joey
Forennutzer/in
Offline
Beiträge: 90
Diese Person werd ich wohl nie sein-.-
|
 |
« am: 16. September 2008, 23:30:43 » |
|
Ich habe noch eine Frage... ka ob sie wichtig oder unwichtig ist. Wie bekommt man die ersten Frauenklamotten, ohne dass man schief an geguckt wird? Ich mein Frauen haben ja eine andere Körperform, daher kann man die eigene Männergröße nicht in Frauengröße "umrechnen". Da die Sachen gut passen sollen kommt daher eine Bestellung und Lieferung nicht in Frage. Folglich muss ich also in das Geschäft gehen den Kram anprobieren. Muss ich die Blicke wohl oder übel über mich ergehen lassen, oder sollte ich eher ²geschlechtsneutrale" Kleidung erstmal kaufen?
Und da schließt sich noch ne Frage an: Muss man im Alltagstest klare feminine Kleidung tragen? Oder kann man dort auch was neutrales tragen? Denn meines Wissens nach ist eine Frau nicht verpflichtet Röcke etc. zu tragen. Warum sollte es dann im Alltagstest anders sein?
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
Michela
Forennutzer/in
Offline
Beiträge: 164
|
 |
« Antwort #1 am: 17. September 2008, 00:36:18 » |
|
Hallo Joey, meine persönliche Meinung zum Kleiderkauf: "Halb so schlimm!" Selbst anfangs bei Einkäufen offensichlich als Mann gekleidet, waren die Verkäuferinnen durchweg freundlich. Auf Wunsch haben sie mich auch ausführlich beraten. Es gibt schon einen Thread zum Thema: http://www.transgender-forum.com/shopping/als_mann_frauenkleidung_anprobieren-t2429.0.htmlWenn du den Alltagstest ernst nimmst, wirst du dich vermutlich am liebsten so kleiden, wie du es auch später als Frau machen willst. (Oder wie du glaubst, dass du...  ) Hoffentlich sterben die altmodischen Psychiater langsam aus, die in ihren Therapiesitzungen auf dem Tragen von Röcken bestehen. Allerdings unterstützt feminine Kleidung dein Passing, weshalb ich von reiner Unisex-Kleidung abraten würde. Es wird eine ganze Weile dauern, bis du auch in Unisex von Fremden als Frau angesehen wirst. Liebe Grüße, Michela
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
DonnaBaby
Forennutzer/in
Offline
Beiträge: 86
|
 |
« Antwort #2 am: 17. September 2008, 08:27:51 » |
|
daher kann man die eigene Männergröße nicht in Frauengröße "umrechnen". Es gibt Maßtabellen (z.B. auf den Seiten von Versandhäusern) anhand derer Du Deine Konfektionsgröße bestimmen kannst. Das ist dann zumindest ein Anhaltspunkt, wenn Du in einen Laden gehst um Teile anzuprobieren. Da Männer normalerweise breitere Schultern haben, hast Du bei Oberteilen (Jacken, Blusen, Pullover etc.) eine größere Größe als für Röcke und Hosen.
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
DonnaBaby
Forennutzer/in
Offline
Beiträge: 86
|
 |
« Antwort #3 am: 17. September 2008, 08:56:06 » |
|
Und da schließt sich noch ne Frage an: Muss man im Alltagstest klare feminine Kleidung tragen? Oder kann man dort auch was neutrales tragen? Denn meines Wissens nach ist eine Frau nicht verpflichtet Röcke etc. zu tragen. Warum sollte es dann im Alltagstest anders sein?
Dass Du Röcke trägst, kann niemand verlangen, schon gar nicht in der kalten Jahreszeit. Aber es gibt auch feminine Hosen, Jeans mit Stickereien z.B.
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
brambles
|
 |
« Antwort #4 am: 17. September 2008, 09:25:03 » |
|
Aussuchen, & anprobieren ist in der Regel in den besseren Läden kein Problem, von Seiten des Personals, wie du aber von den anderen Kundinnen eines Pimkie oder so angeguggt wirst, das ist natürlich nix für schwache Nerven, die Girlies kichern ja schon wenn du als Kerl die Freundin auch nur in die Nähe der Dessous begleitest.
Unterwäsche anprobieren kann noch trickreicher sein als bei echten Frauen, Höschen geht aus hygienischen Gründen eh ned, BHs kann funktionieren, aber das würd ich erst probieren wenn du schon en femme in den Laden rein gehst. (ich wurd mal von einer Verkäuferin eines Esprit Unterwäsche Ladens ausdrücklich aufgefordert, den BH zu probieren, den könne ich doch nicht einfach so mitnehmen.) Unterwäschenbasics gibts aber beispielsweise bei Tchibo teilweise so günstig, da kann man sich schon mal nen Fehlkauf leisten. In Deutschland ists allerdings einfach, die Unterbrustweite für einen BH messen kannst auch als Männlein. (In anderen Ländern wird die Weite über die Brustwarzen gemessen, was bissi schwierig ist, wenn die Füllungen ohne BH ned halten. Ein französicher 90A ist ein deutscher 80A, so ungefähr) Manchmal gibts für BH auch Verlängerungen die man in den Verschluss einhaken kann, sieht aber weder gut aus, noch bringts die Brüste vorne auseinander
Beim ersten "Satz" an Kleidung ist Versandhaus gar nicht mal so schlecht, denn eine Bluse oder ein enger Pulli sitzen nur dann gut, wenn du auch den BH entsprechend gefüllt hast. Das heißt die Passform ist mal schnell in der Umkleidekabine nicht zu beurteilen. Und einen Rock, bei dem ich in der Umkleide noch die Herrensocken anhatte, (plus evtl. auch haarige Waden) den hab ich aus ästhetischen Gründen auch noch nie kaufen mögen.
Bei jedem Versandhaus hast du auch die Möglichkeit, alles kommentarlos zurückzugeben. Praktisch ist es also, beispielsweise ein Teil, das wirklich gut sitzen muss, probeweise in zwei Größen zu bestellen, und eins davon zurückzusenden. Ist einfach möglich und wird oft und gerne gemacht. manche Häuser möchten dazu allerdings einen Versandkostenanteil berechnen, ein paar € meistens. Fast immer liegt der Lieferung ein Rücksendeschein bei. Das falsche teil zurück in den Karton, Rücksendeschein drauf und ab zur Post (wenns denn eine gibt in Deiner Nähe)
Die Maßtabellen in den Katalogen sind wirklich klasse, und stimmen auch.
Ich hab allerdings auch von einem Fall gehört, wo der heine Versand einen Taillenformer (eine art Soft-Korsett) in der Klarsichthülle ausgeliefert hat, und das Paket beim Nachbarn abgegeben wurde. Ein Outingeffekt war also inbegriffen.
Ich kaufe Blusen gerne mit Streeeeeetch, weil sie dann, wenn sie gut sitzen, auch noch ermöglichen dass ich mich bewege. Hüten muss man sich aber dabei vor dem Wurstpelleneffekt, jede freut sich wenn sie in einen 38er passt, was technisch geht, ästhetisch aber vielleicht ned so prickelnd ist.
Zu deiner anderen Frage, bei Gutachtern kann es förderlich sein, sich nicht extrem, aber doch betont weiblich zu kleiden, liegt aber wirklich an den einzelnen Fachmenschen. Ich kenn einen, bei dem die zu Begutachtenden nur zum Gutachter im Rock und Heels gehen, sonst nie. Dreinreden will und soll ich da nicht, wenn Du weißt was Du willst, tu alles was nötig ist es zu kriegen. Also frag zum Beispiel bei einer SHG, wie die jeweils Beauftragten zu nehmen sind. Wenn Du unsicher bist, und dann bist eigentlich viel zu früh beim Gutachter) dann sei authentisch, und geh auch ned zur SHG.
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
"Je suis totalement obsédée, Doucement s'il te plait" Smoke City, 2005
|
|
|
DonnaBaby
Forennutzer/in
Offline
Beiträge: 86
|
 |
« Antwort #5 am: 17. September 2008, 09:40:08 » |
|
Ich kenn einen, bei dem die zu Begutachtenden nur zum Gutachter im Rock und Heels gehen, sonst nie.
Ob das mit den Heels so gut ist? Da sollte man sich schon im eigenen Interesse tatsächlich im Vorfeld über den Gutachter informieren. Absätze, die höher als 8 cm sind, würde ich nun nicht mehr als "Alltagskleidung" bezeichnen. Ein seriöser Gutachter würde da schon in Richtung Fetischismus spekulieren, wenn man da als "DWT-Nutte", "Zweilochstute" - oder was es da alles gibt - aufkreuzt.
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
cvetoslava
|
 |
« Antwort #6 am: 17. September 2008, 11:12:47 » |
|
Wenn Du unsicher bist, und dann bist eigentlich viel zu früh beim Gutachter) dann sei authentisch, und geh auch ned zur SHG.
Hi Brambles, gerade der einsame Single-TV ist da im Höchstmaß gefährdet. In der SHG erfährt er das erste Mal Gemeinschaft; der Weg zur Op ist dann quasi vorgezeichnet. LG Cveta
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
  Extra Gottingam non est vita, et, si est, non est ita.
|
|
|
|
brambles
|
 |
« Antwort #7 am: 17. September 2008, 13:18:33 » |
|
Ich kenn einen, bei dem die zu Begutachtenden nur zum Gutachter im Rock und Heels gehen, sonst nie.
Ob das mit den Heels so gut ist? Da sollte man sich schon im eigenen Interesse tatsächlich im Vorfeld über den Gutachter informieren. Absätze, die höher als 8 cm sind, würde ich nun nicht mehr als "Alltagskleidung" bezeichnen. Ein seriöser Gutachter würde da schon in Richtung Fetischismus spekulieren, wenn man da als "DWT-Nutte", "Zweilochstute" - oder was es da alles gibt - aufkreuzt. ey, da gugg... Danke für die Blumen. Ich hab auch Schuhe unter 8 cm. Ich geh aber auch nicht zum Gutachter. Und ich trag Heels und Röcke und Makeup nur zu besonderen Gelegenheiten. Heels sind bei mir alles über 3 cm. Ich meinte damit eindeutig definierte Damenschuhe, mit Blümchen, Spangen und was es so alles gibt. Im gegensatz zu Herren-Skaters, die man halt trägt weils Damenmodelle in pink nur bis Größe 40 gibt. Und der von mir gemeinte Gutachter, den ich allerdings nur von Berichten Betroffener kenne, steht aber tatsächlich auf "selbstbewußt", fast agressiv weiblich auftretende TS, die genau dann eine harte Stunde (sch.. wie das klingt) bei ihm hatten, wenn sie in Alltagskleidung kamen. Und die Optik spielt bei ihm auch eine Rolle, da er mit Kennerblick die Gesichtsform auf die zukünftige Gesamterscheinung abchecken kann. (klar spielt das eine Rolle, aber hat das was mit dem Gutachten zu tun? Wenn jemand bessere Chancen hat, schon früh als Frau durchzugehen, als andere?) "DWT-Nutte" und "Zweilochstute" sind meines Wissens aber Wörter die in der Gedankenwelt und dem Wortschatz eines Gutachters nicht vorkommen. Da heißt das fetischistischer Transvestismus. Die mir bekannten Therapeuten und Gutachter haben sich auch mit der Szene, und damit deren Begrifflichkeit, kaum befaßt. Gott sei Dank muss man fast sagen. Was anders wären natürlich unerfahrene Therapeuten, die sich die Gefühlswelt einer TS mit einer google-Suche nach "transe" erschließen. Aber die begutachten nicht, meines Wissens. Da ich das alles aber nur aus zweiter Hand weiß, kann gut sein dass ich das mißverstehe, und das outfitabhängige Verhalten das Gutachters nur vom Masochismus der DWT-Stuten in deren subjektiver Wahrnehmung in den Pferdeköpfchen erzeugt wurde. (oder warens die Stuteneier mit denen die denken?)
|
|
|
|
« Letzte Änderung: 17. September 2008, 13:29:02 von brambles »
|
Gespeichert
|
"Je suis totalement obsédée, Doucement s'il te plait" Smoke City, 2005
|
|
|
|
brambles
|
 |
« Antwort #8 am: 17. September 2008, 13:25:59 » |
|
... gerade der einsame Single-TV ist da im Höchstmaß gefährdet. In der SHG erfährt er das erste Mal Gemeinschaft; der Weg zur Op ist dann quasi vorgezeichnet.
jepp, ein fieser Effekt der Gruppendynamik. Er ist dann Mitglied der Gemeinschaft, wenn er sich an die Gedankenwelt anpasst. Die richtigen Wörter benutzt, die richtigen Dinge sagt, so lange bis er nur noch die richtigen Dinge denkt. So richtig funktioniert das, wenn er sich von seinem bisherigen sozialen Netzwerk, falls er je eines hatte, abnabelt. Nicht mißverstehen, das passiert natürlich nicht absichtlich. Aber es passiert einfach durch das Bedürfnis, sich anzupassen, Stallgeruch zu teilen, und auch das Bedürfnis der anderen, zu helfen, es dem Neuen leichter zu machen, ihm zu helfen Fehler zu vermeiden, und dadurch andere Optionen verdecken.
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
"Je suis totalement obsédée, Doucement s'il te plait" Smoke City, 2005
|
|
|
DonnaBaby
Forennutzer/in
Offline
Beiträge: 86
|
 |
« Antwort #9 am: 17. September 2008, 14:19:38 » |
|
Ich meinte damit eindeutig definierte Damenschuhe, mit Blümchen, Spangen und was es so alles gibt. Im gegensatz zu Herren-Skaters, die man halt trägt weils Damenmodelle in pink nur bis Größe 40 gibt.
Das ist ja auch ok. Zu solchen Schuhen kann man dann auch eine Jeans tragen, ohne dass es unisex wirkt. Natürlich sollte ein Gutachter nicht nur aufgrund der Kleidung sein Gutachten erstellen. Aber Kleider machen Leute. Alltagstest heißt eben auch, der Situation angemessen gekleidet zu sein. Wenn ich mich irgendwo um einen Job bewerbe, ziehe ich was anderes an, als wenn ich eben mal schnell in den Supermarkt gehe. Der Termin beim Gutachter ist eben ein wichtiger Termin - ob einem das gefällt oder nicht. Deshalb sollte man da auch angemessen - und das heißt dann eben auch feminin - gekleidet sein. Ein bisschen Make-Up schadet nie. Übertrieben oder allgemein unvorteilhaft sollte es aber auch nicht sein. Es kommt eben auf das Gesamtbild an. Auch in einer Hose kann man feminin aussehen. Deshalb glaube ich diese Geschichten, dass jemand deswegen ein negatives Gutachten bekommen hätte, nicht. Da müssen noch ein paar andere Faktoren, wie z.B. Wollsocken, Birkenstockschuhe und Schlabbersweatshirt dazu gekommen sein.
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
sophia
Forennutzer/in
Offline
Beiträge: 680
|
 |
« Antwort #10 am: 17. September 2008, 15:42:14 » |
|
[ jepp, ein fieser Effekt der Gruppendynamik. Er ist dann Mitglied der Gemeinschaft, wenn er sich an die Gedankenwelt anpasst. Die richtigen Wörter benutzt, die richtigen Dinge sagt, so lange bis er nur noch die richtigen Dinge denkt.
So richtig funktioniert das, wenn er sich von seinem bisherigen sozialen Netzwerk, falls er je eines hatte, abnabelt.
... und wenn man zwei Netzwerke hat, wird man womöglich zwischen beiden hin- und hergezogen und zwischen ihnen zerrieben. Selbst mit zwei Netzwerken (eines sagt, mach es, das andere: Um Gottes Willen, mach es nicht) sagt mir keiner, was absolut und objektiv richtig und gut für mich ist...
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|
brambles
|
 |
« Antwort #11 am: 17. September 2008, 15:53:54 » |
|
... und wenn man zwei Netzwerke hat, wird man womöglich zwischen beiden hin- und hergezogen und zwischen ihnen zerrieben. Selbst mit zwei Netzwerken (eines sagt, mach es, das andere: Um Gottes Willen, mach es nicht) sagt mir keiner, was absolut und objektiv richtig und gut für mich ist...
das kenn ich. ganz genau das kenn ich. wobei das zweite ein Mininetzwerk ist, bestehend aus 5 personen, deren eine sehr stark gegenarbeitet. und das erste, da ich dessen Gefahr kenne, halt ich mich so fern es geht davon. die Attraktion bleibt trotzdem, daher überleb ich, wie die Motte am Licht, solang ich mir nicht die Flügel verbrenn.
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
"Je suis totalement obsédée, Doucement s'il te plait" Smoke City, 2005
|
|
|
joey
Forennutzer/in
Offline
Beiträge: 90
Diese Person werd ich wohl nie sein-.-
|
 |
« Antwort #12 am: 17. September 2008, 20:28:49 » |
|
Danke für die Tips, und sry dass ich nicht die Suchfunktion genutzt habe *schäm* Ich hab mehr oder weniger genaue Vorstellung von dem was ich als Frau tragen würde und möchte, und das schließt nunmal bei mir Röcke und High Heels meistens aus. Mir hat halt mal wer von nem Gutachter erzählt der verlangt hat, dass für den Alltagstest Röcke getragen werden müssen usw. Daher wollt ich halt mal fragen, wie das wirklich so aussieht... Ich denke nämlich, dass ein Gutachter, nur weil eine Person keine Röcke tragen will (weil sie der Person nicht gefallen oder aus sonstigen Gründen) kein negatives Gutachten ausstellen darf, bzw. die Person beim Alltagstest "durchfallen" lassen darf. Es ist mir natürlich klar, dass ich im Alltagstest nicht unbedingt in gammeligen Jeans, Schwabbelpulli usw. oder im Unterhemd durch die Straßen laufen sollte. Aber das will ich auch nicht. Feminine Hosen usw. hatte ich eigentlich auch in Betracht gezogen, und mit "geschlechtsneutraler" gemeint... ist wohl unglücklich formuliert gewesen.
|
|
|
|
|
Gespeichert
|
|
|
|
|