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Topic: BIID Parallelen? (Read 30215 times) previous topic - next topic

Re: BIID Parallelen?

Reply #30
F 64.0 ist aber eine Geistestörung laut WHO, worauf Konnstanze sich ständig bezieht.



Re: BIID Parallelen?

Reply #33

Es gibt Parallelen die nicht von der Hand zu weisen sind. In beiden Fällen geht es um eine Unzufriedenheit mit dem Körper, so wie er ist. Die Unfähigkeit, sich mit dem Körper so zu identifizieren, wie er ist, halte ich für eine bedenkenswerte Übereinstimmung. Nur der Gegenstand der Unzufriedenheit ist halt ein anderer.


Hi Jula, ich sehe da durchaus mehr Unterschiede.

BIID Betroffe kommen primär mit irgend einen Körperteil nicht zurecht.

Transsexuelle fühlen sich primär im falschen Geschlecht und kommen mit ihren Körper erst durch dieses Gefühl nicht zurecht. Ich würde dies aber als nachgelagert und nicht primär einstufen.

Wenn TS primär nicht mit ihren Körper zurechtkommen würden und aus diesen Grund meinen sie seien Gegengeschlechtlich veranlagt, würde dies die weiblichen Gefühle von MzF TS ad absurdum fühlen.

Re: BIID Parallelen?

Reply #34

Wenn TS primär nicht mit ihren Körper zurechtkommen würden und aus diesen Grund meinen sie seien Gegengeschlechtlich veranlagt, würde dies die weiblichen Gefühle von MzF TS ad absurdum fühlen.


Hallo Konstanze,

Gefühle sind aber neutral. Sie werden nur stereotyp zugeordnet. Die ganze Begutsachtung artet dann in Abprüfung von Klischees und Stereotypen aus.

LG Cveta

Re: BIID Parallelen?

Reply #35
Hallo,

da ich vor zwei Jahren im Oberschenkel amputiert worden binn und diese Amputation wollte, kann ich aus meiner Sicht vielleicht den einen oder anderen Beitrag zum Thema leisten.

Ich sehe keinerlei Parallelen zwischen dem Wunsch nach einer freiwilligen Amputation und der Transsexualität. Die Tatsache, dass man in der Kindheit merkt, dass man anders ist als die meisten Menschen, dass man sich spät oder gar nicht "outet" mit seinem Wunsch und dass die eigene Vorstellung über sein eigenes Leben (Identität) eine andere ist, als der Körper einem vorspiegelt, reicht wohl lediglich aus, um im Ansatz eine wissenschaftliche Analogie zu bilden. Aber die taugt wohl kaum für persönliche Gefühle und die uns hoffentlich nicht bevorstehende politische Diskussion dieses Themas.

Parallelen erkenne ich nur im Umgang der Psychiatrie mit freiwilligen Amputationen, die will das nämlich vermarkten und beruft sich dabei auf einne angebliche Parallele (die Church of Sexology steht schon in den Startlöchern). Deren Umgang mit dem Thema hat teilweise absurde Züge.

Gut fände ich, wenn für alle Menschen das Recht auf ihren Körper gleich wäre, dann gäb es für Transsexuelle und freiwillig Amputierte wohl weniger Probleme.

Zu mir: Ich lebe in Dortmund, bin Germanist, arbeite vollzeit in einem Verlag.

Re: BIID Parallelen?

Reply #36

Ich wäre vorsichtig BIID mit Trans-irgendwas zu vergleichen.
Bei BIID ist die Basis, dass man ein Körperteil ablehnt.
Edit: Literarisch wurde BIID in dem Roman "Goays Hand" von Cornelius Fischer verarbeitet. Dieses Buch ist durchaus empfehlenswert.


Guter Vorschlag. :-) Ich habe niemals mein Bein abgelehnt. Ich wollte immer als Mensch mit einer Amputation leben, dazu gehört nun einmal, dass da ein Bein weniger ist. Aber abglent habe ich es nicht. Und eine Identitätsstörung hinsichtlich meines Körpers habe ich nie gehabt, denn ich wußte immer genau welche Identität ich mit meinem Kröper haben wollte, nämlich die eines Menschen, der nur ein Bein hat. Das hat mit Störung meiner Meinung nach eher weniger zu tun.

Re: BIID Parallelen?

Reply #37

Vergiss aber bitte nicht, dass in der Fachwelt zur Zeit eine (kontroverse) Entpathologisierungsdiskussion läuft, und dass es auch Zeichen gibt, dass die WHO da initiativ werden wird.


Die Frage ist, ob die Amerikanische Gesellschaft für Psychiatrie mit dieser angeblichen Krankheit BIID nicht eine Art Ersatzdiagnose schaffen will, was ich gehört habe, ist dass die EU die Diagnose GID verbieten will. Dann brauchen die Psychologen einen Ersatz und genau im Jahre 20005 wurde BIID erfunden, dem Jahr in dem die Arbeit am neuen DSM begann. Und der Verfasser der Erstbeschreibung der angeblichen Krankheit war Michael First, der den aktuellen DSM herausgegeben hat.

Re: BIID Parallelen?

Reply #38

Wer immer noch glaubt, Transsexualität sei eine psychische Störung,
der soll sich meinetwegen auch dem Glauben hingeben, Homosexualität sei heilbar.
Ich empfehle dann als behandelnde Therapeutin Dr. Sophinette Becker oder ihren Schoßhund Dr. Folker Fichtel.
Menschenwürde bitte an der Rezeption abgeben.


BIID ist auch keine psychische Störung. Aber die von Dir zitierten "netten" Damen und Herren glauben das. Und was letztendlich Menschenwürde ist, darauf haben wir uns im Grundgesetz geeinigt. Und da steht nichts vom Verbot gewollter körperlicher Veränderungen. Wodrin ich die Gefahr sehe, ist dass hier wieder eine Personengruppe sinnlos pathologisiert werden wird und werden soll. Wen geht es letzthin etwas an, was "man" mit dem eigenen Körper macht. Ok, "man" kann einwänden, hier geht es um sozialstaatliche Belastungen, man kann aber auch mit der "Dammbruchthese" der Medizinethik kommen. Aber mal ehrlich, wer fragt danach?

Re: BIID Parallelen?

Reply #39

l...
Und eine Identitätsstörung hinsichtlich meines Körpers habe ich nie gehabt, denn ich wußte immer genau welche Identität ich mit meinem Kröper haben wollte, nämlich die eines Menschen, der nur ein Bein hat. Das hat mit Störung meiner Meinung nach eher weniger zu tun.


Na, wenn das nicht eine ziemliche Übereinstimmung Parallele ist.
Deine Identität ist die eines versehrten Menschen.
Meine Identität ist die eines weiblichen Menschen.

Unsere Gehirne sind normal.
Nur unsere Körper passen nicht dazu.

Richtig?

ps:
Schön, das Du hergefunden hast. Es ist doch immer besser miteinander als übereinander zu reden.

Re: BIID Parallelen?

Reply #40


l...
Und eine Identitätsstörung hinsichtlich meines Körpers habe ich nie gehabt, denn ich wußte immer genau welche Identität ich mit meinem Kröper haben wollte, nämlich die eines Menschen, der nur ein Bein hat. Das hat mit Störung meiner Meinung nach eher weniger zu tun.

Na, wenn das nicht eine ziemliche Übereinstimmung Parallele ist.
Deine Identität ist die eines versehrten Menschen.
Meine Identität ist die eines weiblichen Menschen.
Unsere Gehirne sind normal.
Nur unsere Körper passen nicht dazu.
Richtig?


Hm, ja, weil Du von Identität schreibst. :-)
Obwohl ich kein Naturwissenschaftler bin, habe ich meines Wisssens nach einmal gelernt, dass das Gehirn des Menschen frühr angelegt wird als der vollkommen ausgebildete Körper bzw die Geschlechtsorgane. Ich glaube nicht an eine Einheit von Körper Geist und Seele, sondern ich orientiere mich am Sprichwort meiner Mutter, die sagte, wenn ich zu viel essen wollte: Es ist der Geist, der sich den Körper baut. Damit meinte sie, man muß, um schlank zu bleiben, eben mal auf die Wollust verzichten können. Vielleicht ist dieses Sprichwort naturwissenschaftlich erfahrungsgemäßt viel richteiger als die Sexologie oder Psychiatrie...

Re: BIID Parallelen?

Reply #41
Ja klar, wovon denn sonst?
Wobei, bitte definiere "Identität".

Ich konnte mir nicht vorstellen, das es Dein, Euer Ziel ist versehrt zu sein um des versehrt sein wollens.
Sondern halt "nur", um die innere Empfindung dessen, wie es sein sollte, mit dem "ist" in Übereinstimmung zu bringen.

Re: BIID Parallelen?

Reply #42

...
Ich konnte mir nicht vorstellen, das es Dein, Euer Ziel ist versehrt zu sein um des versehrt sein wollens.
Sondern halt "nur", um die innere Empfindung dessen, wie es sein sollte, mit dem "ist" in Übereinstimmung zu bringen.



...aber es ist das zwangsläufige Ergebnis, Versehrung. Und nicht eine unbeabsichtigte Konsequenz eines z.B. Kunstfehlers, oder?

Re: BIID Parallelen?

Reply #43
Es ist Mittel zum Zweck, zur Erreichung der Einheit von Körper und Seele.

Noch mal aus dem BIID-Forum, wieder aus dem Zusammenháng gerissen, wíeder nicht hierfür geschrieben:

Quote

...ich stellte mal einer mir befreundeten ärztin (fachärztin für psyatrie in soeiner klinik) die frage was wohl wichtiger sei, mein gesundes bein am körper zu lassen oder mich psychisch krank vor die hunde gehen zu lassen (depri hoch10, arbeitsunfähigkeit, suizid im schlimmsten fall*, dann aber mit gesunden bein oder rückenmark zumindest *fg*)...



*kursive Hervorhebung durch mich

Ich denke, ich kann den lieben Gott danken, das ich lediglich einen weiblichen Körper benötige, um Stimmigkeit zu erreichen.
Ausgesucht haben es sich weder BIID noch T*.