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Topic: schock (Read 30724 times) previous topic - next topic

Re: schock

Reply #45
Hallo Dany,

Deine Anglizismen und mehr noch Dein Gebrauch von Ausdrücken wie "Gefühle", "Gedanken", "Gemüt", "Vernunft" und "Instinkten" verwirren mich ehrlich gestanden. Ich fühle mich auch nicht mißverstanden, sondern verstehe nicht was Du meinst.

Darüber weiter zu diskutieren würde aber von eigentlichen Thema wegführen, was ich schade fände.

Zumal ich ohnehin den Eindruch habe, dass wir mit dem wie wir in diesen Fragen denken nicht gar zu weit auseinander liegen.

Liebe Grüße
Nicola

Re: schock

Reply #46

Oft frage ich mich woher diese Ängste bei uns stammen.


Mhmm, es geht immer um existentielle Fragen - darum, so leben zu dürfen, wie man ist. Offenbar finden viele die Freiheit mancher ebenfalls betroffener anders als man selbst zu sein bedrohlich. Wenn es um Ängste bei Transsexuellen geht, die auf medizinische Hilfe angewiesen sind, ist das in Anbetracht der Haltung sowohl der Behandler als auch der Geldgeber auch durchaus nachvollziehbar.

Re: schock

Reply #47

Hallo Bastienne,

eine Verständnisfrage: Was verstehst Du unten "somatischen Maßnahmen Dritter"?

Huhu. Ok, ich sollte genauer definieren, haste Recht! Ich meine die Inanspruchnahme von somatischen Maßnahmen, welche einer Diagnose durch Ärzte bedürfen und damit also auch nicht unter "Bodymodification" fallen.
Auch bei BM gibt es sicherlich Krankheitswert ggf. ....sie sind aber eigenverantwortlich und werden auch nicht durch eine Gemeinschaft finanziell getragen.




Das "Fetsich-Ding" halte ich nur solang für gefährlich kontraproduktiv, songe wir uns krampfhaft davon distanzeiren müssen.
Zustimmung.

Hallo Beate,

das Tragische ist in meinen Augen, dass es beim Benennen von Unterschieden und von Gemeinsamkeiten meist nicht so sehr am Können, sondern vor allem am Dürfen scheitert. Ich empfinde das oft als Überempfindlichkeiten, um nicht zu sagen ideologische Schranken in den Köpfen. Da wird oftmals nicht mehr nachgespührt und Argumente abgewogen, sondern Scheuklappen ausgefahren. Oft frage ich mich woher diese Ängste bei uns stammen.

Liebe Grüße Nicola


:) sehr gute Frage. Vielleicht weil manche Angst haben sich wirklich mal ihren eigenen seelischen "Abgründen" stellen zu müssen? Normalerweise beschreibst du vom Verhalten aus psychologischer Sicht dabei eindeutiges, klassisches Verdrängungsverhalten,... und ich denke dies ist auch der springende Punkt.

_@_y <3

Re: schock

Reply #48



Dieses "Ich kann nicht leben als Mann" ist glaube ich ein Unterschied der bei aller Gemeinsamkeit schon ein bisschen betont werden sollte.

lg
Mia
Ab da wird es höchstkompliziert, weil das Gemüt einem betrügen kann. Und die Entscheidung trifft man ob "richtig oder falsch" selber und zwar nach ein paar Monaten für langfristig.
Ich rate also davon ab, wenn es einer/einem beschissen geht voreilige Entschlüsse zu ziehen. Stattdessen die Entwicklung abzuwarten, ob die Gemütslage sich nicht auch ohne weiteren Maßnahme verbessern kann usw..
Die Lebenserfahrung spielt dabei eine große Rolle, darum behaupte ich, dass das ältere Semester weniger die falsche Entscheidung trifft wie sonst auch.
Habe dazu aber keine Demoskopie/Statistische Auswertung gesehen, es sind lediglich meine Gedanken.

Alleine schon Bekleidungstechnisch sehe ich in weiblicher Form viel mehr positive Eigenschaften, ob dies die Gemütslage negativ beeinflussen kann? Ich weiß es nicht.

Dany


28 Jahre Trauma und leid als Gemütslage zu bezeichnen empfinde ich als die krasseste Beleidigung die mir seit langen jemand gemacht hat.

Zu "warten das es besser wird, vielleicht?" hätte fast mein Leben zerstört. Sorry aber wenn du dir da unsicher bist ja, warte. Wenn keine Unsicherheit besteht, ist es das SCHWACHSINNIGSTE und verkehrteste was du machen kannst.

Und nein, es war kein "vielleicht???" mit schlechter Gemütslage. Ich hab meinen Penis angezündet und angeschnitten und abgeklemmt, mit 9 Jahren und damit erst aufgehört als mir mit 14 einfach alles scheiss egal war und ich nur noch sterben wollte. Zwei Suizidversuche später. Und seit ich 7 war durfte mich niemand mehr nackt sehen bis jetzt. Und ich hab noch nie geküsst, mich nie verliebt, und hab bis heute probleme meinen Körper zu akzeptieren der sich unter den falschen Hormonen einfach mal in etwas verwandelt hat was ich hasse deswegen.

Das ist also eine Gemütslage. Ja nee ist klar. Gemütslage.

Herzlichen Dank für das ABSOLUT UNFASSBARE UNVERSTÄNDNIS UND DIE UNTERTREIBUNG DES JAHRHUNDERTS.

lg
Mia

P.S.: Jetzt geht es mir besser. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Ich klink mich wieder aus weil ich diese schwachsinnige Unterhaltung hier schon fünf mal geführt habe, und das Dummgelaber von "Du bist ja vielleicht nur verwirrt,... du weist nicht was das beste ist für dich selbst. Lerne doch dich zu akzeptieren wie du bist."tut einfach nur weh und reißt alte Wunden auf. Wenn das irgendwie klappen könnte damit zu leben dann hätte es verdammt nochmal geklappt. BULLSHIT.

P.P.S.: Mir geht es so gut wie noch nie in meinem Leben. Ich brauch nicht mal mehr medis. Und das liegt nicht daran das ich gelernt habe dieses drecks geschlecht zu akzeptieren das mir mein Körper aufzwingt, sondern daran das ich meinen Körper angepasst hab an das was ich fühle. Emotionen sind nämlich relativ wichtig hab ich gehört. Die machen das man sich ganz scheisse fühlt wenn man auf ihnen rumtrampelt. Und wenn das durch den Körper ein dauerzustand Seelischer Vergewaltigung ist dann geht es einem relativ bescheiden. Es ist witzig wie gut es mir geht nur weil ich angefangen habe zu glauben und gemerkt habe das ich so nicht für immer weiter leben muss. Mir ging es in meinem ganzen Leben noch nicht so gut.

Klar nicht alle sind so wie ich. Aber es gibt mich. Und ich glaub nicht das ich die einzige bin die so fühlt.


Re: schock

Reply #50
Hallo Mia Frau ist auf Deiner Seite . Ich kann fühlen worüber Du schreibst .  Vollstes Vertändnis .

Knuddel und sie nicht Traurig Du -----bist nicht   A L E  I  N   E    .    OK 

                                    Ute

Re: schock

Reply #51
Hallo Mia.
Ist doch wunderbar, dass es dir so gut geht wie noch nie. Natürlich ist es am wichtigsten die eigenen Gefühle zu leben. Auch hat hier niemand die Absicht dich zu verletzen. Wir sind letztlich alle Teil dieses Problems und gleichzeitig dessen Lösung. Diese Diskussionen sind nur unheimlich wichtig, damit wir als Txyz strategisch gesehen weiter kommen.
Wie ich schonmals schrieb: Jede, die medizinische Hilfe braucht soll diese auch erhalten. Es geht nur um eine generelle Findung eines gesellschaftlichen Weges und Umganges..., und diesbezüglich ist es wichtig kommunizierbare Inhalte zu erörtern, welche sowohl der Individualität als auch den sozialen Anforderungen gerecht werden.

Deshalb tut es manchmal weh,... nicht nur dir,... selbst einer Fotze wie mir ;)

Alles Liebe _@_y <3

Re: schock

Reply #52
Mias heftige Reaktion zeigt mir, wie Recht Beate hat:


Mhmm, es geht immer um existentielle Fragen - darum, so leben zu dürfen, wie man ist.

Und ich glaube es ist enorm wichtig, diese Existenzialität anzuerkennen und zu würdigen. Die Verzweiflung und das Gefühl der Ausweglosigkeit sind absolut real und mächtig – die Gefühle, was nicht automatisch heißt, das die Situation ausweglos sin muss. Aber diese Gefühle schüren Hass und lösen Verzweiflungstaten aus: Ich kenne das mir selber auch, ich habe als 5-, 6-, 7-jährige auch versucht mit ähnlichen Methoden meinen Penis loszuwerden…. Aber war das in irgendeiner Form heilsam? Kann dieser Kampf gegen das Männliche in und an uns ein finaler Lösungsweg sein? Sicher er kann Erleichterung schaffen und das ist in einer solchen Situation bereits sehr wertvoll. Aber echte Lösung? Ich glaube, er führt in letzter Konsequenz ins Verderben, sofern es uns nicht gelingt zumindest einen Rest dieser männlichen Körperlichkeit zu akzeptieren, werden wir diesen Körper und damit unser Leben vernichten. An welchem Punkt wir es schaffen Frieden zu schließen, muss und darf jede für sich selbst entscheiden. Aber aus meiner Sicht ist der zentrale Punkt der des Frieden-schließens und nicht Kämpfe die davor noch ausgestanden werden müssen. Aber diese Sichtweise wird vermutlich aus dem Punkt resultieren an dem ich in meinem Leben stehe und wird von Jüngeren wie Mia vermutlich notgedrungen erst einmal anders wahrgenommen.



28 Jahre Trauma und leid als Gemütslage zu bezeichnen empfinde ich als die krasseste Beleidigung die mir seit langen jemand gemacht hat.

Auch die aus einem solchen Trauma entspringenden Gefühle (Verzweiflung, Hass, Todessehnsucht…) sind nüchtern betrachtet Gefühlslagen und es ist meines Erachtens keine Beleidigung diese Gefühle so einzuordnen. Und gleichzeitig kann ich Mia trotzdem gut verstehen, wie bedrohlich es sich für sie anfühlen mag, wenn dem Hass durch eine solche Einordnung ein Stück seiner Macht genommen wird. Denn in dieser Macht steckt auch die Hoffnung das verhasste Männliche endlich überwinden zu können.

Mit Sicherheit steckt in einer solchen Einordnung auch ein Stück Verharmlosung. Trotzdem muss eine solch nüchterne Betrachtung meines Erachtens nicht unbedingt verkehrt sein. Sondern eine solche Einordnung von Hass kann auch dazu dienen mit diesem starken Gefühl umzugehen, statt sich von dessen Destruktivität Handlungen aufzwingen zu lassen.

Schlussendlich liegt es in jeder von uns selber, wie wir mit solchen Traumata, solchen Gefühlen und den daraus erwachsenden Gemütszuständen umgehen. Jede ist ihres eigenen Glückes Schmiedin, und Hass ist ein mächtiges und zugleich gefährliches Schmiedewerkzeug. Medizinische Maßnahmen sind ein anderes, in meinen Augen deutlich konstruktiveres Werkzeug.

Liebe Grüße Nicola

Re: schock

Reply #53

Hallo Dany,

Deine Anglizismen und mehr noch Dein Gebrauch von Ausdrücken wie "Gefühle", "Gedanken", "Gemüt", "Vernunft" und "Instinkten" verwirren mich ehrlich gestanden. Ich fühle mich auch nicht mißverstanden, sondern verstehe nicht was Du meinst.

Darüber weiter zu diskutieren würde aber von eigentlichen Thema wegführen, was ich schade fände.

Zumal ich ohnehin den Eindruch habe, dass wir mit dem wie wir in diesen Fragen denken nicht gar zu weit auseinander liegen.

Liebe Grüße
Nicola

Fuckin' damn uncool anglizismen!

Hola Senora!

Ich denke auch, dass wir nicht allzu weit auseinander liegen, hat vielleicht mit der Lebensweise zutun?

Was ist das eigentlich Thema? Wohlbefinden mit sich selber?

Die Seele mit dem Körper in Einklang zu bringen, wie auch immer entscheidet man selbst.

Leute wie ich die keine gegengeschlechtliche Hormontherapie durchführen, können sich nicht dahineinversetzen, ist jawohl Fakt. Dass es deshalb immer wieder zu Streitigkeiten kommen kann, ist Stagnation. Aufgeheizte Gemüter schreiben sich ihren Frust von der Seele, fühlen sich missverstanden und-oder beleidigt. Dabei ist es doch ganz klar, dass sich, (ich nenne es bei Namen) Transgender in Transsexuelle ab einem gewissen Punkt nicht hineinversetzen können.

Ich habe einige besondere Frauen(die angekommen waren) im Leben kennengelernt, und unabhängig voneinander Parallelen zu meinem letzten Absatz kennengelernt, dass sich das Verständnis TG/TS ab dem "Hormontor" trennt. Ich glaube hier muss man abgrenzen, weil Erkenntnisse die man nicht erlebt oder gemacht hat, nicht beurteilen kann oder halt eben doch. Also muss meiner Meinung nach sowas wie ein Grundsatz zur Diskussion selbstverständlich sein, und das herrscht hier meistens, dass man sich eben nicht unsinniger weise gegenseitig verletzt. Wohl aber, dass man sich schnell angegriffen fühlt wie und nicht zuletzt das zwischen mir und Mia geschehen ist. Dabei möchte man sich gegenseitig weiterbringen, glaube ich.

dany



Re: schock

Reply #54

Leute wie ich die keine gegengeschlechtliche Hormontherapie durchführen, können sich nicht dahineinversetzen, ist jawohl Fakt. 


Alle Menschen sind doch irgendwie verschieden und deshalb hat dieses Hineinversetzten natürlich in jedem Fall seine Grenzen. Es als unmöglich zu erklären heist in meinen Augen aber, der Sprachlosigkeit das Feld zu überlassen. Du hast sicher Recht, es ist wichtig sich der Begrenzheit dieses Hineinversetzens bewußt zu sein und dadurch Übergriffigkeit zu vermeiden. Aber für genauso wichtig halte ich es, immer wieder den Versuch zu unternehmen.

Ich nehme auch keine gegengeschlechtlichen Hormone, habe aber sehr wohl, sehr weitgehend damit schon geliebäugelt bis hin zu ersten Versuchen. Ich glaube, ich kann mich durchaus darin hinein versetzten was für eine Versuchung und auch was für eine Erlösung das sein kann. Ich habe aber nie am eigenen Leib erfahren, wie es sich tatsächlich anfühlt einen weiblichen Hormonstatus zu haben. Aber haben das TS tatsächlich oder haben sie lediglich einen Hormonstatus, der dem von durchschnittlichen Frauen ähnlich ist?

Schon wieder lauter Grenzwertbetrachtungen. Vielleicht ist das das eigentliche Thema dieses Threads?

Liebe Grüße
Nicola

Re: schock

Reply #55
Vielleicht könnte ein offenherziger Gynäkologe dazu berichten? Dass manch eine besondere EDIT Frau- als Frau Doktor SelbST Erlebthat fungiert, ja so, kann ich nicht bewerten aber ist mir aufgefallen.

Re: schock

Reply #56
Quote

Krankheitswert


Krankheitswert hat es dann, wenn ein Mensch in der Gesellschaft nicht leben kann, und keinen Ausweg hat, sich in einer anderen Gesellschaft einen Platz zu suchen. Und zum Leben gehört sich und die Abhängigen alimentieren zu können. Wenn das nicht (mehr) funktioniert, muss geholfen werden, sei es durch akute Überlebenshilfe, Hilfsmittel die zum Leben-können führen. oder auch Maßnahmen die heilen, das heißt den oben definierten Zustand abstellen.

Vom Allgemeinen zum Besonderen, im Falle Trans kann das zur Anwendung des gesamten Standards-of-Care Pakets, zu lebenslangen Therapieversuchen, oder zu Bewältigungsversuchen durch Teilnahme in Extrem-Sport-Männerclubs mit Verurteilung zu 35 Jahren Haft führen...

Quote

Fetisch


Was wir so als Negativum vor Augen haben, sind wohl Fetischisten mit exhibitionistischer Ader, aber ohne transsexuelle Tendenzen. Plus den unappetitlichen Vorstellungen vom Wäschewxxxxr, der Dessous klaut und sich stellvertretend an ihnen vergeht.

Erstere können unserem Image schaden, weil sie gelegentlich Fetisch-Kleidung die für Frauen bestimmt sind tragen, also irgendwie trans aussehen, und das eindeutig mit sexueller Erregung und gelegentlich jämmerlicher Autoerotik verbinden.
Letztere könnten uns ziemlich egal sein, wenn sie es bei bei der Befriedigung der Lust beließen, und nicht glauben würde, sich in Erotikforen durch Aussagen wie "eigentlich bin ich doch eine Frau" rechtfertigen zu müssen.

Dieses ganze Spektrum aber ist genauso wenig für mich repräsentativ wie jede in der Öffentlichkeit stehende Transfrau, wenn ich Videoclips von Lorielle London, das Buch von Deirdre McCloskey, die beiden von Ellen Boyd, das von Richard Novik (ok keine transfrau, aber offen als Teilzeitfrau lebend), selbst gute Transfilme wie Priscilly, Transamerica, The Crying Game, To Wong Foo, Beautiful Boxer, da kann ich mich genauso dagegen verwahren, und tausend Gründe darlegen warum das nicht mein Leben wiedergibt. Ja, nicht mal in die Nähe kommt. Eigentlich also sollten wir uns über das Thema Fetisch weniger aufregen.

Quote

Fetisch II.


Was aber wenn Transfrau neben eigenwilligen Vorstellungen wie sich eine Frau zu kleiden hat auch einen kleinen Fetisch ihr eigen nennt? Was a) gar nichts mit der Identität zu tun hat, und b) im Männerleben durchaus die eine oder andere Erregung verursacht hat?

Find ich erstens legitim und kein eindeutiges Ausschlußkriterium, trans und Blödheit (beispielhaft genannt für Normabweichungen aller Art, weil die gefühlt häufigste) schließen sich ja auch nicht aus, und zweitens, ein eindeutiger Trigger kann das Liebesleben ziemlich erleichtern.

Trotzdem tut Transfrau ganz gut daran, das nicht unbedingt ihrem Therapeuten mitzuteilen, das kann Monate oder auch Jahre kosten.
Und ganz besonders tut Transfrau ganz gut daran, diese Neigung zu erforschen, um für sich selber auszuschließen, ob nicht die angestrebte Frauenrolle nur dazu dient, sich mit dem Fetisch "legal" beschäftigen zu dürfen.

Quote

Fetisch III


Speziell den Außenstehenden sei weiter mitgegeben, dass das, was man für einen Fetisch hält, tatsächlich nur ein eigenwilliges Frauenbild sein kann. Nicht jede die gerne Hüte trägt hat einen Fetisch dafür.

Quote

Individualität


Jede (hier) hat einen Leidensweg hinter sich. Vielleicht 100% des bisherigen Lebens. Manch eine, nicht so selten, hat im Rückblick das Gefühl, da wäre noch Luft nach oben gewesen, steht jetzt mit dem als suboptimal empfundenen Lebenslauf da. Und klammert sich dann doch, mehr oder weniger, an den Gedanken, sie hätte erstens sowieso nichts anders machen können, zweitens jetzt unter vielen Mühen einen guten Zustand erreicht, oder sei auf dem besten Weg dazu, und drittens sei die ganze Welt sowieso nur darauf aus, ihr Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

Daraus resultiert eine gewisse Empfindlichkeit gegenüber Aussagen, man hätte es anders machen können. Und diese Überempfindlichkeit bringt einen dazu, jede Aussage einer anderen Person, sie sei mit dem gleichen Problem anders umgegangen, als Vorwurf zu empfinden. Bitte, Mädels, prüft doch ob dieser Vorwurf tatsächlich einer ist. Oder ob ihr das selber nur so wahrnehmt.


Re: schock

Reply #57
Quote from: TransgenderDany

Leute wie ich die keine gegengeschlechtliche Hormontherapie durchführen, können sich nicht dahineinversetzen,

Vielleicht könnte ein offenherziger Gynäkologe dazu berichten?


Frau braucht kein Arzt zu sein, um sich selber beobachten zu können.

Eigentlich hat meine Therapeutin ein paar mal damit angefangen, ob ich nicht Hormone nehmen möchte. Das war aber Wochen vor meinem Zeitplan gewesen. Als ich dann an dem Checkpoint angekommen war, hab ich gesagt ich sei jetzt soweit. Meine Ärztin sagte ich müsse mir bewusst sein, das sei die wichtigste Entscheidung. Danach sei es extrem selten dass jemand die Transition abbricht. Alles was danach kommt, GAOP, Scheidung, NÄ, usw. sei eine Folge dieser Entscheidung. Aber das hatte ich selbst gewusst, es war tatsächlich für mich der Punkt ohne Wiederkehr.

Was mich verändert hat, war glaub ich nicht so sehr die Wirkung der Hormone, sondern das Wissen, jetzt ist die Entscheidung gefallen. Das Wissen, ich hätte mich bewusst entschieden, ich sei nicht ohne Ausweg  auf einen Lebensweg gezwungen worden, sondern ich hab ich aus einem aufgezwungenen Schicksal befreit und bin endlich in Kontrolle.

Ab da war ich zufrieden. Ich hab keine Energie mehr für ein Doppelleben aufgebraucht, keine Energie mehr mich immer zu fragen, wie viel Frau in meinem Leben ich zulassen kann. Ich hab angefangen beim Einkaufen drauf zu achten ob das Kleidungsstück bürotauglich ist, und ganz allgemein den Tussi-Faktor rausgenommen.

Was für mich eine absolute Verbesserung darstellt ist die Befreiung vom Trieb. Das hatte zwar alles funktioniert, war aber ein rein mechanischer Ablauf, die Biologie hat nach Spezifikation gearbeitet. Ich hatte mir Erotik immer anders vorgestellt als sie tatsächlich dann ablief, um dann beim Orgasmus brutal reinzuschlagen.  Ich hab mich da immer ein wenig wie ein Tier gefühlt. Dieses hechelnde Tier das mich beim Begehren vorwärts zerrte ist weg. Viel im Leben wird vom Trieb beeinflußt, denk ich. Machtspiele, Rangfolgerituale, wer die Frau im Raum anbaggern darf, und wer nicht. Diese männliche Gockelgehabe, das Wissen dass ich beim Aufplustern mithalten muss, oder deutlich machen dass ich jetzt nicht mitspiele, sonst bin ich unten durch. Auch das ist weg. Das Besserwissen nur bedingt, hat sich verlagert vom sich-durchsetzen-müssen zum Helfersyndrom.

Vielleicht ist für andere was anderes der wichtigste Punkt. Vielleicht der erste Besuch beim Therapeuten. Wenn frau den neuen Pass kriegt. Oder die OP. Ich glaub, das Wissen, diesen Punkt überschritten zu haben, erzeugt auch eine gewisse Überheblichkeit. Das Gefühl, das Lager der Zweifelnden und Unentschiedenen zurück gelassen zu haben.

 

Re: schock

Reply #58
Willkommen im Club!

Scheidung bruachst du aber nicht mehr, das weißt du aber, oder?

Re: schock

Reply #59

Quote from: TransgenderDany

Leute wie ich die keine gegengeschlechtliche Hormontherapie durchführen, können sich nicht dahineinversetzen,

Vielleicht könnte ein offenherziger Gynäkologe dazu berichten?


Frau braucht kein Arzt zu sein, um sich selber beobachten zu können.

Eigentlich hat meine Therapeutin ein paar mal damit angefangen, ob ich nicht Hormone nehmen möchte. Das war aber Wochen vor meinem Zeitplan gewesen. Als ich dann an dem Checkpoint angekommen war, hab ich gesagt ich sei jetzt soweit. Meine Ärztin sagte ich müsse mir bewusst sein, das sei die wichtigste Entscheidung. Danach sei es extrem selten dass jemand die Transition abbricht. Alles was danach kommt, GAOP, Scheidung, NÄ, usw. sei eine Folge dieser Entscheidung. Aber das hatte ich selbst gewusst, es war tatsächlich für mich der Punkt ohne Wiederkehr.

Was mich verändert hat, war glaub ich nicht so sehr die Wirkung der Hormone, sondern das Wissen, jetzt ist die Entscheidung gefallen. Das Wissen, ich hätte mich bewusst entschieden, ich sei nicht ohne Ausweg  auf einen Lebensweg gezwungen worden, sondern ich hab ich aus einem aufgezwungenen Schicksal befreit und bin endlich in Kontrolle.

Ab da war ich zufrieden. Ich hab keine Energie mehr für ein Doppelleben aufgebraucht, keine Energie mehr mich immer zu fragen, wie viel Frau in meinem Leben ich zulassen kann. Ich hab angefangen beim Einkaufen drauf zu achten ob das Kleidungsstück bürotauglich ist, und ganz allgemein den Tussi-Faktor rausgenommen.

Was für mich eine absolute Verbesserung darstellt ist die Befreiung vom Trieb. Das hatte zwar alles funktioniert, war aber ein rein mechanischer Ablauf, die Biologie hat nach Spezifikation gearbeitet. Ich hatte mir Erotik immer anders vorgestellt als sie tatsächlich dann ablief, um dann beim Orgasmus brutal reinzuschlagen.  Ich hab mich da immer ein wenig wie ein Tier gefühlt. Dieses hechelnde Tier das mich beim Begehren vorwärts zerrte ist weg. Viel im Leben wird vom Trieb beeinflußt, denk ich. Machtspiele, Rangfolgerituale, wer die Frau im Raum anbaggern darf, und wer nicht. Diese männliche Gockelgehabe, das Wissen dass ich beim Aufplustern mithalten muss, oder deutlich machen dass ich jetzt nicht mitspiele, sonst bin ich unten durch. Auch das ist weg. Das Besserwissen nur bedingt, hat sich verlagert vom sich-durchsetzen-müssen zum Helfersyndrom.

Vielleicht ist für andere was anderes der wichtigste Punkt. Vielleicht der erste Besuch beim Therapeuten. Wenn frau den neuen Pass kriegt. Oder die OP. Ich glaub, das Wissen, diesen Punkt überschritten zu haben, erzeugt auch eine gewisse Überheblichkeit. Das Gefühl, das Lager der Zweifelnden und Unentschiedenen zurück gelassen zu haben.
Hauptsächlich hast Du das gut geschrieben, es betrifft dich ja auch.

Ich denke, dass man Ähnlichkeiten bei transsexuellen Personen feststellen kann, z.B Transsexuellen-Lebensläufe, schließlich wird nach dem Transsexuellen-Gesetz verfahren, vielleicht mit leichten Abwandlungen bei Länder- und/oder kommunalen unterschiedlichen Entscheidungsträgern, als auch der Kompetenzspielraum der Ärzte.

Was dich anbelangt, verallgemeinerst Du allzu gerne. Du schreibst über männliche Triebe, des ist verallgemeinter Lötzinn. Muss ich so sagen!
Viel liegt es am allgemeinen Trott - dem Alltag, wie man drauf ist, woran man denkt, oder was man tut. Mit ständiger Beschäftigung muss der männliche Hormonhaushalt nicht permanent mit errigiertem Blut herumlaufen. Jedenfalls nicht zwangsläufig.

Wenn das bei Dir so war, dann waren es vielleicht nur Phasen in denen es ganz normal war/ist?
Ich muss Dir nicht sagen, dass sich viel Denke und so mit den Jahren verändert hat...

Es kann ein hochgradiger Leidensweg sein, der Durchgang-Transsexualität, ist er ja auch. Aber unter gewissen Umständen hörte ich von Erleichterung- "beste Entscheidung seines oder ihres Lebens.."...

Man sollte nur nicht bei Abstürzen...! Gute Freunde geben Rückhalt, aber wie lange?
Letztendlich muss Frau da alleine durch. Und ich ebenso.

Dany

Und die Wahrheit, wäre nicht Wahrheit, wenn sie angenehm sei.