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Topic: Liebes Tagebuch … (Read 18169 times) previous topic - next topic

Liebes Tagebuch (31.12.)

Reply #30
Liebes Tagebuch,

es ist fünf Uhr. Der Hund fiept. Und warum tut er das? Weil mein Sohn durch die Wohnung schleicht. Um fünf Uhr. Sind die alle verrückt geworden? Ich dachte, ich hätte da ein Exklusivrecht drauf und auf ein mal sind’s alle …

Kurzes Intermezzo.

Es ist 5 Uhr und 30. Mein verrückter Sohn ist mit meinem verrückten Hund draussen. So muss ich das wenigstens nicht machen.

Viel zu erzählen gibt es heute nicht. Na gut, es ist der letzte Tag des Jahres. Silvester. Das bedingt natürlich, dass man sich Gedanken über die Kleidung für die Party machen muss.

Die beste Freundin möchte mir ihre schwarze Hose und dazu passendes Top nicht leihen, bittet mich, auf Silikonbrüste zu verzichten. Sie will heute mit "ihrem Mann" feiern und keine Diskussionen über Transsexualität führen.

Und überhaupt: Ich versuche ihr klar zu machen, dass ich immer noch "ihr Mann" bin. Nur, weil ich darüber rede was mich umtreibt, hat sich im Grunde ja nichts an meiner Person geändert. Aber natürlich gestehe ich ihr ihren Wunsch nach männlicher Begleitung zu. Sie hat mir schon so viel Verständnis  entgegengebracht, jetzt muss ich hier nicht die Holzfäller-Methode durchziehen.

Aber beim Schminken will sie mir helfen … Ah ja. Alle verrückt. Nur ich scheinbar nicht.  

Meine aktuelle Entscheidung – während ich jetzt vor meinem Rechner in meinem Missoni-Bademantel rumsitze, einen Kaffee trinke und die erste Zigarette rauche – fällt auf meinen feinen, schwarzen Anzug, dazu ein blütenweißes Hemd und schwarze Lackschuhe vom Feinsten. Darunter trage ich ein wunderschönes Korselett mit Strumpfhaltern. Und ich denke, ich werde meine Nägel in fröhlichem Rot lackieren.

Verdammt. Das Korselett geht ja nicht. Das Bauchnabelpiercing ist noch nicht gänzlich verheilt und Druck auszuüben, wäre wohl kontraproduktiv. Also was anderes. Wird sich schon was finden.

Wir gehen in das kleine SM-Café auf’m Kiez, wo ich sie vor Jahren kennen lernen durfte. Da gibt’s bei weitem exotischere Vögel als mich. Eine unserer besten Freundinnen ist auch dabei. Sie wird von ihrem Freund begleitet, der ein Transvestit ist. Beide wirklich klasse Personen.

Es wird sicher lustig, liebes Tagebuch.

Auf den Kauf von Böller verzichte ich dieses Jahr erstmalig. Ein klares Indiz, dass ich meine Frauenrolle ernst nehme. Ich hoffe, ich erleide nicht kurz vor Mitternacht einen Rückfall und fange an, andere Menschen nach Böllern anzubetteln.

Vielleicht kaufe ich ein paar Wunderkerzen.

Mal schauen, liebes Tagebuch, nachher kommt bestimmt noch ein Nachtrag.
Ich spür’s.

Lieben Gruß
Oona

Liebes Tagebuch (1.1.2012)

Reply #31
Liebes Tagebuch,

zuerst ein mal: gutes, neues Jahr! Zehn Stunden ist es alt, fünf davon habe ich verpennt.

Kommen wir zur Sache. Kommen wir zu Deinem Daseinszweck. Ich kotze mir die Seele aus und Du nimmst es stillschweigend hin, wie es sich für ein gutes Tagebuch gehört.

Gestern, kurz bevor wir losgingen, hat es beinahe zwischen mir und meiner Freundin geknallt. Und zwar richtig. Auslöser war der rote Nagellack.

Ich wollte ihn, sie aber nicht. Sie wollte mit "ihrem Mann" feiern. Und der trägt nun mal keinen roten Nagellack oder feminine Kleidung, ja auch trägt er keine Silikonbrüste egal welchen Buchstaben des Alphabets diese darstellen (in meinem Fall: "D").

Auf der Party selbst wäre es gar nicht aufgefallen. In der Unschlagbar waren so viele bunte Vögel (die übrigens alle Schwarz tragen), dass ich gar nicht rausgestochen hätte. Aber sie wollte wohl jede Diskussion über "Transsexualität im Jahreswechsel" vermeiden.

Ich verstehen sie ja. Und ich habe mich selbstverständlich nicht durchgesetzt. Mir ist es wichtiger, dass sie glücklich ist, als Oona (die muss warten). Aber dieser kleine Disput lässt erkennen, dass es nun in 2012, in dem ich viel geplant habe, auch zu vielen Schwierigkeiten kommen wird.  Das Outing unter vier Augen ist für sie okay. Aber wehe, ich lass das Weibchen im größeren Kreis raus …

Oh, Gott, ich will das alles nicht. Ich brauche diese verdammte Transsexualität so sehr wie ein Eichhörnchen Blei an den Pfoten. Aber sie ist nun mal da. Völlig gleichgültig, wie sehr man es totschweigt.

Liebes Tagebuch, mir ist zum Heulen zumute.

Nun, meine Freundin weiß ja erst seit ein paar Tagen davon (Verdammt ICH weiß ja erst seit ein paar Tagen davon!) Wäre es "nur" ein bisschen Travestie, würde sie den Spaß ja mitmachen. Transsexualität ist hingegen etwas ganz anders. Das berührt die Grundfeste jeder Beziehung, die auf das Frau-Mann-Konzept aufbaut.  

Nun, das Ende vom Lied und der Anfang des neuen Jahres ist also, dass ich den Kerl in mir weiterhin kultivieren muss und die Frau in mir sehen muss, wo sie bleibt. Vorerst.

Ich verlange vielleicht zu viel? Es ist so was wie ein "bisschen Krieg". Kann man Transsexualität leben, ohne dass es Verletzte und Tote gibt? Wohl eher nicht. Ich will aber nicht, dass unsere Beziehung auf der Strecke bleibt.

Ich will’s nicht, ich will’s nicht, ich will’s nicht.

Diese Frau, meine Partnerin, ist mein Ein und Alles. Welchen Wert hätte es, wenn ich zwar Oona leben dürfte, aber die Frau an meiner Seite verlieren würde?

Du siehst, liebes Tagebuch, auch 2012 wird nicht einfach. Aber wenn’s einfach wäre, könnte es ja jeder. In diesem Sinne, werde ich mich zusammenreissen und es langsam angehen lassen.

Es wird sich eine Lösung finden.

Oder?

Bis später, liebes Tagebuch.
Deine Oona.

PS
Ich stelle gerade fest, dass man auch ganz ohne Hormontherapie nahe am Wasser gebaut haben kann.

PPS
Ich habe einen Kater. Ich sehe grauenhaft aus.

PPPS
Ich gehe jetzt mit dem Hund raus.

Nachtrag
Gerade beim Gassigehen zehn Euro gefunden. Das Geld liegt auf der Straße.

Re: Liebes Tagebuch (1.1.2012)

Reply #32

PS
Ich stelle gerade fest, dass man auch ganz ohne Hormontherapie nahe am Wasser gebaut haben kann.


:'( entspricht der Wahrheit, Hinter jedem lachen versteht sich eine weinende Seele.



Wünsche dir viel erfolg im neuen Jahr!Auf das sich alles zum Guten wendet!

Liebes Tagebuch (2.1.2012)

Reply #33
Liebes Tagebuch,

Tag Zwei des neuen Jahres. Ich weiß gar nicht, warum ich mir so einen Kopf mache; bekanntermassen ist ja sowieso am 21. Dezember alles vorbei. Weltuntergang, Armaggeddon, Tag des jüngsten Gerichts und so. Countdown läuft. Die Mayas sind blöd.

Ab heute muss meine Freundin wieder arbeiten und ich werde alleine im Büro sein. Das heisst, ich kann hier rumlaufen, wie es mir gefällt. So eine Art "Alltagstest light". Wenn’s klingelt, macht eben Oona auf und wird so Sorge dafür tragen, dass der Postbote Abends schlecht träumen wird.

Mein Passing ist unter aller Sau, befürchte ich.

Vielleicht muss ich aber auch einfach mal damit aufhören, überhaupt darüber nachzudenken. Habe ich ja jahrelang geschafft und fühlte mich auch nicht besonders schlecht – glaube ich zumindest.

Je mehr ich mich damit beschäftige, dass ich TS bin, umso mehr erwarte ich von der Zukunft und umso enttäuschender ist die Gegenwart. Ich darf es nicht übers Knie brechen, es steht einfach zu viel auf dem Spiel.

Ich habe so lange in Unsicherheit über meine wahres Ich gelebt, da werde ich das auch noch eine ganze Weile länger aushalten. Ich bin stark.

In zwei Tagen wird mir Blut abgenommen und dieses unter dem Aspekt der Diagnose F 64.0 analysiert. Frau darf gespannt sein, liebes Tagebuch. Ich werde auch weiterhin versuchen, diese Selbsthilfegruppe zu  kontaktieren. Mache ich gleich nachher. Bisher ging da nur der Anrufbeantworter dran.

Aus irgendeinem Grund brauche ich die Bestätigung Dritter für mich. Es wäre doch irgendwie schön, wenn ich mich einfach nur vertan hätte, meine Selbstdiagnose falsch ist und meine vermeintliche Transsexualität sich nur als Spielart eines Erkältungsviruses mit eigenwilligem Humor herausstellt.

Ha, ha.

Liebes Tagebuch (2.1.2012 / Teil zwei)

Reply #34
Moin, Tagebuch, ich noch mal.

Ich stelle mir gerade die Frage, was denn wohl mit der eigenen Einschätzung der Transsexualität wäre, wenn wir in einer Gesellschaft leben würden, der es völlig egal wäre, was Du anziehst, wie Du Dich verhältst und was Du glaubst, zu sein.

Ich kann für mich sagen, dass mir meine Transsexualität als solches überhaupt keine Probleme bereitet. Diese entstehen erst durch die Meinung anderer. Ob’s der Lebenspartner ist, das eigene Kind, der Arbeitgeber oder der Unbekannte auf der Straße: Durch deren Verhalten wird meines fremdbestimmt. Erst dadurch entsteht das schlechte Gefühl.

Was spräche denn dagegen, heute unrasiert zu sein und morgen einen Rock anzuziehen? Wieso darf ich keinen Lippenstift benutzen, wenn ich meine Brusthaare nicht rasiere? Ich will gar kein 100% Passing erreichen. Für mich wäre das ein in die Knie gehen vor der Gesellschaft, die meinen Lebensstil nicht anerkennen will.

Wenn Du transsexuell bist, dann benimm Dich gefälligst wie eine Frau!

Aber was bitte, ist denn eine "Frau"? Beginnt man sich anzupassen, sitzt man plötzlich nur noch mit geschlossenen Knien auf einem Stuhl? Ich ertappe mich dabei, dass ich Gesten und Verhalten adaptiere, die von der Allgemeinheit als weiblich klassifiziert werden. Ich fühle mich durchaus wohl, wenn ich mich weiblich gebe. Aber was zum Henker ist denn nun "weiblich"?

Beobachtet man die Bio-Frauen auf der Straße, sind die meisten nur graue Mäuse, die nicht halb so gut auf hochhackigen Schuhen durch die Welt gehen, wie die meisten Teilnehmer dieses Forums hier. Ihr Make-up ist entweder überzogen oder nicht typgerecht oder erst gar nicht vorhanden. Sie tragen Jeans und Baumfällerhemden; sind schlecht frisiert und bohren in der Nase.

Welches sind also die Kriterien, die einen "Alltagstest" ausmachen? Am Ende sind's doch nur Klischees.

Darf ich mich erst als Frau fühlen, wenn ich in den Augen anderer als Frau durchgehe?  

Ich habe es hier wie anderswo so häufig gelesen, dass man stolz darauf war, dass man an der Kasse des Supermarktes als Frau durchging, dass man nicht als "Herr", sondern als "Frau" angesprochen wurde. Wenn man eine Gruppe Jungtürken kreuzt und diese einen nicht sofort als Transe anpöbeln, ist das dann das erstrebenswerte Ziel?

Warum darf ich nicht einfach nur ich sein?

Unser Wunsch, möglichst nicht aufzufallen, steht einem gemeinsamen Aufbegehren gegen diese gesellschaftlichen Zwänge entgegen. Unsere Depressionen kommen nicht von innen, sondern werden uns aufgezwungen.

Lustigerweise verschreibt man uns Pillen gegen Depressionen, statt allen anderen Pillen zu geben, die sie davon frei machen würden, über uns zu richten.

Ach, liebes Tagebuch, wir haben es nicht einfach … ;-)

Re: Liebes Tagebuch (2.1.2012 / Teil zwei)

Reply #35

Ich stelle mir gerade die Frage, was denn wohl mit der eigenen Einschätzung der Transsexualität wäre, wenn wir in einer Gesellschaft leben würden, der es völlig egal wäre, was Du anziehst, wie Du Dich verhältst und was Du glaubst, zu sein.


".....und was wäre denn, wenn wir alle nackt rumlaufen könnten, wann wir wollten, Kleidung ist doch eh nur Gesellschaftlicher Zwang und außerdem ist mein Nacktlaufen ein Protest gegen die Machenschaften der Bekleidungsindustrie. Ach wenn doch nur alle Menschen Ihre Seelische Mitte in der Nacktheit erkennen könnten so wie ich..." (sagt der Exhibitionist der dringend eine Begründung für seine eigenes Tun sucht und sich deshalb in komische Gesellschaftsmodelle versteigt...)

 

Re: Liebes Tagebuch (2.1.2012 / Teil zwei)

Reply #36
Freue mich für Dich, Jana, wenn Du Dich mit den Gegebenheiten arrangiert hast und den gesellschaftlichen Zwang nicht als enervierend, sondern als Gottgegeben hinnimmst. Gratulation!

Im übrigen ist Exhibitionismus eine Krankheit; Transsexualismus hingegen nicht.  Ich kann keinen Makel daran entdecken, als normaler Mensch sich eine Gesellschaft zu wünschen, die ihre Bürger unabhängig von Geschlecht, Rasse etc. gleich behandelt.

Ach. Stimmt ja. Steht ja im Grundgesetz. Aber ist ja nur Papier.


Re: Liebes Tagebuch …

Reply #37
Hallo Oona,

ohne das jetzt auch nur annähernd so literarisch zu verpacken, sind mir zwei Aspekte aufgefallen:

Erstens: Du monierst eine Gesellschaft, die wechselhaftes Geschlecht bei der selben Person oder androgyne "Zwischenwesen" nicht als normal ansieht. Das ist Dein gutes Recht, aber alltagspraktisch hilft das nicht weiter. Die Bevölkerung dieser Welt ist eingeteilt in Männer und Frauen, wie bei den Tieren. Wenn Du erkennen lässt, dass Du ernsthaft beanspruchst eine Frau zu sein, dann wird die Mehrheit dies akzeptieren und Dich auch in der Rolle sehen. Aber wie sollen unbedarfte Personen Dich anreden, nach welchem Geschlecht Dich behandeln, wenn Du als Frau mit Bart oder Mann mit Frauenklamotten daherkommst? Es verunsichert die meisten Leute, denn die üblichen Konventionen greifen nicht: Frauen an Türen vorlassen, die Anrede, Toiletten, alle unsere "Kleinigkeiten" gesellschaftlicher Konventionen.
Das soll nicht heißen, dass es unmöglich ist, den androgynen Mittelweg zu gehen. Einige haben Spaß daran. Nur musst Du Dir klar drüber sein, dass Du dann als Paradiesvogel im Mittelpunkt stehst. Unauffällig in der Menge mitschwimmen ist dann nicht.

Zweitens: Du suchst Bestätigung von Außen, ob Du TS seist. Das kenne ich gut, geht vermutlich fast allen Transgendern so. Leider kann dies niemand liefern, da es keinerlei Diagnosemöglichkeit gibt. Auch die Psychodocs klären "nur" ab, ob Du eventuell wegen einer anderen Erkrankung vorübergehend diese Gefühle hast. Wenn sie nichts finden, steht es Dir frei, für Dich selber aus Deinem Innersten heraus zu entscheiden, wie weit Du gehen musst.

Liebe Grüße,
Michi

Re: Liebes Tagebuch …

Reply #38
Hallo, Michi,

danke für Deinen Beitrag. Hast ja Recht (und Jana auch). Sind alles nur ein paar Gedankenfetzen, die ich niederschreibe ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Mir ist durchaus bewusst, dass die Aufteilung unserer Gesellschaft in der von Dir geschilderten Form existiert und es mir kaum möglich sein wird, dies zu ändern.

Aber wünschen darf ich es mir.

"Mit dem Strom" bin ich nur selten geschwommen und es reizt mich nicht, irgendwo in einer Masse unauffällig unterzugehen. Ein "Paradiesvogel" will ich auch nicht sein. Also muss es noch etwas dazwischen geben, das aber dann nur für mich gilt. Jede muss ihren eigenen  Weg finden. Ich suche noch.

Dein "Zweitens" finde ich gut und wichtig. Ich bin ja gerade dabei, über negative Selektion die "wahre" Diagnose für mich selbst zu bekommen. Ich stehe in dieser und in vielerlei anderer Hinsicht noch absolut am Anfang.

Re: Liebes Tagebuch (2.1.2012 / Teil zwei)

Reply #39

Im übrigen ist Exhibitionismus eine Krankheit; Transsexualismus hingegen nicht. 


....na das begründe mal.....tät' mich interessieren.

im Übrigen zitiere ich immer gerne .....

[i]"Wenn es aber uns Transsexuellen erlaubt sein soll, das – entgegen herkömmlichen Ansichten – so zu sehen, dann gehören konsequenterweise auch all die anderen herkömmlichen Ansichten über menschliche Sexualität und Geschlechtlichkeit auf den Prüfstand. Teilweise ist unsere Gesellschaft da schon sehr viel progressiver als wir selber und hat auch ehemals geächtete Aspekte der menschlichen Sexualität integriert. So erscheint unsere (Autor meint hier die Transsexuellen) verschämte Art, hinter vorgehaltener Hand über sadomasochistische Impulse bei Transsexuellen zu flüstern, mittlerweile arg unzeitgemäß – in einer Zeit, in der schon ganz normale Großversandhäuser zwischen Bettwäsche und Hygieneartikeln auch Utensilien zu sexuellen Fesselungen im Katalog führen. Andererseits sind z. B. gewisse Parallelen zwischen Exhibitionismus und Transsexualität – wie ich später noch ausführen werde – zu deutlich, um uns da einfach nur mit einem kalten »Das geht uns nichts an« abzugrenzen"[/i]

Walter H Greiner.....hier der ganze Text: wobei ich aber anmerken muss, dass der Text von Greiner eine etwas andere Intention hat als meine Argumentation

hier der gesamt Text http://www.genderwunderland.de/standpunkte/es/greiner1999.html

Re: Liebes Tagebuch (2.1.2012 / Teil zwei)

Reply #40


Im übrigen ist Exhibitionismus eine Krankheit; Transsexualismus hingegen nicht. 


....na das begründe mal.....tät' mich interessieren.


ich bin kein Sexualforscher. Aber nach meinem Kenntnisstand ist der Exhibitionismus als "Neigung" das Resultat einer falschen Sozialisierung (knapp gesprochen) und rein sexuell orientiert, wohingegen uns die Transsexualität (also das gegengeschlechtliche Wesen) einfach mit auf die Reise gegeben wurde. Vielleicht ist auch beides krank oder beides gesund. Ich weiß es nicht. Andere wissen es auch nicht. Man kann also nur mutmaßen.

Vielen Dank übrigens für den Link. Ein wirklich interessanter Artikel, den ich noch nicht kannte.

Re: Liebes Tagebuch (2.1.2012 / Teil zwei)

Reply #41

. Ich weiß es nicht.


ah..."wissen tust Es nicht", aber behaupten tust Du es (in Deinem vorigen Beitrag) , und übrigens auch bewerten.   ...........ist das nicht genau das, was Du anderen Menschen (blumig gern umschrieben mit "Die Gesellschaft")  vorhältst.  Ach stimmt ja, da gings ja nicht um Exhibitionisten, da gings ja um dich....wenn es Dich betrifft, ist gleich das Grundgesetz in Gefahr  ;)

Re: Liebes Tagebuch (2.1.2012 / Teil zwei)

Reply #42


. Ich weiß es nicht.


ah..."wissen tust Es nicht", aber behaupten tust Du es (in Deinem vorigen Beitrag) , und übrigens auch bewerten.   ...........ist das nicht genau das, was Du anderen Menschen (blumig gern umschrieben mit "Die Gesellschaft")  vorhältst.  Ach stimmt ja, da gings ja nicht um Exhibitionisten, da gings ja um dich....wenn es Dich betrifft, ist gleich das Grundgesetz in Gefahr  ;)


Dreh mir doch bitte nicht die Worte im Mund herum.

Re: Liebes Tagebuch …

Reply #43
ah..."wissen tust Es nicht", aber behaupten tust Du es (in Deinem vorigen Beitrag) , und übrigens auch bewerten.   ...........ist das nicht genau das, was Du anderen Menschen (blumig gern umschrieben mit "Die Gesellschaft")  vorhältst.  Ach stimmt ja, da gings ja nicht um Exhibitionisten, da gings ja um dich....wenn es Dich betrifft, ist gleich das Grundgesetz in Gefahr  ;)

Man kann Leute zum Nachdenken anregen oder provozieren. Beides geht selten, da die Provokation gerne das Thema überdeckt. Es benötigt keine Tiefschläge um ggf. auf Denkfehler aufmerksam zu machen, die jeder macht und von denen sich keiner frei sprechen kann, oder?

Re: Liebes Tagebuch (2.1.2012 / Teil zwei)

Reply #44
Ich kann für mich sagen, dass mir meine Transsexualität als solches überhaupt keine Probleme bereitet. Diese entstehen erst durch die Meinung anderer. Ob’s der Lebenspartner ist, das eigene Kind, der Arbeitgeber oder der Unbekannte auf der Straße: Durch deren Verhalten wird meines fremdbestimmt. Erst dadurch entsteht das schlechte Gefühl.


Ist mir inzwischen völlig schnurz. Nicht ich hab ein Problem mit den Leuten, sondern die mit mir.

Aber was bitte, ist denn eine "Frau"? Beginnt man sich anzupassen, sitzt man plötzlich nur noch mit geschlossenen Knien auf einem Stuhl? Ich ertappe mich dabei, dass ich Gesten und Verhalten adaptiere, die von der Allgemeinheit als weiblich klassifiziert werden. Ich fühle mich durchaus wohl, wenn ich mich weiblich gebe. Aber was zum Henker ist denn nun "weiblich"?


Naja, man könnte deine primären Geschlechtsmerkmale sehen. Nicht, daß da was zu sehen wäre, dafür ist es unterm Rock, auch wenn er noch zu kurz ist, schlichtweg zu dunkel. Aber den Bio-Mädels wird es halt von klein auf eingetrichtert, ihre pyxis (das ist griechisch) zu bedecken.

Beobachtet man die Bio-Frauen auf der Straße, sind die meisten nur graue Mäuse, die nicht halb so gut auf hochhackigen Schuhen durch die Welt gehen, wie die meisten Teilnehmer dieses Forums hier. Ihr Make-up ist entweder überzogen oder nicht typgerecht oder erst gar nicht vorhanden. Sie tragen Jeans und Baumfällerhemden; sind schlecht frisiert und bohren in der Nase.


Wie wahr, wie wahr...