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Topic: Aktueller Bericht in der SZ-online (Read 8834 times) previous topic - next topic

Aktueller Bericht in der SZ-online

Hi

Gerade bin ich stocksauer!
Schaut euch diesen Bericht mal an:
http://www.sueddeutsche.de/panorama/812/493162/text/

Der Text ist ja halbwegs in Ordnung, aber das Bild macht mich stinkig!

Ich habe der Redaktion gerade folgende Mail geschickt

Quote
Liebe Redaktion,

weil ich über die Form der Berchterstattung ehrlich geschockt bin, sende ich Ihnen diese Mail.

Der Bericht selbst ist okay und nicht tendenziös. Aber warum um alles in der Welt wurde das Bild von einer Dragqueen daneben gesetzt.

Natürlich sah die betreffende Person nicht so aus! Warum also das Bild? Um dem Thema "Mann will Frau sein" eine schrille komponente zu geben?

Wie Sie eventuell vermuten, bin ich selbst betroffen. Ich bin ein genetischer Mann, der sehr viele weibliche Anteile hat und diese auch lebt. Auch ich gehe als Frau in die Welt und versuche, so weit mir das möglich ist als Frau zu leben. Ich bin nicht so konsequent wie Transsexuelle, lebe also auch als Mann.
Aber ich tue, was ich tue nicht aus Jux und auch nicht als Witzfigur. Jedenfalls bemühe ich mich, als Frau keine zu sein. Und wahrscheinlich war auch die Person, ober die berichtet wird, eine ähnliche Person. Ein genetischer Mann, der versucht, in gewissem Umfang seine Weiblichkeit zu leben.
Durch ihre Berichterstattung bekomme ich das Gefühl, dass Sie nicht anders als ich das häufig in den Medien erlebe, Menschen wie mich nicht ernst nehmen, sondern nur als bunte Clowns, die man ruhig lächerlich machen kann.

Sie merken: ich bin echt sauer und fühle mich zwar nicht durch den Bericht selbst, aber durch ihre Art der Präsentation mit dem Bild diskriminiert.
Warum dieses Bild, wenn Sie selbst davon ausgehen, dass der Mann wohl anders aussah. Ich weiß nichts näheres, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Person nicht so gehandelt hat, weil sie dazu gerade mal Lust hatte, sondern aus einer inneren Notwendigkeit.

Menschen wie ich, die Männer sein müssen, aber gerne Frauen wären, haben es nicht leicht.
Wenn sie den Bericht der Europäischen Menschenrechtsagentur über unsere soziale Situation lesen oder den Bericht des Menschenrechtskommissars des Europarates Hammarberg aus dem Juli dieses Jahres, werden Sie mir eventuell glauben, dass Transgender wie ich in unserer Gesellschaft stark diskriminiert werden. Dass wir sogar von ansonsten ernstzunehmenden Medien offensichtlich in unserem ernsthaften Anliegen nicht akzeptiert werden, macht mich ebenso traurig wie wütend.

Grüße
Jula Böge

Re: Aktueller Bericht in der SZ-online

Reply #1
Kann es sein, dass zumindest der Bildkommentar ("So schrill...sicher nicht ausgesehen") , womöglich aufgrund Deiner Reaktion bereits in Deinem Sinne abgeändert wurde?

Re: Aktueller Bericht in der SZ-online

Reply #2
Nee, der war schon heute morgen so.
Trotzdem!

Re: Aktueller Bericht in der SZ-online

Reply #3
Tja, dein Engagement in Ehren, aber ich fürchte, es ist vergebene Liebesmüh.

Und zu dem Bild...naja, soll ich mich da aufregen? Lohnt nicht.

Wenn ich ehrlich bin, frage ich mich eher, welcher Nachwuchsjournalist da tppselt...der Text ist schon alleine ziemlich überarbeitungsbedürftig...*schauder*

Re: Aktueller Bericht in der SZ-online

Reply #4
Da wagt die SZ tatsächlich einen Bild-gleichen aus-AllerWelt(s)artikel...

Respekt. Wieder eine großformatige Tageszeitung, die man nicht nicht mehr lesen muß...

Langsam bleibt allerdings nicht mehr viel.

M:E.

Re: Aktueller Bericht in der SZ-online

Reply #5
Hallo,

Interessant finde ich, dass die Leserkommentarfunktion, hier passend zum Thema, abends abgeschaltet wird weil sonst ja jeder seine Meinung dazu einfach so schreiben kann ohne "Moderation der Mods"!.  ;D

Das liest sich so da:

Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage.

Antiquiert, hm?  :P

Re: Aktueller Bericht in der SZ-online

Reply #6
Öhmmm... also eigentlich ist das wohl eine übersetzte Agenturmeldung... siehe: (sueddeutsche.de/AFP/abis/kat). Normalerweise wird da nicht viel hinzugefügt oder weggelassen. Der Artikel entstammt dann also vielmehr aus der Feder der AFP: http://www.afp.com/afpcom/de

Re: Aktueller Bericht in der SZ-online

Reply #7
Das mag ja so sein, trotzdem gibt es auch eine Eigenverantwortung.
Ich hafte ja auch für Publikationen, die ich verbreite.


Re: Aktueller Bericht in der SZ-online

Reply #8
also Jula Deine Empörung, Deine email und so...alles ok. Ich denke da stößt Du hier auf offene Ohren, auch bei mir.

Aber: Etwas  überzeichnet könnte man Deine email auch unter der Überschrift lesen: "Wie können Sie es wagen, mich (oder uns TG's) mit DIESER PERSON (auf dem Bild) zu vergleichen...."

mit dieser ....

.......   Witzfigur. ........ 


mit diesem

Clown,


Keine Frage,auf den Text bezogen ist das Bild suboptimal. Ich fühle mich da nicht repräsentiert.
Aber ich sehe auf dem Bild auch keinen Clown oder eine Witzfigur. Und ich kann mir nicht helfen, mir rattert da vor meinem geistigen Auge so die Belegschaft des SF....mir ist nicht ganz klar, wo Du da dann die Grenze ziehen willst

Aber vielleicht habe ich es auch falsch verstanden.  Ich habe irgendwie eine natürliche Aversion gegen das Abgrenzen, mir ist da glaube ich nicht zu helfen.  ;D



.

Re: Aktueller Bericht in der SZ-online

Reply #9
Tja, ist der Artikel nix weltbewegendes, mußt ihn halt mit einem netten Bildchen aufpeppen, sonst liest´s keiner.
Die Aufmachung des Artikels regt mich nicht wirklich auf, weil es nicht das erste Mal ist, daß die SZ mit der Headline oder hier mit einem Foto reißerisch a la Bild danebenhaut. Irgendwie muß eine relativ belanglose Chose ja verkauft werden, wenn es sonst nichts zu berichten gibt.

Re: Aktueller Bericht in der SZ-online

Reply #10
Naja, der Bericht stimmt ja schonmal nicht zu 100%. Da aus Japan zum Beispiel der J-Rock her kommt und dort die Kerle eine  Style richtung erfunden haben. Wo die Männer wir Fraun rum laufen oder es eher versuchen ungeschlechtlich zu sein.

Desweiteren ist in China auch ein Teil davon betroffen, allein weil die Mode sich dort verändert hat.

Aber nun zum Bericht. Das der Mann sich für eine verstorbene Frau aus gegeben hat (seine Frau) ist schon finde ich Hart. oO Das würde ja niemand wollen, das unser Partner/Partnerin sich für uns aus gibt.

Re: Aktueller Bericht in der SZ-online

Reply #11
Naja, in einem Land, in dem bereits der Begriff Negerkuss wegen seines Diskriminierungspotentials nicht mehr verwendet werden darf, sollte eine renommierte Tageszeitung ind er Darstellung schon zurückhaltender sein und den Vergleich mit Frauen karikieren wollenden Leuten vermeiden, Grauzone CSD <> Transwasauchimmer-Realität hin oder her.

Ob aber ein Leserbrief  etwas daran ändern wird, dass wir immer wieder mit schrillen Gestalten in einen Sack gesteckt werden?

Re: Aktueller Bericht in der SZ-online

Reply #12

Vergleich mit Frauen karikieren wollenden Leuten vermeiden, Grauzone CSD <> Transwasauchimmer-Realität hin oder her.


.....scheint mir 'ne Frage der Perspektive. Ich stelle mir so die ganze Zeit vor, der Autor hätte ein Bild von mir genommen. So 2 Uhr früh auf dem SF. Rotes Kleid knapp über der Schamgrenze, Schwarze Stiefel, alkoholisch leicht angeschlagen und vor Fußschmerzen nicht mehr so richtig weiblich koordiniert. Wäre dieser "Anblick" etwas, worunter Jula sich noch subsumieren würde? Bin ich da schon die Karikatur?. Absichtlich oder aus Versehen. Oder noch anders, es wäre ein Foto links mit Jula und rechts mit madleine, rosabemützt im heißtesten "come to daddy" Outfit. Jetzt das Bild schneiden? Und welchen Teil nehmen wir dann? Sind wir ernsthaft auf der Suche nach dem Foto des Politisch Korrekten Transvestiten.........doch nicht wirklich, oder ???

Re: Aktueller Bericht in der SZ-online

Reply #13

Ob aber ein Leserbrief  etwas daran ändern wird, ...?


Wohl nichts! Aber mir ging es auch mehr um meine Befindlichkeit. Üblicherweise nehme ich diesen perfiden Mist hin und ärgere mich. Diesmal habe ich halt mal meine Emotionen rausgelassen. Und tatsächlich, mir geht es besser und damit habe ich doch schon das Wichtigste erreicht.

Vielleicht irre ich mich ja, aber für mich riecht der Bericht eher nach menschlicher Tragödie als nach skurrilem Spaß. Deshalb finde ich das Bild auch unpassend. Ich habe ansonsten nichts dagegen, mit Dragqueens in einen Topf geworfen zu werden. Nur wenn ein ernstes Thema mit einem vollkommen unpassenden Bild kombiniert wird, dann frage ich mich doch: woher kommt da der Witz? Ein Mann denkt, er könnte eine Frau sein?! Wie witzig!

Re: Aktueller Bericht in der SZ-online

Reply #14
... und damit habe ich doch schon das Wichtigste erreicht.


Bisweilen freut man sich auch über 'nen veröffentlichten Leserbrief... Und ob das was nützt, mag man reflektieren... Aber aus diesem Beweggrund habe ich etwa nie einen solchen verfaßt...

M:E.