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Topic: Frage zum Thema Schönheits-OPs und Kosten/Krankenkasse-Übernahme (Read 9778 times) previous topic - next topic

Frage zum Thema Schönheits-OPs und Kosten/Krankenkasse-Übernahme

Hab mal eine kurze Frage zum Thema SOP's und TS-Dasein...
und zwar wird das meiste ja nicht von der Krankenkasse übernommen, sprich man muss selber blechen.

Wie siehts da aus mit der Zahlung? Kann man sowas in Raten zahlen oder muss man sofort alles auf einen Schlag überweisen? Unter welchen Umständen zahlt die KK das? Kriegt man von Psychologen/Psychiatern eine Indikation in bestimmten Fällen oder halten die sich ganz raus - Hab mal gehört das z.B. das Abschleifen des Adamsapfel oftmals von der KK übernommen wird dank Indikation.. das fiele ja auch unter SchönheitsOP.

Re: Frage zum Thema Schönheits-OPs und Kosten/Krankenkasse-Übernahme

Reply #1
Man muss schon damit leben, dass nur marginale Jobs und HARZ IV bleiben, weil erkennbar bleibt durch die Physiognomie, dass es der Gegenüber eigentlich mit einem Mann zu tun hat. Ich rate gaOP und HRT selber zu bezahlen und sozial auf der Arbeit immer als Mann  aufzutreten.

Ich werde mir auch für die Arbeit angemessene Office-Männerkleidung zulegen, sagen dass alles nur eine Phase war und die Frau in Transenschutzräumen ausleben. Oder ich werde mir ein tolerantes Berufsufeld suchen, meistens Jobs wie LKW Fahrer, die nur Migranten machen würden.

Re: Frage zum Thema Schönheits-OPs und Kosten/Krankenkasse-Übernahme

Reply #2
Auch wenn dein Beitrag wenig mit meiner Fragestellung zu tun hat möchte ich bedauern das du dir selbst das Leid zufügst trotz all der bereits gegangen Schritte als Mann aufzutreten. Bei mir ist dies - selbst wenn ich es noch so sehr wollte - nicht mehr möglich. Die Nummer würd mir glaub ich keiner abkaufen ;-)

Re: Frage zum Thema Schönheits-OPs und Kosten/Krankenkasse-Übernahme

Reply #3
Freunde meinten, ich würde dann schwul wirken, aber das ist dann weniger gesellschaftmäßig abseits.

Ich finde kein geeignetes Berufsfeld und im Office brauchen die keinen Clown.

Re: Frage zum Thema Schönheits-OPs und Kosten/Krankenkasse-Übernahme

Reply #4
@Himbeere: Die Anbieter von Schönheits-OPs haben meistens auch Ratenzahlung im Angebot, die dann meist über Partnerbanken abgewickelt wird. Um von der Krankenkasse solche OPs ausnahmsweise bewilligt zu bekommen, muss ein psychiatrisches Gutachten sehr starkes (krankheitswertiges) psychisches Leiden an dem Makel nachweisen. Es genügt also keine TS an sich, sondern Du musst konkret unter Deinem Äpfelchen so sehr leiden, dass dies medizinisch relevante Auswirkungen auf Deine psychische Gesundheit hat. Die Hürde liegt also relativ hoch, insbesondere wenn Du im Alltag nicht weiter auffällst.

Re: Frage zum Thema Schönheits-OPs und Kosten/Krankenkasse-Übernahme

Reply #5
Quote
Die Hürde liegt also relativ hoch, insbesondere wenn Du im Alltag nicht weiter auffällst.


Der Apfel war natürlich nur ein Beispiel ... in solchen Situationen merkt man, dass eine frühere Transi auch viele Nachteile hat -.-

Re: Frage zum Thema Schönheits-OPs und Kosten/Krankenkasse-Übernahme

Reply #6
Man muss es einfach nur versuchen. Die Kasse hat eigentlich einen großen Teil meiner Beauty Op´s übernommen z.b brüste, stimme , stirn und obwohl ich schon jetzt 100% als Frau durch gehe haben sie mir nochmal eine Op finazierung gestattet nämlich Adamsapfel der ist zwar kaum sichtbar bei mir ausser ich lehne meinen Kopf zurück aber trotzdem bin ich froh das ich ihn entfernen lassen kann. Am besten ist es du machts Fotos legst ein Attest vom Psychater dazu und dann sollte das eigentlich klappen. Ansonsten such dir einen Arzt der eine FFs anbietet also komplette gesichtsfemienierung damit hast du schon mit einer op alles erledigt.lg

Re: Frage zum Thema Schönheits-OPs und Kosten/Krankenkasse-Übernahme

Reply #7
Ach die Geschichtsfeminisierung kann man auch von der Kassen übernehmen lassen?

Re: Frage zum Thema Schönheits-OPs und Kosten/Krankenkasse-Übernahme

Reply #8
Die "Gesichtsfeminisierung" wird nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Nach der MDS Richtlinien wird bei entsprechender Indikation die Stimme und der Adamsapfel gezahlt. Ein Brustaufbau als Einzelmaßnahme wird derzeit oft abgelehnt. Der MDK legt der Begutachtung die gleichen Maßstäbe wie bei Biofrauen an. Da gibt es genügend Urteil aus der Sozialgesetzgebung. ein Brustaufbau im zeitlichen Zusammenhang mit der GaOP hat durchaus Chancen. Als Beispiel:
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Psychische Störungen sind danach in der Regel nur mit den Mitteln der Psychiatrie und Psychotherapie zu behandeln (BSG wie vor). Dies gilt selbst dann, wenn die psychogenen Störungen der Klägerin allein mit den Mitteln der Psychiatrie und Psychotherapie nicht heilbar wären, weil andernfalls bei psychischer Fixierung auf gewünschte äußere Veränderungen eine Grenzziehung hinsichtlich der Verpflichtung der Krankenkasse zur Übernahme kostspieliger Schönheitsoperationen kaum möglich wäre und zum anderen unabsehbare Folgekosten auf die Krankenkassen zukommen könnten (vgl. BSG SozR 3-2200 § 182 Nr. 14).
Quelle: http://www.lexsoft.de/cgi-bin/lexsoft/tk_sec.cgi?t=130685918789663553&sessionID=1902701541574639136&templateID=document&source=hitlist&chosenIndex=UAN_nv_1005&xid=433982&highlighting=on&hlt=&hn=#hlt_ank
Selbst Brustverkleinerungen scheitern regelmäßig durch die Einordnung als "Schönheitsoperation". Als Beispiel:
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Die psychische Belastung der Klägerin rechtfertigt aber ebenfalls keinen operativen Eingriff auf Kosten der GKV. Nach der Rechtsprechung des BSG können psychische Leiden einen Anspruch auf eine Brustoperation nicht begründen. Selbst wenn ein Versicherter hochgradig akute Suizidgefahr geltend macht, kann er regelmäßig lediglich eine spezifische Behandlung etwa mit den Mitteln der Psychiatrie beanspruchen, nicht aber Leistungen außerhalb des Leistungskatalogs der GKV (BSG, Urteil vom 28. Februar 2008, a.a.O.).
Quelle: http://www.lexsoft.de/cgi-bin/lexsoft/tk_sec.cgi?t=130685918789663553&sessionID=1902701541574639136&templateID=document&source=hitlist&chosenIndex=UAN_nv_1005&xid=3955082&highlighting=on&hlt=&hn=#hlt_ank
Das BSG hat den Krankheitsbegriff sehr deutlich definiert
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10 a)
Die Klägerin kann nach § 27 Abs. 1 Satz 1 SGB V Krankenbehandlung verlangen, wenn sie notwendig ist, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern. Krankheit im Sinne dieser Norm ist ein regelwidriger, vom Leitbild des gesunden Menschen abweichender Körper- oder Geisteszustand, der ärztlicher Behandlung bedarf oder den Betroffenen arbeitsunfähig macht (stRspr, vgl. z.B. BSGE 93, 252 = SozR 4-2500 § 27 Nr. 3, jeweils RdNr. 4; BSGE 85, 36, 38 = SozR 3-2500 § 27 Nr. 11 S 38; BSGE 72, 96, 98 = SozR 3-2200 § 182 Nr. 14 S 64 jeweils m.w.N.; zum Verhältnis zu den Ansprüchen aus dem SGB IX vgl. BSG, Urteil vom 26.6.2007 - B 1 KR 36/06 R - RdNr. 18 f, Adaptionsmaßnahme, zur Veröffentlichung vorgesehen).
11 b)
Krankheitswert im Rechtssinne kommt nicht jeder körperlichen Unregelmäßigkeit zu. Erforderlich ist vielmehr, dass der Versicherte in seinen Körperfunktionen beeinträchtigt wird oder dass er an einer Abweichung vom Regelfall leidet, die entstellend wirkt (stRspr, vgl. z.B. BSGE 93, 252 = SozR 4-2500 § 27 Nr. 3, jeweils RdNr. 6; BSGE 93, 94, 102 [BSG 13.07.2004 - B 1 KR 11/04 R] = SozR 4-2500 § 13 Nr. 4 S 29; zu einer Hodenprothese BSGE 82, 158, 163 f = SozR 3-2500 § 39 Nr. 5 S 29 f; vgl. auch BSG SozR 3-2500 § 33 Nr. 45 S 253 f). Die Klägerin war weder in einer Körperfunktion dadurch beeinträchtigt, dass ihre rechte Brust eine geringere Größe als die linke Brust hatte, noch wirkte diese anatomische Abweichung entstellend.
18 )
Nach diesen Grundsätzen sind Operationen am - krankenversicherungsrechtlich gesehen - gesunden Körper, die psychische Leiden beeinflussen sollen, nicht als "Behandlung" i.S. von § 27 Abs. 1 SGB V zu werten, sondern vielmehr der Eigenverantwortung der Versicherten zugewiesen. Dies beruht in der Sache vor allem auf den Schwierigkeiten einer Vorhersage der psychischen Wirkungen von körperlichen Veränderungen und der deshalb grundsätzlich unsicheren Erfolgsprognose sowie darauf, dass Eingriffe in den gesunden Körper zur mittelbaren Beeinflussung eines psychischen Leidens mit Rücksicht auf die damit verbundenen Risiken besonderer Rechtfertigung bedürfen. Denn damit wird nicht gezielt gegen die eigentliche Krankheit selbst vorgegangen, sondern es soll nur mittelbar die Besserung eines an sich einem anderen Bereich zugehörigen gesundheitlichen Defizits erreicht werden soll (vgl BSGE 93, 252 = SozR 4-2500 § 27 Nr. 3, jeweils RdNr. 9 m.w.N.; BSGE 90, 289, 291 [BSG 19.02.2003 - B 1 KR 1/02 R] = SozR 4-2500 § 137c Nr. 1 RdNr. 6 m.w.N.). Das gilt jedenfalls so lange, wie medizinische Kenntnisse zumindest Zweifel an der Erfolgsaussicht von Operationen zur Überwindung einer psychischen Krankheit begründen. Dass nach dem allgemeinen anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse nicht mehr Zweifel im dargelegten Sinne bestehen, hat indes weder das LSG festgestellt noch ist es sonst ersichtlich.
Quelle: http://www.lexsoft.de/cgi-bin/lexsoft/tk_sec.cgi?t=130685955492451459&sessionID=1902701541574639136&templateID=document&chosenIndex=UAN_nv_1005&highlighting=off&xid=3364419
@MissGia: Es würde mich schon interessieren mit welcher Begründung eine Stirnoperation durchgeführt wurde und welche Kasse dies gewesen ist. Könnte als Argumentation anderen helfen.

Re: Frage zum Thema Schönheits-OPs und Kosten/Krankenkasse-Übernahme

Reply #9
Bei Brustverkleinerung mit massiven orthopädischen Problemen argumentieren!! (Hilfe für TM)

Re: Frage zum Thema Schönheits-OPs und Kosten/Krankenkasse-Übernahme

Reply #10
ein Brustaufbau im zeitlichen Zusammenhang mit der GaOP hat durchaus Chancen.

Das heißt, wenn man den Brustaufbau erst 9 bis 24 Monate nach der OP machen lässt, bezahlt man selbst? Ich würde nämlich gern damit warten, bis mein BMI von 30 1/3 auf 19 runter ist und ich absehen kann, wann ich mir endlich eine Straffung und Vergrößerung des Hinterteils leisten kann. Wäre ja blöd, die Haut durch Implantate um 10 cm zu dehnen, wenn man einen Großteil des angestrebten Gewichtsverlusts noch vor sich hat, und womöglich noch jahrelang mit Riesenmöpsen und Minihintern rumläuft.

Kann die Schönheitschirurgie eigentlich auch Beinmuskeln schrumpfen? Ich würde meine Hot Pants nämlich gern einmal ohne Overknee-Stiefel tragen, aber wegen meiner dicken Beine ist das nicht realistisch möglich. Im Internet habe ich nichts dazu gefunden.

Noch etwas, wie erlange ich eine Verordnung für ein Magenband oder eine Magenverkleinerung? Ich wurde in meinem Elternhaus tierisch gemästet und bin seitdem essgestört (sprich fresssüchtig). Von Bekannten wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass die Krankenkassenlobby auch für dieses Krankheitsbild, wie üblich, einen Freibrief für die unterlassene Hilfeleistung durchgesetzt hat (sprich Krankheiten als Privatvergnügen einstuft), sich aber ab einem BMI von 30 nicht mehr vor der Verantwortung drücken kann. Also bin ich vor einiger Zeit, als ich noch einen BMI von 31 oder 32 hatte, zum Hausarzt gegangen und habe ihm von meinem Problem erzählt. Der sagte, ich solle mich halt ein wenig beherrschen, und damit war das Thema für ihn erledigt. Einige Zeit danach waren Nüchternzucker und Hba1c so weit angestiegen, dass man mich mit zugedrücktem Auge zur Diabetikerin erklären konnte, um mir eine Diabetesschulung zu ermöglichen. Da habe ich dann zwei Dinge erfahren, die ich längst wusste:

* Ich sollte mich eiweißreich ernähren (was ich ohnehin anstrebe).
* Die von mir als normal empfundenen Portionen sind in Wirklichkeit Riesenportionen. Meine Schwester hatte mir schon gesagt, dass es ihr peinlich sei, wie viel ich mir einverleibe, wenn ich mit ihr irgendwo eingeladen bin. Inzwischen habe ich mir angewöhnt, bei einer Einladung unmittelbar vor dem Aus-dem-Haus-Gehen noch schnell ein Vollkornbrötchen, 50 Gramm Erdnüsse und 4 Eier zu essen, damit ich während der Einladung nicht unangenehm auffalle.

Liebe Grüße

Chica

Re: Frage zum Thema Schönheits-OPs und Kosten/Krankenkasse-Übernahme

Reply #11
Hallo Chica,

in den letzten Jahren hat sich einiges getan - achte mal auf das Alter des Beitrags, auf den Du Bezug nimmst (nach einem Ausfall haben wir hier leider einen Datenverlust über mehrere Jahre erlitten). Es gibt zum Bsp ein Gerichtsurteil, nachdem die Krankenkassen den Brustaufbau übernehmen müssen, wenn durch die HRT Körbchengröße A nicht erreicht worden ist. Antragstellung wie gewohnt...

Zur Magenverkleinerung kann ich nichts sagen. Aber dazu gibt es doch bestimmt Quellen im Netz.

Re: Frage zum Thema Schönheits-OPs und Kosten/Krankenkasse-Übernahme

Reply #12
Es gibt zum Bsp ein Gerichtsurteil, nachdem die Krankenkassen den Brustaufbau übernehmen müssen, wenn durch die HRT Körbchengröße A nicht erreicht worden ist. Antragstellung wie gewohnt...


Hast du da Näheres? Aktenzeichen oder so?

Re: Frage zum Thema Schönheits-OPs und Kosten/Krankenkasse-Übernahme

Reply #13
Weil ich gerade dabei bin:

Bundessozialgericht vom 11.9.2012, Az B 1 KR 11/12 R, Abschnitt 27
Quote

Ansprüche Transsexueller auf geschlechtsangleichende Behandlung im Sinne medizinisch indizierter MAP [Mamma-Augmentationsplastik] sind zusätzlich durch das objektive Erscheinungsbild des Brustumfangs begrenzt. Die hierdurch gezogenen Grenzen sind allerdings weiter, als sie durch die oben dargelegte Rechtsprechung zur Entstellung gezogen sind. Wer als Mann-zu-Frau-Transsexueller - etwa aufgrund einer Hormontherapie - einen Brustansatz entwickelt hat, der die für konfektionierte Damenoberbekleidung vorgesehene Größe A nach DIN EN 13402 bei erfolgter Ausatmung im Rahmen normaler Messung ohne weitere Mittel voll ausfüllt, kann keine MAP beanspruchen (vgl zu DIN EN 13402: Größenbezeichnung von Bekleidung (2001) http://www.beuth.de/langanzeige/DIN-EN-13402-1/de/38031428). Das damit erreichte körperliche Erscheinungsbild bewegt sich nämlich - trotz der großen Vielfalt der Phänotypen bei Männern und Frauen - in einem unzweifelhaft geschlechtstypischen Bereich.


Hat irgendjemand schriftliches über diese 24-Monate bei denen die Krankenkasse sonst angeblich immer ablehnt? Ist das nur eine bekloppte Empfehlung vom MDK oder was handfestes aus einem Gerichtsurteil??

Re: Frage zum Thema Schönheits-OPs und Kosten/Krankenkasse-Übernahme

Reply #14
Ich wußte schon einmal nicht, daß die Frauen nach DIN EN genormt sind. Bisher hatte sich die EU hauptsächlich an der Krümmung von Gurken versucht und selbst das inzwischen aufgegeben.

Mihi