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Topic: Genderqueer am Arbeitsplatz (Read 21293 times) previous topic - next topic

Re: Genderqueer am Arbeitsplatz

Reply #15
Chonchita Wurst einfach grässlich, .... weil es einfach nicht passt.


Conchita ist doch eine Kunstfigur fürs Showbiz. Die soll doch nicht "passen", sondern provozieren und dadurch zum Nachdenken anregen.
Oder besser sollte? Momentan scheint sie ja in der Mottenkiste ihres Kostüm-Depots vergraben zu sein. Ob sie jemals in dieser Form wieder auferstehen wird?

Re: Genderqueer am Arbeitsplatz

Reply #16

Muss ganz ehrlich sagen, finde die meisten bekannteren Genderqueerleute und auch die Figur Chonchita Wurst einfach grässlich, nicht weil es Genderqueer ist, sondern weil es einfach nicht passt.

Eine spannende Unterscheidung. Wobei ich das Gefühl nicht los werde, dass es für dich nicht passt, weil es genderqueer ist.
Was gäbe es (jenseits des etwas zu Altdamen-haften Kleidergeschmacks) auszusetzen, wenn nicht das, was auch die braven Bürger aufregt: der Bart!
Das vermischen der Klischees wird als unpassend empfunden.
Dabei muss ich sagen, das mich die dauernde Überfüllung von Geschlechterklischees durch uns Transgender viel mehr nervt. Da muss ich nur mal zu einer Szene-Party oder einer SHG gehen und ich habe mehr Geschmacksentgleisungen gesehen als mir alle Genderqueer Leute zusammen im Leben bieten könnten.

Re: Genderqueer am Arbeitsplatz

Reply #17


Quote
Ich stör mich persönlich am "Drei-Tage-Bart". Der alleine ist im beruflichen Umfeld unprofessionell, ganz egal zu welchem Outfit man ihn trägt.
Das sehe ich nun ganz anders und frage mich wo Du denn lebst?


Ich verkaufe Investitionsgüter. Ich sprech mit Mittelständlern, die mir einen Jahresgewinn (Gewinn ist das wovon er und seine Familie leben) anvertrauen, darauf vertrauend dass das, was ich Ihnen verkaufe, ihrer Situation angemessen ist, seinen Zweck erfüllt und sie nicht unnötig bluten lässt. Die erwarten, und haben ein Anrecht darauf, dass ich sie ernst nehme, mich vorbereite, mir Gedanken mache, und auch für mich selbst bessere Lösungen verwerfe, weil sie das nicht brauchen, und nicht angemessen wäre.

Das würden sie nicht tun, wenn ich daherkommen würde wie ein mittelmäßiger US-Serienschauspieler, der einen Polizisten spielt der einen Zuhälter spielt. Denn das zeigt Ihnen, zu recht, das ich sie,  ihre Firma, ihre Existenz, und meine Arbeit nicht ernst nehme.

Re: Genderqueer am Arbeitsplatz

Reply #18

... an die Arbeit geht.
/quote]

Jacob ist auf LinkedIn. Die Art seiner Beschäftigungen ist nicht so, dass man seinen Ausführungen zugestehen könnte, er hätte tatsächlich praktische Erfahrungen in einem realen Umfeld. Ich geh sogar so weit, zu sagen, bei den Jobs die er macht, ist sein Auftreten nicht mutig, sondern lediglich skuril.

Re: Genderqueer am Arbeitsplatz

Reply #19


Was gäbe es (jenseits des etwas zu Altdamen-haften Kleidergeschmacks) auszusetzen, wenn nicht das, was auch die braven Bürger aufregt: der Bart!



Jepp. genau das ist mein No-Go. Bart zum Kostüm ist ein Styling Fauxpas wie unrasierte Beine in Nylon. (gut das Bild in Jacobs original Post sind unrasierte Beine zum Minikleid, ohne Nylon.)
wobei es auch queere Kombinationen mit Bart gibt, die ich gut finde. In Angels Forum war vor Jahren mal einer unterwegs mit Bart & Frisur wie der junge Wallenstein, Seidenhemd, Ballettstiefeln und blickdichter Strumpfhose. Fand ich auch gut aussehend. In sich passend. Prinzessin Paula ist auch so ne Nummer, die passt.

Re: Genderqueer am Arbeitsplatz

Reply #20


Muss ganz ehrlich sagen, finde die meisten bekannteren Genderqueerleute und auch die Figur Chonchita Wurst einfach grässlich, nicht weil es Genderqueer ist, sondern weil es einfach nicht passt.

Eine spannende Unterscheidung. Wobei ich das Gefühl nicht los werde, dass es für dich nicht passt, weil es genderqueer ist.
Was gäbe es (jenseits des etwas zu Altdamen-haften Kleidergeschmacks) auszusetzen, wenn nicht das, was auch die braven Bürger aufregt: der Bart!
Das vermischen der Klischees wird als unpassend empfunden.
Dabei muss ich sagen, das mich die dauernde Überfüllung von Geschlechterklischees durch uns Transgender viel mehr nervt. Da muss ich nur mal zu einer Szene-Party oder einer SHG gehen und ich habe mehr Geschmacksentgleisungen gesehen als mir alle Genderqueer Leute zusammen im Leben bieten könnten.



Nein es ist wirklich persönlicher Geschmack, ich finde das passt einfach nicht, sieht nicht aus, gerade nicht bei einen derartigen Kleid. Genauso ist es auch mit Farbkombinationen wo sich viele Menschen stark verschätzen. Gibt bestimmt andere Damenklarmotten oder Geschlechtneutrale wo es dann wieder prima aussehen könnte. Bei Conchita finde ich es jedenfalls nicht schön und das nicht weil es ungewohnt ist. Meiner Meinung sollen Menschen anziehen nach den ihnen lustig ist.

Re: Genderqueer am Arbeitsplatz

Reply #21
Und jetzt frag am besten mal Conchita selbst. Es würde mich nicht überraschen, wenn sie ebenfalls ganz "bürgerlich" rumlaufen würde, wenn sie unabhängig von der Rolle "Conchita" als Frau in die Öffentlichkeit ginge (was sie allem Anschein nach ja eigentlich ganz gerne würde, so eine "reine" Drag Queen scheint sie ja nicht zu sein...)

Re: Genderqueer am Arbeitsplatz

Reply #22
Conchita ist eher ganz normal schwul...



Re: Genderqueer am Arbeitsplatz

Reply #25



Conchita ist eher ganz normal schwul...


Wer ist denn "Normal" und wie schmeckt sowas?  ;D

Für mich ist hetero, schwul, lesbisch, trans vollkommen normal, für dich nicht? :P


Joah schon, nur bei dem Wort "normal" steckt ja auch das Wort "Norm" und in meiner Lebensweise irgendwelchen Normen ensprechen muss ich nicht. :D



Re: Genderqueer am Arbeitsplatz

Reply #28




Conchita ist eher ganz normal schwul...

Wer ist denn "Normal" und wie schmeckt sowas?  ;D

Für mich ist hetero, schwul, lesbisch, trans vollkommen normal, für dich nicht? :P

Joah schon, nur bei dem Wort "normal" steckt ja auch das Wort "Norm" und in meiner Lebensweise irgendwelchen Normen ensprechen muss ich nicht. :D

Das Wort "normal" sollte einfach nur zeigen, dass es (für mich) nichts außergewöhnliches ist. Er ist halt schwul, na und? Mit Normen entsprechen hat das ganze nichts zu tun.

Re: Genderqueer am Arbeitsplatz

Reply #29
Um seine/ihre sexuelle Orientierung ging es mir gar nicht. Die spielt für mich keine Rolle.

Interessant fand ich damals Aussagen, die andeuteten, dass da ein inneres Bedürfnis nach dem Leben in der weiblichen Rolle zu bestehen scheint. In den gängigen begrifflichen Schemata wäre Conchita Wurst also eher Crossdresser als Drag Queen, auch wenn sie als solche auftritt.

Nochmal zurück zur Ausgangsfrage: wenn man sich in einem beruflichem Umfeld wie jene junge Mann in dem Eingangs zitierten Bericht bewegt, hat man es doch leicht, so aufzutreten. Man sollte es zumindest leicht haben!

Viel interessanter sind doch durchschnittliche Berufsfelder. Vor einiger Zeit habe ich (hier) mal geschrieben, dass wirkliche Akzeptanz und Offenheit erst erreicht ist, wenn Menschen wie Jula frei entscheiden können, in welcher sozialen Rolle sie auf der Arbeit erscheinen können - vorausgesetzt sie halten sich an die für die jeweilige Position und die jeweilige soziale Rolle geltenden Spielregeln für einen professionellen Auftritt.