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Topic: Hilfe zum Ausstieg? (Read 7522 times) previous topic - next topic

Re: Hilfe zum Ausstieg?

Reply #15

Wenn jemand Hilfe benötigt, helfe ich gern ... wenn er/sie auf mich zukommt.



Mir gehts ähnlich wie Dir.

Ist es nicht genial und seltsam zugleich, dass die sogenannten "Normalos" viel offener für das sind, was wir beide zu vermitteln haben?

Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass ich das Medienecho auf meine "Tuereien" (ggg) gut finde, ich aufgefordert werde diverse Artikel in Printmedien zu schreiben und mein Buch nun Basis für ein tolles Projekt ist.

Es tut schon irgendwie gut, wenn das, was man tut, so gesehen wird, wie es ist: als versuch, das leben angenehmer und befriedigender zu gestalten.

LG

Re: Hilfe zum Ausstieg?

Reply #16

Ansonsten schließe ich mich Kalen an. Wenn es bei Dir aus der Kindheit noch was aufzuarbeiten gibt, dann ist es wichtig, der Sache auf den Grund zu gehen, Dich Deinem inneren Selbst zu stellen. Sollte gar Dein Vater eine Rolle spielen, wäre als erste Maßnahme ein Auszug aus der elterlichen Wohnung sinnvoll, um Abstand zu gewinnen.


Liebe Michi,

mit Hartz IV geht das nicht. Außerdem müsste ich schon aus der Provinz weg, weil hier Schwule und Transen verhasst sind und durch Ausschluss von der Arbeitswelt "bestraft" werden.

Ich bin schwerst geistig behindert, und daher für den Arbeitsprozess ungeeignet.

LG CJ

Re: Hilfe zum Ausstieg?

Reply #17
Als ich mit der Frau im Hotel sprach, erzählte ich auch von mir und meinen Erfahrungen im anderen Geschlecht.
Es half.

Die Menschen gehen sehr gut damit um, wenn man von den Erfahrungen berichtet.
Sie sind sehr interessiert.

Es hilft, beide Seiten zu kennen.

Ist aber bestimmt auch nicht jedertrans Weg.


Viele Menschen kämpfen mit dem männlichen und weiblichen.
Ist schon irgendwie lustig.

 

Re: Hilfe zum Ausstieg?

Reply #18



Ich bin schwerst geistig behindert, und daher für den Arbeitsprozess ungeeignet.

LG CJ
War zwar an die nette Michi gerichtet, allerdings verstehe ich nicht, wenn du unantastbar geistig behindert bist, warum du dich beklagst, statt den Weg als geistig Behinderte zu gehen.
Die Infrastruktur ist für Geh-Behinderte gegeben, siehe DB Bahnhof!, auch gibt es Lebenshilfen und Sozialstationen etc. wo engagierte Leute, die einem mit Rat und Tat nicht nur des Geldes wegen, zur Seite stehen!

Mir erschließt sich allmählich, du hast überhaupt keinen Bock dich zu verändern.
Weest, dann lebe doch einfach so weiter.

Lieber Gruß vom tacheles Tage
Dany

Re: Hilfe zum Ausstieg?

Reply #19


Sollte gar Dein Vater eine Rolle spielen, wäre als erste Maßnahme ein Auszug aus der elterlichen Wohnung sinnvoll, um Abstand zu gewinnen.


Liebe Michi,

mit Hartz IV geht das nicht.


Hallo Cveta,

was steht in deinem Perso? Soviel ich weiß, bist du über 25. Was im Perso steht gilt (nicht, wie jung du dich fühlst). Demnach kannst du in jedem Fall bei deinen Eltern ausziehen.


Außerdem müsste ich schon aus der Provinz weg, weil hier Schwule und Transen verhasst sind und durch Ausschluss von der Arbeitswelt "bestraft" werden.


Auch das sollte in deinem Fall möglich sein. Wenn das Zusammenleben in deinem Elternhaus schwierig ist und du zudem woanders hinziehen willst oder musst, kannst du auch das durchbekommen. Ein Umzug in eine andere Stadt/Gemeinde muss lediglich durch dein Heimatjobcenter genehmigt werden. Und falls du noch nie eine eigene Bude hattest, hast du vielleicht auch Anspruch auf Erstausstattung.

Alles, was du tun musst, ist selbst aus dem Quark kommen! Rumsitzen und jammern bringt dir nichts, macht am Ende vielleicht alles nur noch schlimmer.


Ich bin schwerst geistig behindert, und daher für den Arbeitsprozess ungeeignet.


Lass dich bloß nicht auf solch einen Scheiß ein! Man meint, nur weil du einige Maßnahmen vergeigt hast, seiest du nicht vermittelbar. Man will dich nur zur "geistig Behinderten" machen, um dich aus dem Markt zu werfen. Du wärst nicht die erste, die daran (erst richtig) zerbräche.

Die Formulierung aus dem SGB IX ("Jeder, der aufgrund einer Krankheit oder Behinderung nicht, noch nicht oder nicht wieder auf dem Markt integriert werden kann...") ist schwammig und öffnet dem Missbrauch von Behinderteneinrichtungen Tür und Tor, da im Grunde jeder Mist hineininterpretiert werden kann. Alles Auslegungssache.

Letztlich musst du dein Schicksal selbst in die Hand nehmen und deinen Hintern bewegen. Werde selbst aktiv! Dann kannst du einiges erreichen.

Es sei denn...

(...) du hast überhaupt keinen Bock dich zu verändern.
Weest, dann lebe doch einfach so weiter.


LG

Svenja

Re: Hilfe zum Ausstieg?

Reply #20

die über Transsexualität als Hilfe beim Bewältigen alter Traumata. Wenn ich von Transsexualität als Fähigkeit rede, meine ich ja auch nichts anderes. Aber ich rede davon, diese Fähigkeit als Stärke zu bejahen.


Hallo Beate...erklärst Du oben stehendes mal näher. (?) So ganz verstehe ich das nicht.

Re: Hilfe zum Ausstieg?

Reply #21
Die Gefühle, die wir erfahren ... nennen wir sie mal global Transsexualität, egal wie wir sie leben ... können der Schlüssel sein über uns selbst hinauszuwachsen, wenn wir sie Zulassen, erfahren und aus ihnen lernen und wachsen.
Sie können aber auch der Anfang vom Ende sein und der persönliche soziale Untergang.
Das hängt von jedem selbst ab.

So würde ich Beate verstehen.

Re: Hilfe zum Ausstieg?

Reply #22
Kalen, ja, so ungefähr.

@Jana: diesen Aspekt hatten wir schoin einmal. Vielleicht mal so: alte Traumata kann man nicht ungeschehen machen. Auch wenn man sie aufarbeitet, kann es immer vorkommen, dass man retraumatisiert wird. "Aufarbeiten" bedeutet in diesem Fall immer, Wege zu finden, mit diesen Erfahrungen zu leben, und zwar so, dass sie einen nicht fertig machen. Wenn mein Trans sein mich dazu befähigt, einen Weg zu finden, der mir den Umgang mit dem unschönen Teil meiner Vergangenheit besser zu leben, dann ist das eine Fähigkeit, die viele andere nicht haben, und somit eine Stärke, nicht wahr?

Du bemerkst sicherlich, dass diue Fähigkeit zum Transsein in meinen Augen eine sehr grundlegende Eigenschaft der jeweiligen Persönlichkeit ist, die eben gerade nicht als solche Traumafolge ist. Anders geht es nicht, denn die umgekehrte Schlussfolgerung - also Trans als Traumafolge - ist ein Modell, das im Widerspruch zu der Beobachtung steht, dass sehr viel mehr Menschen Traumatisierungen erlebt haben als es Transmenschen gibt, und dass es keine Trans-spezifischen Ursachen dieser Traumatisierungen gibt.


Ist es nicht genial und seltsam zugleich, dass die sogenannten "Normalos" viel offener für das sind, was wir beide zu vermitteln haben?


Ich bin nur deshalb nicht offener, weil ich genau darüber nachgedacht und gelernt habe, dass der Weg der medizinischen Angleichung für mich der richtige ist - in jedem Fall besser als eine Zwischenlösung. (Auch wenn dieGa-OP medizinisch inzwischen überwiegend gut beherrscht ist, bleibt sie ein schwerer Eingriff mit einer langen Heilungszeit - das macht man nicht mal so eben, wenn es ohne genauso geht). Und da bin ich ganz gewiss nicht die einzige.

Deshalb rate ich nach wie vor allen, die sich unsicher sind, es so niederschwellig wie möglich zu versuchen. Aber eben auch offen dafür zu sein, den Weg der Transition bei Bedarf komplett zu gehen.

Re: Hilfe zum Ausstieg?

Reply #23
Hallo Cveta,
da ich gerade erst eingestiegen bin, kann ich über einen Austieg schwerlich nachdenken. Nur soviel: du hattest vor kurzem (ich weiß den Zusammenhang nicht mehr) geschrieben, dass es nicht das Problem einer Person ist, wenn die Gesellschaft nicht auf sie vernünftig reagieren kann. Ich glaube du hattest da sehr recht, wenn auch klar ist, dass es Frau/Mann in seinen konkreten Lebensumständen nicht unbedingt weiterhilft. Wir müssen da mit wohl klar kommen, dass wir selbst die gesellschaftlichen Prozesse mittragen oder vielleicht sogar beeinflussen können. Selbst wenn frau Lust hat mit einer Zeitmaschine in das Genderzeitalter zu entkommen, dann müsste man diese erstmal bauen.
Ich möchte zu den  persönlichen Dingen, die du geschrieben hast nichts weiter sagen, da ich hier recht neu bin. Ich fänd es aber toll, wenn du dich nicht vom Jobcenter so runterbringen lässt. Immerhin hast du ein großes Wappenschild in deinen Avatar - benutze es! 
Ich hab mir ein paar Texte auf der Website angesehen, die du ausfindig gemacht hast. Meiner Ansicht nach ist das Rückschritt auf finanziertem hohem Arbeitsniveau. Im Grunde will man hier konservative Glaubensvorstellungen gegen bestimmte Argumente der Genderdiskussion in Stellung bringen. Alte Hüte, wie natürlich sind Geschlechter nicht bloß eingebildet, werden da als Ergebnis intensiven Nachdenkens präsentiert. Ich finde das recht kurzsichtig. Daher mal eine kleine ketzerische Bemerkung: Im apokryphen Thomasevangelium geht es in der letzten Textzeile um eine Geschlechtsumwandlung. Eine interessante Passage, denn offensichtlich scheint der Himmel nichts dagegen zu haben, wenn aus Maria Markus und aus Markus Maria wird. - Veränderung ist nichts schlimmes, sie liegt in unserer Natur.
Gruß
Daniela


Re: Hilfe zum Ausstieg?

Reply #25
Hallo Beate


Du bemerkst sicherlich, dass die Fähigkeit zum Transsein in meinen Augen eine sehr grundlegende Eigenschaft der jeweiligen Persönlichkeit ist, die eben gerade nicht als solche Traumafolge ist.


ja, bemerke ich...ich hatte dich aber im Vorbeitrag anders verstanden




denn die umgekehrte Schlussfolgerung - also Trans als Traumafolge - ist ein Modell, das im Widerspruch zu der Beobachtung steht, dass sehr viel mehr Menschen Traumatisierungen erlebt haben als es Transmenschen gibt, und dass es keine Trans-spezifischen Ursachen dieser Traumatisierungen gibt.


Deine Umkehrschlussargumentation verstehe ich nicht. Wenn Trans Traumafolge wäre, so wäre doch nicht ausgeschlossen, dass es vielmehr traumatierte Menschen als wie Transen gibt, in dieser Logik gäbe es doch noch viel mehr mögliche Traumafolgen (Borderline, Depri...usw) Und natürlich gäbe es dann auch keine Transspezifischen Traumagründe, eben weil dann nach dem Modell Trans erst nach dem (und als Antwort auf) das Trauma käme.

Insgesamt meine ich, dass Deine Argumentation wackelt. Was Du als "Fähigkeit" beschreibst könnte man auch schlicht als "Krankheit" interpretieren. Fieber   ist auch eine Fähigkeit, um mit Infekten umzugehen, nur käme keiner auf die Idee deshalb Fieber als Lebensform zu definieren.

Re: Hilfe zum Ausstieg?

Reply #26

Es geht darum, dass ich von wildfremden Menschen als ER, HERR usw. bezeichnet werde, habe mich darum auch vom Schachclub gelöst.  Das halte ich nicht mehr aus, egal wie ich unten aussehe.


Das Thema hatten wir hier schon x-mal. DU kannst es ändern. Es geht aber nicht mal eben so. Das macht richtig Aufwand, viel Aufwand. Den du selbst treiben mußt. Üben und Ausprobieren, was den Eindruck zum Kippen bringt.

Und die Leute im engeren Umfeld ("Schachclub") richten sich nach meiner Erfahrung auch nach dem Verhalten. Wenn du dich wie eine Frau benimmst, wie eine Frau redest, werden sie auch bereit sein (jedenfalls die meisten), über die optischen Schwächen hinwegzusehen.


Dazu kommt dann das Berufsverbot im Büro, dass männlich wirkende Personen keine Frauenkleidung tagen dürfen, weil sie sonst uneriös, pervers und geisteskrank wirken.


Es gibt genug Bekleidung, die von beiden Geschlechtern getragen werden kann. Bei den meisten normalen T-Shirts und Jeans-Hosen, die so in Büros getragen werden, erkennt man von außen nicht, aus welcher Abteilung sie stammen.

Mihi

Re: Hilfe zum Ausstieg?

Reply #27
Latzhosen ;-)

Das war das erste was mir vor Jahren an C J auffiel.  ::) :o :D

Re: Hilfe zum Ausstieg?

Reply #28

Und die Leute im engeren Umfeld ("Schachclub") richten sich nach meiner Erfahrung auch nach dem Verhalten. Wenn du dich wie eine Frau benimmst, wie eine Frau redest, werden sie auch bereit sein (jedenfalls die meisten), über die optischen Schwächen hinwegzusehen.

Schön wie Du wie ein Papagei die Stereotype der Transpsychologen und Gutachter widergibst. Ich könnte dort wie eine Prinzessin oder Modell auftauchen. Die ziehen sich an der Vergangenheit hoch. Bei solchen Menschen a conto perdu!

Re: Hilfe zum Ausstieg?

Reply #29
Es gibt soziale Umfelder, in denen wenig Toleranz herrscht.
Von denen muss man sich halt wohl oder übel trennen - sofern das möglich ist.

Das bedeutet aber keineswegs, dass alle so sind.

Unabhängig davon ist an der "Stereotype" tatsächlich was dran - wir werden tatsächlich so beurteilt. Vor allem nach dem allerersten spontanen Eindruck. Der muss stimmig sein.