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Topic: Maries Dilemma (Read 7007 times) previous topic - next topic

Re: Maries Dilemma

Reply #15
Hey Marie,
"Bei mir hab ich eigl nicht das Gefühl, das Sicherungen rausfliegen würden."
So war es bei mir auch, eins von mehreren Gefühlen war "Nun ist es Zeit". Bei mir läuft da sehr vieles undramatisch ab und ich bin -trotz dem ganzen Drama, was es gegeben hat- ziemlich entspannt geblieben, im Nachhinein gesehen. Ich war mir selber auch nicht klar, ob ich nun 'wirklich' TS bin oder nur so knapp dran vorbei. Allerdings bin ich das wohl mehr, als ich damals dachte und ich bin froh, diesen Schritt gegangen zu sein.
Zu diesem ganzen $foo drumherum stellte ich mir die Frage "Wessen Leben lebe ich? Mein eigenes oder das der Erwartungen an mich?". Die Antwort war mir sehr schnell sehr klar, aber ich habe auch einen gesunden Egoismus und weiß, daß ich mich mit meine Wünschen/Vorstellungen um mich selber kümmern muss.
Ich kann in etwa nachvollziehen, in welcher Situation Du dich befindest.
:-) Sarah

Re: Maries Dilemma

Reply #16

@bastienne

so leicht es eben doch nicht immer - man fühlt sich nicht immer als weib oder eben nicht. Offensichtlich nicht, denn sonst würde ich ja hier nicht schreiben ;')
Die Katze beißt sich etwas in den Schwanz finde ich bzw wird der eigentliche Konflikt den ich habe, nicht richtig erkannt.
Es ist eben nicht _so_ einfach mit abgetan zusagen, man muss die Ängste im richtigen Maß halten oder die Personen müssen eins werden.
DASS das so ist mir ist sicherlich bewusst - ich hab diese Aussagen ja schon teils selbst gemacht.

Es bleiben aber Fragen offem die ich mir auch in den letzten 10 Jahren nicht beantworten konnte. z.b. - will ich da wirklich durchziehen, so komplett? Oder reicht es eben dafür nicht.


...wie meinst du das mit dem "reichen dafür"? ...was meinst du mit "so komplett"? wir können dich ja auch nur soweit verstehen, wie du dich klar ausdrücken kannst,...


Ich muss ganz klar irgendwie in diesem Punkt eins mit imr werden, um mir diese Fragen beantworten zu können.
Wahrscheinlich nur kann mir hier keienr dabei helfem und das ist auch verständlich. Aber wo gibt es Hilfe?


du bist schon richtig hier so gesehen,... aber die Klarheit wirst du nur in einem feedback mit dir selbst erlangen,... dabei reicht sicherlich nicht eine hilfs-anlaufs-stelle,... auch wirst du, wenn du dieses forum hier durchforstest, viele Gedanken entdecken, die dir weiterhelfen könnten bei der selbstfindung,...


Naja ok sagen wir es so - ich hab gehofft, Menschen zu finden die ähnlich ticken, um eben einen Austausch anzuregen. Menchen die im gleichen Stadium sind. Wenn man es geschafft hat, hat man ja schon ne ganz andere sicht auf die Dinge als in einem früheren Moment, in einem Stadium des Wandels und der Unsicherheit. Denke, hier könnte ein Gedanken- und Gefühlsaustausch schon viel helfen.


die hast du doch hier! im übrigen ist da für mich ein widerspruch enthalten,... du schriebst etwas früher: "..ich finde mich einfach nur schöner als Frau",.... also sorry,.. wenn das der wahrheit entsprechen sollte dann frage ich mich, was dich dazu dann doch treibt, dir so viele gedanken zu machen,..  ;) da ist doch mehr. das meinte ich mit "sei ehrlich zu dir selbst".


Interessant fand ich auch "typisch männlicher, kopflastiger bullshit" - was heißt denn das jetzt ;) Dass ich doch ehr wie ein Mann ticke? Ich kann ja meine Denke nicht ändern, meine Denke ist ich; Ich bin meine Denke!


ich habe nur darauf hingewiesen, dass deine kopflastigkeit ein sehr männliches merkmal meiner meinung nach darstellt,... und der "unterton" sagt nichts anderes aus, als dass ich meinen teil eben von männern halte als überzeugte feministin....


@Sarah
Aufschreiben ist bestimmt ne gute Sache. Hab ich nat. auch schon probiert, aber nicht so gerennt nach Herz und Verstand. Mal sehn.
Bei mir hab ich eigl nicht das Gefühl, das Sicherungen rausfliegen würden. Wie gesagt, ich hab nicht das unebdingte Gefühl, im falschen Körper zu stecken. Ich gräme micht nicht, ich steh nicht nackt vor dem Spiegel und hasse mich dabei und ich mag in vielen Bereichen auch meine männliche Rolle. Andersrum hasse ich aber auch vieles sehr typisch-männliche und vergöttere vieles weibliche. So sehr, dass ich es sogar in meine männliche Rolle miteinbeziehe und es mir sehr egal mittlerweile ist, ob in meiner Wohnung und im Büro einige Hello Kitties stehen und kleben (und das obwohl ich Metal-Typ(in) bin und nur in schwarz rumlaufe *g*)


warum dann die vielen worte,...? ich glaube eben,.. du bist nicht ganz ehrlich (zu dir) wenn du es so nihilierst.


Ja klar du hast sehr recht - das Aussenrum, die ganze Shit Gesellschaft ist nur Peripherie, und zunächst zählt für einen nur die eigene Person. Niemand hat das Recht, von der eigenen Person etwas zu verlangen was sie nicht ist, auch wenn eine Welt zusammenbricht für Mutter oder Vater oder von mir aus auch Partner.

lG

Marie


...mir bereitet halt solches "sich im Kreis drehen" kopfschmerzen. ich betrachte es als anzeichen dafür, dass hier nicht alle fakten auf dem tisch liegen  ;)

LG _@_y


edit: bist du nur neugierig, oder willst du etwas? ....denk immer daran, dass man nicht alles einfach haben kann,... und weiblichkeit zu vergöttern kann auch etwas sehr normales sein

edit2: merkst du, dass du sehr extrovertiert, offensiv dein "problem" kommunizierst?

Re: Maries Dilemma

Reply #17
Huhu!
ich hoffe ihr hattet schöne Ostern!

Hm ok dann geh ich noch mal auf meine letzten Posts ein..

... was meine ich mit - reichen für, was meine ich mit so komplett

(Ich ging irgendwie davon aus, dass irgendwie klar sein muss, was ich damit meine. Aber ich bin halt auch nur so mit meinen Gedanken alleine ..)

Ich meinte mit reichen, dass das, was ich empfinde und was ich im Moment und den letzten Jahren auslebe wirklich echt ist. Klar genieße ich es sehr, aber es ist eben nicht immer so. Das ist der springende Punkt.
Es gibt Phasen, da denke ich überhaupt nicht drüber nach ob ich Mann / Frau oder Frau  / Mann sein will. Wie jetzt wo ich mit Freunden wandern war 3 Tage mit übernachtungen. Null Trieb, irgendwie anders sein zu wollen körperlich.
Irgendwann isses mir dann eingefallen mal wieder, dass ich ja auch ein geheimes Leben quasi hab, und mir vorgestellt, wie das wäre, wenn ich jetzt hier genau mit den gleichen Leuten wandern würde, aber eben als Frau. Das kam mir irgendwie .. sehr weit weg vor. Hatte kein Bedürfnis, das jetzt zu haben.

Jetzt aber bin ich wieder zurück im "Alltag" und wenn ich dann abends alleine bin, genieße ich es sehr. Bin für mich, bin Frau. Oder bzw, bin ich aber in anderen Klamotten und mit einem wunderbaren Parfum an mir was ich sehr an mir mag. Ich fühl mich auch nicht wie jemand anderes jetzt sondern wie ich - nur eben andere Klamotten, Schmuck und Parfum.
Anscheinend möchte ich das aber nicht immer haben ?! So Fragen, die dann in mir aufkommen verwirren mich. Ich möchte mehr als das, was ich jetzt habe, aber weniger, als das "komplette Paket" (also komplettes Outing, Leben 100% als Frau nach aussen etc)

Mich würd mal interessieren, ob es noch mehr Leute wie mich gibt, die das ganze ehr wirklich für sich zelebrieren, und gar nicht unbedingt als Frau den Kontakt mit anderen *möchten* (oder als Mann, falls F->M)


... klar ist auf jeden Fall, dass ich letztliche Klarheit auch nurim Dialog mit mir selbst erlange. Kennt mich ja keiner, und keiner kann mir die Fragen beantworten die mein innerstes betreffen. Darum gehts ja auch nicht.


im übrigen ist da für mich ein widerspruch enthalten, [...]

wo ist denn genau der Widerspruch , den du meinst? Kannst du das noch etwas ausführen bitte? Genau wie - (weiter unten) was du meinst mit was ich nihiliere? Meine Neigung ?


..mir bereitet halt solches "sich im Kreis drehen" kopfschmerzen. ich betrachte es als anzeichen dafür, dass hier nicht alle fakten auf dem tisch liegen  Wink


Das im Kreise drehen ist halt irgendwie ein normaler Prozess. Man wägt ab, für und wieder ...  Grundlegend, weil mein Gefühl eben so uneins ist. Ich will keine andere Person sein, ich hab aber auch kein eindeutiges Gefühl, ja ich will Frau sein. Oder: Ja ich will Teilzeitlesbe sein. Oder: Ja ich will einfach als Tranny auftreten. Alles ein klares 2/3 ja/nein im Moment ;) (Um den Kreis zu schleißen wieder zu: reicht es, reicht es nicht, was ist komplett

Andererseits, so beim schreiben fällt mir so ein dass man sich ja nicht auf Schubladen festlegen müsste. Nicht unbedingt. Ausprobieren, testen. Kann ich aber auch nicht, wnen ich nicht voll dahinterstehe irgendwie. Das ist irgendwie wie wenn man ein Instrument hat, sich in die Öffentlichkeit stellt  und nicht weiß ob man das Instrument überhaupt spielen kann. Gutes Beispiel, oder ? ;)


Re: Maries Dilemma

Reply #18

Es bleiben aber Fragen offem die ich mir auch in den letzten 10 Jahren nicht beantworten konnte. z.b. - will ich da wirklich durchziehen, so komplett? Oder reicht es eben dafür nicht.
Ich muss ganz klar irgendwie in diesem Punkt eins mit imr werden, um mir diese Fragen beantworten zu können.

Das wirst Du Dir nicht im Vorhinein beantworten können. Sondern schlicht durch langsames Vortasten. Du beschreibst in Deinen Posts dauernd, dass Du den Weg (welchen eigentlich genau?) erst gehen willst, wenn Du Dir sicher bist, dass Du ihn auch gehen möchtest.

Verabschiede Dich von 100%iger Gewissheit. Verabschiede Dich von dem Gedanken, das - ohne einen einzigen Schritt zu tun - beantworten zu können.

Du hast Angst vor Deinem Umfeld, Angst vor den Reaktionen, Verlustangst im Bezug auf Privilegien, sozialen Status, Deine Beziehung....und Du suchst Gründe um es nicht zu tun, damit die Verluste nicht auftreten werden, Deine Ängste nicht erfüllt werden.

Damit sorgst Du aber noch viel mehr dafür, dass Du Dich quälend "Was wäre wenn..." fragst. Damit baust Du Dir immer weiter ein Gebilde von Lügen auf, das irgendwann auf Dich herunterprasseln wird. Wenn Deine Freundin doch mal versehentlich vorbei schaut. Wenn ein Freund Dich zufällig als Marie sieht. Wenn Deine Freundin Maries Anziehsachen sieht.

Gleichzeitig guckst Du auf den Gipfel des Berges (aka "perfekte Frau"), statt zu verstehen, dass man selbst für den Gipfel erst einmal am Fuße beginnen muss. Du setzt Dir ein Ziel was jetzt erst einmal unerreichbar klingt und genau weil es so klingt glaubst Du, dass der Weg sich gar nicht lohnt.
Um beim Bild zu bleiben: Du denkst auch dass Dich nur der Mt. Everest glücklich macht, obwohl Du noch nicht einmal geschaut hast wie es sich anfühlt auf dem kahlen Asten zu stehen. Manchmal kann man nämlich auch schon dort sehr glücklich sein.

Ja, es kann Verluste auf dem Weg geben. Ja, es ist mit Sicherheit nicht immer ein leichter Weg. Aber der jetzige Weg ist auch nicht viel leichter und birgt die Gefahr, dass es alles an anderer Stelle knallt - und das wird schmerzhafter und vor allen Dingen unkontrollierter.

Momentan legst Du Dir Marie als eine Schwäche aus. Als ein Manko was besser keiner erfahren soll. Fang erst einmal an, Marie als eine wichtige Facette von Dir zu erkennen. Als etwas, wofür man sich nicht schämen muss und was auch nichts falsches ist. Ich glaube, bevor Du bei den anderen anfängst, musst Du bei Dir selbst anfangen. Sowohl was Marie angeht, als auch was Deine eigene Transphobie angeht. Mit der Attitüde ist dann auch das Coming-Out ein Stückweit einfacher.

TL;DR: Ausprobieren. Erste Schritte nach vorne wagen. Die meisten Fragen die Du Dir stellst, wirst nur Du alleine beantworten können - und das auch nur, wenn Du Dich bewegst.

P.S.: Die Tatsache dass Du Dich hier anmeldest und dies hier schreibst, kann Dir durchaus auch den einen oder anderen Wink geben.

Re: Maries Dilemma

Reply #19

Momentan legst Du Dir Marie als eine Schwäche aus. Als ein Manko was besser keiner erfahren soll. Fang erst einmal an, Marie als eine wichtige Facette von Dir zu erkennen. Als etwas, wofür man sich nicht schämen muss und was auch nichts falsches ist. Ich glaube, bevor Du bei den anderen anfängst, musst Du bei Dir selbst anfangen. Sowohl was Marie angeht, als auch was Deine eigene Transphobie angeht. Mit der Attitüde ist dann auch das Coming-Out ein Stückweit einfacher.



Als sich selbst erfüllende Prophezeiung trifft dann viel Negatives auch ein. Erster Schritt sollte positive Selbstannahme sein, so wie ich mich auch nicht mehr als Babymädchen hasse, was meine Eltern mir immer versuchten einzureden.

LG CJ

Re: Maries Dilemma

Reply #20
Hallo Marie

Bleiben wir mal bei dem Musiker. Er spielt sein Instrument nur zu hause ohne Publikum, aber schon lange und regelmäßig.
Ist er gut?  Ist er gut genug für ein Publikum?
Wie kann er es wissen, sein Feedback fehlt, kein Applaus und keine faulen Eier, keine positive Kritik und kein Austausch mit anderen!
Da bleibt er auf der Stelle und dreht sich im Kreis.
Aber er muss ja nicht gleich auf eine große Bühne, mal eine kleine Kostprobe für Freunde, mal in einen kleinen Klub
um Erfahrungen zu sammeln, denn kein Star ist einfach vom Himmel gefallen.

Nun, die andere Alternative, du drehst dich weiter im Kreis, so lange bis dir schwindelig ist. Und dann....?

Mit liebem Gruß  Tilly

Re: Maries Dilemma

Reply #21

Huhu!
ich hoffe ihr hattet schöne Ostern!


...danke ich hoffe du auch.



Hm ok dann geh ich noch mal auf meine letzten Posts ein..

... was meine ich mit - reichen für, was meine ich mit so komplett

(Ich ging irgendwie davon aus, dass irgendwie klar sein muss, was ich damit meine. Aber ich bin halt auch nur so mit meinen Gedanken alleine ..)

Ich meinte mit reichen, dass das, was ich empfinde und was ich im Moment und den letzten Jahren auslebe wirklich echt ist. Klar genieße ich es sehr, aber es ist eben nicht immer so. Das ist der springende Punkt.
Es gibt Phasen, da denke ich überhaupt nicht drüber nach ob ich Mann / Frau oder Frau  / Mann sein will. Wie jetzt wo ich mit Freunden wandern war 3 Tage mit übernachtungen. Null Trieb, irgendwie anders sein zu wollen körperlich.


...und was davon soll jetzt nicht echt sein? ...zum "du selbst sein" reichen wird es doch sicherlich,....

Ausserdem: Mach dir immer bewusst, dass "wollen" eine Luxussache ist,.... nicht mehr so weiter "können",... da wird es essentiell  ;)


[...]


im übrigen ist da für mich ein widerspruch enthalten, [...]

wo ist denn genau der Widerspruch , den du meinst? Kannst du das noch etwas ausführen bitte? Genau wie - (weiter unten) was du meinst mit was ich nihiliere? Meine Neigung ?


..mir bereitet halt solches "sich im Kreis drehen" kopfschmerzen. ich betrachte es als anzeichen dafür, dass hier nicht alle fakten auf dem tisch liegen  Wink


Das im Kreise drehen ist halt irgendwie ein normaler Prozess. Man wägt ab, für und wieder ...  Grundlegend, weil mein Gefühl eben so uneins ist. Ich will keine andere Person sein, ich hab aber auch kein eindeutiges Gefühl, ja ich will Frau sein. Oder: Ja ich will Teilzeitlesbe sein. Oder: Ja ich will einfach als Tranny auftreten. Alles ein klares 2/3 ja/nein im Moment ;) (Um den Kreis zu schleißen wieder zu: reicht es, reicht es nicht, was ist komplett

...hier löst du letztlich den für mich vermuteten Widerspruch mehr oder weniger auf,... du definierst es.

mit "nihilieren" meinte ich, dass du auf der einen Seite die Aspekte aufzählst, die du bei dir im weiblichen Bereich siehst,... die dir aber bezüglich "Aussenwirkung" problematisch erscheinen und schreibst kurz später, dass du aber zu deinen "Hello Kitty" Sachen etc. locker stehst,... auch anderen gegenüber. Also: + - =

Eigentlich formulierst du doch die Lösung schon selbst:

Andererseits, so beim schreiben fällt mir so ein dass man sich ja nicht auf Schubladen festlegen müsste. Nicht unbedingt. Ausprobieren, testen. Kann ich aber auch nicht, wnen ich nicht voll dahinterstehe irgendwie. Das ist irgendwie wie wenn man ein Instrument hat, sich in die Öffentlichkeit stellt  und nicht weiß ob man das Instrument überhaupt spielen kann. Gutes Beispiel, oder ? ;)
Ich denke, die anderen Mädelz hier haben dir dies ja jetzt auch schon mit alle ihren posts bestätigt.....
Da sehe ich übrigens auch die Unehrlichkeit (zu dir selbst): In dem Moment wo du "Teilzeitlesbe" mit als Beweggrund anführst,... geht es nicht mehr ausschliesslich darum "ich finde mich halt als Frau einfach schöner",... sondern du assozierst auch gewisse sexuelle Komponenten,...   :-*
Das ist in meinen Augen absolut normal für alle Geschlechter.
Sagt aber auch: es geht dann also doch um viel mehr (!)
@Gefühl: Gefühle mögen zweischneidig sein, aber nicht uneins. Das "zweite" welches du als konträres Gefühl benennst ist kein Gefühl sondern dein Kopf (---> hier wieder link zur "typischen, männlichen Kopflastigkeit")  :)

Alles Liebe _@_y <3

Re: Maries Dilemma

Reply #22
Hi

danke für die guten Antworten!

So langsam kristallisiert sich auch ein wenig die Message raus, die ihr mir versucht zu geben.
Für mich zeigt sich da zum einen, dass es keine "Vorab-Sicherheit" gibt. Gut, das ist klar. Eigtl war es das vorher auch schon.

klar, ich schaue zu dem perfekten Girl (= Berg) das ich eines Tages viellecht sein möchte. Wer tut das nicht ;) Dass der Weg dahin total lang, schwierig und hart ist, und bestimmt auch 1,2 Sackgassen enthält ist mir ja auch klar.
Und diese was-wäre-wenn Fragen stellt sich glaub auch jeder oder ?

Ja und ich sehe meine weibl Seite wirklich irgendwie als Schwäche. Auf jeden Fall etwas, was ich heimlich mache, was unbedingt nicht jemand sehen soll. Jedenfalls nicht sehen soll, bevor ich dazu stehen kann. Und da gehts auch schon wieder los: Ich denke eigtl müsste ich dazu stehen, egal "in welchem Stadium" ich mich befinde.

Sagen wir ich habe wirklich nur ab und an Spaß dran, als Frau aufzutreten. Dann sehen mich Freunde, Nachbarn etc eben manchmal als Frau. Das sollte eigtl ok sein. Blöd halt nur dass man doch oft als "Depp" angesehen wird, dank Film und Fernsehen und anderer Medien. (Wie oft gibt's die Rolle des kleinen dicken Mannes, der keine Freundin hat aber zu hause vorm PC in Damenstrümofen sich einen wedelt.)
Ich mag halt so nicht unbedingt gesehen werden. Vielleicht auch daher mein Bestreben, möglichst perfekte Frau zu sein.

Ich hab mir nun mal überlegt, mit meiner Freundin mal ein Gespräch zu führen, was in die Richtung geht. Einfach mal zu sagen, dass ich, wenn ich nochmal anfangen könnte und die Wahl hätte, vielleicht lieber eine Frau geworden wäre. Ohne dass ich jetzt meine "Männlichkeit" direkt über den Haufen werfe. Dann kann ich ja mal sehen, wie sie überhaupt reagiert.

Hab, ganz unabhängig von allen Diskussionspunkten bisher, noch 1,2 Fragen an euch -

Gibt es beim Trans-sein sowas wie Phasen? (Bezogen auch auf mein Alter, ich bin jetzt ja nicht mehr 12) - z.b. gibt's das bei Homosexualität durchaus, dass Leute so ne Phase haben, 1,2 Jahre und dann doch merken sie sind hetero. Jetzt bei mir ist es zwar schon sehr lange dass ich quasi trans auslebe, aber ich hab mich auch nie damit auseinandergesetzt wirklich. Einfach immer nur gemacht und nicht weiter drüber nachgedacht (oder wollen)
Also - kann das bei mir auch nur "so ne Phase" sein? Gibt es sowas?
Dann noch - wie ordne ich diese Uneindeutigkeit zu. Ich mag ja meine männl. Rolle und mein männliches Auftreten durchaus. Auch beim Sex - die Penetration macht mir Spaß. Im Kopf habe ich aber oft den Sex zwischen Frauen als die perfekte körperliche Liebe. Man sieht also schon eine Ambivalenz. Diese gibts auch in anderen Bereichen. Ist diese Ambivalenz nun ein Zeichen für irgendwas oder ehr eine Normalität, da ich ja schließlich über 30 Jahre in diesem Körper lebe.
(Interessanterweise finde ich auch mich in der Rolle als Frau beim Sex reizvoll, die von einem Mann genommen wird. Auch wenn ich Männer eigtl in keinster Weise anziehend finde)

lG
Marie

Re: Maries Dilemma

Reply #23
Hallo Marie,

ohne gar zu tief in die fast schon philosophischen Ausarbeitungen in den vorherigen Beiträgen einzugehen, fiel mir beim Lesen auf, dass es für Dich (so wirkt es auf mich) nur ein entweder-oder gibt? Ein "dazwischen" hingegen könnte doch durchaus möglicherweise genau der Weg sein, der Dir Erfüllung bringt? Sowas merkt man natürlich erst durch tatsächliches Ausprobieren. Die ästhetisch makellose Traumfrau wirst Du vermutlich eh nicht werden, das schafft auch fast keine "Bio". Deinen Äußerungen nach magst Du auch Teile das Mannseins. Auf mich wirkt dies eigentlich so, als wäre schon viel gewonnen, wenn Du Dich in der Frauenrolle mit Frauenkleidung am Körper nicht mehr peinlich finden würdest. Dann könntest Du einfach am Wochenende oder abends  in die Frau "switchen", wie es etliche Transgender tun. Und eine Bartepilation, die meistens den größten Passingeffekt im Gesicht hat (viel mehr als eventuelle Hormone), kannst Du auch so machen lassen. Dann siehst Du als Mann eben etwas jünger und sehr gepflegt aus, in Kombination mit gepflegten (lackierten?) Fingernägeln vielleicht ein bisschen schwul, aber durchaus noch kompatibel zur Männerrolle ... eben etwas androgyner.

Liebe Grüße,
Michi