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Topic: FzM Transsexuelle im 18. Jahrhundert (Read 2460 times) previous topic - next topic

FzM Transsexuelle im 18. Jahrhundert

http://kabinett.hadar.uberspace.de/?podcast=folge19-catharina-margaretha-linck-eine-frau-hat-die-hosen-an

In obigem Podcast wird von Catharina Margaretha Linck erzählt, die/der ein sehr bewegtes Leben geführt hat. Zur Sprache kommen auch Probleme, die wir heute als Passing bezeichnen und kreative Lösungsansätze dazu. Bis auf das traurige Ende (dieses spezielle) kommt mir der Leidensweg recht neuzeitlich vor.

Interessant ist, das es damals öfter vorkam, das gebürtige Frauen aus verschiedenen Gründen als Mann auftraten oder lebten. Auch andersherum geschah es bestimmt öfter, als es überliefert wurde!?


Im gleichen Podcast wurde auch schon über einen solchen Fall berichtet. Ich habe es in einem anderen Faden schon gepostet:
http://kabinett.hadar.uberspace.de/?podcast=episode88-le-chavalier-deon-ein-transvestit-im-dienste-des-sonnenkoenigs

Hört es euch an!!! Die Podcasts sind sehr unterhaltsam und sie boten mir zumindest einige AHA Momente.


Liebe Grüße,
Kerstin ;)

Re: FzM Transsexuelle im 18. Jahrhundert

Reply #1
Interessant ist, das es damals öfter vorkam, das gebürtige Frauen aus verschiedenen Gründen als Mann auftraten oder lebten. Auch andersherum geschah es bestimmt öfter, als es überliefert wurde!?


Nein, ganz bestimmt nicht - oder höchstens ganz privat. Frauen hatten damals keine Rechte. Eine Frau, die als Mann auftrat, verschaffte sich damit Vorteile. Ein Mann als Frau hätte dagegen alles verloren.

Re: FzM Transsexuelle im 18. Jahrhundert

Reply #2

... Frauen hatten damals keine Rechte. [...] Ein Mann als Frau hätte dagegen alles verloren. ...


Abgesehen davon, dass damals Rechte auch nur mit einem Titel verbunden waren, ist es jetzt auch nur tendenziell besser. Den Abstieg nimmt frau zwangsläufig in Kauf.


Re: FzM Transsexuelle im 18. Jahrhundert

Reply #3
Für Frauen war es damals oftmals die einzige Möglichkeit, ein Einkommen zu erzielen.

Re: FzM Transsexuelle im 18. Jahrhundert

Reply #4
Hier noch ein interessanter Literaturhinweis zu geschichtlichen Fällen von FzM:

Rudolf Dekker, Lotte van de Pol; Frauen in Männerkleidern - Weibliche Transvestiten und ihre Geschichte; deutsch: Berlin, 1990, Original: 1989,
Sachbuch mit über 120 dokumentierten Fällen in den Niederlanden zwischen 1550 und 1839


Sehr interessant auch dieser reich bebilderte Bericht zu MzF im Viktorianischen Zeitalter:

http://www.thegailygrind.com/2016/02/24/lifes-a-drag-these-vintage-photos-of-victorian-era-drag-queens-will-knock-your-corsets-off/


Hier ein Hinweis auf ein anderes Forum mit zahlreichen Verweisen und Literaturangaben zu geschichtlichen Fällen in beiden Richtungen:

http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3/viewtopic.php?f=9&t=10032

Daß sich bei den meisten geschichtlichen Betrachtungen und Quellen Transvestismus, Transsexualität und alles, was dazwischen und darum herum liegt, vermischen, ergibt sich aus der Tatsache, daß diese Begriffe und Betrachtungsweisen erst viel später entwickelt wurden.

Wer weiter sucht, wird sicher noch einiges mehr finden.


liebe grüße
triona

Re: FzM Transsexuelle im 18. Jahrhundert

Reply #5
Interessant übrigens, dass die ganz selbstverständlich Bart trugen...

Re: FzM Transsexuelle im 18. Jahrhundert

Reply #6
Sehr interessant auch dieser reich bebilderte Bericht zu MzF im Viktorianischen Zeitalter:

http://www.thegailygrind.com/2016/02/24/lifes-a-drag-these-vintage-photos-of-victorian-era-drag-queens-will-knock-your-corsets-off/


Quote
where dressing as a woman for entertainment purposes was fully acceptable.


Aber darum geht's ja grad nicht. Hosenrollen auf dem Theater waren immer schon akzeptiert.

Re: FzM Transsexuelle im 18. Jahrhundert

Reply #7
Stimmt. Es geht um die Männer, die sich erdreisteten, auch in der Öffentlichkeit Frauenkleider zu tragen.

Re: FzM Transsexuelle im 18. Jahrhundert

Reply #8

Interessant ist, das es damals öfter vorkam, das gebürtige Frauen aus verschiedenen Gründen als Mann auftraten oder lebten. Auch andersherum geschah es bestimmt öfter, als es überliefert wurde!?


Nein, ganz bestimmt nicht - oder höchstens ganz privat. Frauen hatten damals keine Rechte. Eine Frau, die als Mann auftrat, verschaffte sich damit Vorteile. Ein Mann als Frau hätte dagegen alles verloren.


Deshalb sind auch so wenig Fälle bekannt, weil sie so vorsichtig waren ;)

Ich habe mal irgendwo gelesen, das in jeder Gesellschaft und zu jeder Zeit etwa der gleiche Anteil an Menschen Homosexuell und Transsexuell sind. Belege kann ich nicht bringen, aber dies gilt auf jeden Fall für Hochsensibilität:
http://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Hochsensibilitaet-Fast-jeder-Fuenfte-ist-betroffen-id30972447.html

Ich gehe davon aus, das es immer Transidentität gegeben hat und es zur Menschheit gehört. Nur die Form der Gesellschaft entscheidet, wie viele davon sichtbar sind und wie viele im stillen Kämmerlein dahinleiden.

Re: FzM Transsexuelle im 18. Jahrhundert

Reply #9

Ich gehe davon aus, das es immer Transidentität gegeben hat und es zur Menschheit gehört. Nur die Form der Gesellschaft entscheidet, wie viele davon sichtbar sind und wie viele im stillen Kämmerlein dahinleiden.


Damit dürftest du verdammt richtig liegen.