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Topic: BIID Parallelen? (Read 31218 times) previous topic - next topic

Re: BIID Parallelen?

Reply #120
Wenn ein Broad das sagt...  ::)

Meine Signatur mag ihn auch nicht...  ;D

Re: BIID Parallelen?

Reply #121
Na, wenn deine Signatur ihn nicht mag... ::)



Re: BIID Parallelen?

Reply #123
Uns is' nich' mehr zu helfen...  :P

Re: BIID Parallelen?

Reply #124
Hallo  Phil,


"Andererseits ist die Frage falsch gestellt. Was nützt es uns, zu wissen, dass jemand anderes ganz glücklich geworden ist?"

Natürlich, jeder lebt sein Leben, und aus der Erfahrung anderer kann man schlecht auf sich selbst schließen. Andererseits tun wir das doch ziemlich oft.
Wenn ich nicht wüsste, dass viele nach der Amputation wirklich uneingeschränkt glücklich geworden sind ...

was du sagst, stimmt auch. Vor der OP können wir nicht wissen, ob wir uns besser fühlen werden, und danach ist es zu spät. Da müssen wir uns an den Erfahrungen anderer orientieren.

Aber die Erfahrungen anderer können nur eine Wissensbasis dessen, was möglich ist, sein, sie sind aber nicht direkt übertragbar. Aus den Erfahrungen anderer eine Lösung für sich selbst zu finden ist ein weiterer Schritt, der gemacht werden muss. Ich habe das Gefühl, dass dieser zu oft unterbleibt, dass zu oft argumentiert wird mit "Der ist jetzt glücklich, daher will ich das auch haben" statt zu überlegen, ob und wieweit diese Erfahrungen übertragbar sind und ob es nicht eine bessere Lösung - oder zumindest eine verbesserte Lösung gibt.

Beispiel: Im TS-Bereich kommt es oft genug vor, dass der ansonsten glückliche Ehemann und Familienvater, der sein inneres Coming-Out hatte, hier sein Leid klagt, mit seiner Frau zusammen bleiben will, aber andererseits all die Maßnahmen haben möchte, die andere TS auch haben, und nach wenigen Monaten ist die Ehe kaputt. Bei einer anderen Vorgehensweise mit deutlichen Abweichungen vom Standard-TS-Weg hätte sich vermutlich manche Beziehung retten lassen.

Ich habe mich mal mit einem Transmann getroffen, wir haben uns lange unterhalten, und am Ende hatte ich das Gefühl, auch hier gibt es doch etwas Gemeinsames, das uns erlaubt hat, uns tiefer zu verstehen als uns jemand ohne BIID oder ohne GID verstehen könnte.

Beides ist halt ein Identitätsproblem mit dem Körper. Da ergeben sich sicher einige Gemeinsamkeiten, manchmal sogar recht frappierende.

Für sehr gefährlich halte ich es hingegen, eine Lösung, die für TS funktioniert, auf BIID übertragen zu wollen (Bei Biidlern habe ich solche Tendenzen gesehen, weil sie mit dem Argument die Zustimmung für eine OP erreichen wollten). Eine Lösung für BIID muss aus den Erkenntnissen von BIID kommen.

Re: BIID Parallelen?

Reply #125

Für sehr gefährlich halte ich es hingegen, eine Lösung, die für TS funktioniert, auf BIID übertragen zu wollen (Bei Biidlern habe ich solche Tendenzen gesehen, weil sie mit dem Argument die Zustimmung für eine OP erreichen wollten). Eine Lösung für BIID muss aus den Erkenntnissen von BIID kommen.


Hallo Johanna,

etwas Alltagtestähnliches halte ich auch dort für sinnvoll, ca. 1 Jahr oder länger eine Behinderung zu simulieren.

LG Cveta

Re: BIID Parallelen?

Reply #126
Einfach mal nach oben geholt.

Re: BIID Parallelen?

Reply #127
Na, dann viel Spaß!  ::)

Wir hatten ja so lange keine Aufregerthemen mehr, um uns zu fetzen...  :-X

Re: BIID Parallelen?

Reply #128
Hatte es Johanna in ihrem letzten Absatz nicht auf den Punkt gebracht?

Ich finde dieses Aussage so gut, dass ich sie nochmal betonen möchte:


Quote

Für sehr gefährlich halte ich es hingegen, eine Lösung, die für TS funktioniert, auf BIID übertragen zu wollen (Bei Biidlern habe ich solche Tendenzen gesehen, weil sie mit dem Argument die Zustimmung für eine OP erreichen wollten). Eine Lösung für BIID muss aus den Erkenntnissen von BIID kommen.


Andersrum muss das natürlich auch gehen. Und Parallelen zwischen Puppenmenschen und Transsexuellen ziehen zu wollen halte ich auch für gewagt. Bei ersteren scheint es nicht zuletzt darum zu gehen, ihre Körper zu vermarkten.

Re: BIID Parallelen?

Reply #129

... Und Parallelen zwischen Puppenmenschen und Transsexuellen ziehen zu wollen halte ich auch für gewagt. Bei ersteren scheint es nicht zuletzt darum zu gehen, ihre Körper zu vermarkten.


Das sehe ich genauso.
Zwar geht es in beiden Fällen um "medizinisch" (d.h. hier wohl besser "somatisch") nicht unmittelbar lebenserhaltende Operationen. Für die Erhaltung der psychischen Überlebensfähigkeit vieler Betroffener hingegen schon.

Damit hat es sich aber auch schon weitgehendst mit "gemeinsamen" Merkmalen.
Vlt noch die Tatsache, daß beides in der breiteren Öffentlichkeit wie auch von vielen Ärzten und Psychos als "Abweichung" von der medizinischen und gesellschftlichen Norm angesehen wird. Und daß beide Gruppen von Betroffenen in Folge davon gewisse Akzeptanzprobleme in der Gesellschaft haben.

Von der Sache aber hat beides überhaupt nichts miteinander zu tun.


Und was die Vermarktung des eigenen Körpers angeht:
Es gibt natürlich auch nicht wenige "Shemales", die ihren oftmals veränderten Körper in der einen oder anderen Art gewerblich vermarkten. Ein Beispiel dafür aus dem weltweiten Netz habe ich bereits in dem Puppenmenschen Faden angegeben.
Ein paar weitere sind mir zum Teil persönlich bekannt.

Für die Einschätzung der objektiven Lage von TS dürfte das keine eigentliche Bedeutung haben.
Für die Erörterung und Bewertung von medizinischen Fragen und zum Verfahren von deren Abwicklung erst recht nicht.
Was "die Medien" und auch interessierte religiöse oder politische Gruppierungen daraus machen oder bisweilen auch nur unterschwellig nahelegen, ist jedoch eine ganz andere Sache.
Und was das "gesunde Volksempfinden" bisweilen so alles daraus macht erst recht noch einmal eine ganz andere.

Ausführliche Erörterung mit Schwerpunkt auf die Betrachtung der Funktion von Massenmedien in Ergänzung zur vorangegangenen Forumsdiskussion dorten in meinem letzten Aufsatz im Puppenmenschen-Faden, wo auch ein Zitat von dir selber enthalten ist, das genau auf diesen letzten Gesichtspunkt Bezug nimmt:
http://www.transgender-forum.com/index.php?topic=7432.msg166888;topicseen#msg166888

Zu BIID habe ich mich dort allerdings nur ganz am Rande geäußert, entsprechend der randständigen Bedeutung, die ich diesem Gesichtspunkt in der allgemeinen öffentlichen Diskussion beimesse. Wer weiß denn schon, was das überhaupt ist, oder hat überhaupt jemals schon davon gehört?


liebe grüße
triona

Re: BIID Parallelen?

Reply #130
Gerade das BIID-Thema sollten wir dennoch ein wenig im Augenwinkel behalten, einfach, weil ja manche Psychospezialisten sofort Parallelen zogen und Transsexualität mit BIID vergleichen wollten (ja, so herum, es ging um den "Zwang zur Körperveränderung bzw. -verstümmelung)

Re: BIID Parallelen?

Reply #131

Gerade das BIID-Thema sollten wir dennoch ein wenig im Augenwinkel behalten, einfach, weil ja manche Psychospezialisten sofort Parallelen zogen und Transsexualität mit BIID vergleichen wollten (ja, so herum, es ging um den "Zwang zur Körperveränderung bzw. -verstümmelung)



Das wollte ich auch nicht bestreiten.
Aber das ist auch schon die einzige vernünftige Begründung, warum wir das tun sollte.

Einen endlosen Streit ums Kaisers Bart hingegen über mögliche "Parallelen" oder andere "Ähnlichkeiten" zwischen beiden Zuständen können sich alle Betroffenen ersparen.
Und in der breiteren Öffentlichkeit wird das wohl bis auf weiteres auch kaum eine Rolle spielen. Zumindest, wenn uns solche mehr als geschmacklosen und menschenverachtenden Machwerke wie dieses in Zukunft weiterhin erspart bleiben:

https://www.youtube.com/watch?v=KvY2ScZBCtQ

Aber es gibt ja auch bei deutschen Fernsehsendern genug Verantwortliche, die glauben, daß man den Amerikanern jeden Schwachsinn nachmachen muß.  ::)
Da müssen Betroffene das nicht noch selber ond ohne Not in den Blickwinkel des allgemeinen öffentlichen Interesses rücken.

Im Übrigen: Springer hat an keiner Stelle des Videos ausdrücklich einen Zusammenhang zwischen TS und BIID behauptet. Aber was dem durchschnittlichen Zuschauer hier wohl für Schlüsse "unausgesprochen" nahegelegt werden, das kann sich doch wohl jeder an den Fingern einer Hand abzählen - selbst der Zimmermann, der sich bei einem Arbeitsunfall 4 davon abgesägt hat *).

Allein die Worte, die dem Opfer dieser unsäglichen Zirkusvorführung in den Mund gelegt werden und die Art und Weise der Darstellung und die gezielte Aufzählung und Auswahl "unwidersprochener" und vlt sogar nachprüfbarer Tatsachen - auch wenn bei derartige Sendungen selbst deren Wahrheitsgehalt häufig bezweifelt werden muß - geben hier die "gewünschte" Richtung auch ohne ausdrückliche Behauptung irgendwelcher häufig eh nicht beweisbaren Zusammenhänge vor. So wie eben "meinungsmachende" Medien im allgemeinen seit jeher arbeiten. Oder hat etwa die BILD-Zeitung im Jahr 1968 ausdrücklich zu einem Mord an Rudi Dutschke aufgerufen?

Und in etwas seriöser daher kommenden und weniger dumpf reißericher Form läuft das bei unseren zwangsabgabefinanzierten "Qualitätsmedien" auch nicht ab. Nebelwerfer von der Aufgabestellung her allemal. Stichworte: Gerhard Löwenthal, ... , Guido Knopp und wie sie alle heißen. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

Bei einer "seriöseren" und "ausgewogeneren" Darstellung und Themenauswahl fällt das dann selbst intelligenteren Zuschauern nicht immer gleich auf den ersten Blick auf.


liebe grüße
triona


*) Nur so am Rande: Die gezeigte Kreissäge entspricht nicht einmal den Vorschriften zur Sicherheit am Arbeitsplatz, zumindest nicht nach gültigen EU-Vorschriften oder nach deutschen BGR. Selbst wenn diese bisweilen heftig überbürokratisiert und nicht immer sonderlich sinnvoll gestaltet sind: Mit diesem Ding sind Arbeitsunfälle - und damit in diesem Fall möglicher Verlust von Gliedmaßen schon von der Konstruktion her vorprogrammiert. Zufall oder Absicht? Aber vlt gelten ja in USA für sowas weniger scharfe Vorschriften.