Hi Jula,
danke für diesen interessanten Gedankengang. Wenn ich das mit meiner eigenen Erfahrung mit mir selbst abgleiche, kann ich dem nur beipflichten.
Wir werden zu dem als was wir uns (öffentlich) darstellen!
Je mehr ich mich öffentlich als Frau präsentiere, um so mehr werde ich zu einer!
Klingt seltsam, funkrioniert aber, wenn ich wissenschaftlichen Quellen glaube.
Und kann sich durchaus erdrutschartig ausweiten; man kann geradezu den Boden unter den Füßen verlieren - besonders, wenn man jahrzehntelang alles verdrängen musste. Genau diese Veränderung der Selbstsicht machte es mir so schwer, für mich zu dem Punkt zu kommen, an dem ich mich selbst klar sah; auch als ich bereits unumkehrbar auf dem Weg war, musste ich noch mehrfach dahin zurück, um mich meines tiefsten selbst zu vergewissern.
Anderer Aspekt: deshalb sind auch öffentliche Auftritte, wie zB Familienfeiern in der ungeliebten Rolle des Geburtsgeschlechts für uns so schlimm. Sie ziehen uns stärker als der übliche private Alltag in die falsche Richtung. Wir werden dadurch mehr zu dem, dass wir ablehnen.
Ebenso Familienangehörige, die uns in die alte Rolle zurückholen wollen oder Fremde, die uns so wie wir sind einfach nicht akzeptieren wollen.
Hast Du eigentlich vor, in dDeiner HP ein wenig dazu zu schreiben?