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Topic: BIID Parallelen? (Read 30838 times) previous topic - next topic

Re: BIID Parallelen?

Reply #45
Bist Du sicher?

Außerdem, bedenke das ich BIID mit T* nicht gleichsetzen möchte, sondern nur für mich feststelle, das da doch ein paar mehr Parallelen existieren.
Und dies "nur" öffentlich äußere.

Re: BIID Parallelen?

Reply #46

Schön, das Du hergefunden hast. Es ist doch immer besser miteinander als übereinander zu reden.


Ja, das finde ich auch.
Vielen Dank, Avi, dass Du die Brücke gebaut hast.

Re: BIID Parallelen?

Reply #47


... Ausgesucht haben es sich weder BIID noch T*.

...das ist richtig, Avi, aber das wars auch schon, oder?


Ja?


Ich wollte immer als Mensch mit einer Amputation leben, dazu gehört nun einmal, dass da ein Bein weniger ist. Aber abglent habe ich es nicht. Und eine Identitätsstörung hinsichtlich meines Körpers habe ich nie gehabt, denn ich wußte immer genau welche Identität ich mit meinem Kröper haben wollte, nämlich die eines Menschen, der nur ein Bein hat. Das hat mit Störung meiner Meinung nach eher weniger zu tun.



BIID ist auch keine psychische Störung. Aber die von Dir zitierten "netten" Damen und Herren glauben das. [...] Wodrin ich die Gefahr sehe, ist dass hier wieder eine Personengruppe sinnlos pathologisiert werden wird und werden soll. Wen geht es letzthin etwas an, was "man" mit dem eigenen Körper macht.


Re: BIID Parallelen?

Reply #49
JEDEM MENSCHEN SEINE GEISTESKRANKHEIT! WIDER DIE DIKTATUR DER NORMALITÄT!

aber mal wieder ernsthaft:


...Wen geht es letzthin etwas an, was "man" mit dem eigenen Körper macht.


An dieser Stelle hänge ich ein wenig; denn wir leben ja eingebunden in soziale Kontexte. Da stellt sich dann doch in jedem Einzelfall die Frage, inwieweit man sein Umfeld durch die Veränderung belastet und damit auch, ob die Veränderung vertretbar ist oder nicht. Dies übrigens sowohl bei BIID als auch bei TS. Beim Trans-Thema beginnt der entsprechende Klärungsbedarf bereits deutlich früher, ohne dass von somatischen Eingriffen auch nur die Rede sein muss.

@Kerstin: Dein Vorschlag hat was für sich. Bevor ich jedoch verschiebe, hätte ich gerne mal ein Meinungsbild der anderen TeilnehmerInnen.

Re: BIID Parallelen?

Reply #50


Ich wäre vorsichtig BIID mit Trans-irgendwas zu vergleichen.
Bei BIID ist die Basis, dass man ein Körperteil ablehnt.
Edit: Literarisch wurde BIID in dem Roman "Goays Hand" von Cornelius Fischer verarbeitet. Dieses Buch ist durchaus empfehlenswert.


Guter Vorschlag. :-) Ich habe niemals mein Bein abgelehnt. Ich wollte immer als Mensch mit einer Amputation leben, dazu gehört nun einmal, dass da ein Bein weniger ist. Aber abglent habe ich es nicht. Und eine Identitätsstörung hinsichtlich meines Körpers habe ich nie gehabt, denn ich wußte immer genau welche Identität ich mit meinem Kröper haben wollte, nämlich die eines Menschen, der nur ein Bein hat. Das hat mit Störung meiner Meinung nach eher weniger zu tun.

Aber ist das nicht genau das, was immer die transsexuellen sagen? die wissen doch auch genau, dass sie eine frau sind und das ding weg muss. was ist denn der unterschied von einem bein oder einem penis? warum soll denn nicht jeder mit seinem körper machen, was er will? oder ist jeder, der sich tätowieren lässt auch ein geisteskranker?

-schmarotzer Parallelen?

Reply #51

was ist denn der unterschied von einem bein oder einem penis? warum soll denn nicht jeder mit seinem körper machen, was er will? oder ist jeder, der sich tätowieren lässt auch ein geisteskranker?
soll jeder! Übrigens bin der Traum der Krankenkasse! -ich ernähre mich vital und halte viel von vitamin c.
Trotzdem steigt mein monatlicher Beitrag, weil so mancher glaubt, sich sein Ideal unter dem F64.0 Modell fahren zu lassen.
Kann nicht jede etwas zu, aber anstatt mein Glied täglich unter die Lupe  zu nehmen probiere ich mich im Umgang oder beim herausfinden von Attributen meiner  Mitmenschen. Da bleiben manche langen Nächte ein paar Denkprozesse statt haia!

Tattoo habe ich auch im Nacken und die Stecherin bekam nen 20er Trinkgeld!

Re: BIID Parallelen?

Reply #52
Hi Danny,

sorry, aber aus dem post werde ich überhaupt nicht schlau.
Könntest Du das nochmal versuchen, ich meine deine Botschaft etwas konkrtisieren?

Schönen Tag auch
LG

schmarotzer Parallelen?

Reply #53
na jut der kaffeepegel reicht aus.

Etwas abgeschwafelt-

Ich bezog Stellung auf folgende Aussage:

"Aber ist das nicht genau das, was immer die transsexuellen sagen? die wissen doch auch genau, dass sie eine frau sind und das ding weg muss. was ist denn der unterschied von einem bein oder einem penis? warum soll denn nicht jeder mit seinem körper machen, was er will? oder ist jeder, der sich tätowieren lässt auch ein geisteskranker?"

Freiheit zu tun und zu lassen was man mit sich selbst vereinbaren kann, ist, sehr genial!

Ich bin der Traum meiner Krankenkasse da ich "Gottseidank", nicht chronisch erkranke.
Trotzdem steigen meine KV/PV Beiträge, wie ich finde eine tolle solidar Gemeinschaft.
Dennoch sehr sozial!

Da gibt es Transmenschen, die sich unter dem Modell F64.0, jahrelang fahren lassen. jegliche Integrationsbemühungen schlugen fehl. Längst nicht alle, aber Parasiten breiten sich zu schnell aus..

M. kleinen m.n:
jeder soll machen was er will mit sich, wenn es andere nicht belastet!
besondere Frauen, die sich im Ausland (selbstfinanziert) operieren lassen, gehört mein vollster Respekt, sie kämpfen nicht gegen Bürokraten und Psychos, sondern sammeln ihre Steinkohlen selbst für den heissen Feger.

Guten Tag



Re: BIID Parallelen?

Reply #54
O.K..
Kann ich verstehen, die Einstellung.

Trotzdem, ohne Dir jetzt an die Karre fahren zu wollen, sondern als Aufhänger benutzt, sozusagen vorbeugend:

Könnten wir es zumindest in diesem Thema schaffen, es nicht mit Abschweifungen und Spaßmails zuzumüllen?
Intern mag das ja irgendwie angehen, ist halt state of the art.
Aber hier versuchen wir mit Außenstehenden ins Gespräch zu kommen.

Wäre auch eine Art, Respekt gegenüber der anderen Seite zu bezeugen.

Hoffe, das war jetzt nicht zu moralinsauer.


Re: BIID Parallelen?

Reply #56

jeder soll machen was er will mit sich, wenn es andere nicht belastet!
besondere Frauen, die sich im Ausland (selbstfinanziert) operieren lassen, gehört mein vollster Respekt, sie kämpfen nicht gegen Bürokraten und Psychos, sondern sammeln ihre Steinkohlen selbst für den heissen Feger.


Darauf sind BIID-Betroffene zur Zeit auch angewiesen. Aber steht das nicht nur einer Minderheit offen? Und warum sollten man das Gesundheitswesen NICHT mit den OP-Kosten belasten?

Bei dieser Frage sollte man sich eine weitere Parallele klarmachen: auf dieses spezifische Leiden bezogene psychiatrische Behandlung oder Psychotherapie wird man problemlos bekommen. Mit einem derartigen Leiden Psychotherapie bezogen auf andere Themen, z.B. ein berufsbedingtes Burnout, nur mit Schwierigkeiten, weil die Herren und Damen Fachleute alles auf jene Besonderheit projizieren. Es wird vermutlich ein leichtes sein, Psychopharmaka beschrieben zu bekommen, die uns dermaßen "flachlegen" dass wir auch die jeweilige Besonderheit nicht mehr spüren und die erhebliche Nebenwirkungen haben können. Angesichts dessen mit dem Kostenargument zu kommen, wenn es um die OPs geht, kommt mir dann schon etwas scheinheilig vor.

Ich schieb den Faden man probehalber in den ÖB. Wenn jemand damit Probleme haben sollte, bitte melden, damit wir eine Lösung finden können

Re: BIID Parallelen?

Reply #57
Hi,

klar ist, dass ich hier erst einmal nur von mir schreiben kann. Es gibt derzeit den Versuch eine Arbeitsgemeinschaft zu gründen, die sich mit den sozialpolitischen und sozialrechtlichen Fragen befassen will. Das schlechte Wetter hat die letzte Zusammenkunft in diesem Jahr leider verhindert.

Und es scheint so zu sein, dass es tatsächlich Personen gibt, die ein Problem mit ihren Wünschen haben. Sie suchen dann die Hilfe der Psychiatrie. Was die schweigende Mehrheit anbetrifft, so scheint es so zu sein, dass sie entweder in Deutschland oder arabischen Ländern eine chirurgische Hilfe finden, denn in Kommentaren zum Koran, in den Hadiden aus dem 12. Jahhrundert, wird das Problem erstmals beschrieben und die arabische Rechtswissenschaft vor allem in Saudi Arabien diskutiert das Problem seit ca. 100 Jahren.

Ich selbst habe nie das Verlangen nach einem Psychiater verspürt.

Klar erkenne ich im Zusammenhang mit freiwilligen Amputationen eventuelle Probleme im direkten Umfeld von mir und mir beekanten anderen Menchen, die meinen Weg noch vor sich haben. Behinderung ist aber eher eine soziale Idee und weniger eine klar definierbare soziale Problematik. Nur weil wir in unserer frühen Entwicklungsgeschichte alle Gliedmaßen benötigt haben um wegzulaufen vor großen Tieren, die uns fressen wollten oder weil wir unsere Bronzewerkzeuge herstellen mussten um zu überleben, heißt das ja heute nicht unbedingt für mich, dass ich nicht freiwillig auf das schnelle Jogging nicht verzichten kann und genau weiß, dass auch gerade wegen des Fehlens eines Beins zu den, zu allen Menschen mit Behinderung, gehört hätte, die 9/11 wegen ihrer Behinderung leider verstorben sind.

Würde mir jemand unterstellen zu versuchen, dass meine bewußte Entscheidung die Folge einer Geisteskrankheit sei, und das wird ja derzeit durch die Psychiatrie versucht, würde mir zugleich unterstellt, ein Wahlrecht hinsichtlich meines Lebens nicht zu haben und gesellschaftlich würde das bedeuten, dass alle Menschen nur eine Sicht und eine Definition des Menschen für gültig erachten müssten.

Für mich persönlich steht fest, es ist der "Geist, der sich den Körper baut". Und Behinderung oder "Vershertheit des Körpers" ist für mich lediglich eine falsche sozial relevante Definition. Was nicht bedeuten muß, dass Menschen, die unfreiwillig "behindert" wurden, daran nicht leiden können dürfen.

Oft wird einem blinden Menschen oder einem gehörlosen Menschen von einigen Mitbürgern zugleich auch eine verminderte Intelligenz unterstellt. Oder: Viele Rollstuhlfahrer machen die Erfahrung, wenn sie mit einem Fußgänger in einem Geschäft von einem Verkäufer beraten werden, dass der Verkäufer lediglich mit dem Fußgänger spricht. Die Zuschreibung negativer Eigenschaften nennt man ja Stigmatisierung. Ich bin der Meinung, dass die Aufregung über freiwillige Amputationen und die schale Berichterstattung mit dieser Stigmatisierung in einem direkten Zusammenhang steht. Es geht dabei vermutlich weniger um den eventuell noch verständlichen Ekel vor der Amputation einer gesunden Gliedmasse als vielmehr um die Ablehnung einer Vorstellung über Behinderung, die eventuell nicht unbedingt den Tatsachen entspricht. 

Re: BIID Parallelen?

Reply #58



Ich wäre vorsichtig BIID mit Trans-irgendwas zu vergleichen.
Bei BIID ist die Basis, dass man ein Körperteil ablehnt.
Edit: Literarisch wurde BIID in dem Roman "Goays Hand" von Cornelius Fischer verarbeitet. Dieses Buch ist durchaus empfehlenswert.

Guter Vorschlag. :-) Ich habe niemals mein Bein abgelehnt. Ich wollte immer als Mensch mit einer Amputation leben, dazu gehört nun einmal, dass da ein Bein weniger ist. Aber abglent habe ich es nicht. Und eine Identitätsstörung hinsichtlich meines Körpers habe ich nie gehabt, denn ich wußte immer genau welche Identität ich mit meinem Kröper haben wollte, nämlich die eines Menschen, der nur ein Bein hat. Das hat mit Störung meiner Meinung nach eher weniger zu tun.

Aber ist das nicht genau das, was immer die transsexuellen sagen? die wissen doch auch genau, dass sie eine frau sind und das ding weg muss. was ist denn der unterschied von einem bein oder einem penis? warum soll denn nicht jeder mit seinem körper machen, was er will? oder ist jeder, der sich tätowieren lässt auch ein geisteskranker?


Noch habe ich hier leider nicht ganz den Überblick. :-)
Klar, wenn ich das so verstehe, wie Du es geschrieben hast, dann gibt es auch diese Parallele, nämlich, dass Menschen, die nur mit einem Bein leben wollen oder als Frau geboren wurden und auch anatomisch so sein wollen von der Psychiatrie und Teilen der Gesellschaft als krank stigmatisiert werden. Da zu verhindern (erst einmal nur für die freiwillig Ampitierten und Querschnittgelähmten wird die Aufgabe der ARGE sein, die demnächst gegründet werden soll. Mit Atme eV gibt es ja bereits schon eine hervorragende Organisation, die sich um die Menschenrechte der Menschen kümmert, die als Tanssexuelle bezeichnet werden oder so bezeichnet werden wollen.

Ich sehe im Bereich der freiwillig Amputierten bereits jetzt schon ein ähnliches Problem wie unter den Transsexuellen: Da gibt es Leute, die den Amputationswunsch los werden wollen (hat bei denen die Stigmatisierung und Pathologisierung schon gewirkt?), da gibt es Leute, die z.B. "nur" ständig den Verlust einer Gliedmasse oder Querschnittlähmung spielen wollen, da gibt es  die Leute, die sich im Licht der Psychiatrie sonnen. Die letzteren werden vermutlich erst einmal siegen.

Eins läßt sich jedoch aus meiner Sicht bereits jetzt schon sagen: Die Geschichte der Pathologisierung der Transsexualität ist genau so verlaufen wie die Pathologisierung der freiwilligen Amputationen, nur im Zeitraffer. Das ist ein hervorragender Stoff für Historiker, Sozialwissenschaftler un Poltikwissenschaftler.




Re: BIID Parallelen?

Reply #59

...
Ich sehe im Bereich der freiwillig Amputierten bereits jetzt schon ein ähnliches Problem wie unter den Transsexuellen: Da gibt es Leute, die den Amputationswunsch los werden wollen (hat bei denen die Stigmatisierung und Pathologisierung schon gewirkt?)...


Ich glaube die allermeisten Transgender und Transsexuellen wollen gar nicht geheilt werden. (Meintest Du genaus das, das viele davon sich von Psychologen vollquatschen lassen es doch loswerden zu wollen? Das ist meines Wissens nur ganz selten erfolgreich gewesen)
Wir sehen nicht uns als Problem, sondern unsere Umgebung, vor dessen Reaktion wir Angst haben, und auch davor Nachteile im persönlichen und beruflichen Bereich zu haben.
Ich schätze, auch darin haben wir Gemeinsamkeiten.

Was jetzt mehr eine körperliche oder psychische Störung ist möchte ich gar nicht deuten. Ich finde jede/r sollte nach seiner Fasson glücklich werden dürfen, so lange kein anderer dadurch geschädigt wird. Ich verstehe BIID überhaupt nicht, es erschreckt mich sogar. Bedingt durch meine eigene Geschichte verstehe ich aber die Gefühlslage der BIID Betroffenen. Vielleicht können wir voneinander lernen wie wir unseren Mitmenschen Toleranz oder sogar Aktzeptanz vermitteln können!