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Topic: identität finden?? so schwierig?! (Read 3725 times) previous topic - next topic

identität finden?? so schwierig?!

Hallo ihr lieben,
möchte mich dann auch mal, nach längerer Abwesenheit hier im Board, mit meinen Problemen an euch wenden, hoffe einige haben dafür ein offenes Ohr.

Habe seit ewiger Zeit bzw. grade Jetzt, das Problem zwischen den Geschlechtern zu stecken und einfach keine Zugehörigkeit für mich festmachen zu können. Bin mitlerweile 24 und glücklicherweise seit 1 Jahr bei meinen Freunde,der Familie und meiner Partnerin geoutet > Als Transgender. nun ist es so, das sich von Tag zu Tag die weibliche Seite immer mehr in den Vordergrund drängt. Angefangen hat es damit, das ich sehr Androgyn im Alltag lebe und dieses auch sehr mag und genieße. Das ist natürlich auch für meine bekannten usw. deutlich spürbar, da sie veränderungen bemerken.

Leider kommt es dazu, das ich täglich darüber nachdenke, wohin der weg noch gehen soll?! wie androgyn kann ich im alltag noch werden und wie wichtig sind mir meine männlichen merkmale dabei? ich habe das gefühl, den drang in mir zu haben, immer immer immer weiblicher wirken zu wollen, (auch als Mann), angefangen bei längeren haaren, augenbrauen, wimpern, make-up im alltag etc. Die Anzeichen, die auf männlichkeit schließen lassen, wie zB die Proportion des Körpers, der Bartwuchs usw werden bei mir von tag zu tag unbeliebter. Diese Gefühl ist erst seitdem vorhanden, seitdem ich raus in die öffentlichkeit gehe und in der Masse untergehe.

Dazu kommt, das ich mich absolut nicht mehr mit der Männlichen Gefühls- und Interessewelt veeinbaren kann, das war schon immer so. Es ist für mich einfach total schwierig, so zeigt die entwicklung meiner person, meine männliche Seite wirklich Männlich darzustellen.

Ich hoffe einige kennen dieses problem, wenn nicht sogar sehr viele hier, und können mir hilfreiche ratschläge geben, wie ich damit umgehen kann, bzw wie es weitergehen kann.
denke natürlich seit einiger Zeit häufig darüber nach, einen psychologen aufzusuchen, welcher mir evtl. Hilfe anbieten könnte.
Durch verschiedene treffen mit anderen TG´s ist mir deutlich geworden, das ich absolut kein TV bin, also ein doch recht normaler Mann mit einer weibl. Rolle, zwischendurch.
Meine weiblichkeit ist immer vorhanden und es scheint es scheint mir als würde sie immer stärker werden und meine männlichkeit kompl verdrängen zu wollen.
Habe so die Vermutung durch einige Gespräche mit Transsexuellen, das dies erste Anzeichen sind, die auf die TS Ausrichtung schließen lassen können.

würde mich freuen mit einigen ins gespräch zu kommen, die vll ähnliches durchgemacht haben und mir in irgendeiner form ratschläge und hilfe anbieten können.
Lg an alle, Mia  :)
(gerne auch Nachrichten per pm)



Re: identität finden?? so schwierig?!

Reply #1
Mhmm, vielleicht ist Dein Problem doch eher das der Schublade, nach der Du suchst; die Übergänge zwischen den Gruppen sind doch fließend. Als bei mir immer deutlicher wurde, dass es um meine Identität ging, habe ich mich übrigens ebenfalls als Transgender bezeichnet, aber rückblickend sehe ich, dass diese Klassifizierung nicht allzu viel brachte.

Was wäre denn, wenn Du einfach so der Weiblichkeit in Dir nachgäbest und so lebtest wie Du Dich *hier und jetzt* empfindest. Egal, wohin Dich das führt oder auch nicht? Wäre das denn beruflich für Dich machbar?

Re: identität finden?? so schwierig?!

Reply #2
hallo beate,
ja das schubladendenken, kann gut aus sein. Aber muss sagen, davon habe ich mich schon recht freigemacht.
definiere mich eigt. nicht als TV, CD oder sonst irgendwas. Das aber vll auch mein problem. Schwirre wirklich total zwischen den geschlechtern.
was ich zu 100% behaupten kann ist, das ich absolut nicht männlich bin.

Beruflich wäre das schon machbar, bin ja schon quasi auf demweg dahin.
Studiere momentan, und ein ende ist nicht abzusehen :) also mind. noch 6-8 semester. da ich im bereich der gestaltung tätig bin, und das thema zwischen künstlern und designern eh ganz locker gesehen wird, scheint dies für mich keine hürde zu sein.  viele in diesem bereich laufen doch recht androgyn rum.

Re: identität finden?? so schwierig?!

Reply #3

was ich zu 100% behaupten kann ist, das ich absolut nicht männlich bin.


Vielleicht hilft es Dir ja, die Innensicht von der Außensicht zu trennen:

Innerlich bist Du definitv kein Mann, aber was dann? Da geht es doch wohl eher nicht um die diversen T*-Schubladen, sondern um Grundlegenderes, oder? Also Nicht-Mann, aber? Weiblich? Frau? Oder ist das noch vollkommen unbestimmt?

Dann ganz unabhängig davon, was für Dich daraus folgt. Kann das nicht die ganze Palette von "alles unterdrücken", dem androgyn lebenden Menschen, den rocktragenden Mann, Crossdressing als Teilzeitfrau bis hin zur kompletten Transition bedeuten?

All diese Lösungen sind gleichberechtigt; sie ergeben sich aus der individuellen Lebenssituation.


Re: identität finden?? so schwierig?!

Reply #4
ja das auf jedenfall richtig das ich mich vom wesen eher weiblich definiere.

die außenansicht verändert sich ja stätig. habe ja auch shcon geschrieben, das mir meine männliche merkmale von tag zu tag unlieber werden, zudem versuche
diese auch so gut wie es gut zu vertuschen.
das dies alles bedeuten kann, sehe ich weniger so wie du. ich denke nicht das "ich als roctragender mann" oder "normaler unterdrückter TG" glücklich werden kann.
bin total froh das ich es endlich geschafft habe, mir zumindest einzugestehen TG zu sein, und dies auch relativ offen auszuleben.

meine lebenssituation ist momentan eigt, auch wenn es komisch klingt, wenig ausschlaggebend was meinen weg angeht

Re: identität finden?? so schwierig?!

Reply #5

ja das auf jedenfall richtig das ich mich vom wesen eher weiblich definiere.

ich wollte Dir jetzt nichts einflüstern....

Nochmal zurück zu Deinem Eingangsbeitrag und dem Bezug zu TS: bereits Harry Benjamin hatte die Transvestiten, deren Motivation das Leben einer Facette ihrer Persönlichkeit, ihrer Identität war, vermutet, dass das Transsexualität sei, wenn auch in einer abgeschwächten Form. Deine empfundene Nähe kommt also nicht von ungefähr. Aber das dürfte wohl für die meisten Crossdresser gelten, die zumindest gelegentlich als normale Frauen in die Öffentlichkeit gelten. Insofern bist Du also bei weitem nicht alleine.

... wichtig ist vor allem, dass Du selbst *spürst* und (in meinen Augen!) versuchst, das vor der Lebensform zu trennen, die sich für Dich daraus ergibt. Wenn Dir das, was Du bisher gelebt hast,  nicht mehr reicht, und wenn Du die Unzufriedenheit damit nicht länger ertragen möchtest, könntest Du Dir ja die Frage vorlegen, wie Du das weiterentwickeln könntest, damit es Dir besser geht. Am besten behutsam in möglichst kleinen Schritten.

Ich möchte allerdings doch noch auf eine Gefahr hinweisen: man gelangt recht schnell auf eine bestimmte Spur, die zu weit führen kann.

Re: identität finden?? so schwierig?!

Reply #6
Ich bin für mich inzwischen zu der Ansicht gelangt, dass die Identität feststeht - und dass der Weg der Findung nur dahingeht, dass es darum geht, wie man diese Identität lebt - und zuvor sie vielleicht erst mal entdeckt, freischaufelt unter den vielen Schichten der Eigen- und Fremderwartung, Sozialisation, Kultur.

Prizipiell sehe ich mich auf dem Weg. Meine Außenfrau steht mir dabei bisweilen im Weg und so manche Attribute stören mich auch zunehmend mehr. Ob ich mich allerdings von ihr in dieser biologischen Form so weit als möglich trennen werde um sie männlicher zu gestalten steht nach wie vor in den Sternen. Dazu brauche ich keine Bezeichnung - auch wenn ich mich bisweilen in die eine oder andere Schublade stecke um anderen gegenüber eine Aussage machen zu müssen ohne bei Adam und Eva anfangen zu müssen.

Einen Schritt nach dem anderen - stehen bleiben, fühlen, zurückschauen, innehalten und entscheiden in welche Richtung man sich weiter vortasten will scheint mir zumindest für mich der einzig gangbare Weg zu sein. Dabei brauche ich kein Label für jedes mögliche Zwischenstadium.

Re: identität finden?? so schwierig?!

Reply #7
Kann 'mal Irgender ob der vielen Buchstaben im Thema 'ne geschlechtsspezifische Gefühlswelt und das andere Gedöns darum herum verständlich machen..?

So eine blödsinnige Scheiße, nein: Sinnige paßt nicht. Was für ein Dünnschiß... Männlich fühlen! Weiblich fühlen! Macht 'mal...

Bin ich zu doof zu. Sind eigentlich noch Menschen im Forum..? Ich suche nur ein paar gleichgesinnte Deppen. Gerne per PN...

.




Re: identität finden?? so schwierig?!

Reply #8
Es mag ja sein, dass Du da nicht mitkommst.
Aber für Menschen, die mit ihrer Identität am Ringen sind und sich darüber klar werden müssen, wohin für sie die Reise gehtm können das wichte Fragen sein.

Die Fragen sind einfach da. Man muss sich mit ihnen auseinadersetzen. Mit Dünnschiss hat das daher herzlich wenig zu tun.
Vielleicht solltest Du Dich einfach freuen, wenn das nicht Deine Fragen sind - sooo toll ist die Auseinandersetzung mit diesen Themen nun wahrlich nicht. Ich bin jedenfalls froh, dass das für mich nicht mehr derart im Vordergrund steht wie in den Jahren meiner Transition.


Re: identität finden?? so schwierig?!

Reply #10
Ob der Aufruf nach Deppen wohl erfolgreich war?

Re: identität finden?? so schwierig?!

Reply #11

Ob der Aufruf nach Deppen wohl erfolgreich war?


Sollte jedenfalls nicht so schwer sein, welche zu finden! Es gibt genug...

Danke, auch für Deinen vorherigen Beitrag.


Ich erlebe bei mir, dass der innere Druck in Richtung andere Seite durchaus in der Stärke variiert.
Vielleicht wird das zunächst merkwürdig klingen, aber ich stelle fest, dass es bei mir z. T. mit dem Lauf der Jahreszeiten korreliert. Ich neige zu Depression und denke, die Schwankung hängt mit der Depression zusammen, die sich bei mir im Herbst, mit der zunehmenden Dunkelheit einstellt. Mein Verlangen, Frau zu sein, ist zwar immer da, aber in der dunklen Zeit ungleich viel stärker.
Ob die Depressionen vom T-sein herrühren und sich mit anderen Gründen addieren, kann ich nur vermuten.

LG
Atalanta 

Re: identität finden?? so schwierig?!

Reply #12

Beruflich wäre das schon machbar, bin ja schon quasi auf demweg dahin.
Studiere momentan, und ein ende ist nicht abzusehen :) also mind. noch 6-8 semester. da ich im bereich der gestaltung tätig bin, und das thema zwischen künstlern und designern eh ganz locker gesehen wird, scheint dies für mich keine hürde zu sein.  viele in diesem bereich laufen doch recht androgyn rum.


Hallo Mia,

der Bruch passiert aber nicht mit der Optik, sondern  sobald Du einen weiblichen Vornamen mit der Anrede Frau beanspruchst. Einem männlichen androgynem Freak wird sehr viel Freiheit zugebilligt, solange er sich selbst noch als Mann nominell bezeichnen lässt.

LG Cveta

Re: identität finden?? so schwierig?!

Reply #13

Hallo Mia,

der Bruch passiert aber nicht mit der Optik, sondern  sobald Du einen weiblichen Vornamen mit der Anrede Frau beanspruchst. Einem männlichen androgynem Freak wird sehr viel Freiheit zugebilligt, solange er sich selbst noch als Mann nominell bezeichnen lässt.

Da habe ich deutlich andere Erfahrungen gemacht. Um genau zu sein musste ich bei der Arbeit nur wenige in der Anrede korrigieren und die Zusammenarbeit war so gut wie eh und je.

Re: identität finden?? so schwierig?!

Reply #14

Es mag ja sein, dass Du da nicht mitkommst.


Ich suche nur ein paar gleichgesinnte Deppen. Gerne per PN...


:P


Ich komme manchmal auch nicht mit. Mein Problem ist lediglich, daß ich nach einem tollen Wochenende morgen um 8 wieder buckeln muß. Das ist aber in keinster Weise genderspezifisch.

Also dabei!

Brigitte