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Topic: Bonnie ist jetzt auch mit an Bord... (Read 10287 times) previous topic - next topic

Bonnie ist jetzt auch mit an Bord...

Hallo ihr Lieben,

einige von euch kennen mich ja bereits aus einem anderen Transgender-Forum. Ich bin die Bonnie... Naja, besser gesagt: ich möchte sie sein, sie leben und stehe damit noch relativ am Anfang. Geboren 1961 im männlichen Körper (gefühltes Alter 19... okay, okay, mittlerweile 21), aufgewachsen und erzogen als Junge, glücklich verheiratet mit meiner Frau, 2 erwachsene Töchter, erfolgreicher Abschluss eines Diplomingenieurstudiums, worauf ich auch als Frau durchaus noch stolz bin, vielleicht gerade auch deswegen, Haus gebaut... eigentlich alles erreicht, was man als "einfacher Mann" so erreichen kann. Von allen gemocht, hatte ich aber nie wirkliche Freunde, was wohl daran lag, dass ich oft anders reagierte als man es von mir erwartete. Als "Ossi" das einzigste Kind in der Klasse, dass katholisch erzogen wurde, keine Jugendweihe, ständig Ärger mit den Jungs aus der Klasse über mir...
Meine Eltern bekamen von all meinen Problemen wohl nix mit. Sie brauchten sich nicht um mich zu kümmern, weil mir die Schule sehr leicht fiel. Mit 17 Lehrausbildung im Internat... von da an war ich schon sehr selbständig. Mein Vater wollte mir immer beweisen, dass er der Bessere von uns beiden ist, warum auch immer. Ich habs nie verstanden.

Eine meiner Lieblingssprüche seinerzeit deutete mein Problem eigentlich bereits an, nur realisierte ich es nicht: "Und eines Tages merkte der kleine Ralph, dass er anders war, anders... als die anderen kleinen Mädchen." Damals fand ich es lustig. Mein Problem: Ich wollte als Schulkind nie mit den anderen Jungs herumtoben und hätte mich viel lieber mit den Mädchen unterhalten, die aber nix von mir wissen wollten, weil ich ja ein "Junge" war. Toll!

Gegenwart: Seit ca. 2 Jahren weiß ich nun, was mit mir "nicht stimmt", als ich im Internet ein 15-jähriges Mädel auf einer Spiele-/Chat-Plattform kennenlernte und in nächtelangen Gesprächen mental unterstützte, weil es in ihrer Kindheit in ihrem sozialen Umfeld mehrfach missbraucht wurde. Unbewusst brachte sie mich dazu, meine eigene Kindheit zu hinterfragen und plötzlich hatte ich die Antwort auf all meine Fragen, erklärten sich 50 Jahre meines Lebens lückenlos von selbst. Dass war schon krass.

Ich fühle, denke und handele wie eine Frau, soweit ich zurückdenken kann, kleide mich inzwischen auch auf meiner Arbeitsstelle bewusst feminin (alles außer Röcke und Kleider), kaufe all meine Klamotten selbst, interessiere mich für Mode... Auf der Arbeit wissen so ziemlich alle wie ich ticke. Im Moment lasse ich meine Haare wachsen und binde sie zum Zopf zusammen.

Ja, in mir schlummert ein "kleines Mädchen", weil ich mich so fühle. Ich nahm knapp 20 kg ab und erreichte mit 64 kg mein Wohlfühlgewicht, was es mir leichter macht, mich auch körperlich als Frau zu sehen. Ich war immer stolz auf meine sehr empfindlichen "Mädchenbrüste", von denen nach dem Abnehmen allerdings fast nix mehr übrig war. Mit Körbchengröße "A" wäre ich schon zufrieden. OP-technisch Angleichen lassen kommt für mich aber nicht in Frage, da hab ich viel zu sehr Angst vor Spritzen und Krankenhaus (Kindheitstraumata). Da muss ich meinen eigenen Weg finden. Hormontherapie ist für mich aktuell auch kein Thema mehr. Ich fühl mich kerngesund und hätt gern etwas weiblichere Formen, sprich: Oberweite. Dazu führe ich gerade einen Selbstversuch durch mittels Unterdrucktherapie, wovon ich euch in Kürze - sofern ich damit nicht wieder irgend jemandem auf die Füße trete (was ich mit der Forenleitung noch abstimmen muss) - gern berichten möchte.

Ich bin hier, um mich in erster Linie zu informieren, nette Leute kennenzulernen, vielleicht auch so eine Art BESTE FREUNDIN zu finden, mit der man - außerhalb der Familie - über wirklich ALLES reden kann. Im Internet bin ich schon länger das Mädchen, die Frau, die Bonnie, die "Princess of Darkness", die GUTE FEE, die notleidende Mädchen unterstützt und hilft. Meine Frau unterstützt mich auch, soweit es ihr möglich ist, obwohl ich sie ja damit genaugenommen ein stückweit zur Lesbe mache *grinz*.

Also wenn ihr wollt... ich bin jetzt auch mit an Bord. Willkommen Welt!

Eure Bonnie, das etwas andere Mädchen...

P.S.: Ich bin sehr harmoniesüchtig, pflegeleicht, hilfsbereit und liebesbedürftig... auch wenn es in meinem vorherigen Forum mitunter nicht immer so rüber kam. Aber das ist ein anderes Thema...

Re: Bonnie ist jetzt auch mit an Bord...

Reply #1
Hallo Bonnie,

schön, das Du zu uns gefunden hast!!!

Hier sind wir sehr locker und offen. Du wirst feststellen, das ich hier desöfteren mal die alberne Pute rauslass ::)  ;)
Dafür sind hier die meisten Bereiche öffentlich lesbar und es ist nicht ganz so heimelig und persönlich, wie in dem anderen Forum. Hier sind aber auch sehr viele sehr liebe Menschen, die Dir mit Erfahrung und viel Herz beiseite stehen.

Quote
Ich bin die Bonnie... Naja, besser gesagt: ich möchte sie sein, sie leben und stehe damit noch relativ am Anfang.
Es ist völlig egal, wie es körperlich aussieht: Du BIST Bonnie!!! ;)


Liebe Grüße,
dat Kerstin ;)

Re: Bonnie ist jetzt auch mit an Bord...

Reply #2
Ja hallo, herzlich Willkommen.

Die ersten drei Absätze könnten von mir sein.  Und was körperliche Veränderungen betrifft. Die wollte ich zuerst auch nicht. Inzwischen bin ich weitgehend angeglichen.

Re: Bonnie ist jetzt auch mit an Bord...

Reply #3
Hallo Bonnie.  Auch ich möchte dich hier begrüßen.  Jetzt brauchen wir nur noch Clyde für dich finden, und wir könnten eine Geschichte schreiben!  Übrigens, meine Schwiegermutter hieß auch Bonnie, und sie war eine sehr nette Frau!  Daher nehme ich an, dass du auch eine nette Frau bist (der Name verpflichtet ja).
Ich bin eine der wenigen Trans Frauen hier, die Intersex Mensch geboren wurden.  Wenn du jemals hören möchtest, wie man aufwächst ohne zu wissen welchem Geschlecht man angehört, kannst du mich fragen!  Ich habe Jahrzehnte lang versucht, wie ein Mann zu leben, hat aber nie so richtig funktioniert, nun versuche ich es mal als Frau!

Re: Bonnie ist jetzt auch mit an Bord...

Reply #4
Hey Bonnie,
auch von mir recht herzlich willkommen bei uns.
Doch eine Frage habe ich. Du schreibst das Du Angst vor Krankenhäuser hast , warum??. Ohne diesem Haus wäre ich schon lange x-mal tot. Hatte seit 2000 elf Herzinfarkte, ne Leberzirrhose im Endstadium und eine Lebertransplantation. Jetzt vor fast vier Monate meine gaOP und lebe. Ob wohl mich fast alles für nicht überlebensfähig gehalten hat. Auch jetzt bin ich wieder viel in KH und kann mich nicht beklagen. Spritzen sind die kleinen Nadelstiche wie unsere Gesellschaft und, bringen die uns um,nein. Was uns schadet ist diese ignorants dieser Menschen, die glauben allmächtig zu sein.
Also lass Dich nicht unter kriegen und gehe stolz Deinen Weg, er ist hart - aber das Ziel wird Dir zeigen das es richtig war durch zu halten. Ich weis wo von ich rede, musste fünfzig harte Jahre darum kämpfen und würde es wieder tun.
Liebe Grüße und gib auf Dich acht.
Jasmin Viktoria

Re: Bonnie ist jetzt auch mit an Bord...

Reply #5
Hi Bonnie, grüß Dich!

Ich bin jedes Mal erstaunt über die Parallen der verschiedenen Lebenläufe (jedenfalls im Groben) von uns,
die zur "späten Erkenntniss erwachen".

Wenn Du dich umschaust, siehst Du, dass auch ich erst noch ganz am Anfang bin ;)
Habe hier schon einige gute Tips bekommen, die mir sehr weiter geholfen haben!

Gruß, Phow
(Name könnte eventuell Richtung Cathrine tendieren...., mal noch abwarten! ^^)

Re: Bonnie ist jetzt auch mit an Bord...

Reply #6
Hi @ all:

Vielen vielen Dank für eure liebe Begrüßung! Ich merke schon, der menschliche Umgang ist hier ein ganz anderer, viel herzlicher, was mich natürlich sehr freut. Im anderen Forum bin ich leider grandios gescheitert. Ich war mit meinen Problemen mein Leben lang allein. Jetzt hatte ich endlich nette Leute gefunden, mit denen ich mich verbal austauschen konnte. Ich wollte einfach nur dazu gehören.

Im Nachhinein betrachtet habe ich mich mit meiner Berichterstattung zu meinem Selbstversuch zum Thema "Brustvergrößerung mittels Vakuumtherapie" selbst abgeschossen. Ich stand damit bei der Forenleitung von Anfang an unter Beobachtung, weil ich mit dieser Thematik irgendjemandem mächtig auf die Füße getreten bin und wurde fortan in meiner Berichterstattung massiv behindert, was letztendlich dazu führte, dass ich meine eigenen Beiträge zensierte und teilweise gänzlich löschte, also erst gar nicht veröffentlichte. Ich weiß, so ein Forum braucht Sponsoren, aber man hätte mit mir zumindest mal drüber reden können. Vielleicht hätte ich sogar auf meine Berichterstattung verzichtet.

Als sich alles beruhigt zu haben schien, wurde mein Zugang unter Angabe fadenscheiniger Gründe ohne das ich dies gleich mitbekam, einfach gesperrt und das lebenslang. Eine wenig plausible Begründung, ich hätte "mehrfach gegen die Forenregeln verstoßen" erhielt ich erst auf Nachfrage. Ich bin mir nach wie vor keiner Schuld bewusst, die das auch nur ansatzweise rechtfertigen würde. Ich war mächtig sauer, weil ich mich von den anderen Forenmitgliedern weder verabschieden noch rechtfertigen konnte. Verstoßen vom eigenen Volk. Das Gefühl wünsche ich niemandem. Aber es war ja gar nicht das Volk, sondern nur die Führungsetage. Diese Ohnmacht hat mich ziemlich fertig gemacht, das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden und nichts dagegen tun zu können. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz ganz lieb bei Dwayna bedanken, die nicht ganz ohne Risiko eine kurze Stellungnahme für mich im Forum veröffentlichte.

Ich überlegte lange, wie ich in dieses Forum zurückkehren könnte, weil... wenn ich hier nicht reingehöre, überall woanders passe ich ja noch weniger rein. Ich bin im falschen Körper geboren, fühle denke und handele wie ein Mädchen, also bin ich transident, worauf ich sogar sehr stolz bin. Egal ob ich mich operieren lasse oder nicht. Die meisten dort haben es verstanden. Es gibt viele verschiedene Wege und gerade diese Vielfalt zeichnet doch den Menschen aus.

Aber um ins Forum zurückzukehren macht es wenig Sinn, wenn du die Forenleitung gegen dich hast, dann bist du bei der nächsten Irritation wieder draußen. Ich könnte jetzt noch ins Detail gehen, aber mir liegt nichts an einer Generalabrechnung mit dem alten Forum. Ich habe Hilfe gesucht, die mir seitens der Forenleitung leider verwehrt wurde, das habe ich anfangs nicht verstanden und es tat auch wirklich sehr weh. Das hat mit gesunder Menschenführung nichts mehr zu tun. Man sollte mit der Psyche der Menschen nicht spielen.

Aber jetzt schaue ich nach vorn. Am Donnerstag schaute ich mir diverse andere Foren im Internet im In- und Ausland an, von denen einige auch nicht mehr ganz aktuell zu sein schienen und entschied mich dann ganz spontan für eures hier. Überrascht war ich dann, hier doch einige bekannte Gesichter zu sehen. Für meine weitere Transition ist es wichtig, das Gefühl zu haben, hier einfach dazuzugehören, egal, ob man jetzt viel schreibt oder nicht. Es muss mich auch nicht jede(r) mögen.

So, das musste mal gesagt werden, in der Hoffnung, dann hiermit endgültig mit dem alten Forum abgeschlossen zu haben. Im Moment scheint meine Welt wieder in Ordnung. Im nächsten Beitrag widme ich mich euren Fragen, auch wenn es schon recht spät ist.

Liebe Grüße
Eure Bonnie, das etwas andere Mädchen

P.S.: Von meinem Selbstversuch berichte ich gern, aber nur, wenn unsere Forenleitung hier nix dagegen hat und auch andere Interessen dem nicht entgegen stehen. Ich möchte damit zwar gern auch anderen helfen, aber meine Mitgliedschaft hier ist mir persönlich derzeit wichtiger. Viel mehr als einen allerersten sehr positiven Eindruck von eurem / unserem Forum hab ich ja noch nicht. Das braucht gewiss noch etwas Zeit.

Re: Bonnie ist jetzt auch mit an Bord...

Reply #7
Also der Reihe nach und bitte nicht böse sein, wenn ich mich jetzt vielleicht etwas kurz fasse. Es soll sich niemand benachteiligt fühlen...

@ Kerstin S.:

Du hast dein Herz am rechten Fleck und ich hab dich in recht positiver Erinnerung. Du darfst gern mal über die Stränge schlagen. Erstens bin ich gut im Verzeihen und zweitens lege ich nicht jedes Wort auf die Goldwaage. Wenn sich mal jemand etwas unglücklich ausdrückt, so weiß ich doch immer, wie es gemeint ist. Ich freue mich jedenfalls sehr, dass du auch hier bist.


@ Daphne:

Du schreibst: "Die ersten drei Absätze könnten von mir sein.  Und was körperliche Veränderungen betrifft. Die wollte ich zuerst auch nicht. Inzwischen bin ich weitgehend angeglichen."
Mit meiner sich entwickelnden Oberweite fühle ich mich jetzt auch körperlich ganz als Frau. Aber für meine Transition brauche ich einfach etwas Zeit. Ich möchte ja einfach nur ich selbst sein. Kopfabwärts kann man mich mit kleinem Busen, femininer Kleidung inkl. Stiefeletten problemlos bereits als Frau sehen. Aber ich habe derzeit immer noch ein Problem damit, mir eine Perücke aufzusetzen, mich zu schminken und die Stimme zu verstellen. Ich habe da immer noch das Gefühl, das nur für die Leute zu tun und damit nur eine weitere andere Rolle zu spielen. Ich traue mich vermutlich nur noch nicht, mich in der Öffentlichkeit ganz als Frau zu zeigen, was auch das Anziehen von Kleidern und Röcken bedeuten würde. Optisch bin ich noch irgendetwas zwischen Mann und Frau, was sich immer mehr in Richtung Frau verschiebt. Ich wechsele nicht zwischen den Geschlechtern. Ich bin ein gleichbleibendes "Etwas" was sich immer weiterentwickelt und im Laufe der Zeit auch ganz zur Frau werden kann. Da ich mir mein bisheriges Leben nicht kaputtmachen lassen möchte, muss ich beispielsweise auch die Interessen meiner Frau berücksichtigen, die hier aufgrund ihres Berufs in meiner Stadt ja fast jeder kennt.

Vom Slip (Panties) bis hin zu Söckchen, Stiefeletten, Handtasche und Taschentuch trage ich ausschließlich Damenbekleidung und -schmuck. Da gibt es weder Männerstrümpfe noch Männerhosen. Mütze, Loopschal, Wintermantel, Handschuhe... alles ist feminin. Ich verkleide mich nicht, ich laufe immer so rum. Ich liebe Spaghettiträger und im Winter kuschelige schwarze Strumpfhosen... alles was sexy macht. Im anderen Forum wollten mir gewisse Leute immer wieder unterstellen, keine Frau zu sein, nur um mich zu provozieren. Einmal habe ich mich versucht zu wehren und wurde gleich mitbestraft. Aber ich möchte nicht schon wieder damit anfangen, wie ungerecht ich da manches empfunden habe...

Auf der Arbeit wissen weitestgehend alle Mitarbeiter/innen, wie ich denke und ticke. Das reicht mir im Moment und erlaubt mir, immer femininere Kleidung zu tragen ohne dass das jetzt noch jemand hinterfragt.

Vielleicht sollte ich noch sagen, dass ich keinerlei psychologische Betreuung habe, keine Hormone nehme und mich selbst durchwurstele. Vielleicht benötige ich deswegen für manche Erkenntnisse etwas länger...

@ Dietlind:

Dich finde ich auch sehr sympathisch. Sorry, wenn ich das mal so sage. Aber bitte keinen "Clyde" für mich! Ich kann mit Männern nicht viel anfangen. Aber mit "Bonnie & Clyde" liegst du richtig. Ich brauchte einen Namen für mich und fand zeitgleich die gleichnamigen T-Shirts im Internet. So fing meine äußerliche Verwandlung an. Ich kaufte T-Shirts, Sweatshirts, Achselshirts usw. in den unterschiedlichsten Farben für mich. Vorne drauf steht meist "Bonnie & Clyde" in Schreibschrift und hinten ähnlich wie bei einem Fussballtrikot ganz groß der Schriftzug "BONNIE" mit der Rückennummer 10 darunter. Auf der Arbeit fragte mich ganz am Anfang auch mal eine Azubine, wer der "Clyde" dazu ist, ohne zu realisieren, dass ich ja selbst die Bonnie sein könnte. So fing alles an und heute trage ich nur noch Damensachen, wozu auch ein lilafarbenes Nachthemd gehört *hihi*... Und ja, die Bonnie ist eine nette Frau *grinz*...


@ Siziliengirl:

Hi, du fragst: "Du schreibst das Du Angst vor Krankenhäuser hast , warum??"

Ganz einfach: Mir hat man als Erstklässler mal die Polyphen entfernt. Gänzlich ohne Narkose bei vollem Bewusstsein. Ich saß in der Poliklinik auf einem Stuhl, 2 Leute zzgl. meiner Mutter hielten mich fest und der dritte (muss der Arzt gewesen sein *lach*) schnippelte mit seiner Zange in meinem Rachenraum herum. Alles voller Blut. Vom Flur aus hörte ich schon meinen Vorgänger im Behandlungszimmer schreien. Ich habe mich mit Händen und Füßen gewehrt, da reinzugehen, aber allein war ich als Kind machtlos. Klingt wie aus einem Horrorfilm, ist aber war. Seitdem kostet es mich schon Überwindung, nur jemanden im Krankenhaus zu besuchen. Horrorfilme im Fernsehen anzuschauen, macht mir heute nichts mehr aus. Da bin ich ziemlich abgebrüht.

Ich bewundere jede(n), der/die den Mut hat, sich operieren zu lassen. Ich wäre damit überfordert, das gebe ich zu. Zahnarzt war jahrelang aus ähnlichen Erfahrungen ein Horror für mich. Heute sind die Behandlungsmethoden andere, aber ich kann trotzdem nicht sagen, dass ich nun unbedingt gern zum Zahnarzt gehe. Es sind halt so Kindheitserinnerungen, die einen prägten und die ich zeitlebens nicht vergesse.

Ich habe mir abgöttisch eigene echte Brüste gewünscht. Den Traum habe ich mir anderweitig erfüllt bzw. bin noch dabei, dies zu tun. Da könnte ich mir vorstellen, dass mein Wunsch irgendwann so groß geworden wäre, dass ich mich eines Tages doch unters Messer gelegt hätte. Im Moment ist das für mich aber unvorstellbar. Ich habe einfach eine Heidenangst davor, die mir niemand nehmen kann...


@ Phow:

Hi, du schreibst u.a.: "Ich bin jedes Mal erstaunt über die Parallen der verschiedenen Lebenläufe (jedenfalls im Groben) von uns,
die zur "späten Erkenntniss erwachen"."

Ja, ich gehöre zum Glück nicht zu denjenigen, die schon als Kind unter ihrem falschen Körper litten, habe ihn auch nie gehasst. Deswegen kann ich auch "relativ entspannt" mit meiner Transition umgehen, was mir auch nicht nur Freunde einbringt.
Ich war schon immer irgendwie "etwas anders", wusste allerdings jahrzehntelang nicht, was mit mir "nicht stimmte". Seit ich es weiß, bin ich einfach nur glücklich. In meiner Welt gab es keine Transidentität, nur Männlein oder Weiblein. Nur schwarz oder weiß. Ich dachte zwar manchmal, wenn ich eine Frau wäre, wäre ich zu 200 % lesbisch, kam aber nie auf die Idee, dass ich vom Kopf her ja eine Frau sein könnte. Es hat einfach nicht KLICK gemacht. Als Mädchen hätte ich ein völlig anderes Leben geführt. Aber es bringt nichts, dem jetzt nachzutrauern. Auch gäbe es dann meine 2 hübschen Töchter nicht. Also vergessen wir das Ganze mal schnell wieder.


@ all:

Ich möchte mich nochmals bei allen hier für die nette Begrüßung bedanken. Ich wäre gern mehr auf jeden einzelnen von euch eingegangen, aber das überfordert mich am ersten Tag gerade ein wenig. Ich wünsche euch allen viel Glück und Kraft für eure Transition. Ob ihr euch operieren lasst, noch ganz am Anfang steht oder nicht... spielt für mich keine Rolle. Ich nehme hier diesbezüglich keine Bewertungen vor. es geht nicht darum wer hier mehr oder weniger transident ist, sondern darum, dass denjenigen geholfen wird, die Unterstützung brauchen, egal in welcher Form.

Wenn eine(r) Probleme hat und einfach nur mal mit jemandem diskret drüber reden will, stehe ich euch als "Hobby-Psychologin" jederzeit gern zur Verfügung. Manchmal hilft es schon, wenn man einem einfach nur mal zuhört.

So... und jetzt husch ab ins Körbchen!!!

Liebe Grüße
Eure Bonnie

Re: Bonnie ist jetzt auch mit an Bord...

Reply #8
Das machst du schon richtig, Bonnie. Jede hat ihre eigene Geschwindigkeit. Nur, solltest du irgendwann auch einen weiblichen Namen im Personalausweis stehen haben wollen, kommst du an Psychologen nicht vorbei. Hormone sind sowieso optional. Schminken tu ich mich auch nicht, allerdings hab ich mir einen Lidstrich in Permanent Make-uo gegönnt. Kommt gut.

Re: Bonnie ist jetzt auch mit an Bord...

Reply #9
Hallo Daphne, natürlich hast du recht. Vom Kopf her bin ich durch und durch Frau, körperlich im Rahmen meiner Möglichkeiten auch. Nur die optische Angleichung nach außen hin ist bei mir entwicklungstechnisch längst noch nicht abgeschlossen. Da bin ich vom Kopf her einfach noch nicht soweit oder bereit, da ich gern mein gesamtes Umfeld mitnehmen möchte ohne dabei allzu viel Schaden anzurichten. Mit meinem "Ist-Zustand" komme ich ganz gut klar, weiß aber auch, dass dies noch nicht die Endlösung sein kann.  und sein wird. Mit der Mitgliedschaft in diesem Forum hab ich nun wieder festen Boden unter den Füßen und kann mir neue Ziele stecken.
Momentan arbeite ich noch an meiner Oberweite, lasse meine Haare zumindest bis zum nächsten Fasching wachsen, die ich vorerst nach hinten zum Zopf zusammenbinde, mit dem Ziel, daraus dann eine femininere Frisur für mich zu kreieren. Vorstellungen habe ich schon, weiß aber nicht, ob die sich bei meinem doch recht dünnen Haar dann auch realisieren lassen.

Immerhin habe ich schon einen DGTI-Ergänzungsausweis, wo "Bonnie" und "weiblich" drin steht. Auch wenn dieser rechtlich gesehen kaum von Belang ist, ist er für mich persönlich aber sehr wichtig. Alles andere zu seiner Zeit. Hier komm ich dann gern auf deine/eure Erfahrungen zurück...

Ich wünsche dir ein schönes, stressfreies vorweihnachtliches WE!

L.G. Bonnie

Re: Bonnie ist jetzt auch mit an Bord...

Reply #10
Hi, Dietlind, ich führe unsere Diskussion mal hier in meinem Thread weiter, da es hier doch mehr um mich geht und mit dem Ursprungsthema nichts mehr zu tun hat.

Allerdings bin ich eine Person, die das Klinefelter Syndrom hat (XXY Chromosome), und bei Menschen wie mir, trifft der Körper manchmal recht eigenwillige Entscheidungen, und daher funktioniert das Abnehmen nicht immer so, wie man will.
Allerdings ist es für mich erheblich einfacher, eine Frau zu werden, da mein halber Köper quasi schon weiblich ist.  Ich habe keine Körperbehaarung, habe keinen Haarausfall, habe keinen sichtbaren Kehlkopf und schon von Natur aus eine relativ weibliche Stimme, und auch meine natürlichen Gesichtszüge sind schon relativ weiblich (Kinn, Unterkiefer, Wangen), und natürlich wachsen mir schon richtige Brüste.
Mit dem Klinefelter Syndrom kenn ich mich leider nicht aus, hab aber schon ein bisschen was über dich hier gelesen. Brustbehaarung hab ich zum Glück auch keine. Ich kenne Männer, die haben da einen richtigen Pelz. Ich bin recht schlank und sag immer, dass ich wohl ursprünglich als Mädchen gedacht war, dann aber irgendetwas dazwischengekommen ist. Ich denke fühle und handele schon immer wie ein Mädchen. Im Gesicht rasiere ich mich jeden Morgen, aber das tue ich schon immer und ist so gesehen kein Problem für mich. Lustiger- und bemerkenswerterweise trug ich als "Mann" die letzten Jahre schon eine feminine Intimfrisur, auf die ich auch jetzt nicht verzichten werde. Die Beine rasiere ich mir etwa 1x im Monat. Epilieren vertrag ich leider nicht so. Mein Manko: Ich habe noch relativ männliche Gesichtszüge, "Theo-Weigel-Augenbrauen" und eine sehr tiefe Stimme. Aber das bin ICH. Im anderen Forum hat sich mal jemand über meine Augenbrauen lustig gemacht, aber ich hab mal gegoogelt: Es gibt tatsächlich auch Frauen mit buschigeren Augenbrauen. Aber okay... da das offensichtlich wichtig ist, halte ich diese Härchen mittlerweile ganz kurz, was auch schon besser aussieht. Ich muss mich mal informieren, wie ich sie schmaler gestalten kann. Hauptproblem ist immer noch meine Frisur. Ich hab relativ dünne Haare und sollte mich frisörtechnisch vielleicht mal beraten lassen.

Am schlimmsten litt ich unter meiner fehlenden Oberweite, die war nach meiner Abnehmphase einfach nicht mehr existent. Hätte ich da schon gewusst, was mit mir "nicht stimmt" hätte ich mir meine "männliche" Oberweite als Ausgangsmaterial erhalten. Geht aber nicht mehr zu ändern. Ich war in einer Fase, wo ich (fast) alles getan hätte für einen zumindest kleinen weiblichen Busen.

Um mich über die Möglichkeiten einer Hormontherapie zu informieren, meldete ich mich in einem Transgender-Forum an, wo man mir davon abriet und ich auch schnell feststellte, dass das nicht der richtige Weg für mich ist, auch weil es mir alles zu lange dauert. So recherchierte ich weiter und entdeckte noch eine weitere Möglichkeit - eine Brust-OP war für mich kein Thema - nämlich die "Brustvergrößerung mittels Unterdruck- oder auch Vakuumtherapie". Leider gibt es hierzu im Internet nur sehr widersprüchliche Angaben zu den Erfolgsaussichten dieser Methode.

Da die Bonnie aber von Hause aus sehr neugierig ist und es einfach wissen wollte, startete sie kurzerhand einen Selbstversuch... im Nachhinein eine der wichtigsten Entscheidungen in ihrem Leben, obwohl sie anfangs auch überaus skeptisch war, weil ihr überall und immer wieder suggeriert wurde, dass es nicht funktionieren kann. Die meisten Negativmeldungen beruhen aber offensichtlich darauf, dass es sich die Leute nur einfach nicht vorstellen können, nicht weil sie es etwa probiert hätten.

Wer hier keine Wunderdinge erwartet, wie ich zuvor keinen Busen hat und eine Brust-OP oder Hormontherapie nicht infrage kommt, für den sehe ich hier durchaus eine Alternative. Auf meine kleinen Mädchenbrüste bin ich verdammt stolz und mein Versuch läuft ja noch. Mal schauen, was noch geht. Meine neu gewonnene Oberweite verleiht mir ein unglaubliches Selbstbewusstsein, weil ich mich jetzt irgendwie komplett fühle. Brustprothesen oder irgendwelche Einlagen helfen mir nicht. Bei mir muss sich alles echt anfühlen... Ich ticke einfach so.

Ja, Dietlind, um deine "relativ weibliche Stimme" beneide ich dich natürlich, aber die Baustelle mach ich jetzt für mich noch nicht auf. Alles zu seiner Zeit. Ich stehe beruflich wie privat noch voll im Leben und kann nicht alles auf einmal angehen, so sehr ich es vielleicht möchte. Ich muss überall Prioritäten setzen. Auf meinem Weg zur Arbeit und zurück bin ich täglich mindestens 3 Stunden mit dem Auto unterwegs, die mir einfach fehlen...

Auch wenn ich optisch noch nicht wie die perfekte Frau aussehe... ich arbeite dran und fühle mich einfach glücklich, was meinen bisher erreichten Stand meiner Transition angeht. Da ich aber sonst mit kaum jemandem darüber reden kann, brauche ich dieses Forum hier im Hinterkopf. Ich weiß, dass ich "anders" bin, aber ich möchte trotzdem irgendwo dazugehören. Fragt mich ruhig, was ihr wissen wollt. Ich versuche jedem/jeder zu antworten...

Liebe Grüße
Deine / eure Bonnie

Re: Bonnie ist jetzt auch mit an Bord...

Reply #11
Bonnie
Für dein Augenbrauen - Problem gibt es jede Menge kosmetische Möglichkeiten, die so elegant zu machen, wie du sie möchtest.  Deine Stunden im Auto sind doch eine Traumzeit, Stimm-Training zu machen!  Es ist oft nicht die Frequenz die den Mann verrät, sondern die Art wie gesprochen wird.  Frauen betonen verschiedene Worte anders, und enden Sätze meistens mit eine hohen Note, während Männer am Satzende in den Keller gehen!  So etwas kann im Auto traumhaft geübt werden!
Bei deiner Saugtechnik zur Brustvergrößerung must du nur vorsichtig sein, dass du kine Haut- und Bindegewebeschäden bekommst!

Ich weiß nicht warum du gegen Hormontherapie bist, aber die würden dir, neben dem natürlichen Brustwachstum auch beim Kopfhaar helfen.  Hormontherapie würde auch deine Gesichtszüge weiblicher gestalten (Fettverlagerung). Implantate würde ich zuerst auch einmal sein lassen, denn diese sollten erst gemacht werden, wenn der natürliche Brustwachstum vorbei ist.

Natürlich sollte Hormontherapie nur unter ärztlicher Aufsicht gemacht werden.

Wie ich schon sagte, macht mir meine Biologie das Frau werden/sein, relativ einfach.  Mein Avatarbild wurde gemacht, ehe ich Hormone bekam.  Ich habe nur die Falten im Gesicht etwas entfernt.  Aber Menschen mit meinem Syndrom altern von ihrem Aussehen her nur sehr langsam, und ich werde immer 20 bis 25 Jahre jünger eingeschätzt, als ich in Wirklichkeit bin.  Ich war schon fast 40 Jahre alt, als mir bei Kinofilmen ab 18 immer noch mein Ausweis abverlangt wurde.

Re: Bonnie ist jetzt auch mit an Bord...

Reply #12
@ Dietlind und aber auch alle anderen von euch:

Bonnies Problem ist: Sie möchte einfach nur SIE SELBST sein. Dabei ist es ihr nahezu egal wie andere sie sehen oder über sie denken. Sie fühlt sich glücklich, seit sie weiß, was mit ihr "nicht stimmt".

Ich lebe seit 33 Jahren glücklich mit meiner Frau zusammen, habe zwei hübsche erwachsene Töchter, bin beruflich erfolgreich und lebe in einem gut funktionierenden Umfeld. Ich habe nie direkt unter meinem falschen Körper gelitten, im Gegensatz zu vielen anderen hier und bin glücklich, wie sich meine derzeitige Situation entwickelt.

Was nützt es mich, wenn ich aussehe wie die perfekte Frau, dann aber vor einem Scherbenhaufen stehe und keiner mehr mit mir reden möchte? Für mich selbst bin ich Frau, weil ich so denke fühle und handele. Ich denke möglicherweise zu kontrolliert, wäge Möglichkeiten und Nutzen gegeneinander ab. Aber ich bin glücklich wie meine Situation derzeit ist und teste natürlich weiterhin Schritt für Schritt, wie weit ich auf meinem Weg auch äußerlich zur Frau gehen kann.

Da meine Frau aufgrund ihres Berufes stadtbekannt ist, trägt sie meine Transition bislang nur bis zu einem gewissen Grad mit. Das ist der Grund, weshalb ich derzeit in der Öffentlichkeit noch keine Kleider und Röcke trage, obwohl ich sehr hübsche im Schrank zu hängen habe. Veränderungen brauchen Zeit. Aber die Welt gewöhnt sich langsam an mich.

Auch habe ich momentan noch das Gefühl, wenn ich meine Stimme verändern würde, mich schminke oder eine Perücke aufsetze, dass das dann auch wieder nicht ICH SELBST bin, sondern ich nur wieder eine neue andere Rolle spiele. Für mich ist das ganze ein Reifeprozess, der viel Zeit braucht.

Egal wie ihr darüber denkt, ich lebe trotzdem im falschen Körper und bin demzurfolge transident. Mit meinem Brust"wachstum" bin ich bislang überaus zufrieden. Eine Hormontherapie würde auch meine Psyche verändern und das möchte ich eigentlich nicht. Wenn ich das Gefühl habe, es nur für "die anderen" zu tun, lasse ich es besser sein. Wie sich bei mir mal alles entwickelt, kann niemand vorhersagen, das ist einfach ein langwieriger Reifeprozess. Da ich keinerlei psychologische Betreuung habe, dauern manche Erkenntnisse bei mir vielleicht etwas länger. Na und?

Als junges Mädchen würde ich hier sicher einen anderen Weg einschlagen, aber in meinem Alter muss ich doch schon ein wenig überlegen, was noch Sinn für mich macht. Ich fühl mich kerngesund und muss das Schicksal nicht unbedingt durch unüberlegte Schritte herausfordern, wobei ich hier immer nur für mich spreche.

Und da ich eben ein wenig anders ticke wie die meisten von euch bin ich halt das "etwas andere Mädchen", das aber auch irgendwo dazugehören möchte. Für mich sehe ich hier kein Problem.

Für dein Augenbrauen - Problem gibt es jede Menge kosmetische Möglichkeiten, die so elegant zu machen, wie du sie möchtest.  Deine Stunden im Auto sind doch eine Traumzeit, Stimm-Training zu machen!  Es ist oft nicht die Frequenz die den Mann verrät, sondern die Art wie gesprochen wird.  Frauen betonen verschiedene Worte anders, und enden Sätze meistens mit eine hohen Note, während Männer am Satzende in den Keller gehen!  So etwas kann im Auto traumhaft geübt werden!
Das Augenbrauen-"Problem" werde ich wohl tatsächlich als nächstes angehen. Es wäre für mich ein weiterer Schritt in die richtige Richtung und wohl auch kurzfristig machbar.
In den 2x 1,5 Stunden Autofahrt täglich höre ich meistens Hörbücher, kann da aus knapp über 1000 Stück auswählen oder höre Musik. Dazwischen hin und wieder mal die aktuellen Nachrichten. Klar, für Stimmtraining hätte ich da viel Zeit. Aber damit muss ich mich erst mal beschäftigen. Das ist eines der wenigen Themen hier wovon ich bislang rein gar keine Ahnung habe, wie es funktioniert.  Ich werde dir euch dann davon berichten.

Heute trage ich 2 Zöpfe und sehe eher aus wie Pipi Langstrumpf... wohlwissend, dass dies nicht alltagstauglich ist (grinz).

Liebe Grüße
Deine/ eure Bonnie

P.S.: Ihr dürft mir auch weiterhin gern ALLE schreiben, um hier Dietlind ein wenig zu entlasten. Grüße unbekannterweise auch an die Forenleitung  ;) , zu der ich in Kürze mal Kontakt aufnehmen sollte. Ich muss wissen, wenn ich hier in Wort und Bild über meinen Selbstversuch zum Thema "Brustvergrößerung mittels Vakuumtherapie" berichte, ob ich damit wieder irgendwelchen Sponsoren auf die Füße trete, denn dann lass ich es gleich bleiben, auch wenn ich damit gern anderen Menschen helfen möchte, denen es ähnlich ergeht wie mir.

Re: Bonnie ist jetzt auch mit an Bord...

Reply #13
Hey Bonnie,
 das klingt bei Dir so wie bei mir als das mit meiner schweren Herzkrankheit begann. Ab da veränderte sich mein Körper und das Gesicht. Alles wurde plötzlich männlicher und das zu meinem Schrecken. Ich laufe schon seit meinem achten Lebensjahr als Mädchen herum. Und das ob wohl ich über YY Chromosomen verfüge, sprich , ich habe seit der Geburt einen Eierstoch und eine Gebährmutter- also intersexuell, bin. Was solls!
Meine damaligen Eltern und meine Geschwister(15) behandelten mich wie Müll und das bekam ich auch immer gesagt. Bis ich mit 16 abhaute und einen neuen Adoptivvater bekam. ab da ging es mir prima, er half mir wo es nur ging. Fing damals sogar das modln an  bis zum 46 Lebensjahr. War überall auf der Welt zuhause und konnte mir sehr viel gönnen. Bis eben 2000 ich in meinem Bertieb zwei Herzinfarkte bekam. Von da ging es Schlag auf Schlag. Inzwischen habe ich elf  Infarkte, eine Leberzirrhose im Endstadium und eine Lebertransplantation hinter mir.
Bis ich mir vor nahm, ich möchte meine OP zur Frau haben. Alles und jeder erklärte mich für verrückt. So was würde ich nie überleben, aber warum. Keiner gab mir eine Chance. So gar Dr.Liedl verarschte mich nur eineinhalb Jahre. Bis ich ihm sagte er soll sich selber operieren aber mich in Frieden lassen.
Ging zu Dr. Taskov nach Erding und redete mit ihm, nach dem Gespräch sagte er mir sogar, warum gehen sie zu einem alten Mann dem seine Zeit überschritten ist. Ich habe auf ihn gehört und vor drei einhalb Monaten hatte ich meine ersehnte OP. Ohne Zwischenfälle und kein Komplikationen wie es immer geheißen hat. Am 9.1. 19 habe ich eine Korrektur und ich lasse mir nun doch noch eine Tiefe machen. Plus meine Brüste aufbauen und das Bauchfett absaugen.
Die Kasse machte anfangst Probleme aber dann lenkte sie ein und im Januar lasse ich nun die letzten Schritte machen. Dann ist Schluß. Meine Stimme habe ich so hin bekommen wie Dietlinda es Dir beschrieb und ob jetzt tief oder hoch. Meine Stimme gehört zu mir wie mein neues Leben nun zu mir gehört. Ich habe über 50 Jahre darum kämpfen müssen und niemand außer meinem A- Vater und meiner Nany hat mich keiner unterstützt. Gut ich habe selbst viel an Lehrgeld und auch so bezahlen müssen. Ich würde alles wieder machen und wer es mir verbieten würde - könnte so etwas kein zweitesmal mehr machen, würde ich den betreffenden lequitieren lassen würde. Doch das brauche ich nicht mehr. Mein Lebensweg ist so gut wie abgeschlossen und dann wird mir keiner mehr was sagen.
Mein Weg hat mich auch einen sehr hohen Preis zahlen lassen. Meine leiblichen Eltern sind tot, meine Oma und die Tante auch(beide zeigten mir was mit mir los ist), Mein Adoptivvater wurde in Sizilien  ermordet und meine Nany und spätere Mutter starb an gebrochenem Herzen. Zwei meiner Frauen sind tot, mein italienischer Hausarzt kam beim letzten Unwetter in Italien ums Leben mit zwei Enkeln. Vor zwei Wochen wurde mir mitgeteilt das drei meiner Freundinnen aus Palermo bei einem Erdrutsch ums Leben gekommen sind und ich selbst habe vier meiner schönen Häuser verloren. Gut die kann man ersetzen aber kein Menschenleben.
Nach all den schicksalschlägen bin ich trotzddem meinem Weg  treu geblieben. Weil ich wußte, jeder würde mir das auch sagen. Kämpfe um deinen Weg. Ich hätte jeden auch ohne zu zögern meine Macht gezeigt würde er mich dran hindern. Oder wer sich an meiner Frau vergreifen würde, der würde mit einem Loch im Kopf in der Hölle aufwachen.
So einfach bin ich gestrickt und mein Frau sein hilft mir nun meinen weiteren Weg zu gehen. Hochzeit(meine Frau das zweite mal heiraten) wrde ich im Oman zu Ende bringen und vielleicht da auch leben wollen. Sollte meine Frau nicht wollen gehe ich zurück nach Italia und da können wir bis zu unserem Lebensabend leben.So,nun schließe ic und wünsche Dir eine gute neue Woche.
Ach ja welche Schuh größe hast Du eigentlich??
Liebe Grüße
Jasmin Viktoria

Re: Bonnie ist jetzt auch mit an Bord...

Reply #14
Hallo Siziliengirl,
da ich gleich mal weg muss, nur ganz kurz:
Als "Mann" trug ich immer Schuhgröße 42. Als Frau bräuchte ich zumindest die Schuhgröße 41 1/2. Da ich mich aber vor einem Jahr unsterblich in ein paar Stiefeletten verliebte, ich gleich noch ein zweites Paar kaufen musste, weil sie fortan unabdingbar zu meinem Outfit und Markenzeichen gehören, trage ich gerade Schuhgröße 41. Viele Damenschuhe gibt es leider nur bis zu dieser Größe. Und ich brauche auch immer das "besondere" paar Schuhe, also eher etwas ausgefallenere Sachen. Warum fragst du???

L.G. Bonnie