Es gibt keine, die einer wirklich eingehenden Überprüfung standgehalten UND Treffer außerhalb der Zufallserwartung ergeben hat.
Da gab es mal eine Statistik aus der Flenzburger Punkte Kartei.
Daten: Geburtsdatum, Verkehrsverstöße wegen zu schnell fahrens.
es gab 2 Sternzeichen die wesentlich öfters erfasst waren als die anderen.
Sotala, etz darfst mir erklären, warum das nicht stimmig sein kann.
Natürlich müßte ich die einschlägige Literatur kennen, um dies zu können. Ich nehme an, daß sich eine Vielzahl unterschiedlicher Aussagen dazu finden. Aber diese zusammenzutragen dürfte recht mühselig sein. Wenn Du ernsthaftes Interesse hast, die Sache zu verfolgen, kann ich Dir gern einige Ansatzpunkte für eigene Nachforschungen geben.
Ganz spontan fallen mir einige der typischen Fehlerquellen ein. Die naheliegenste und banalste ist die, daß es vielleicht einfach um Sternzeichen geht, unter denen generell mehr Menschen geboren werden. (Stichwörter "Herbstkuscheln" und "Frühlingsgefühle") Dies steht übrigens erstaunlich häufig hinter kurzen, plakativen "Erkenntnissen" wie der von Dir zitierten.
Die nächste Erklärung, die mir einfällt, ist auch die, die ich aufgrund der vier Zeilen, die ich an Information zur Verfügung habe, für die wahrscheinlichste halte: Fehler bei der Erhebung der Datenbasis. Bei den meisten Studien dieser Art gehen die Durchführenden (Horoskoplesende Mitarbeiter des Kraftfahrt-Bundesamtes?) von einer These aus, die sie belegen wollen. Manchmal vorsätzlich aber meistens unbewußt verfälschen sie deshalb die Datenbasis für ihre Erhebung indem sie dazu neigen, Datensätze, die ins Bild passen, als relevant und korrekt einzustufen, und Datensätze, die nicht ins Bild passen, als fehlerhaft auszusortieren. Bei Studien über astrologische Themen ist diese Gefahr besonders groß, weil die Auswahl der für den Untersuchungsgegenstand relevanten Daten komplex und uneindeutig ist. Die relevanten kosmischen Daten werden praktisch jedes Mal beliebig individuell ausgewählt, die Aussagen zur Persönlichkeitsstrukltur (oder was auch immer) sind schwierig und nur teilweise in Zahlen zu fassen. Dazu kommt, daß es sich oft um historische Daten handelt, die oftmals ohne Weiteres garnicht mehr überprüft werden können. (Natürlich dürfte dies im vorliegenden Beispiel nicht in dieser Form zum Tragen kommen. Aber die Beeinflussung durch die Untersuchenden ist dennoch der brisanteste und schwierigste Punkt.)
Wie schon erwähnt, ist dieses Problem auch bei einer nachträglichen Überprüfung der Studie nur sehr schwer zu erkennen.
Dann wäre da die Frage, ob die Datenbasis überhaupt repräsentativ war. In einer Gruppe von sagen wir zwanzig Personen, ist natürlich davon auszugehen, daß einige Sternzeichen überrepräsentiert sind und einige garnicht vorkommen. In einer anderen, willkürlich zusammengestellten Gruppe von 20 Personen gilt das gleiche für andere Sternzeichen. Das rein rechnerische Ergebnis erlaubt noch keine Aussage. Es muß auf einer Stichprobe basieren, die hinreichend groß ist. Und es muß reproduzierbar sein. Das heißt, daß das Ergebnis das gleiche bleiben muß, wenn Du die Grundgesamtheit anders bestimmst. Wenn Du also nur die Verstöße aus einem Teil des betrachteten Zeitraumes (bezüglich der Verstöße oder der Geburtsdaten) betrachtest, müßte sich das gleiche Ergebnis einstellen. Generell ist das Vorgehen so, daß man, wenn man einen kausalen Zusammenhang vermutet, die möglichen anderen Ursachen (wie Zufall) ausschließt und überprüft, ob das Ergebnis das gleiche ist.
Auch an dieser Stelle wird leider von allen Seiten gern geschludert. Auch das gilt für die meisten Anwendungsgebiete, nicht nur für die Astrologie. Tatsache ist aber, daß von Verfechtern der Astrologie häufig plakative Beispiele wie Deines genannt werden, die sich bei der eben beschriebenen Überprüfung schnell als unhaltbar erweisen. Ob das für Dein Beispiel gilt, kann ich natürlich nicht sagen. Dazu weiß ich zu wenig darüber. Ich habe mich aber genug mit Untersuchungen über andere Studien befaßt, um nicht hinter dem hunderttausendsten Beispiel plötzlich den Nachweis zu vermuten, der allen anderen mißlungen ist. Daher sage ich einfach: Sei nicht so leichtgläubig.
Und eine grobe Verzerrung der Tatsachen in der Wiedergabe ist natürlich auch ein Problem. Was heißt "wesentlich öfter"? 2%? 20%? 200%? Oft sind die von den Verfechtern der Untersuchung als "signifikant" oder "beträchtlich" bezeichneten Abweichungen ganz unspektakuläre Schwankungen in der Zufallserwartung.
Bei näherer Überlegung findet man sicher noch weitere mögliche Erklärungen. Aber das würde wohl wirklich den Spaß an der Sache sprengen.
Möglicherweise steht dahinter auch tatsächlich ein bisher unbekannter kosmologischer Zusammenhang. Wie gesagt, ich kenne weder die Studie noch die Sekundärliteratur dazu. Allerdings halte ich das für äußerst unwahrscheinlich. (Nochmals: Ich sage nicht, daß es nicht stimmig sein KANN. Ich sage nur, daß nichts dafür spricht, daß es so ist.)
Wie gesagt, wenn Du wirklich eine Antwort auf Deine Frage haben willst, dann kommt einiges an Literaturarbeit auf Dich zu. Ich gebe Dir gern generelle Lesetips zur Thematik. Aber direkt zu Deinem Beispiel kann ich nichts sagen, weil ich mir selbst nicht die Mühe machen werde, ihm nachzugehen.