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Messages - Val

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Rat & Tat / Re: Wie krieg ich eine Weibliche sitmme?
Hi!

Andrea James' "Finding Your Female Voice" hab ich mir mit viel Interesse angesehen (alle Teile!) und auch die Übungen gerne mitgemacht. Es gibt mittlerweile auch ein eigenes Skript auf Deutsch zu diesem Konzept, das ich mir als PDF heruntergeladen habe. Da ich lange Jahre Chorgesang betrieben habe und dort Stimmbildung genossen habe, ist mir die Herangehensweise von Andrea James nicht unbekannt und ich konnte schon ein paar sachte Erfolge erzielen. Dass ich noch nicht wirklich so weit bin, mich in der Öffentlichkeit zu outen, und meine Stimme daher beides können muss, ist mir nur recht - ich sehe das alles als Herausforderung an :)
Meistens übe ich auf dem Weg von bzw. zur Arbeit, jeweils immer 45 Minuten Autofahrt, die ich alleine verbringe.

Neulich hat mir ein guter Freund ein interessantes Video gezeigt, in dem ein Amerikaner eine Teenagerin imitiert, und das - aus meiner Sicht - beeindruckend gut. In einem Folgevideo (https://www.youtube.com/watch?v=lGHoIjPJ7nc) erklärt er, wie er es macht.

Dabei finde ich vor allem zwei seiner Punkte interessant. "Vocal Posture" (Stimmhaltung) ist genau das, was aus meiner Sicht am ehesten zur weiblichen Stimmresonanz beiträgt. Den Mundraum klein machen, indem man seinen Zungengrund wie beim "ng" richtung Gaumen hebt, und im Rachen die sog. "pharyngeal wall" schließen, das ändert das Stimmtimbre beachtlich und entfernt letztlich die Brustresonanz, die einen allzu oft als Mann identifiziert. Andrea James erklärt den Weg dorthin deutlich ausführlicher und mit mehr Übungen, und vielleicht ist das für die in der Stimmbildung ungeübteren unter uns auch der bessere Weg, aber dieses Video war für mich so etwas wie ein kleiner Shortcut zu Andrea James' Lektionen.

Und was ja auch schon gesagt wurde: Die Sprachmelodie und weichere Artikulation sind ebenfalls sehr wichtig, um authentisch zu wirken, und das ist angelernt, kann also ab- bzw. umtrainiert werden.

Pitch... nun ja, ich denke durchaus, dass da etwas Training nicht schaden kann, um den Körper daran zu gewöhnen, im oberen Bereich der Normalstimme sprechen zu können. Das muss dann am Ende ja nicht die normale Stimmhaltung sein, die ich im ruhigen Zustand verwende - aber spätestens wenn Ärger oder Aufregung hinzukommen, würde zumindest ich schon gern etwas "eskalieren" können, ohne dass meine Stimme kratzt oder kiekst oder ich mich der Heiserkeit opfere. Ich werde mich also bei meinen weiteren Versuchen auch dem Thema Pitch durchaus widmen.

Gruß,
Val

Edit: Und wenn ich Darth Vader da oben so angucke - der hat zumindest stimmlich gar kein sooo großes Problem, aber der Imperator hat definitiv zu viele Schlagerparties mitgefeiert und sich ordentlich festgeschrien  :))
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Neu & Unbekannt / Re: Sabrina stellt sich vor
Hallo liebe Sabrina,

schön dass du dabei bist! Ich bin sehr gespannt mehr von deiner Geschichte zu erfahren, denn ich erkenne mich in Ansätzen darin wieder (ich bin nur nie so weit gegangen wie du mit dem Anziehen und Schminken, weil es für mich damals nicht so eindeutig war, in welche Richtung mein Leidensdruck denn überhaupt ging).

Lieben Gruß,

Val
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Tranny & Spaß dabei / Re: Frau Oberstleutnant
Hey,

Nicht alle i.G. tun Dienst auf der Hardthöhe... das ist mehr eine "Laufbahn" bzw. ein Ausbildungsgang, denn ein bestimmter Dienstort. Im Kaiserreich gabs noch den Großen Generalstab, das war dann eine Dienststelle. Aber das war gaaaanz früher ;)

Du hast aber recht, in diesem Ausbildungsgang schaffen es die meisten zumindest zum Oberst, aber General werden ziemlich wenige (aus zwei Geburtsjahrgängen zwei bis drei Generäle). Es würde mich aber nicht mal wundern, wenn diese Frau Oberstleutnant das letztlich auch schafft - einfach weil die Bundeswehr sich nicht dem Vorwurf preisgeben will, in der Truppe bzw. ihrer Bestenauslese würden Leute mit abweichender sexueller Orientierung oder Unterschieden zwischen biologischem und gefühltem Geschlecht in irgendeiner Weise diskriminiert.
Aus dem Nähkästchen geplaudert: Das ging schon zu Zeiten meiner Ausbildung genau so ab - wir waren einer der ersten Jahrgänge, in denen Frauen zugelassen waren. Und bei der Bestpreisverleihung im Anwärterlehrgang war dann Vorgabe, dass einer von vier Preisträgern "eine Frau zu sein hat". Ganz pauschal. Dass damit nur für ein Symbol eine Menge an allgemeinen Grundsätzen in der Bestenauslese ignoriert wurden, war dann auch egal. Hauptsache es machte sich gut in der Lokalpresse.

Letztlich gab es auch eine von ihren Leistungen her echt gute Anwärterin in meinem Kurs, die dann auch vernünftigerweise diesen Preis erhielt. Aber wie pauschal das damals festgelegt wurde, fand ich doch erschütternd.

Aber so ist der Verein nun mal... *schulterzuck*
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Neu & Unbekannt / Re: Bei euch vorstellen...


Jetzt einmal zu deiner Zeit bei der Bundeswehr - Das liest sich wie ein klassischer Werdegang beim Bund. Welches sind die erworbenen Vorteile die du ansprichst?
Es können ja nur fachliche Vorteile sein!



Jein.

Ich sehe die Vorteile, die ich aus meiner Zeit bei der Bundeswehr gezogen habe, in folgenden Bereichen:
- Mein Studium, offensichtlich - ein Diplom, für das einen die Bundeswehr auch noch das Studium bezahlt...
- Menschenkenntnis - man lernt so viele Leute in gut 12 Jahren kennen, wenn man dafür ein Gespür hat, kann man zum Schluss recht schnell ahnen, wer einen belügt, auf wen man sich verlassen kann, etc...
- Die Ausbildung zur Führungskraft ist Gold wert, wenn man nicht in Richtung Kommisskopf abbiegt und sich auch hinsichtlich zivilberuflicher Standards weiterbildet (Freies Sprechen vor Gruppen, Konfliktgespräche, die Fallstricke der Planung von Vorhaben irgendwann kennen, komplexe Dinge einfach darstellen und so vermitteln können, das ist schon alles echt nützlich)...
- Solange man ungebunden ist, ist es ein Vorteil, in Deutschland richtig rumzukommen, und sei es nur um zu bemerken, dass man beispielsweise mit Rheinländern vielleicht nicht ganz soviel gemein hat...

Ich will nicht behaupten, dass es jedem beim Bund so gehen müsse. Bundeswehr ist nicht jedermanns Sache, und ich verüble es keinem, wenn er für sich festgestellt hat, dass er mit dem Laden nicht klarkommt. (Nur die, die ne festgefügte Meinung haben ohne jemals auch nur einen Fuß in eine Kaserne gesetzt zu haben, die habe ich gefressen... ;)) Ich sehe meine Zeit halt letztlich auch ambivalent und könnte nicht ruhigen Gewissens sagen, dass ich es noch mal genauso machen würde - eben gerade weil ich inzwischen doch festgestellt habe, wie sehr mich die Firma in meinen Eigenschaften verbogen hat. Ich habe dies immer als notwendiges Übel gesehen, auch weil ich mir seinerzeit nicht klar machte, dass meine Problemchen eine Frage der geschlechtlichen Identität sein könnten. Ich war halt nie ein Transvestit (das waren so die ersten Randbereiche des Themas, von denen ich hörte), und ich hatte ein normales hetero-Mann-Sexualleben, also kam diese Frage gar nicht auf. Und den Rest machte halt mein Ehrgeiz, ein einmal gestecktes Ziel mit voller Kraft zu verfolgen. Dieser Ehrgeiz war schon früher da, den hat mir nicht die Bundeswehr anerzogen. Und so kam es dann eben dazu, dass ich die Laufbahn des Truppenoffiziers schnörkellos durchgezogen habe (zuletzt war ich Hauptmann), aber schon nach dem Studium jedem reinen Wein eingeschenkt habe, dass ich keine Ambitionen habe, Berufssoldat zu werden.

Joah, so war das mit meiner Dienstzeit.

Aber sag mal, Stella, wie gedenkst du denn die Tatsache, dass du dich als Frau fühlst, im Umgang mit deiner Familie zu handhaben? Unsere Situationen sind ja auch diesbezüglich ziemlich vergleichbar: Mitte 30, mehrfacher Vater - nur dass ich eben nicht so sicher sagen kann wie du "ich bin eigentlich eine Frau", sondern mir auch darüber erst klar werden muss, ob ein solcher Weg der Transition für mich mehr Leid als Erlösung bedeuten würde...
Ich hab halt total Schiss davor, meinem näheren Umfeld auch nur davon zu berichten, dass ich unsicher bin, weil so etwas ja die Toleranz jedes einzelnen ganz unvermittelt und massiv auf die Probe stellt und ich mir keine Prognose zutraue, wer am Ende des Tages achselzuckend sagt "Ich habs eh gewusst" und wer mich für nen Freak hält. Ich habe zum Beispiel keine Ahnung, was das mit meiner Frau anstellt, wenn ich versuche ihr mein Dilemma zu erklären.
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Neu & Unbekannt / Re: Bei euch vorstellen...
Hallo Stella,

Es ist ja schon kurios - deine Biographie scheint meiner gar nicht so unähnlich zu sein.

Wie hast du denn die Zeit in der Bundeswehr erlebt, bezogen auf deine Geschlechtsidentität?

Ich fand es immer so ätzend, dass hinsichtlich der Position im Kameradenkreis so viel davon abhing, wie sehr man bereit und imstande war, diese männlichen Klischees zu bedienen. Meine Auslandseinsätze waren eigentlich die einzige Zeit, in der ich etwas mehr ich sein konnte... Da waren auch die anderen mehr an der Persönlichkeit interessiert als am zurschaugestellten Äußeren.

Wie siehst du das?

Alles liebe,
Pat
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Tranny & Spaß dabei / Re: Frau Oberstleutnant

Ja klar. Wobei das bei niedrigeren Dienstgraden und in anderen Funktionen vielleicht nicht immer so einfach ist. Und als Oberstleutnant hat sie ja bereits den höchsten Dienstgrad erreicht, den Berufsoffiziere typischerweise erreichen. Darüber wird die Luft sehr dünn.


Eine Anmerkung sei an dieser Stelle hoffentlich erlaubt: Die Kameradin ist Oberstleutnant i.G. (im Generalstab), das bedeutet, sie hat zum Ziel, irgendwann goldenes Eichenlaub zu tragen. Da ist Oberstleutnant nicht das angestrebte Karriereziel, sondern in der Regel nur eine eher kurze Zwischenstufe.

Ich zolle ihr jedenfalls (auch wegen meiner eigenen Biographie) höchsten Respekt. Das hätte ich mich glaube ich zu aktiven Zeiten nicht getraut, selbst wenn es mir da schon so klar gewesen wäre wie es mir heute ist, dass in mir auch ein eher feminines Wesen zuhause ist...

Alles liebe,
Pat