Was sagen eigentlich die Frauenbeauftragten - ääh Gleichstellungsbeauftragten - zu dieser Toilettenfrage ?
Wieso sollten die was dazu sagen?
Hallo, Jula!
Schließlich ist die Trennung der öffentlichen Toiletten in m und w eine Angelegenheit, die sich an dem Geschlecht orientiert. Über geschlechtsorientierten Angelegenheiten und damit vermöglicherweise geschlechtspezifisch verbundene Benachteiligungen machen sich doch viele Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Gedanken. Oder etwa nicht?
LG Inga
Das denk ich aber auch. Zumindest hoffen das viele Frauen.
Bei 2. (Arbeitsplatz / Berufsausbildung) weiß ich, daß dies schon länger ein Thema ist, das in Gewerkschafts- + und (feministischen) Politik-Kreisen bisweilen erörtert wird. (Natürlich gemessen an seiner eigentlichen Bedeutung nicht gerade täglich, aber doch immer wieder an den passenden Stellen)
Das Thema Unisex-Toiletten hingegen ist - wie auch die damit verbundene T-spezifische Frage - nicht so sehr verbreitet in der (interessierten Fach-) Öffentlichkeit.
Wohingegen das Thema T* im Allgemeinen durchaus gelegentlich das Interesse von Gleichstellungsbeauftragten wecken kann. So habe ich z.b. voriges Jahr die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aue um Zusendung einer Broschüre zum Thema "Gewalt gegen Frauen" gebeten.
Dabei habe ich sie auch gefragt, wie sie das mit Gewalt gegen transsexuelle und zwischengeschlechtliche Menschen in der Öffentlichkeit sähe. Und da ist sie gleich darauf angesprungen und wollte mich mal persönlich treffen. Bei diesem Treffen (in ihrem Büro im Rathaus) hat sie dann gesagt, daß sie ja keine Ahnung von diesem Thema hätte, und hat sich z.B. erkundigt, wie man TS + TG "politisch korrekt" anspricht. Und ob ich wüßte, wie viele es davon ungefähr in der Stadt oder im Kreis gibt.
Wir hatten ein sehr anregendes Gespräch über dies und das. Am Schluß habe ich ihr noch ein paar I-Netz-Verweise gegeben. Da war sie ziemlich dankbar für. Will sie sich auf ihrem Dienstrechner im Rathaus mal ansehen.

Außerdem hat sie gemeint, daß sie froh wäre, daß sie jetzt eine Ansprechpartnerin hätte zum fragen, wenn ihr das Problem mal in ihrer Funktion über den Weg liefe.
Es gibt also durchaus die Hoffnung, daß sich auch gelegentlich öffentlich bestellte Gleichstellungsbeauftragtre für Frauenfragen für die T*-Thematik mehr oder weniger zuständig fühlen. Und in Großbetrieben wird sowas wahrscheinlich schon öfter vorgekommen sein, wenn in einem Betrieb mal die Transition einer TS vorgekommen ist. Was Wunder, hat ja auch irgendwie etwas mit Geschlecht zu tun, oder nicht? (Beispiele im Netz müßte ich allerdings erst mal wieder raussuchen. Ich glaube bei tg-net.de und bei tg.at gabs da schon was.)
Es kommt nur darauf an, daß wir auf die entsprechenden Leute auch zugehen, wenn ein konkreter Anlaß dazu ist. EinE eigeneR GleichstellungsbeauftragteR für TG + Gleichgeschlechtliche, wie bereits in (mindestens 2) Bezirksmagistraten in Wien vorhanden, ist für die meisten kleineren Städte und ländliche Landkreise wahrscheinlich ein paar Nummern zu groß. Aber eine Unterstützung von bestehenden Gleichstellungsstellen für Frauen unsererseits wäre vielleicht schon sinnvoll und auch machbar.
Liebe Grüße
Triona