eine komische Sache, oder?
Wenn du in Betracht ziehst, dass das auch bei vielen Transgender Menschen so der Fall ist, kannst du jetzt das Verlangen von gleichgeschlechtlichem Sex so in etwa nachvollziehen?

Re: Fragen über Fragen

Reply #12
Richtig, ist bei mir genauso. Von heterosexuell zu lesbisch. Wobei ich mir durchaus ein Date mit einem präOP vorstellen kann.

Re: Fragen über Fragen

Reply #13
Richtig, ist bei mir genauso. Von heterosexuell zu lesbisch. Wobei ich mir durchaus ein Date mit einem präOP vorstellen kann.
Ich könnte mir ein Date mit präOP Mann oder einer präOP Frau vorstellen.  Ich glaube trans sein verbindet.  Man kann sich vorstellen, was der Partner durchmachen musste, und man weiß was Dysphoria ist, und wie man sie beim Partner vermeiden kann.
Bei Trans Menschen empfinde ich nicht die gleiche Abneigung, die ich bei cis Männern empfinde.

Re: Fragen über Fragen

Reply #14
@Dietlind

Ich habe Homosexualität jetzt einfach als Beispiel genommen, warum ich mich für etwas interessiere, obwohl ich nicht davon betroffen bin. Zu Homisexualität habe ich auch ganz klar eine Meinung zu. Das es ganz klar natürlich ist und die Menschen völlig normal sind. Man kann sowas ja auch im Tierreich beobachten. Aber die Meinung habe ich bekommen, weil ich homosexuelle Menschen kennengelernt habe. Vorher wusste ich nicht, was Sache ist.

Eine Sache hat halt auch meine Weltanschauung total gesprengt. Eine Doku über Zwitter. Vorher hat man das mal gehört aber keine Vorstellung gehabt. Und als ich dann auch welche gesehen und reden höre haben, war das schon sehr beeindruckend. Wirklich Beeindruckend muss ich sagen. Das waren Menschen die man gar nicht einsortieren konnte, sie waren tatsächlich irgendwie zwischen männlich und weiblich. Und dann halt auch die Geschichten, was man ihnen angetan hat um sie kategorisieren zu können, nur weil Menschen nicht darauf klar kamen, dass hat mir das Herz gebrochen.

Glücklicherweise konnte ja jetzt bei dir die richtige Geschlechtsangleichung gemacht werden. Somit konntest du jetzt glücklich gemacht werden. Aber bei der Doku hatte da jetzt keiner von gesprochen, dass das gehen würde oder vielleicht haben sie es nicht in Erwägung gezogen.

Deswegen dachte ich mir mal, würde es mir gut tun mit Transgender Menschen persönlich zu sprechen.

Ehrlich gesagt, hätte ich auch gar nicht mit so freundliche Gesprächen gerechnet, weil ich weiß, dass es etwas verrückt ist von mir. :p Das machen bestimmt nicht viele.