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anja-w
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« Antwort #17 am: 07. Mai 2008, 13:21:18 » |
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Hallo in die Runde,
zum Thema fällt mir ein: die Stärke der Anti-TransvestitInnen ist die Schwäche der Transvestiten. Die TSen, die einen schwerwiegenden Eingriff (weniger medizinisch als in ihrer sozialen Position) abzuwickeln haben / hatten, müssen hierfür ideologisch standfest sein und ihre Position sicher zu vertreten wissen (nicht zuletzt gegenüber sich selbst). Diese Notwendigkeit besteht NICHT für uns Transen, die wir auf besagte Eingriffe verzichten: wir haben / behalten immer den Rückzugsraum der Normaloexistenz. Von dieser Situation haben sie die TSen definitiv verabschiedet: dass sie diesen Abschied in aller Rigidität und Ideologie verabsolutieren, ist letztlich eine Selbstverständlichkeit. Besonders, wenn sie sich von der Öffentlichkeit ihre OP finanzieren lassen, müssen ihre Argumente besonders hieb- und stichfest und über jeden Zweifel erhaben sein.
"Einfache" Transen hingegen haben keinen Druck, sich mit Legitimation und Ideologie auszustatten und sind in diesen Punkten vergleichsweise luschig. Deshalb ist es ein ganz "natürlicher" Vorgang, wenn sie von TSen ihr Fett weg bekommen..
Zwar halte ich ihren Weg tendenziell für einen Irrtum; aber sie sind in ihrem Irrtum konsequent und schlagkräftig. Ausserdem haben sie den gesellschaftlichen Mainstream im Rücken. Wir mögen auf der richtig(er)en Spur sein; wir sind jedoch wenig überzeugend. Da liegt aus meiner Sicht die Crux.
Dass jemand zu dem, was wir treiben, sagen könnte "das ist ja cool! das will ich auch.." ist nicht besonders wahrscheinlich (ausser er/sie hätte schon für sich festgestellt, dass ihn TV-Anwandlungen nicht loslassen).
Solange das nicht so ist, besteht in der Öffentlichkeit der Eindruck, hier sei etwas verunglückt. Dies wird sich erst dann ändern, wenn man an dem Punkt ankommt zu erklären, die TV-Existenz sei gut, richtig und wichtig, und das ggf. offensiv, so wie es richtige Drag Queens tun. Bis dahin bewegt man sich in einem "halbgaren" Bereich, in dem man sehr angreifbar ist - was von anderer Seite (u.a. den TSen & Co.) gern ausgebeutet wird "wir sind die Richtigen / Normalen und ihr seid neben der Spur" um sich dabei selbst auf die Schulter klopfen zu können.
Dieser Konflikt / dies TV-Bashing wird solange stattfinden, bis sich die Transen sicheren Boden unter den Füßen (argumentativ, ideologisch) und damit unbestreitbares Selbstbewusstsein erkämpft haben; danach werden solche Angriffe lächerlich und wirkungslos sein. Dass einzelne von uns, wie Zoe und besagte Drag Queens diesen Punkt bereits erreicht haben, macht es für sie leichter, erspart aber der großen Mehrzahl unter uns nicht, die ideologische Auseinandersetzung und Klärung bis zum besagten Punkt weiterzuführen.
Grüsse - Anja
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