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Messages - Nicole Doll

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Neu & Unbekannt / Re: Fragen über Fragen
Hallo Namenlos,

zu der Gummipuppe sollte ich jetzt vielleicht erklären, dass ich vor meinem Outing tatsächlich das Bedürfnis verspürte mich mit Latexanzug und Maske in eine Lebende Gummipuppe zu verwandeln. Da war das Bild einer schönen jungen Frau, in die ich mich als älterer Mann auf diese Weise verwandeln wollte. Nur begriff ich schnell, dass es wohl wenig zweckmäßig ist so draußen auf der Straße herum zu laufen. Also kleidete ich mich erst einmal möglichst alltagstauglich als Frau. Inzwischen versuche ich mit meiner Kleidung und Erscheinung dem Enby, also irgend etwas zwischen den Geschlechtern, Ausdruck zu verleihen. Da ich keine Hosen mag, trage ich meistens Röcke oder Kleider, was dann mit meinen inzwischen recht langen Haaren doch eher weiblich rüber kommt. Aber dazu lasse ich schon mal einen Stoppelbart stehen. Besonders wenn ich in der Nähe meines Hauses unterwegs bin.

Liebe Grüße
Nicole
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Neu & Unbekannt / Re: Fragen über Fragen
Hallo Namenlos,

ich habe Deine Vorstellung gelesen und den Eindruck, dass in Deiner Familie genau das praktiziert wird, was ich empfinde. Ich wurde immer auf männlich geprägt und spürte einfach nur, dass das für mich nicht passte. Auf das Warum oder Wieso fand ich lange keine Antwort. Erst als meine Mutter starb und für ihr kleines Söhnchen, das nie wirklich erwachsen werden durfte, alles sinnlos wurde, kam für mich ganz langsam die Erkenntnis. Der typische Mann, der ich immer sein sollte, bin ich nicht.

Ich meldete mich in einem Transgender-Forum an und outete mich als trans MzF. Aber ich erkannte schnell, dass ich auch nicht wirklich oder ganz eine Frau bin. Die komplette Transition mit HET und OP ist also kein Weg für mich. Erst jetzt erfuhr ich , dass es nicht-binäre Menschen gibt, die sich weder als Mann noch als Frau fühlen. Und da begriff ich so langsam, wo ich hin gehöre.

Was hätte ich vielleicht um die Erfahrungen gegeben, die Du von Deiner Jugend beschreibst. Da wäre bestimmt vieles für mich einfacher gewesen. Aber ich dufte davon nichts wissen. Ich musste erst alt werden und verzweifeln. Und da stehe ich jetzt vor dem Trümmerhaufen, der von meinem verzweifelt versuchten Leben als typischer Mann übrig geblieben ist. Erst klappte es so einigermaßen. Als es aber mit einer Partnerin und entsprechend mit Familie und Kindern immer wieder nicht funktionierte, fand ich keinen Sinn mehr darin mich für meinen Beruf aufzureiben. Es kam dann schließlich so, wie es kommen musste. Ich erhielt meine Kündigung. Aus dem Diplomingenieur wurde ein Arbeitsloser. Ein Nichts, ein Niemand, ein jämmerlicher Versager, der weniger wert ist als ein Stück Dreck.

So viel zu dem, wie unsere Gesellschaft diese Situation üblicherweise einschätzt. Da war das allerletzte Bisschen Selbstwertgefühl auch noch dahin. Mit Mama starb dann schließlich auch ihr kleines dummes Muttersöhnchen. Und in dessen Körper erwachte dann seine aufblasbare Sex-Gummipuppe zum Leben: Nicole (Rubber-) Doll. Und die muss nun erst einmal heraus finden, was sie aus diesem seltsamen Leben als Frau im Körper eine Mannes machen soll. Mit dem Muttersöhnchen ist ja nicht die komplette Persönlichkeit des Mannes gestorben, und so eine wirklich richtige Frau ist eine aufblasbare Gummipuppe auch nicht. Sie sieht ja nur wie eine Frau aus. Und ihre Vagina ist nur ein Loch, das nirgendwo hin führt. Also ist mein Empfinden irgendwo zwischen Mann und Frau - jetzt mit Penis statt falscher Vagina aus Gummi. Ob so herum falsch oder anders herum falsch sollte letztlich egal sein.

Auch wenn das Vorstehende jetzt zynisch oder sarkastisch klingt, beschreibt es doch recht gut mein Empfinden. Zusammen gefasst bedeutet es einfach nicht-binär - weder Frau noch Mann. Und damit muss ich jetzt irgendwie klar kommen.

Ich hoffe es kommt jetzt so einigermaßen rüber, wie ich empfinde. Es fällt mir furchtbar schwer so etwas zu beschreiben, deshalb das Bild mit der Gummipuppe, auf deren realen Hintergrund ich jetzt nicht unbedingt näher eingehen möchte. - Oder soll ich jetzt ein Foto von der lebenden Gummipuppe hochladen?

Liebe Grüße
Nicole
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Rat & Tat / Re: Wie wichtig ist es euch als Frau wahrgenommen zu werden?
Hallo Vanadis,

bei Deiner Vorstellung fällt mir jemand aus einem anderen Forum ein: kantiges Gesicht, nur noch wenige Haare - aber im Kopf eine Frau. Sie trägt auch keine Perücke, weil es einfach unpraktisch und unbequem ist. Diese Ansicht teile ich, nur bei mir gibt es noch genug Haare auf den Kopf.  Es hat ziemlich lange gedauert, bis diese Person ihren eigenen Stil in Kleidung und Erscheinungsbild gefunden hat. Aber das Bild, das sie jetzt abgibt, ist eindeutig eine Frau, die allerdings von der Natur her sehr schlecht dafür ausgestattet ist. Aber das macht nichts. Sie kommt absolut ehrlich und überzeugend rüber. Und genau darauf kommt es letztlich an, denke ich.

Wenn ich bei diversen Transgender-Plattformen unterwegs bin, scheint das Passing ein zentrales Thema zu sein: Bilder vor und nach HT und immer die Frage: eher Mann oder Frau. Aber was wollen wir eigentlich? Einfach nur aus unserer Rolle als Mann raus und uns einfach so wohl fühlen, wie wir sind, oder nun, nachdem es in der männlichen Rolle nicht gepasst hat, unseren Mitmenschen eine möglichst perfekte Frau vorspielen, die wir im fortgeschrittenen Alter doch sicher nicht mehr glaubhaft rüber bringen können? Wollen wir solchen Anpassungsdruck nicht einfach nur los werden?

Ich denke jetzt mal etwa zwei Jahre zurück. Da habe ich mindestens zwei Stunden gebraucht, bis ich mich als Frau auf die Straße traute: den kleinsten Stoppel weg rasiert, dann alles dick zu gekleistert, Lippen und Augen kräftig angemalt und dazu ein völlig unpassende Perücke - also quasi der Prototyp einer Drag-Queen. Und heute? Alles viel dezenter. Selbst auf Silikonbrüste verzichte ich meistens. Es gibt (Bio-)Frauen, die vorne flacher sind als ich. Muss ich mir da also unbedingt solche Klötze in den BH stecken? Den Leuten auf der Straße ist das jedenfalls vollkommen egal, also kann es mir doch auch egal sein.

Ich denke, es werden viel zu große Hoffnungen und Erwartungen mit dem Passing verknüpft. Und wenn es dann mangels biologischer Ausstattung und/oder wenig wirksamer HT nicht zum gewünschten Ergebnis führt, ist die Enttäuschung entsprechend groß. Da ist es doch besser und einfacher aus dem, was da ist, das Beste zu machen, und sich damit wohl zu fühlen.

Liebe Grüße
Nicole
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Neu & Unbekannt / Re: Die dolle Nicole stellt sich vor
Danke Michelangela, ich habe nur auf den Gutachter-Irrsinn absolut keine Lust. Für mich ist das nur Abzocke. Deshalb verfolge ich - hier der Betrag bei Rat und Tat - wie es sich mit der Gesetzeslücke entwickelt, die sich durch die Einführung des dritten Geschlechts für Transgender aufgetan hat. Wenn es mit einem ärztlichen Attest und einer Eintragung beim Standesamt funktioniert, würde ich gerne 'Klaus Nicole' als Vornamen eintragen lassen.

LG Nicole
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Fashion, Kleidung & Beauty / Re: Ich, das Weib
Ich denke, es kann auch ein Glück sein, wenn das biologische Geschlecht nicht eindeutig ist. Dann fühlt man sich vielleicht nicht so sehr dazu gedrängt, fast ein Leben lang die Rolle als Mann zu spielen, obwohl man sich damit nicht wirklich identifizieren kann. Bei mir wurde es immer unerträglicher, und der Drang dem allem in meine eigene Welt hinein zu entfliehen wurde immer stärker. Das machte mich einsam, zynisch und sarkastisch. Schließlich hasste ich mich selbst und gesamte Menschheit abgrundtief.

Mit meiner Mutter starb dann die letzte Person, für die ich den Mann noch spielte, und alles wurde sinnlos. Durch das Internet erfuhr ich dann etwas über Transgender und outete mich. Nach einem halben Jahr als Teilzeitfrau schaffte ich schließlich vor etwa 1 1/2 Jahren den Mann-Modus ab.

So etwas wie eine Drag-Queen einspringt der männlichen sexuellen Fantasie - die Traum-Partnerin bei der Selbstbefriedigung. Dass und wie man sich - und damit auch andere Transgender - in der Öffentlichkeit nicht lächerlich macht, musste ich nach dem Outing erst noch lernen. Und dafür haben Teilzeitfrauen, die für Beruf und Familie immer noch der Mann sind, oft nur wenig Zeit. Daher kommt wohl dieses Bild einer Drag-Queen, die ihren Ursprung in der weiblichen Rolle bei einer Schwulen-Beziehung haben dürfte. Wer schwul ist, fühlt sich als Mann und will auch in der weiblichen Rolle eindeutig als solcher erkannt werden. Wenn dagegen ein Transgender auf Männer steht, trifft 'schwul' nicht mehr zu. Und was bin ich jetzt? - 'hetero', 'lesbisch' oder was?

Noch kurz zu meinem Bartschatten: Der Bart ist grau und damit nicht so auffällig. Also muss ich nicht so viel zum Abdecken ins Gesicht kleistern. Sonst überlege ich, ob ich in absehbarer Zeit mit dem Färben der Haare wieder aufhören soll. Es erscheint ja irgendwie immer sinnloser das Bild einer jungen Frau abgeben zu wollen.

LG Nicole
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Fashion, Kleidung & Beauty / Re: Ich, das Weib
Karosserie-Mechaniker. Genau diesen Eindruck hatte ich vor 1 1/2 Jahren, als ich einen Kosmetik-Berater in der Drogerie-Abteilung des Simmerner Globus-Marktes ansprach. Ich fragte ihn, was er aus dem Angebot dort zur Abdeckung meines Bartschattens empfehlen würde. Er meinte: "Nichts. Für Crossdresser braucht es Sachen, die erheblich besser decken. Ich habe da letztlich erst einen zurecht gemacht." Dann zeigte er mir Fotos. Darauf meinte ich nur: "Ich möchte eigentlich als Frau auf die Straße gehen und nicht beim Karneval auftreten." Damit war das Beratungsgespräch beendet.

Also habe ich dann mit dem Makeup weiter alleine herum probiert. Und je weniger ich von dem ganzen Zeug auf die Haut schmierte, desto besser gefiel es mir schließlich. Nun kaufe ich alles, was ich brauche, in dieser Drogerie-Abteilung. So ganz kann ich den Mann nicht weg schminken, ohne dass es künstlich aussieht. Also ist es mir wichtiger, dass der Gesamteindruck so einigermaßen stimmt. Zudem oute ich mich sowieso immer spätestens mit meiner Stimme. Was soll also dann dieser ganze Aufwand?

Kurz nach diesem Gespräch fand ich auch bei einer Fahrt nach Koblenz im Hochsommer die ultimative Lösung für die Perücke: Weg mit dem Ding und Haare wachsen lassen und färben. Wie angenehm war es doch, als mir auf der Rückfahrt nach hause nicht mehr der Schweiß über das Gesicht lief.

Und Ohrlöcher habe ich mir vor 1 1/2 Jahren auch stechen lassen. Wie man auf dem Profilbild sehen kann, sind sie inzwischen ausreichend belastbar.

LG Nicole
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Rat & Tat / Re: § 45b PStG statt TSG: VÄ/PÄ ohne Gerichtsverfahren und Gutachten!!!
Hallo,

ich habe kürzlich von einem Fall gelesen, wo jemand mit einer alten ärztlichen Bescheinigung problemlos beim Standesamt durch gekommen ist. Leider weiß ich nicht mehr in welchem Ort. Das Forum, wo der Beitrag stand, schließt jetzt und ist für Gäste nicht mehr zugänglich. Es gab da wohl bereits als Kind Auffälligkeiten bei den Geschlechtsteilen (mögliche Intersexualität oder so), und darüber wurde ein Attest erteilt.

Bei Facebook wird immer wieder geraten den normalen Trans-Weg zu gehen, obwohl die geforderte Bescheinigung mit der Indikation vorliegt. Für mich als selbst definiert nicht-binär sehe ich keine Chance an eine Ärztliche Bescheinigung zu gelangen, die mir eine "Variante der Geschlechtsentwicklung" zuspricht. Da hängt sich ganz bestimmt kein Arzt aus dem Fenster. Irgend etwas vergleichbares, bei dem ich mich nicht klar auf Normen oder Richtlinien stützen kann, hätte ich als Ingenieur auch niemals gemacht.

LG Nicole
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Neu & Unbekannt / Re: nun auch hier
Hallo Maria,

wir kennen uns ja schon. Ich habe mich hier gerade erst angemeldet und kurz vorgestellt. Also auch von mir: herzlich willkommen.

LG Nicole
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Neu & Unbekannt / Die dolle Nicole stellt sich vor
Hallo Forum,

ich bin auf mehreren Plattformen (diverse Foren und Facebook) unterwegs um auf nicht-binäre Menschen (NB, non-binary, Enby) aufmerksam zu machen. Nun bin auch auf dieses Forum gestoßen und habe mich erst einmal einfach angemeldet. Ob und wie es hier weiter gehen wird, weiß ich noch nicht. Es outen sich nicht viele als nicht-binär - vermutlich weil es in der Gesellschaft inzwischen zwar Cis und Trans gibt, aber irgend etwas dazwischen äußerst fremdartig erscheint. Wenn dann auch noch eine geschlechtsneutrale Anrede oder sogar Sprache gefordert wird, ist es wohl meistens mit jeglichem Verständnis vorbei.

Ganz kurz zu mir: Ich bin 60 Jahre alt, biologisch männlich, öffentlich eine (Trans*-)Frau und vom Empfinden her irgendwo dazwischen. Also Anrede bitte: Nicole und sie. Da ich mich nicht vollständig als Frau fühle, sehe ich in der körperlichen Angleichung nicht den richtigen Weg für mich. Und so erhalte ich von keiner Seite Unterstützung - es sei denn ich fordere die Transition zur Frau bei Psychotherapeuten und Gutachtern ein und breche dann irgendwie mitten drin ab. Bisher habe ich mir jedoch sämtliche Schritte in diese Richtung erspart und bin also offiziell Crossdresser oder Transvestit.

Wer meine ganze Biografie lesen möchte, kann in meinem Profil auf meine Autorenseite (Nikolai Fritz / Nicole Doll) klicken und dort das Ebook "Wer oder was bin ich?" kostenlos lesen oder herunter laden.

Liebe Grüße
Nicole