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Topic: Abartiger gehts nimmer ... (Read 8091 times) previous topic - next topic

Re: Abartiger gehts nimmer ...

Reply #1
Das hab ich die Tage schon bei Extra 3 gesehen...

Realer Irrsinn: Illegale Solaranlage im Braunkohlegebiet

Denkmalschutz? Schön und gut. Blöd nur, dass Attawasch auf men Braunkohleflöz liegt. Braunkohlekraftwerke sind zwar herrliche Dreckschleudern und Klimaverpester, aber solange man damit ordentlich Kasse machen kann ist diesen Konzernen und deren Lobbyisten ja alles egal... Hauptsache, die Solaranlage kommt weg - auch, wenn das schöne Dorf eh weggebaggert wird... Stumpfsinniger geht's echt nicht mehr!

Re: Abartiger gehts nimmer ...

Reply #2
Danke für Beitrag @ Triona

Das gab es doch schon mal in Brüx:

https://www.youtube.com/watch?v=lFOwPrpY-Vs&feature=youtu.be

Braunkohle diente dazu, deutsche Spuren im Egerland zu tilgen.

Heute werden sorbische Spuren in der schlesischen Oberlausitz und Brandenburg getilgt. Damals ließ der Kommunismus Brüx verschwinden, heute der Monopolkapitalismus die schlesische Oberlausitz und Brandenburg.

Die Braunkohlelöcher liegen neben Görlitz und Zittau.

Re: Abartiger gehts nimmer ...

Reply #3

Nur ein widersinniges Bubenstück von hirnlosen Bürokraten oder Machtkampf bis zum Äußersten?

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/PANORAMA/Verlorene-Vision-artikel9535002.php

Abartiger gehts nimmer ...


liebe grüße
triona
Triona, falls Du eine klare Antwort dazu bekommen magst, frage Prof. Dr. Niko Peach http://www.uni-oldenburg.de/wire/produktion/team/apl-prof-dr-niko-paech/

Re: Abartiger gehts nimmer ...

Reply #4
Hier noch ein kleiner Aufsatz, den ich in einem anderen Forom geschrieben hab.
Er beleuchtet noch einige andere Gesichtspunkte dieses Themenkreises:


Wenn neue Formen der Energiegewinnung, dann müssen es ja immer gleich Großtechnologien sein, die auch nicht nur annähernd beherrscht werden, und die auch mit derzeit noch unkalkulierbaren Risiken verbunden sind. Da haben sie z.B. in Staufen im Breisgau eine Tiefbohrung gemacht zur Erkundung der Nutzung von (vulkanischer) Erdwärme. Da haben sie auch prompt eine Gipsschicht angebohrt. Durch das Grundwasser quillt der jetzt auf, und die Erde hebt sich. Und oben zerbröselt die ganze Altstadt, die vermutlich auch denkmalgeschützt ist. Ähnliches wird in Stuttgart erwartet durch den Bau von Stuttgart 21 - zwar nicht Energieerzeugung, sondern Verkehr. Aber auf jeden Fall spätkapitalistischer Größenwahn vom Krassesten.

Hier noch ein Bericht über das Ausmaß der Vorgänge in Staufen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hebungsrisse_in_Staufen_im_Breisgau

Daraus geht recht deutlich hervor, daß man noch weit entfernt ist, diese Technik auch nur ansatzweise zu beherrschen und deren Folgen abzusehen. Mehr Vermutungen und Annahmen als Wissen. Und dazu kommt anscheinend noch Pfusch beim Bau (mangelhafter Beton, nicht lotrechte Bohrungen).

Alles schön bürokratisch verwiesen in Ausschüsse und Arbeitskreise, die anscheinend bisweilen regelrecht ins Blaue hineintagen, wie dieses Zitat aus dem Wiki-Artikel bekundet:
"Ein weiterer Abrisskandidat könnte nach Ansicht des Arbeitskreises Staufener Stadtbild das Rathaus-Café sein. Im Mai 2015 widersprach Bürgermeister Benitz jedoch dieser Einschätzung und verwies darauf, dass der Arbeitskreis nicht immer über alle Informationen verfüge."
Siehe dazu auch die Sache mit den WISMUT-Archiven im Erzbegirge weiter unten.)


Das katastrophale Abenteuer mit der Kernkraft hat wohl noch lange nicht gereicht. Und alles auch noch voll auf die Kosten des arbeitenden Steuerzahlers. Erst die Subvention der Industrie beim Bau, dann die noch nicht absehbaren Kosten der Abwicklung, Müllentsorgung und der Schadensbeseitigung.

Beide Beispiele übrigens im grün regierten Ba-Wü. Können die aber auch anderswo.
Zur Erinnerung hier noch noch ein bekanntes Bild aus Köln:




Vgl auch die Vorgänge hier im Erzgebirge:
Die Bohrungen in Staufen waren ja nur ein verhältnismäßig kleines Vorhaben zur Heizung des Rathauses. In Wildbach bei Schneeberg (Kreis Aue, jetzt Erzgebirgskreis) haben sie erst neulich ein viel größeres Projekt vorläufig (rechtzeitig?) abgebrochen. Dort haben sie angefangen mit Probebohrungen bis in 5000 m Tiefe für ein geplantes Erdwärmekraftwerk. Und das in einer Gegend, wo sie die erheblichen unterirdischen Bewegungen als Folge von Bergschäden durch intensieven Raub-Bergbau seit 500 Jahren immer noch nicht in den Griff bekommen haben. Erst voriges Jahr ist in Schlema (in unmittelbarer Nähe zu dem geplanten Kraftwerksvorhaben) eine Straße eingestürzt, daß danach ein Loch war so groß wie ein ganzes Haus.

Und das Tollste: Keiner war es gewesen, keiner weiß angeblich, wer da überhaupt früher gebohrt hat. Selbst die (nach wie vor immer noch staatliche) WISMUT-Nachfolgegesellschaft - eine der "Hauptäter" in der jüngeren Vergangenheit - hat angeblich keinerlei Daten in ihren Archiven, die einen Aufschluß darüber geben könnten. Dabei war die SDAG WISMUT innerhalb der DDR sozusagen ein "Staat im Staate" - mit eigenen (teilweise bewaffneten) Sicherheitskräften und Geheimdienst, eigenem Verkehrswesen, Wohnungsbaugesellschaften, Handelsorganisation usw und  eigenen Forschungsintituten. Daß die bis 1991 auch über ein umfangreiches Archiv verfügten, versteht sich nur am Rande. Wenn das im Zuge der "Abwicklung der DDR" nicht absichtlich alles vernichtet worden ist, dann wird es heute wirkungsvoll unter Verschluß gehalten.


Und auch beim Denkmalschutz kriegen sie auch außerhalb von Deutschland so manche Kapriolen hin. Da hab ich mal in der Bretagne (FR) an einem uralten Schloß eine Terasse gebaut. Als alles fertig war nach den Wünschen und Plänen des Schloßherren und seiner Frau, da hat ein Starkregen, dessen Wassermassen ungehindert vom Dach herabprasselten, sogleich die frisch angelegten Rosenrabatten vor der Schloßmauer weggespült. Ich hab ihn gefragt, warum er denn keine Dachrinne anbringt. Da hat er gesagt, daß ihm das das Denkmalamt verboten hätte, weil es zur Bauzeit des Schlosses noch keine Dachrinnen gab. :roll: Daß das Fehlen einer Dachrinne auch verheerende Wirkungen auf die ach so denkmalschutzwürdige Bausubstanz des alten Gemäuers hat, sei hier nur noch am Rande erwähnt ...

Da haben es sich die alten Könige und Adligen leichter gemacht. Die haben ihre Schlösser ihrerzeit einfach umgebaut und erneuert, wie sie wollten. War allerdings auch niemand da, der es ihnen hätte verbieten können.


liebe grüße
triona

Re: Abartiger gehts nimmer ...

Reply #5
Beide Beispiele übrigens im grün regierten Ba-Wü. Können die aber auch anderswo.


Naja, Bohrungen nach Tiefenwärme sind Sache der Kommune und Stuttgart21 ist auf demMisthaufen der Bahn gewachsen. In beiden Fällen hat die Landesregierung nicht das geringste damit zu tun. Das Bahnprojekt hat sie auch nur geerbt, das war schon früher von einer rein schwarzen Regierung durchgewunken worden.

Hier wird übrigens erfolgreich und völlig problemlos nach Thermalwasser gebohrt. Das Ziel ist, die gesamte Stadt mit Fernwärme aus Tiefenwärme zu versorgen.

Re: Abartiger gehts nimmer ...

Reply #6

Beide Beispiele übrigens im grün regierten Ba-Wü. Können die aber auch anderswo.


Naja, Bohrungen nach Tiefenwärme sind Sache der Kommune und Stuttgart21 ist auf demMisthaufen der Bahn gewachsen. In beiden Fällen hat die Landesregierung nicht das geringste damit zu tun. Das Bahnprojekt hat sie auch nur geerbt, das war schon früher von einer rein schwarzen Regierung durchgewunken worden.


Klar, daß die Grüne Regierung die Probleme "geerbt" hat. Dafür "durften" sie ja auch antreten, um diese und andere hochumstrittene Sachen mehr oder weniger geräuschlos voll durchzuziehen, die die selbsternannte Mappus-Regierung vor ihnen nicht ohne weiteres durchsetzen konnte. Davor war man natürlich voll dagegen, danach werden die Schäfchen des Großkapitals, die beinahe schon abzusaufen drohten, elegant ins Trockene gebracht ...


Der Seitenhieb auf die Grüne Regierung bezog sich übrigens auch auf einen hier nicht zitierten Beitrag eines Baden-Württembergers, der in dem anderen Forum dem meinigen vorangegangen war. Wäre von selber vlt nicht drauf gekommen, dies eigens zu erwähnen. Aber stimmen tuts trotzdem, weswegen ich das auch nicht gestrichen habe.

Und die Bahn als gewinnorient arbeitendes Unternehmen ist grundsätzlich auch nichts anderes wie ein Energiekonzern oder andere Großunternehmen.


Übrigens: Was kommt dabei heraus, wenn man grün und schwarz mischt?
Holt mal wieder euren Malkasten heraus und probiert es aus ...  ;D


liebe grüße
triona


Re: Abartiger gehts nimmer ...

Reply #8
Der Seitenhieb auf die Grüne Regierung bezog sich übrigens auch auf einen hier nicht zitierten Beitrag eines Baden-Württembergers, der in dem anderen Forum dem meinigen vorangegangen war.


Welches andere Forum denn? Ich bin da jedenfalls nicht dabei. Und sich auf Beiträge in einem anderen Forum zu beziehen ist, naja...

Re: Abartiger gehts nimmer ...

Reply #9
Es war das Mundharmonikaforum.
Und ich schreib nicht alles vollständig um, solange es nicht völlig ohne Bezug zum Thema und den jeweiligen Lesern ist, oder sich als falsch herausgestellt hat. Und diese Einschätzung der Grünen Partei halte ich immer noch für richtig. Egal was da vorher wo auch immer und wie auch immer diskutiert worden ist - hier oder anderswo. Ist allerdings meine Meinung. Muß mit deiner ja nicht übereinstimmen - wie so häufig.

Ich kanns aber auch ganz lassen. Bin nicht drauf angewiesen, hier überhaupt was zu schreiben.


liebe grüße
triona

Re: Abartiger gehts nimmer ...

Reply #10
Diese meine Kreisverwaltung (SPN) ist diesbezüglich einfach nur peinlich ...
(Und die Kohle ist noch ein anderes, ganz besonderes Reizthema  >:(

Re: Abartiger gehts nimmer ...

Reply #11



Wenn neue Formen der Energiegewinnung, dann müssen es ja immer gleich Großtechnologien sein, die auch nicht nur annähernd beherrscht werden, und die auch mit derzeit noch unkalkulierbaren Risiken verbunden sind. Da haben sie z.B. in Staufen im Breisgau eine Tiefbohrung gemacht zur Erkundung der Nutzung von (vulkanischer) Erdwärme. Da haben sie auch prompt eine Gipsschicht angebohrt. Durch das Grundwasser quillt der jetzt auf, und die Erde hebt sich. Und oben zerbröselt die ganze Altstadt, die vermutlich auch denkmalgeschützt ist. Ähnliches wird in Stuttgart erwartet durch den Bau von Stuttgart 21 - zwar nicht Energieerzeugung, sondern Verkehr. Aber auf jeden Fall spätkapitalistischer Größenwahn vom Krassesten.




Liebste Triona,

vergiss das fracking nicht oder das Probebohren nach Kupfer in der Oberlausitz. Dann noch das Verbraunen der Gewässer in der Lausitz, die Liste ist sehr lang. Heil, es lebe die Kohle und/oder Bodenschätze, koste es, was es wolle.

Aber von Menschen, die ihre slawische Identität verleugnen, kann man wenig Widerstand erwarten. Ich heiße Cveta und habe nicht verschämt Flora im Pass stehen wie so viele andere im nördlichen Landkreis Görlitz.

LG Cveta

PS: Ruhrgebiet, Saarland, Lothringen und Oberschlesien u. Waldenburger Land (Waldenburg/Schlesien) haben ihre Bergsenkungen.

Re: Abartiger gehts nimmer ...

Reply #12

Abartiger gehts nimmer ...


Der Respekt vor, und die Einhaltung von Gesetzen ist nun mal Teil des Rechtsstaats. So wie das Beachten eines Stoppschilds, oder einer roten Ampel um 3:00h morgens, oder die Tempobegrenzung auf 50km/h auf freier Strecke, obwohl man weiß dass es nur da steht weil der Verwaltungsmensch die falschen Schilder bestellt hat.

Den ganzen geschilderten Vorgang würde ich als absurd bezeichnen, nicht weil ich das Wort abartig generell nicht verwenden mag, sondern weil dieses tatsächlich auch was ganz anderes meint.

Richtig absurd wäre aber, das denkmalgeschützte Gebäude unter Zwangsverwaltung zu nehmen, weil es dem Eigentümer nicht möglich ist es vom Abriss zu bewahren, er also seine Pflichten offensichtlich nicht nachkommt.

Re: Abartiger gehts nimmer ...

Reply #13
Zitat:

ab­ar­tig
Wortart: Adjektiv
Häufigkeit: ▮▮▯▯▯
Rechtschreibung
Worttrennung: ab|ar|tig

Bedeutungsübersicht

1.    (emotional abwertend) (besonders in sexueller Hinsicht) vom als normal Empfundenen abweichend; pervers
2.    (umgangssprachlich emotional verstärkend) (auf absurde Weise) unangemessen, merkwürdig

Synonyme zu abartig

1.    abnorm, abseitig, anders, anomal, anormal, krankhaft, normwidrig, pervers, regelwidrig, unnatürlich, unnormal, verkehrt; (besonders österreichisch und schweizerisch) abnormal
2.    absurd, merkwürdig, schlimm; (oft emotional übertreibend) unerhört; (umgangssprachlich, oft emotional übertreibend) pervers

Zitat Ende
Quelle: http://www.duden.de/rechtschreibung/abartig

Nummer 2 hab ich gemeint.


Und an dem "Rechtsstaat" wie er hier - und auch anderswo - bisweilen (oder vlt meistens?) ausgeübt wird, dürfen wohl noch gewisse Zweifel erlaubt sein. Da gibt es noch ganz andere Sachen ...


liebe grüße
triona

Re: Abartiger gehts nimmer ...

Reply #14
Hallo,




Der Respekt vor, und die Einhaltung von Gesetzen ist nun mal Teil des Rechtsstaats. So wie das Beachten eines Stoppschilds, oder einer roten Ampel um 3:00h morgens, oder die Tempobegrenzung auf 50km/h auf freier Strecke, obwohl man weiß dass es nur da steht weil der Verwaltungsmensch die falschen Schilder bestellt hat.



Das Problem liegt, glaube ich woanders:

Der sogenannte Rechtsstaat, bzw. die Regierungen, die ja Teil des Rechtsstaates sind, verstoßen laufend gegen ihre eigenen Regeln:

Wie oft wurden Gesetze vom Bundesverfassungsgericht kassiert ?

Warum dürfen denkmal geschütze Bahnhöfe abgerissen werden ?

usw.

Nein, der Bürger soll die Gesetze einhalten, aber die Regierenden machen die Gesetze und verstoßen gegen sie.

Rebecca