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Topics - nicola f

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Events & Parties / Lorenza Böttner: Requiem für die Nrom
Hallo Ihr Lieben,

heute war ich in  der Ausstellung "Requiem für die Norm" die dem Schaffen der Transgender-Künstlerin Lorenza Böttner gewidmet ist (link zur Ausstellung). Sie ist noch bis zum 28.07.2019 im Württembergischen Kunstverein in Stuttgart zu sehen.

Ich bin immernoch tief beeindruckt von den Zeichnungenm Gemälden, Fotos und Video-Installationen, die Trans in einer eigenen Ästhetik einer Vereinigung von Männlichem und Weiblichem in einer Person zeigen: Mutig, sehenswert und sehr berührend.

Viele Grüße
Nicola
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Politik & Weltgeschehen / Trans* authentisch im bayrischen Landtag
Hallo Ihr Lieben,

vielleicht steht es ja bereits an einer anderen Stelle im Forum und ih habe es übersehen (dann bitte ich die Moderation meinen überflüssigen Beitrag wieder rauszuschmeißen).

Aber falls nicht, finde ich es eine für uns sehr ermutigende Entwickung über die hier in der Süddeutschen Zeitung berichtet wird: Ein einmaliger Wechsel vom einen Geschlecht ins andere ist schon nicht einfach, ohne dabei diverse soziale Brücken zu zerstören. Aber dieses sowohl als auch stößt auch nach meiner Erfahrung oft auf weit weniger Toleranz.

Ich habe größte Hochachtung vor Markus Ganserer und empfinde Dankbarkeit für seinen/ihren Mut.

Liebe Grüße
Nicola
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Neu & Unbekannt / Nicola die 2.
Hallo zusammen,

nachdem ich jetzt schon wieder seit ein paar Wochen auf dieser Seite angemeldet bin, möchte ich mich doch noch einmal vorstellen, auch wenn ich es irgendwie befremdlich finde (darum mein langes Zögern mit dieser Vorstellung). Ich war vor dem großen Crash schon einmal angemeldet, hatte mich vorgestellt und auch schon das Eine oder Andere geschrieben. Das flattert jetzt vermutlich alles irgendwo unauffindbar im www. Und auch nach dem Crash habe ich inzwischen ein paar Dinge geschrieben, bis mir bewusst wurde, dass ich meine Vorstellung noch schuldig bin. Wo wiederhole ich mich? Wer erinnert sich? Was kann ich Neues schreiben?

Ich beginne jetzt einfach mit einem Zitat von mit selber, dass glaube ich schon viel über mich beschrieben hat: 

Quote
...
Ich bin ein Mensch, der mit einem männlichen Körper geboren wurde und trotzdem sehne ich mich seitdem ich denken kann in die Weiblichkeit. Spätestens in der Grundschule habe ich verinnerlicht (bzw. verinnerlicht bekommen), dass mir diese Besonderheit nur Spott, Verachtung und Ausgrenzung einbringt, dass sie niemand versteht und weder sein kann noch sein darf. Jahrzehnte lang habe ich geglaubt, ich spinne, ich sei verrückt, ich sei das einzige Mädchen und die einzige Frau auf der Welt, die zu so einem Körper verdammt ist und ich sei der einzige Mann, der mit so einer verzweifelten Sehnsucht nach eigener Weiblichkeit geschlagen ist. Geredet habe ich darüber nur mit mir selber auf nächtlichen Spaziergängen entlang schnell befahrenen Bahntrassen. Geteilt habe ich dieses Geheimnis nur mit einer Zyankali-Flasche.

Erst  vor sechs Jahren wurde mit klar, dass ich nicht alleine bin, dass die meisten Transvestiten nur genauso ekelig sind wie ich es selber bin und dass die meisten Transsexuellen genauso verzweifelt nach einem Ausweg suchen wie ich. Es hat mir unglaublich gut getan nicht mehr alleine zu sein. Es hat mir den Mut gegeben, dem in die Augen zu sehen was ich bin – jenseits dieses menschenverachtenden Irrglaubens an eine saubere Zweiteilung allen Lebens, der mich am Leben verzweifeln ließ.

Deshalb brauche ich diese starke Gruppe, die ihre Besonderheit erkennt und anerkennt, die nicht mehr versucht etwas anderes zu sein als sie ist, die sich von normierten Geschlechtern und von verleumdeten Bezeichnungen nicht irre machen lässt. Ob sie sich jetzt Transgender, Trans* oder sonst wie nennen, ist mir eigentlich mehr als zweitrangig. Wichtig ist mir, dass sie zusammenstehen und nicht verachtend auf die Ränder schauen nach dem Motto: Mit so etwas wollen wir nicht zu tun haben! Wir sind ganz anders! … Das schmerzt mich, weil es mich viel zu sehr an meine eigene Geschichte erinnert, als ich mit meinem eigenen Transsein auch nichts zu tun haben wollte. 
...

Was gibt es noch über mich zu sagen: Ich habe die 50 hinter mir, bin seit über 20 Jahren verheiratet und habe drei langsam erwachsen werdende Kinder. Alle vier wissen von meiner weiblichen Seite. Da sie aber zum Teil große Probleme damit haben, aber auch aus beruflichen Gründen, lebe ich überwiegend in männlichem Outfit. Und zugleich versuche ich meiner Seele soviel Raum als möglich zu geben. Eine meiner Töchter hat einmal über mich gesagt (bevor sie von Nicola wusste), dass sie stolz darauf ist, dass ihr Papa nicht so ist wie andere Männer, und alle anderen haben zugestimmt. Was gibt es für ein schöneres Kompliment?

Manchmal glaube ich, wir Trans-Personen unterscheiden uns nicht vor allem dadurch von anderen Menschen, dass wir ungewöhnlich große weibliche oder männliche Anteile hätten (wer weiß denn schon wie groß die bei den jeweiligen Menschen sind?), sondern dadurch, dass diese weiblichen und männlichen Anteile auf ganz besondere Art im Clinch mit einander liegen – vielleicht, weil sie besonderen Ausdruck verlangen???

Ja, ich liebe es, mitunter auch Anderes zu denken und Fragen zu stellen und beides dann einer kritischen Diskussion zu stellen. Manchmal verhake ich mich dabei mir anderen. Das tut mir für die davon betroffenen und mitunter auch für die Forenkultur leid. Aber ich bemühe mich zu lernen.

Und nein, kurze Texte sind nicht immer meine Sache. Aber ich bemühe mich zu lernen…

Ich glaube, ich schreibe und lese vor allem deshalb in diesem Forum, weil ich für mich darin die Chance sehe, mich ehrlich mit meinen Schwächen zeigen zu können, mehr über mich zu erfahren, zu mir und meinen Gefühlen zu stehen und durch die Prozesse, die daraus entstehen, zu wachsen – vermutlich nicht in den Himmel, aber mit beiden Füßen fest auf der Erde und manchmal auch frei in meiner Weiblichkeit dahinschwebend.

Viele liebe Grüße
Nicola