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Autor Thema: Leute wie du  (Gelesen 1666 mal)
Konstanze
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« am: 21. November 2006, 14:16:02 »

ich war wieder mal unterwegs und hab allerlei erlebt.

Letzt in meiner Lieblingsabsturzkneipe gleich nebenan, bin ich mal wieder so 2 Uhr Nachts eingelaufen. Die meisten kennen mich auch als Transe, an diesen Abend war ich aber en homme unterwegs.

Es war nimma viel los. nur eine Bekannte und ein Pärchen, dass ich vom sehen kenne.

Der lustige Wirt mit 2 Brillen übereinander stellte mir gleich ungefragt ein Pilschen hin und die Hunde meiner Bekannten mussten erstmal nen Freudentanz um mich herum aufführen.

Nach einigen Minuten kam der weiblich Part des Pärchens auf mich zu und erkundigte sich, ob sie mich was Fragen dürfe. Auf meine Zustimmung legte sie los:

Ähm, Leute wie du...

Moment! was sind denn Leute wie ich?

Naja, du weist schon, du warst ja schon öfters hier, Leute die Männer mögen

du magst doch auch Männer, also Leute wie wir.

Nee, ich bin ja ne Frau und du nicht.

Natürlich bin ich keine Frau, des sieht man doch. Aber was ist da jetzt so besonders?

Das du manchmal Frauenkleider anhast.

Ja, ich bin Transe, du hast mich doch schon so gesehen.

Ja, und du liebst Männer.

Öhm, also ich hab viele männliche Bekannte, die ich mag, aber lieben tu ich Frauen.

Warum ziehst du dann Frauenkleider an, wenn du nicht schwul bist?

Leider oder Gott sei dank kam in diesen Augenblick ihr Taxi, sie hat aber schon angekündigt, dass nächstes mal sie des schon noch genauer wissen will.



Letztes WE sind wir rumgezogen um fürn 2.12. zu Flyern. Dabei besuchten wir auch einige Schwulenkneipen.

In einer der bekannteren Szenelokale sprach mich einer an, der mich auf den Flyer fürs SF am 24.2.07 (der, bei dem ich ein Rosa Tütü anhabe) wiedererkannte.

Trittst du da auf?



Aber des bist doch du?

Ja

Gibts da auch Nackerte?

Manchmal

Und auf den anderen Fest kann man dich auch net sehen?

Ja doch, sehen kann man mich auf beiden.

Strippst du da auch?

nein, ich strippe net und trete net auf.

Aber du bist doch da auf den Flyer

Ja, zu Werbezwecken
...

Hier hab ich dann am nächsten Tisch weitergeflyert.



Anscheined werden Transen von von Heten als schwul eingestuft und für Schwule sind wir nur ein Showakt, die am besten nackte Haut zeigen sollen.

Machmal frag ich mich, ob ich oder alle anderen Vorurteilbehaftet sind.

Aber lustig sind solche Momente immer wieder...
« Letzte Änderung: 21. November 2006, 14:19:42 von Konstanze » Gespeichert

Mitbewohner der KleiderschrankTrannyWG
Bettina_Staal
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Bettina_von_Staal
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« Antwort #1 am: 21. November 2006, 14:44:04 »

Ob nun lustig oder traurig?Huh!?!?!?

Egal - hier mal ein Schnipsel vom transgender-net. Werden sicher schon viele kennen, auch egal.

Buch-Schnippsel:
Patricia Cornwell: Ein Mord für Kay Scarpetta
(16. November 2006)
In vielen Romanen kommen mittlerweile Transgender vor. In lockerer Reihenfolge bringen wir nun Auszüge aus diesen Büchern, um zu zeigen, wie unterschiedlich wir dargestellt werden. Heute ein kurzer Text der amerikanischen Krimischriftstellerin Patricia Cormwell aus ihrem Thriller "Ein Mord für Kay Scarpetta":

Auszug: Seite 224 f (der Knaur-Ausgabe)
"Vielleicht hat der Irre eine Perücke aufgehabt", bemerkte Marino. "Wie wir wissen, hat Beryl ihn ins Haus gelassen, und das bedeutet, daß sie keine Angst vor ihm hatte. Die meisten Frauen haben keine Angst, wenn eine andere Frau vor der Tür steht."

"Ein Transvestit?" fragte Wesley.

"Könnte sein", antwortete Marino. "Die sind oft die bestaussehenden Häschen, die herumlaufen. Da kann einem richtig übel werden. Selbst ich merke es manchmal erst, wenn ich ihnen direkt ins Gesicht schaue."

"Aber wenn der Angreifer wie ein Transvestit angezogen gewesen wäre", gab ich zu bedenken, "wie hätten dann die ganzen Fasern an ihm hängen können? Wir nehmen doch an, daß diese Fasern von seinem Arbeitsplatz stammen, und er wird kaum bei der Arbeit wie ein Transvestit herumlaufen."

"Außer wenn er als Transvestit auf den Strich geht", sagte Marino. "Dann steigt er die ganze Nacht über zu irgendwelchen Freiern ins Auto oder geht mit ihnen in Hotelzimmer mit Teppichböden."

"Dann macht aber die Wahl seiner Opfer wenig Sinn", entgegnete ich.

"Stimmt, aber wenigstens wäre das Fehlen von Samenflüssigkeit damit erklärt", argumentierte Marino. "Männliche Transvestiten sind Schwule, und die pflegen normalerweise keine Frauen zu vergewaltigen."

Patricia Cormwell: Ein Mord für Kay Scarpetta
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Konstanze
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« Antwort #2 am: 21. November 2006, 14:53:52 »

Egal - hier mal ein Schnipsel vom transgender-net. Werden sicher schon viele kennen, auch egal.

Ach je, auf die Vorurteile einer amerikanischen, mittelmässigen Krimiautorin gebe ich recht wenig
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Mitbewohner der KleiderschrankTrannyWG
Roxanne
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« Antwort #3 am: 21. November 2006, 15:32:09 »

Vorhin ist mir so durch den Kopf gegangen, daß wir eine ganz besondere Minderheit sind - eine, wo anscheinend der Rest der Welt das Recht (und die Pflicht hat) uns auszulachen.

Andere Minderheiten werden entweder gar nicht erkannt, streng geschützt durch Staat und Gesellschaftsmoral oder niemand traut sich darüber zu lachen.

Auf der Straße lacht keiner über den Schwulen, weil er ihn gar nicht erkennt.
Es würde niemand über einen Juden, Behinderten oder Zigeuner lachen, weil er gleich mit einem Verfahren oder öffentlichen Beschwerden rechnen muß.
Über eine Gruppe Baseballschläger schwingender Neonazis lacht auch keiner, weil er Angst hat.

Aber über eine Transe darf gelacht werden, da sagt keiner etwas. Sieht ja auch meist albern aus und so ein Weichling wird sich auch nicht wehren - ein einfaches Opfer um Überlegenheit zu zeigen.

Toll...   Undecided
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Konstanze
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« Antwort #4 am: 21. November 2006, 15:34:47 »

Sieht ja auch meist albern aus und so ein Weichling wird sich auch nicht wehren - ein einfaches Opfer um Überlegenheit zu zeigen.

Also, wenn ma dich mal sie Live sieht, dann glaub ich net, dass sich jemand traut dich als Opfer zu sehen.

Ich würd mich ja manchmal freuen, wenn jemand meint ich sei ein Opfertyp und will des gleich ausprobieren.
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madeleine_la_belle
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« Antwort #5 am: 21. November 2006, 15:36:34 »

Ich würd mich ja manchmal freuen, wenn jemand meint ich sei ein Opfertyp und will des gleich ausprobieren.

nee, glaub ich nicht.  Undecided
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Roxanne
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« Antwort #6 am: 21. November 2006, 15:42:09 »

Also, wenn ma dich mal sie Live sieht, dann glaub ich net, dass sich jemand traut dich als Opfer zu sehen.

Ja, sicher. Handgreiflich ist bei mir auch noch nie jemand geworden, aber dumme Sprüche habe ich auch schon "genug" gehört.
Meine Bemrkung war aber ganz allgemein gemeint, weniger speziell auf mich.
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« Antwort #7 am: 21. November 2006, 16:24:00 »

Die Grundproblematik:

Manche Menschen wissen es einfach nicht besser, da sie noch niemand aufgeklärt hat.

Die "falsche" Reaktion:

Auf Stur schalten, sich kaputt lachen und umdrehen und weggehen.

Die "richtige" Reaktion:
(außer bei gewaltbereiten Menschen)

Ruhig und sachlich aufklären, dass es durchaus sehr viele Grautöne auf dieser Welt gibt. Es gibt Schwule, die sich anziehen wie eine Frau und es gibt Hetero-Männer, die sich anziehen wie eine Frau. Es gibt vielleicht auch Hetero-Männer, die nur in Frauenkleidern dem männlichen Geschlecht zugeneigt sind.

Lasst sie doch einfach wissen, wie es um euch persönlich steht und was für eine Bandbreite an Ausprägungen dieser äußeren Erscheinungsform es gibt.

Aufklärung ist die beste Waffe Wink

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« Antwort #8 am: 21. November 2006, 16:35:56 »

Ruhig und sachlich aufklären, dass es durchaus sehr viele Grautöne auf dieser Welt gibt. Es gibt Schwule, die sich anziehen wie eine Frau und es gibt Hetero-Männer, die sich anziehen wie eine Frau. Es gibt vielleicht auch Hetero-Männer, die nur in Frauenkleidern dem männlichen Geschlecht zugeneigt sind.
Lobenswerter Ansatz, aber realitätsfern...
Wenn dir aus einer Gruppe Jugendlicher einer "Tunte" hinterherschreit, drehst du dich doch nicht um und guckst ihn nett an: "Du, ich würde das gern mal gewaltfrei mit dir ausdiskutieren..."

Das bringt nur etwas, wenn du die Gelegenheit hast, jemanden möglichst allein in einer Athmosphäre zu treffen, wo er bereit zum Reden und verstehen(!) ist. Wenn der selbst in einem Rollenverhalten gefangen ist, bringt das gar nichts. Vor seinen Kumpels erreichst du nichts.
Solche Gespräche, wie Konstanze sie hatte, sind da eine echte Chance. Jemand, der dich gezielt anspricht, zeigt wenigstens echtes Interesse.
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Bettina_Staal
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« Antwort #9 am: 21. November 2006, 16:39:08 »


Ach je, auf die Vorurteile einer amerikanischen, mittelmässigen Krimiautorin gebe ich recht wenig
[/quote]

@Konstanze
Nun adle die "Autorin" mal nicht mit dem Prädikat "mittelmäßig" -

,dass Du darauf nichts gibst, ist mir schon klar - nur u. U. dient so etwas als "Informationsquelle" für Menschen, die sich sonst nicht so viel Wissen aus Trans-Foren ziehen.
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« Antwort #10 am: 21. November 2006, 18:07:05 »

Ruhig und sachlich aufklären, dass es durchaus sehr viele Grautöne auf dieser Welt gibt.

Nun,

Erklärung ist das Eine, Erfahrung das Andere... Mein Vater etwa hat bei 'nem Schlampenfestbesuch mit seiner Frau erfahren, daß es eine Menge Grautöne gibt, was er in vielen Stunden Gespräch nicht gänzlich verstanden hatte... Meiner Mutter kann ich erklären, was ich will, für sie bin ich schwul.
Leider gibt's eben bestimmte Klischees und Vorurteile, die -jedenfalls in manchen Bevölkerungskreisen- schwer zu verändern sein werden. Was dazu treten könnte: Ein Teil der "Vorzeigetransen" in den Medien ist schwul (wer davon eigentlich nicht?), ein Teil der Transen mischt sich regelmäßig zu gegebenen Anläßen (etwa CSD) in die Menge, etc. pp.
Am Rande: Wir begegnen -je nachdem, ich etwa auch als langhaariger Mann- immer wieder irgendwelchen Schubladen, getranst kommt immer noch erschwerend hinzu, daß sich mit "uns" -und da gibt's auch erhebliche Unterschiedlichkeiten- kaum beschäftigt wird (warum auch?)...
Im kleinen Kreis erreichen Erklärungen bisweilen was... Darüber hinausgehend bleibt es schwer, noch dazu, wenn man an bestimmte -bisweilen (nicht nur uns gegenüber) recht unangenehm auftretende- Bevölkerungsteile denkt, die zumeist Sprachen -trotz deutschem Paß- untereinander pflegen, die man Tschuschisch nennen könnte... Aber da bin ich mittlerweile auch ein Stück vorurteilsbehaftet, womit ich beginne, mich im Kreise zu drehen...

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« Antwort #11 am: 21. November 2006, 18:22:38 »

Ich kann mich an eine Begebenheit im GMF Club in Berlin erinnern, (Gay Party mit einigen Drags und Transen).

Ich unterhielt mich mit einem Typen, der irgendwann meinte "Hey Du schaust ja garnicht nach Männern"... Ich erklärte mich und war fortan seine Hetero Diva.

Andere Geschichte auf einer Olivia Jones Party hatte eine Drag die Schwester dabei, die massenweise Männer "umdrehen" würde. Selbst auf typischen Gay Parties hätte sie immer mindestens einen an der Backe.
"Schau da nicht so hin, sonst schafft sie es auch bei Dir"
.... ähm ja gerne, das Mädel war süss.

Männer in Frauenkleidung scheinen also generell schwul zu sein... Allerdings wird sich arrangiert, wenn man es eben nicht ist. 
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« Antwort #12 am: 21. November 2006, 18:40:03 »

Wer antworten will...

Ich trau' mich 'mal zu behaupten sehr viele Transen in D und Ö zu "kennen" und habe auch mit einigen darüber gesprochen. Die, die wirklich 100% hetero (Biomann mit Biofrau) sind kann ich/man an einer gesunden Hand abzählen...non? 
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« Antwort #13 am: 21. November 2006, 18:48:10 »

also ich bekenne mich jetzt auch mal (wieder) dazu schon mehr als einmal nen schwanz genuckelt zu haben, auch unaufgetranst. gleichzeitig beantrage ich die verschiebung des threads in die geschlossene abteilung.  Wink
sicher, nicht alle transen sind schwul. fakt ist, es sind auch nicht alle hetero, wie meine vorrednerin schon ganz richtig meinte... und irgendwie ist es ja auch egal, es sei denn es ist nicht auszuhalten für ne hetero-transe als homo klassifiziert zu werden...
zum erklär-problemchen bei leuten: irgendwo hier hab ich es schon mal geschrieben, wenn man weggeht wird man uach mindestens einmal im laufe des abends angesprochen und muß dann ganz genau erklären wie das so ist mit den transen, im endeffekt all das was "wir" selbst so genau nicht wissen, woher das alles kommt un wohin das alles geht. aber darauf will ich gar nicht hinaus. irgendwann kommt auch ganz sicher die frage ob man das öfters gefragt wird. und ehrlicherweise sag ich dann: ja. jeden abend mindestens einmal. und plötzlich scheint den leuten klar zu werden daß diese fragerei ganz schön nerven kann. ist nicht so schlimm. ich nehm nen wodka-red bull... smile
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Roxanne
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« Antwort #14 am: 21. November 2006, 18:48:56 »

100% hetero

Wer ist schon 100% hetero?  Tongue
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