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Topic: Transit_n (Read 23559 times) previous topic - next topic

Transit_n

Hallo,

ich möchte Euch im Forum "Verena" neu vorstellen...

Sie ist freie Journalisitin und plant für die im Frühjahr 2007 neu erscheinende politische Zeitschrift "Transit_n" einen Beitrag über unsere Gemeinde im Hinblick auf "Diskriminierung"...

Sie wird gleich noch ein paar Zeilen hier hinzufügen und ihr Projekt weiter vorstellen. Wir kennen uns persönlich, daher hoffe ich auf rege Beteiligung, gleich ob hier als Eintrag, per Elektropost oder per persönlicher Mitteilung...

Den Begriff "Diskriminierung" bitte ich weit auszulegen, da etwa auch das Problem einer "Schwester" hinsichtlich der "Firmierung" bei selbständiger Tätigkeit hier einschlägig wäre, genauso wie vielleicht auch belustigende, beängstigende, etc. Ereignisse...

Herzlich,

Michelle+++


[Edit Zoe: Ich habe mir erlaubt, den Titel mal zu erweitern]

EDIT: Wieso??? Sehe ich keine Notwendigkeit... War absichtlich neutral gehalten...

Re: Transit_n

Reply #1
Hallo! Ich heiße Verena, bin 27 und bin Journalistin.
Zunächst mal zur Zeitschrift transit_n. Sie wird von einem Privatmann verlegt und vom Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg und einer Menschenrechts-Stiftung finanziell unterstützt. Das Thema der ersten Ausgabe ist Rassismus und Diskriminierung im Nürnberg von heute. Wir stellen Minderheiten vor (z.B. Migranten), beleuchten Diskriminierung in der Kunst etc.
Für meine Reportage suche ich eure Erlebnisse und Geschichten. Wie ist das, wenn man in Nürnberg oder einer anderen Stadt als Frau ausgeht? Kommen da dumme Sprüche? Werdet ihr manchmal sogar angegriffen?
Ich freue mich auf eure Antworten. Ihr könnt mir privat oder über das Forum schreiben... Ganz wie ihr wollt. Auch wenn ihr noch Fragen habt... immer raus damit!!
Herzliche Grüße,
Verena

Re: Transit_n

Reply #2
Naja, dumme Sprüche kommen schon hin und wieder mal. Da steht man aber meist drüber, denkt sich seinen Teil und geht weiter. Es gibt mehr als genug positive Reaktionen, so dass die negativen kaum ins Gesicht fallen.

Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich mich fast nur in Hamburg und Berlin herumtreibe, also es mich kaum in die Kleinstadt treibt. In Hamburg und Berlin ist man als TRanny ziemlich frei in den Möglichkeiten und kaum einer stört sich wirklich daran.

Also diskriminiert fühle ich mich kaum. Eher andersherum. So komme ich als Tranny auf die ein oder andere Party, bei der man mich wohl als einzelnen Mann abweisen würde.

Nun ist es aber auch nicht so, dass ich Leuten mein Trannydasein mehr als über Gebühr auf die Nase binde. Ich bin selten am Tag unterwegs und bewege mich im Freundeskreis und auf der Arbeit weiterhin als Mann. Insofern werde ich dort auch nicht diskriminiert - was aber durchaus anders sein würde, wenn ich als Frau zur Arbeit gehen wollte. - will ich aber nicht

Nur eines im Voraus... Hier im Forum sind viele Personen, die kaum noch mit Scheu auf die Straße gehen, sondern eher mit Stolz, Forschheit, Selbstverständlichkeit oder zumindest Gelassenheit damit umgehen.

Je Selbstverständlicher man damit umgeht, dest einfacher ist es auch für die Umgebung, es zu akzeptieren - so meine selbstbeobachtung

Re: Transit_n

Reply #3

... kaum in die Kleinstadt treibt.


Obacht geben, länger leben...  ;D

Nur zur allgemeinen Belustigung in Kurzfassung, ich hatte ja mit Verena gestern ein längeres Gespräch zum Thema: Das bislang übelste Erlebnis hatte ich in Kölle, als wir in kleiner Gruppe zu vorgerückter Stunde von einer Gruppe volltrunkener, aber kräftiger sowie russischstämmiger Männer mit u.a. "Arschficker-" Rufen übel angegangen wurden und wir körperliche Gewalt wittern mußten; bedrängt wurden wir hinreichend... Ein naher Taxistand verhinderte möglicherweise schlimmere Erlebnisse...
Lustig hingegen ein englisches Pärchen fünf Minuten vor dem besagten Ereignis, daß auf meine Antwort derer Frage erstaunt (es war recht dunkel) ein "Oh, it's a man" ausrief...

Grüßle,

MiSa+++

Re: Transit_n

Reply #4
ob die Zö tatsächlich Nemberch mit Kleinstadt gemeint hat?

ich hab in N. nie Probleme gehabt.
am doofsten wurd ich bisher in HH angeglotzt.
Soli hat berichtet, das Berlin sehr Transen Intolerant ist.
Muc & Leipzig war auch OK. naja, in L. hams alle die Babsn angeglotzt, da bin ich net aufgefallen  ;D

Re: Transit_n

Reply #5
Hi Zoe,

hm, jetzt hast Du mich erst mal ins Grübeln gebracht, ob Nürnberg eine Kleinstadt ist oder nicht...?

Nein, Spaß beiseite: Ich habe auch nicht erwartet, dass mir hier alle die Ohren vollheulen, wie schlecht die Welt doch ist. Im Gegenteil. Ich interessiere mich auch für schöne Erlebnisse. Momente, in denen euch vielleicht eure Umwelt überrascht hat, indem sie überhaupt nicht negativ, sondern positiv reagiert hat??

Ich steige ja gerade erst in das Thema ein. Und bin deshalb neugierig auf alles.
Diskriminierung ist auch immer ein so hartes Wort. Es sind ja nicht immer die großen Dinge die weh tun, oder?

Lg, Verena

Re: Transit_n

Reply #6
ich komm zwar nicht aus franken, aber wenn ich helfen kann dann gerne, ich denke ich schick verena mal was.

maike

Re: Transit_n

Reply #7
Naja, Nürnberg ist eben weitaus bayrischer und weitaus kleiner als Hamburg.

Daß Konstanze am dämlichsten in Hamburg angeglotzt wurde, könnte aber auch an ihrem Outfit gelegen haben, daß zumindest ungewöhnlich war. Damit ist es sicher nicht zu entschuldigen aber doch zu erklären.

Ansonsten hab ich einmal eine unangenehme Erfahrung mit einem Betrunkenen auf der Reeperbahn gemacht.

Quote
Abschließend saß ich kurz vorm Gehen vorm Glanz & Gloria und erlebte meine erste unschöne Situation als Tranny. Ein offensichtlich angetrunkener Typ mit “Mischeflasche” kam auf mich zu

    Er: ey bist Du ein Transformer

    Ich: Nein bin ich nicht

    Er: Kopfschüttelnd irgend einen Blödsinn brabbelnd

    ich: mit einer abwinkenden Handbewegung zeigen, er möge mich bitte in Ruhe lassen und gehen

    leider bewegte es nur, zurückzukommen und mir, mich beschimpfend zu erklären,

    Er: Ey beleidige mich nicht (klaut meine Brille (10€ Sonnenbrille) und stiefelt los..

    was tun? Vermutlich das falsche….

    Ich: Hey stop (hinterher und ihn festhaltend)

    Er: Ey Fass mich nicht an

    Ich: Meine Brille bitte!

    Er: Hier hast Du sie: (Brille auf den Boden geschmissen, draufgetreten um mir dann ins Gesicht zu spucken.

    Das hat mir gereicht und ich ging ziemlich geladen zurück ins Glanz & Gloria.

Was lerne ich daraus?

Ich mag verstrahlte Besoffene nicht, die mir meine Brille klauen, sie zertreten, mich beschimpfen und mir ins Gesicht spucken.

Nun am hafengeburtstagswochenende, wo Touris bereits morgend zu saufen anfangen, kann einem soetwas gegen 4:00 Morgens auf der Reeperbahn passieren. Ansonsten war es aber ein ziemlich guter AbendAbschließend saß ich kurz vorm Gehen vorm Glanz & Gloria und erlebte meine erste unschöne Situation als Tranny. Ein offensichtlich angetrunkener Typ mit “Mischeflasche” kam auf mich zu

    Er: ey bist Du ein Transformer

    Ich: Nein bin ich nicht

    Er: Kopfschüttelnd irgend einen Blödsinn brabbelnd

    ich: mit einer abwinkenden Handbewegung zeigen, er möge mich bitte in Ruhe lassen und gehen

    leider bewegte es nur, zurückzukommen und mir, mich beschimpfend zu erklären,

    Er: Ey beleidige mich nicht (klaut meine Brille (10€ Sonnenbrille) und stiefelt los..

    was tun? Vermutlich das falsche….

    Ich: Hey stop (hinterher und ihn festhaltend)

    Er: Ey Fass mich nicht an

    Ich: Meine Brille bitte!

    Er: Hier hast Du sie: (Brille auf den Boden geschmissen, draufgetreten um mir dann ins Gesicht zu spucken.

    Das hat mir gereicht und ich ging ziemlich geladen zurück ins Glanz & Gloria.

Was lerne ich daraus?

Ich mag verstrahlte Besoffene nicht, die mir meine Brille klauen, sie zertreten, mich beschimpfen und mir ins Gesicht spucken.

Nun am hafengeburtstagswochenende, wo Touris bereits morgend zu saufen anfangen, kann einem soetwas gegen 4:00 Morgens auf der Reeperbahn passieren. Ansonsten war es aber ein ziemlich guter Abend


Natürlich wäre mir das nicht passiert, wäre ich nicht als Tranny unterwegs gewesen, aber er suchte klar Streit, und ich war wohl ein einfaches Ziel

Re: Transit_n

Reply #8
Ein schönes Thema!

Mit Diskriminierung kann ich überhaupt nicht dienen.
Nicht in Nürnberg, Fürth, Erlangen, München, Freiburg, Schwandorf, Dinkelsbühl, Lüneburg, Wiesbaden, Düsseldorf, Berlin, Bochum ..... nirgends!

Mein Lieblingsbeispiel für Nichtdiskriminierung ist meine hiesige Bookcrossergruppe, zu der ich regelmäßig seit über 1 Jahr als Frau gehe, ohne mich irgendwie erklärt zu haben. NIE hat mich jemand schräg angeschaut oder nur gefragt, ob ich nicht eine ungewöhnliche Frau bin.

Wenn ich den Typen, der mich mal im Karstadt laut mit "Ey! Du bist doch ein Mann!" angelabertt hat und ein paar giggelnde Mädels und 1 besoffenen Penner (Berlin Kreuzberg!!!!) ausblende, dann komplette Fehlanzeige.
Nein, ich wurde bisher nicht diskriminiert!
Doch halt! Mit einer Gruppe anderer Trannies wurde ich mal nicht in eine Schwulenkneipe gelassen! Begründung: "Wir haben schon Frauenüberschuss!" ... und das war in .... Köln!

undiskriminiert
Jula

Re: Transit_n

Reply #9
Hallo Verena, hallo Rest!

Zum Thema Diskriminirung kann ich auch nicht viel beitragen. Außer ein paar kichernden Teenies. Einmal einem "wasn das" beim einkaufen und einmal (mit Nici) einem "Oh was für hübsche Männer" von ner Gruppen Jungtürken war nix.

zum Thema Kleinstadt. Also Augsburg hat 280 000 Einwohner. Ist also keine Kleinstadt, aber auch keine große. Ich pflege es hier fast jedes Wochenende mich in Schale zu schmeißen und in ganz normale Clubs, Kneipen und Dissen zu gehen. Mein Freundes und Bekanntenkreis weiß eh bescheid. Auch da wurde es damals zwar mit Verwunderung, aber nie negativ aufgenommen. Die meisten waren nur sehr überrascht, dass ich doch so passend aussehen würde. Das kam aber meistens von Freundinnen von mir.
Zur Zeit war ich öfter in München aus, auch da keine Probleme. Nur ins Larsky sind Neomi und ich nicht reingekommen, was aber nicht unbedingt an unserem Aussehen gelegen haben muss. und wenn schon.

Achja, doch ein Diskriminierungsdings fällt mir ein. Als ich von HH heimgeflogen bin, hat der Check-In Fuzzi der DBA mich in die letzte Fensterlose Reihe gesetzt, neben mir waren 2 bzw. 3 Sitze frei. Saß also da ganz alleine. Das war doof. Aber daüfr hab ich in HH die Amex Gold angeboten bekommen. Frag mich nur warum, so exklusiv war der Klamottenstil nicht. Die Dame hat mich nur gefragt ob ich denn mehr als 40.000,00 Euro im Jahr verdienen würde...
Ach und noch was, Kumpels von mir haben beschlossen einem anderen gemeinsamen Freund nen "Männerabend" zu schenken, da der seit seiner neuen Flamme keine Zeit mehr für uns (seine Kumpels) hat, da wurde mir sagt letztens "Keine Freundinnen, und Du, Du kommst gefälligst nicht als Anna!" :D

Naja, soviel dazu. Hoffe der Senf bringt was.

LG
Anna

P.S.: Ich hab das nimmer durchgelesen. Fehler und so Zeugs dienen also der Belustigung der Leser


Re: Transit_n

Reply #11
Hi,

ich schließe mich meinen Vorrednerinnen an.

"Diskriminierung" ? Denkbar - jedoch Fehlanzeige.

"Dumme Sprüche" ?

Haben fast alle schon irgendwie irdenwo mal gehört - irgendwann entwickelt man/frau
ein entsprechend dickes Fell und hört sowas nicht mehr ;-)

Was zählt, ist u.U. eine entsprechende Reaktion :

"Hey, Du bist ja ein Mann" !?

"Stimmt" - "Du aber auch" !  ;D

Ciaoii

La Annabelle

Transit_n - Diskriminierung von Transgendern

Reply #12
hmmm wie ich oben schon anmerken wollte. Die Peersonen hier in diesem Forum haben sich alle schon hinreichend dickes Fell angeeignet um den meisten Personen, die sie diskriminieren wollen schon direkt die Luft aus den Lungen nehmen zu können. Dabei ist aber mittlerweile auch so viel Schlauheit im Spiel, um sich gewissen Situationen nicht auszusetzen oder eben nur so kurz als möglich auszusetzen.

@Annabelle:
wie war es nach der TGCP im Sommer um 4 Uhr auf der Reeperbahn beim Nachhauseweg mit Svenja. "Nur Verstrahlte" Was wäre gewesen, wenn das eben nicht Svenja und Du gewesen wären, sondern eben weniger starke Persönlichkeiten?

@Babsy:
Was wäre gewesen, wenn es eben nicht Babsy gewesen wäre, der ein Keilriemen gerissen wäre, sondern irgendein Jungspund.

@Konstanze
Nicht mehrere alt-transen in Nürnberg nach der Polizeikontrolle sondern eben nur eine, die beispielsweise das erste mal aus war.

ich denke es hat sehr viel damit zu tun, wie groß das Fell ist.

Ich kann mich erinnern, daß ich einmal in einen Club nicht reingelassen werden sollte mit den Worten "Das ist zu heftig". Nach ein Paar Worten von Neomi. "Wir waren gestern mehrere Stunden hier", hätte er uns reingelassen. Komischerweise wollten wir aber nicht mehr.


Re: Transit_n

Reply #13

Naja, Nürnberg ist eben weitaus bayrischer...


Wenn das nicht auch eine Form von Diskriminierung ist...  ;D

Norishausen liegt in Franken... Wir sind zwar seit ziemlich genau 200 Jahren bayerisch besetzt, was aber an der Region nichts ändert... Was ist eigentlich mit dem Selbstbestimmungsrecht der Völker? Sind wir die Kurden der Republik?

Ein anderes Geschichtchen noch am Rande, denn manchmal wirken wir, ohne es zu merken:

Am einem Abend, nachdem wir bei Rosanze gegrillt hatten, gingen wir in der Altstadt in eine Bar mit kleiner Tanzfläche... Es war Zeit der Weltmeisterschaft (der Abend vor dem Kroatien gegen Japan-Spiel in Nemberch) und wir tanzten mit Japanern und noch in der Stadt verbliebenen Engländern...

Was uns aber entgangen ist: Einige Stammgäste der Lokalität zofften mit der Wirtin, warfen ihr vor der Tür noch gefüllte Bierflaschen vor die Füße und beschwerten sich, dies sei kein Schwulenladen...
Die Gäste konnten ja nicht wissen, daß wir -bis auf einen Fall, der beide Neigungen in sich trägt- alle hetero gesinnt sind, was sie aber vermutlich auch nicht interessiert hätte.

Anzumerken bleibt, daß die Wirtin unsere Gruppe lustig fand und wir ihr willkommener waren, als die sonst am Samstag dort verkehrende, sich ihr an diesem Abend als solche bekennende Sackgasse der Evolution...

Bloß: Mitbekommen haben wir die Situation nicht... Sie wurde mir Wochen später von einem bisweilen dort arbeitenden Feund erzählt...

Grüßle,

Michelle+++

Re: Transit_n - Diskriminierung von Transgendern

Reply #14
Hi Verena, hi Elle,

neuste Diskriminierung selbst erlebt in der Nacht vom 20. auf den 21. in Karlsruhe.

Die Disco und Cocktailbar Tobsi in die wir nun schon seit mehr als einem halben Jahr nach dem Transtalk gehen wünscht unseren Besuch nicht mehr.
Nun wir kannten das schon einmal von früher, da hat uns die Pächterin oder Besitzerin, weiß nicht was sie wirklich ist, mit der Begründung „Ich will euch hier nicht haben damit es nicht zum Szenenlokal wird“.
Als ein neuer Pächter das Tobsi hatte war das plötzlich kein Problem mehr bis Gestern.
Wir sind nun wieder zur unerwünschten Person in diesem Etablissement.

Das nenn ich Diskriminierung vom schlimmsten!

LG Zaza