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Messages - michelangela

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Alles & Anderes / Re: Immer noch Weinen wegen Karpfenklau am Karsonnabend in CZ
Fischdose

Diejenige die in der Dose fischt, die provoziert das doch. Solang Du für die Spanner dort die falschen Dessous trägst wird das immer wieder passieren. Wenn Du das nicht willst, dann lass es einfach. 

LG, Die andere Michi

p.s. an Dietlind: lass Cveta in Ruhe. du bist zu kurz hier um da eine Meinung zu haben. und schon gar nicht um sie in einem gesperrten Thread kund zu tun, wo ich nicht antworten kann.
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Politik & Weltgeschehen / Re: Na toll - Eiliger Entwurf zu neuem TSG
@michelangela‍ : die Änderung trifft uns alle, auch Dich und mich.
Schau Dir z.B. mal die Regelungen zum Offenbarungsverbot mit ihren 10000 Weichmachern an und denk dann nochmal an die Implementation der Steuer-ID-Nummer mit nicht änderbarem altem Geschlechtseintrag, bei der der Bundesdatenschutzbeauftrage (auf meine Anfrage hin) angeblich noch ein paar Verabredungen zu Nicht-Weitergabe hat einziehen können. Und vergiss nie, dass Schäuble damals klipp und klar gesagt hat, dass diese Nummer für mehr gedacht sei als für rein steuerliche Zwecke.

Das Offenbarungsverbot ist immer schon pillepalle gewesen. siehe auch diese Steuer ID, in der das Geschlecht bei der Ausstellung vermerkt ist, und die eben nicht geändert wurde. Im Geburtsregister steht ja auch nicht drin, dass damals ein Mädchen geboren wurde, sondern nur, dass dieser Eintrag mit Beschluß des Gerichts auf weiblich geändert wurde. In meiner Heiratsurkunde steht Michael und Claudia heiraten, und führen danach  die Namen Michaela und Claudia. In der Geburtsurkunde meiner Kinder steht als Vater Michael, das ist nach Volljährigkeit egal, vorher wäre es schwierig gewesen, mein Sorgerecht auszuüben. Witzig wirds wenn die mal erben. Oder halt auch im Fall,dass ich meine Frau mal betreuen muss, oder umgekehrt.

Ich hab an die 150 Kurszertifikate, die schreibt kein Mensch um auf Michaela. Gott sei Dank brauch ich die nicht, die Kenntnis alter Technologien will i.d.R. niemand nachgewiesen haben.

Die TU München hat zwar mein Zeugnis geändert, nicht aber das Verzeichnis der Abschlüsse. Wenn, wie erst vor kurzem passiert, ich einem Arbeitgeber nachweisen muss dass das Diplomzeugnis echt ist, läuft der Versuch gegen die Wand.

Ich hab grad eine Diskussion mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz, ich brauche eine Sicherheitsüberprüfung damit ich einen meiner Kunden aus dem Rüstungsbereich fachlich beraten kann. Ich hab jetzt grade gefühlt siebzehn Dienstellen erklärt, dass die Angabe meines Namens aus dem Geburtsregister nicht so zielführend ist, und wie ich denn verfahren soll. Und mich dabei gleich bei noch einem Mitarbeiter im Personalwesen geoutet, über den die Formulare laufen werden.
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Politik & Weltgeschehen / Re: Na toll - Eiliger Entwurf zu neuem TSG
Vielleicht bald ein Asylgrund?

Asyl in den USA wegen trans? wenn es nicht so traurig wäre, würd ich LOL schreiben.

Die US Amerikanerin Danni Askini hatte seit Jahren einen Pass mit Eintrag weiblich, letztes Jahr wurde ihr mitgeteilt, der könne nicht verlängert werden, es gäbe da ein Problem. Als beim Klären entdeckt wurde, dass die Geburtsurkunde vom Pass abwich, sollte sie beweisen dass sie überhaupt Amerikanerin ist, und hatte die nächsten Probleme. Wenn sie jetzt in die USA einreist, kann sie vermutlich nicht beweisen dass sie US Bürgerin ist, hätte keine gültigen Papiere und käme als Transfrau in Abschiebehaft im Männerknast.

Das möchte sie nicht riskieren, und hat Asyl in Schweden beantragt.

https://www.washingtonblade.com/2018/11/23/trumps-first-trans-refugee-seeking-asylum-in-sweden/
Ich weiß nicht, ob wir da die ganze Geschichte kennen!  Ich habe keine Geburtsurkunde, aber dafür eine Naturalisation Urkunde, und die ist auf meinen alten männlichen Namen, usw. ausgestellt.  Ich habe diese Urkunde nicht ändern lassen, weil das 600 Dollar kosten würde.  Ich habe gerade einen neune Pass erhalten, auf meinen neuen Namen und Gender, und es hat absolut keine Schwierigkeiten dabei gegeben!
Ich war allerdings sehr gewissenhaft, und habe meinen Personalausweis/Führerschein, meine Sozialversicherung, meine staatliche Krankenversicherung, usw.  auf meinen neuen Namen und auch Geschlecht ändern lassen, und hatte dafür ein Gerichtsurteil vom hiesigen Kreisgericht.  Wenn diese Dam natürlich nicht alle ihre Papiere in Ordnung hatte, und Zweifel aufkommen konnten, hätte es Schwierigkeiten geben können, aber es hätte sich jederzeit recht relativ leicht feststellen lassen können, ob sie Amerikanerin ist oder nicht.
solche Sensationsmeldungen stimmen oft nicht, wenn man genauer nachforscht!
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Rat & Tat / Re: PMS als Transfrau?
... generell durch Antiandrogene ...

stuimmungsschwankungen habe ich i.d.R. stressbedingt. Wenn mir aus verschiedenen Ecken verschiedene Schwierigkeiten gehäuft um die Ohren fliegen, bin ich ziemlich bock-los. Einen Zyklus habe ich nicht, und hatte ich auch "vorher" nicht. Im Internet gibts ja auch Männer die sowas haben.

Meine Frau ist der Meinung, bei Vollmond schläft sie schlecht, und ist deshalb frühmorgens schlechter Laune, das hat sie dann alle vier Wochen. mehr brach ich dazu nicht sagen, oder?

Wenn Deine HRT gut gemacht wird, die Hormone ersetzt werden, und nicht einfach die Androgene ersatzlos plattgemacht werden, sollte auch anfangs nicht viel passieren. Zumindest bei mir war das so.
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Politik & Weltgeschehen / Re: Na toll - Eiliger Entwurf zu neuem TSG
Weitere kritische Stellungnahmen:

Es scheint, "wir" sind inzwischen durchgedrungen. Niemand stellt in Frage, dass das Geschlecht eines Menschen dessen subjektive Erfahrung ist. Wenigstens das.

Beeindruckend vor allem auch das Statement des Bunds der Juristinnen, der ja völlig unverdächtig für LGBT-Lobbyarbeit ist.

Und bevor ich es vergesse, liebe Menschen, die von dieser gequirlten Sauce getroffen sind, weil noch vor und mitten im verfahren, ich denk an Euch.
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Politik & Weltgeschehen / Re: Na toll - Eiliger Entwurf zu neuem TSG
Aber der Trennungsversuch des BMI wird neue Fragen aufwerfen; immerhin gibt es einen breiten Übergangsbereichen auch zwischen Trans und Inter, z.B. in Form von ganz schwach ausgeprägten, klinisch i.d.R. noch nicht relevanten Inter-Symptomen, insbesondere Hormoninsuffizienzen.

Wenn Dein Arzt der Meinung ist, es sei klinisch relevant... oder soweit vorhanden dass er darauf die Störung der Geschlechtsentwicklung begründen kann, dann bist inter. Und dann gehst mit Attest zum Standesamt, und sparst Dir das Verfahren nach §19 BGB neu. Ich würde immer, wenn ich auch nur einen klitzekleinen Zeh in diesem Übergangsbereich hätte, diese Option nehmen.

Wenn Du einen eindeutig weiblichen oder männlichen Körper hast - im neuen Gesetz definiert durch Erbanlagen, Hormonstatus und das Genitale (sic), nicht damit einverstanden bist wie der gelesen wird, dann bist trans, gehst zur Beratung und ziehst vor Gericht. Dann also, und nur dann, wenn keine körperliche Uneindeutigkeit vorliegt, die einen Arzt zum Ausstellen des  Attest bringt.

Ich hab schon das Argument angetroffen, dass ein Mensch, der z.B. durch HRT keinen eindeutigen Körper hat, nicht trans sein wird. Und grade im moment fällt mir dazu auf, unter Umständen führt diese Interpretation dazu, dass eine sehr späte Störung der normgerechten Geschlechtsentwicklung (z.B. von einem normgerechten jungen Mann zu einem normgerechten älteren Mann) unabhängig von deren Ursache einem Menschen die Möglichkeit nach §18 öffnet.
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Politik & Weltgeschehen / Na toll - Eiliger Entwurf zu neuem TSG
Ich bin grade eben drübergeflogen:

Entwurf zu neuem TSG

kleine Zusammenfassung:

Es gibt ab 30.4. 2020 kein TSG mehr. dessen drei verbliebenen Paragraphen  werden in vielen Gesetzesänderungen abgebildet, Das meiste  in §409 des Gesetzes über Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit. und §18, §19, und §20 des Bürgelichen Gesetz Buchs.

Die Personenstands- und Namensäderung wird unverändert auf Antrag beim Amtsgericht verhandelt.

Das Gericht soll den Ehegatten der antragstellenden Person anhören.

Die beiden Gutachten werden abgeschafft, und ersetzt durch eine verpflichtende, kostenlose Beratung. geregelt in einem Geschlechtsidentitätsberatungsgesetz Klingt erst mal gut, aber:
Die Menschen die die Beratung durchführen dürfen, benötigen die gleiche Qualifikation wie bisher auch die Gutachter. Und werden deshalb auch die gleichen Personen sein wie sie bisher begutachtet haben. Inhalt der Bescheinigung ist Auskunft darüber,  dass sich die beratene Person einem anderen Geschlecht, oder keinem Geschlecht zugehörig fühlt. und zweitens, dass sich das nicht ändern wird. Dies ist zu begründen. Im Prinzip also ein Gutachten, das nur anders genannt wird.

Die Kosten übernimmt das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.

Die Gesetzentwerfer gehen davon aus, dass die Beratung durchschnittlich 4 Stunden dauert. Das steht allerdings nur im Kommentar, in dem die Kosten erläutert werden, und in den Aufwandsabschätzungen, nicht im Gesetzestext. Ich kann leider keinen Anspruch lesen, dass die Person mit Trans, die zu dieser Zwangsberatung kommt, die Bescheinigung mit dem notwendigen Inhalt auch nach einer endlichen Stundenzahl bekommt.

Am Personenstandsgesetz wird auch wieder rumgebohrt, §45b wird so geändert dass er nur für Personen mit körperlichen Variation der Gechlechtsentwicklung gilt, Es wird festgeschrieben dass die Änderungen bei Inter nach §18, und Änderungen bei Trans nach §19 des BGB erfolgen. Ich hab nur wenig nachgebohrt, das scheinen alte §§ gewesen zu sein deren Nummern man neu genutzt hat, §18neu gilt für Intersex und definert diesen Zustand, und regelt dass hier, und nur hier das Verfahren nach §45b PStG anzuwenden ist; §19neu gilt für Trans und definiert diesen Zustand, und regelt das Verfahren nach §409 des o.g. Gesetzes anzuwenden ist, §20nu regelt die Folgen der Änderungen. Das Offenbarungsverbot ist auch im ³45b PStG geregelt.

Wie sagt Julia Monro: "Mit Selbstbestimmung hat das nichts zu tun."

Pesonen mit Inter dürfen sich auch beraten lassen, es ist aber nicht verpflichtend, es ist kürzer (nur zwei Stunden)


Und ja, angestrebt wird eine Gültigkeit ab 30.4.2020

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Rat & Tat / Re: 1993 -2019 Die Welt hat sich verändert Leute
Vor diesem Hintergrund sehe ich es nicht als förderlich an, lautstark über gendergerechte Sprache oder spezielle Toiletten zu schwadronieren. Das mag unter Medienschaffenden modern rüberkommen, schürt aber in großen Teilen der Bevölkerung eher Ängste: "Jetzt spinnen die da oben total und kümmern sich überhaupt nicht mehr um unsere Probleme..."

Du sprichst hier mehrere Facetten an. Gendergerechte Sprache betrifft knapp mehr die Hälfte aller Menschen. Das ist ein Thema das man durchaus adressieren sollte. Ich kann da lang drüber referieren, aber ich zum beispiel hab mich 1) für nicht trans genug für eine Transition gehalten, weil meine Zielvorstellung nicht normgerecht weiblich war, 2) mich als Frau als Ernährer einer Familie nicht vorstellen können, (hauslhaltsvorstand und so) und 3) mich als nicht normgerecht aussehende frau nicht in Frauenberufen sehen können. Das hatte auch mit den Bildern zu tun, die mit Sprache transportiert werden. Ich will nichts übetreiben, aber ich kann mir das bei vielen anderen frauen auch vorstellen.

Die Toilettendiskussion hat mich auch ziemlich befremdet, wegen der 0,5% Transmenschen gesamt, und dann vielleicht wegen dem kleinen Anteil von uns in Transition, (Anteil nach Zeit... 3 Jahre Transition in einem ganzen Leben) d.h. die Schwierigkeiten haben sich eindeutig zuordnen zu lassen, hab ich Einzelfallregelungen, falls überhaupt notwendig, viel zielführender gesehen. Ich weiß allerdings nicht untern welcher Dysphorie nonbinäre menschen leiden können.

 Die Medienschaffenden sind ein großer teil des Problems. Eine Diskussion um eine dritte Sorte Toiletten ist vielleicht absurde Anekdote, aber Pässe mit diversem Eintrag wären doch gar kein Thema, wenn es nicht zum Thema gemacht würde. Allen voran der Hass-schürende Teil der Presse, der pauschal gegen die EU, die Kanzlerin, und "alles Andere" hetzt, und jedes noch so kleine Fitzelchen nutzt, um einer bestimmten Klientel das Weltbild zu gestalten, und dann genau dieses Weltbild als einziges Blatt zu bedienen. Ein nachrichtentechnisches Perpetuum mobile. Was Menschen mit diesem Weltbild dann anrichten, das ist wieder egal, ich traue diesem Teil der Medien nicht den Masterplan zu, finanziert aus rechten Kreisen die Welt zu spalten. Man müsste aber vielleicht trotzdem mal reinschauen, was Springer und Burda mit Mövenpick zu tun haben. Verschwisteter Geldadel der BRD?
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Rat & Tat / Re: 1993 -2019 Die Welt hat sich verändert Leute
Regionale Mentalitäten spielen sicherlich auch eine Rolle. Typische Franken (sorry Vorurteil) sind meist sehr tolerant, solange sie bezüglich ihrer eigenen Lebensgestaltung in Ruhe gelassen werden.

Das ist interessant, ich hätte das gleiche über die Altbayern sagen können. Früher war ich da total anderer Meinung, ich denke ich hab einfach fremde - bundesdeutsche - Vorurteile internalisiert.

Manchmal denke ich, je kleinteiliger Menschen leben, das heisst, je weniger Menschen sie kennen, dafür aber wirklich kennen, um so eher sind sie bereit andere zu akzeptieren. Wer selbst im Glashaus sitzt, usw... Die Vorurteile die man gegen Provinz, und über deren Beschränktheit hat, stammen aus der Feder der angeblich so abgeklärten Großstädter,  die ja so wenig im Detail über so viel verschiedenes Wissen.

Die Anonymität der Großstadt hat auch mit Furcht zu tun, und schützt nur so lange bis man sie verliert. Wenn der unbekannte Mensch, dem man eigentlich alles zutraut, dann plötzlich als anders wahrgenommen wird, wird er fremd. Und ausser dass man ihm alles zugetraut hat, traut man ihm alles "Andere", und besonders auch alles Negative zu.
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Rat & Tat / Re: Wie wichtig ist es euch als Frau wahrgenommen zu werden?
Hallo Michelangela,

wenn das was Du geschrieben hast stimmt, dann wäre es für uns vermutlich die weitaus stimmigere und gesündere Option die gesellschaftliche Norm zu verändern (z.B. dadurch dass wir in möglichst sichtbar werden), anstatt verzweifelt zu versuchen uns an die gesellschaftlich geforderte, geschlechtliche Eindeutigkeit anzupassen und durch unsere Unsichtbarkeit die Norm stärken.

Ja, absolute Zustimmung.

Leider hat das einen Haken. Eine Abweichung von der Norm wird akzeptiert, wenn sie eine von vielen Eigenschaften eines Menschen ist.  Wenn die Abweichung das erste ist was man von einem Menschen weiß, wird dem keine Chance mehr gelassen. Weil diese Besonderheit mit einem Haufen zugewiesener und bewerteter Eigenschaften verknüpft wird, die ein zwar falsches, für den anderen aber ein vollständiges Bild ergeben, das derjenige dann kaum mehr durch Beobachtung ergänzen wird.

Die Oberfläche muss so weit passen, dass die Offenbarung maximal ein "hab ich mir schon gedacht" auslöst. Das "Hab ich sofort gesehen" führt dazu, dass der Mensch in der Schublade eingeordnet wird, wie es die Erfahrung des Anderen halt festlegt. Da rauszukommen ist sehr schwer, weil wir keine große Chance kriegen, andere Eindrücke zu hinterlassen, und weil wir gar nicht wissen, was dann noch an Zuschreibungen in dieser Schublade steckt.

Dabei gehts meiner Meinung nach im ersten Eindruck gar nicht um Akzeptanz "als generische Frau", sondern eher als "eine von uns".

Aktuelles Beispiel: Ich war letzte Woche auf einer Ausbildung des deutschen Alpenvereins. Die Peergroup in die ich rein wollte oder musste war gekennzeichnet durch Wanderstiefel, Rucksack, praktische Frisur (Haargummi) und Kind an der Hand, und abends Schlabberlook mit unsäglichen Socken. Das einzig weibliche war vielleicht die Farbe der Pullover. Dass ich kein eigenes Kind an der Hand hatte war die größte Hürde, als mich dann nach der ersten Stunde ein aufgeweckter Siebenjähriger adoptiert hatte, war das erledigt. Weder meine Mitgliedschaft in der schwul-lesbischen Sektion des Alpenvereins, noch meine mangelnde Toleranz gegenüber dem Gruppenmacho, und auch nicht dass ich die größte Frau mit dem gröbsten Schädel bin, oder von allen (m & w) den dicksten Bizeps habe, waren dann noch ein Hindernis. Meine unveränderlichen Eigenschaften spielten keine große Rolle mehr, oder halfen vielleicht sogar, den anderen das Einordnen leichter zu machen.

Ich hab keine Ahnung als was ich akzeptiert wurde, ich hab das hingenommen. Einmal kam ein Spruch übers dritte Geschlecht (M/W/D), da bin ich dann reingegrätscht, und hab die Fakten erklärt, ohne Bezug auf mich zu nehmen. Vielleicht hab ich damit die Norm bei einer Handvoll Menschen erweitert, vielleicht auch nicht.  Für mich fühlte es sich auf jeden Fall stimmig und gesund an.
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Rat & Tat / Re: Wie wichtig ist es euch als Frau wahrgenommen zu werden?
aber diese innere Not, dieses fast zwanghafte Bedürfnis, dass auch mich immer wieder beherrscht, würde ich gerne vor diesem Hintergrund verstehen.

Abstrakt gesagt, ist es doch der Wunsch nach "Normalität", nicht aufzufallen, nur dann besonders zu sein wenn wir es wollen. Der Druck auf Anpassung, den wir in der männlichen Rolle hatten, bloß nicht auffallen als nicht richtiger Mann, den wir mitnehmen in die weibliche Rolle, bloß nicht auffallen als nicht richtige Frau. Irgendwo innen drinnen ist der Mensch als Herdentier so verdrahtet dass er Gruppendruck als legitim empfindet, und dass ein Rebellieren dagegen schon weh tut. Mehr oder weniger stark. Den Wunsch auf Anpassung zu überwinden braucht es schon ein starkes Gegenmittel, wie das versprechen auf ein leben im Glück. Und selbst dann kommt immer der Druck wieder.
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Rat & Tat / Re: Wie wichtig ist es euch als Frau wahrgenommen zu werden?
Aber der Begriff Trans scheint ja in Deutschland auch etwas anders verstanden zu werden, als hier wo ich lebe.  Hier wurde ja angezweifelt, ob ich überhaupt trans sein könnte, da ich ja Intersex bin.  Das wurde in den USA noch absolut nicht angezweifelt!
Sogar in meinen medizinischen Akten werde ich als XX Jahre alte Transgender Person mit intersex Syndromen geführt!

Es werden viele Begriffe unterschiedlich verstanden. Wegen der gesetzlich geregelten Kostenübernahme gibt es sehr genau definierte Begrifflichkeiten, sehr genau definierte Behandlungsstandards.  Wegen der Kostenübernahme, und künstlich begrenzter Budgets für bestimmte Krankheiten - ein Arzt wird bestraft wenn er eine überdurschschnittliche Häufung bestimmter Krankheiten hat -  gibt es auch eine sehr enge Definition von TS, die unter anderem Klinefelter ausschließt (Stand 2014). Nachdem es in den USA keine gesetzliche Krankenversicherung gibt, ist man dort TS wenn man sich die Behandlung leisten kann, und dem der zahlen kann wird kein Arzt widersprechen. (verkürzt dargestellt)

Zum anderen nehme ich seit kurzem einen Trend zu Intersex wahr, Menschen die Probleme haben mit der Einordnung von TS als psychische Normabweichung, entdecken plötzlich, mehrere Jahre nach der medizinischen Transition, dass sie dann doch Intersex seien,  und dass das eine Erklärung für nicht ausreichendes Passing sei.

Wenn wir schon beim DickeEierSchaukeln sind, ich werde in meinen medizinischen Akten als Frau geführt, beim Endokrinologen, und nur da, mit Anamnese "bekannte Transsexualität".
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Rat & Tat / Re: Wie wichtig ist es euch als Frau wahrgenommen zu werden?
Der Körper kann noch so weiblich sein, wenn man sich mit diesem Köper wie ein Mann benimmt, wird man bestenfalls als Butch eingestuft.  Wenn ich mir manche Transfrauen auf Youtube ansehe, haben scheinbar viele von uns Schwierigkeiten, diese Sozialisierung abzulegen.

ich bin gerne butch im Businesskostüm, in Heels und blonden Locken. Ich hab keine Lust, mit meinen 184cm, einem überdurchschnittlichen Muskelanteil, 4 Autos bei denen ich die Winterräder aufziehen muss, vier Wohnmobilen die ich ausgebaut habe, wenn beim wilden Campen jemand mit ins Zelt will, abands auf dem heimweg, bei Streitgesprächen die ich mit Autowerkstätten habe, und erst recht im Job, mich jetzt von meinem bewährten Verhalten zu trennen. Das würde niemals funktionieren.

Und bis auf die Leute die ich aktiv beleidige - was ich auch implizit kann - finden mich alle eine ausnehmend nette Kollegin/Geschäftspartnerin mit der sie gerne zusammenarbeiten. Sogar die, die meine Hände kommentieren.