Hallo Jula,
also ich finde Deine Forschungs-, Recherche- und Übersetzungsaktivitäten grandios. Hier hast Du ein schönes Fundstück zur Diskussion gebracht - einen kleinen "Kinsey-Report" über Transgender: Den Coleman-Report.
Ich habe den Bericht mal kurz überflogen und finde viele meiner Beobachtungen bestätigt. Es sind mir aber auch neue Zusammenhänge bewußt geworden. Gerade die breit angelegte Darstellung der Ergebnisse finde ich sehr informativ.
Auch die Intention des Textes kann ich nur befürworten: Männern Mut zu machen, ihre Gefühle zu leben.
Ich glaube auch, daß die höhere Lebenserwartung der Frauen darauf zurückzuführen ist, daß sie ihren Streß durch ihre Emotionalität und Mitteilungsfreude besser bewältigen können. Männer fressen zuviel in sich hinein. Zudem leben Frauen eher im Einklang von Körper, Geist und Seele. Mit Körperlichkeit und Seele haben gerade Männer ein Problem.
Ursache hierfür sind die
gesellschaftlichen Erwartungen an die Männer-Rolle - ein krankhaftes Konstrukt:
Männlich ist, wer ... Ein guter Mann ist, wer ...
Ich habe damit ein riesen Problem: Man kann nicht alle Menschen mit einem XY-Chromosom unter einen Hut stecken. Menschen sind keine Monokultur, so etwas läuft in Richtung Gleichschaltung und hat totalitäre Züge.
Ich halte auch die obige Diskussion für unnötig: Leben und leben lassen ... Hey Mädels, das Leben ist bunt.
Gute Männer kommen nach Walhalla an Odins Tafel (den Helden-Himmel), böse kommen überall hin! 
Die Frauen haben gelernt, böse zu sein. Die Männer noch nicht!!!
Das wird aber jetzt langsam Zeit:
Wer bestimmt denn die gesellschaftlichen Erwartungen? - Die Gesellschaft!
Wer ist die Gesellschat? - Wir sind die Gesellschaft!
Wer sind wir? - Wir sind, was wir sind - und das ist auch gut so!!!Daher raus aus den 4 Wänden, rein ins Leben - das Leben ist draußen!!!
Nur wenn wir raus gehen, können wir etwas in der Gesellschaft bewegen - transformieren
,
Beispiel für andere geben und ihnen Mut machen, zu sich zu stehen sowie
Unwissende informieren und zum Nachdenken bewegen.(Ich glaube, ich trete doch noch in die ALT-Partei ein

)
Ich finde, unserer Gesellschaft steht ein großer Wandel bevor, bzw. wir sind schon mitten drin. Individuelle Lebensstile treten immer mehr in den Vordergrund. Familiäre Strukturen lösen sich immer mehr auf. Die Nationalstaaten verlieren angesichts global agierender Firmen und Netzwerke immer mehr an Bedeutung.
Das Internet und der damit verbundene Informationsfluß sind Katalysatoren dieser Entwicklungen.
Was kommt am Ende dabei raus:
Keine Ahnung, aber Kapitalismus (individueller Eigensinn) und Sozialismus (Negierung des Individuums) haben ausgedient.
Globale kollektive Vernetzungen von Individuen im Rahmen einer globalen sozialen Marktwirtschaft wären ein interessanter Ansatz.
In einer Weltgesellschaft der
Menschen mit all ihren unterschiedlichen individuellen Lebensstilen würde der "Transgender Lifestyle" bestimmt als eine von vielen möglichen individuellen Ausdrucksarten akzeptiert sein.
Ich betone hier das Wort Menschen, weil die Kategorien Mann und Frau gesellschaftlich konstruiert wurden und lange für die Unterdrückung der einen Hälfte der Menschheit herhalten mußten. Aber im Grunde genommen sind wir alle Menschen, nur darauf kommt es wirklich an.
Coleman schätzt, daß 10% der Männer zum Transvestitismus (allgemein gesagt) neigen - ich glaube, wir sind viel mehr!
Also, raus mit euch!!!Späte Grüße von der visionisierenden und utopiesierenden und daher erst recht Mut machenden
Maya
