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Topic: Frauen 22 Prozent, Transsexuelle 2 Prozent, Männer 76 Prozent (Read 5509 times) previous topic - next topic

Frauen 22 Prozent, Transsexuelle 2 Prozent, Männer 76 Prozent

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Denn laut der International Game Developers Association beträgt der Anteil von Frauen in der Spieleindustrie nur 22 Prozent; Transsexuelle machen 2 Prozent aus und Männer 76 Prozent.


Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/GDC-Europe-2015-Die-Spieleindustrie-hat-ein-Frauenproblem-2771138.html

What the fuck? Ich bin sprachlos


PS: Addiert sich zu 100%, damit gehören Transsexuelle also weder den Frauen noch den Männern an.

Re: Frauen 22 Prozent, Transsexuelle 2 Prozent, Männer 76 Prozent

Reply #1
Das finde ich interessant. Auf der einen Seite finde ich es immer schön, wenn TS so lapidar in einer Reportage über ein ganz anderes Thema erwähnt wird. Diese in den Medien häufig anzutreffenden "TS oh wie besonders" Kampagnen gehen mir inzwischen ziemlich auf den Senkel. Auf der anderen Seite frage ich mich, wie sowas erfasst werden kann. Auch wenn viele im Einzelfall nicht stealth leben, ist die statistische Erfassung aller TS einer Firma schon eine heftige Nummer, und wäre zumindest in Deutschland verboten.
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PS: Addiert sich zu 100%, damit gehören Transsexuelle also weder den Frauen noch den Männern an.

Vielleicht leben diese 2% auch irgendwie "dazwischen", so dass sie in den Personalabteilungen separat geführt werden? Dafür kenne ich die amerikanische Kultur zu wenig.

Zum Frauenanteil: 20% ist in der deutschen Software- und Informatikindustrie der übliche Anteil, wo sich Personalabteilungen zufrieden zurücklehnen. Solange nicht mal jede(r) fünfte Bewerber(in) eine Frau ist, noch dazu oft halbtags, ist der Versuch 50% Frauenanteil zu erreichen noch illusorisch. Außer man würde ganz bewusst Männer diskriminieren und sich die Bewerber nach Geschlecht rauspicken statt nach fachlichen Kriterien. Gewundert hat mich allerdings, dass der Anteil gerade im Game Design und Animationsbereich besonders niedrig ist: Da hätte ich eher einen hohen Frauenanteil erwartet, geht das doch mehr in die künstlerische Gestaltung als in die IT.

Re: Frauen 22 Prozent, Transsexuelle 2 Prozent, Männer 76 Prozent

Reply #2
Nicht nur eine Firma, das ist ja sogar eine Statistik für die gesamte Spieleindustrie. Und ich bezweifle ernsthaft, dass sich besagte Menschen nicht einordnen. Ich denke viel eher, die werden halt als "nicht echte" Frauen/Männer geführt und um sich das zu rationalisieren wird dann halt ne eigene Kategorie gemacht.

Re: Frauen 22 Prozent, Transsexuelle 2 Prozent, Männer 76 Prozent

Reply #3

Und ich bezweifle ernsthaft, dass sich besagte Menschen nicht einordnen. Ich denke viel eher, die werden halt als "nicht echte" Frauen/Männer geführt und um sich das zu rationalisieren wird dann halt ne eigene Kategorie gemacht.

Woher sollten die Einordnungen kommen, wenn nicht aus Selbstbezeichnungen?
Ich kenne einige Leute aus der Queer Szene, die sich gegen eine binäre Einordnung verwehren. 2% erscheint mir zwar viel, aber vielleicht sind bei den bekennenden
Gamern die Verhältnisse andere.

Re: Frauen 22 Prozent, Transsexuelle 2 Prozent, Männer 76 Prozent

Reply #4
Woher sollten die Einordnungen kommen, wenn nicht aus Selbstbezeichnungen?


Aus den jeweiligen Pseudonymen/ Avataren..?

Re: Frauen 22 Prozent, Transsexuelle 2 Prozent, Männer 76 Prozent

Reply #5
> Pseudonyme, Avatare, Gamer...

Ich vermute auch eine Selbstbezeichnung, oder eben dass Trans* vor einer offiziellen Geschlechtsänderung in amerikanischen Personalabteilungen separat gezählt werden. Jedenfalls geht es in der Statistik nicht um Spieler (oder deren Avatare), sondern um Mitarbeiter in der Spieleindustrie.

Liebe Grüße,
Michi

Re: Frauen 22 Prozent, Transsexuelle 2 Prozent, Männer 76 Prozent

Reply #6


Woher sollten die Einordnungen kommen, wenn nicht aus Selbstbezeichnungen?



Ich fürchte es ist nicht so einfach, bzw. liegt nicht an der Selbsteinordnung der Betroffenen. Als Referenz der folgende Bericht:

Wie aus Michael Megan wurde

Im dritten Teil des Berichts findet sich der Satz:

"Und ab und zu wird sie noch heute an ihren besonderen Status erinnert: So wird sie beispielsweise in der Personalabteilung offiziell immer noch als Mann geführt - teilweise, um steuerlichen und rechtlichen Problemen aus dem Weg zu gehen."

Ich frag mich, welche anderen Gründe es noch gibt außer rechtliche und steuerliche Probleme, und welcher Art letztere sind. Wie gut haben wir's in Deutschland doch mit dem TSG.