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Autor Thema: Kinofilm 'XXY'  (Gelesen 1104 mal)
Anne2001
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« am: 26. Juni 2008, 20:55:13 »

hier ein vll für euch auch interessanter film, der mir in der humangenetik von meinem prof empfohlen wurde...; ich setzte mal rein, was er schrieb:

Ab dem 26.06. ist in deutschen Kinos ein nach m.W. sehr beeindruckender Film zur Intersexualität zu sehen. Der Film mit dem irreführenden Titel "XXY" schildert
die Lebensphase von "Alex", die aufgrund einer Störung der Geschlechtsdifferenzierung (evtl. Adrenogenitales Syndrom oder partielle Androgeninsensitivität) zwischen beiden Geschlechtern steht. Nach den mir bekannten Besprechungen sehr lohnenswert.

Das Thema der Geschlechtszugehörigkeit bei Intersexualität und der damit verbundenen Handlungsoptionen wird zwischenzeitlich in der Medizin etwas differenzierter gesehen als noch vor wenigen Jahren.

In den Kinos in Halle bisher nicht angekündigt. In Leipzig zu sehen in den Passage Kinos, Hainstr. 19a (Bahnhofsnähe).


Auszug einer Filmbesprechung:

«XXY»: Bewegendes Pubertätsdrama
Einsam läuft sie am Strand entlang, versteckt sich in den Dünen, scheint Angst vor jeder Begegnung zu haben. Die 15- jährige Alex (Ines Efron) ist anders als ihre Freunde und Freundinnen.

Sie steht zwischen den Geschlechtern, ist von Geburt an Frau und Mann zugleich. Um Gerüchte zu vermeiden, sind ihre Eltern mit ihr von Buenos Aires an die karge Küste nach Uruguay gezogen. Dort bekommt die Familie Besuch von Freunden, einem Chirurgen mit seiner Frau und dem 16-jährigen Sohn Alvaro. Dieser weckt bald das Interesse von Alex. Kann man sich verlieben, wenn man nicht auf ein Geschlecht festzulegen ist? Davon handelt der mehrfach preisgekrönte Debütfilm «XXY» der argentinischen Regisseurin Lucia Puenzo.

Es ist ein einfühlsames, behutsames Porträt einer Intersexuellen, die sich nicht länger dem Diktat des vermeintlich Normalen beugen will. Schon lange hat Alex die Medikamente abgesetzt, die ihre «Vermännlichung» hemmen sollen. Man könnte sie auch operieren lassen, ihre Mutter hat mit dem Gedanken gespielt und deswegen den Chirurgen kontaktiert. Aber die 15-Jährige steht zu ihrer doppelten Identität, will sich nicht länger verstecken oder gar verstümmeln lassen.

Puenzos Pubertätsdrama kommt keineswegs als medizinische Fallstudie über das sogenannte Adrenogenitale Syndrom (AGS) daher. Vielmehr erzählt es in sorgfältig komponierten Bildern eine bewegende Geschichte über das Erwachen der Gefühle und die Entdeckung des eigenen Körpers. Dabei kann sich die Regisseurin ganz auf ihre hervorragenden Schauspieler verlassen.

Ines Efron in der Hauptrolle zeigt mit großer Intensität die Sehnsucht eines jungen Menschen nach Liebe und Anerkennung. Martin Piroyansky gibt überzeugend den scheuen Alvaro, der sich tastend in den dunklen Zauberwald der Begierden wagt. Ganz stark ist der südamerikanische Superstar Ricardo Darin als Vater von Alex. Der wortkarge, bisweilen mürrische Meeresbiologe steht zu seiner Tochter, verteidigt sie gegen alle Angriffe, wenn es sein muss auch mit seinen Fäusten. Einmal nennt er Alex «meinen Sohn».

Eine weitere Hauptrolle spielt die faszinierende Küstenlandschaft Uruguays mit ihren endlosen Stränden. Es ist eine karge, düstere und fast menschenfeindliche Szenerie. Und doch ist sie ein wunderschöner Schauplatz für diese Love Story der etwas anderen Art.
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christina
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« Antwort #1 am: 27. Juni 2008, 06:58:53 »

Läuft auch in Tübingen im Kino "Arsenal" um 20:30. Und ich werd ihn mir vsl. nächsten Mittwoch anschauen, nachdem mich gestern eine Freundin drauf gebracht hat Smiley

Hier noch die Homepage zum Film: http://xxylapelicula.puenzo.com/main.html
Einen Trailer kann frau hier anschauen: http://www.tagblatt.de/kino/trailer/35670518/XXY/eHh5LmZsdg==

Liebe Grüße,
Christina
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Eines Tages werde ich mich fragen, ob ich MEIN Leben gelebt habe, oder eines, was andere von mir erwartet haben.
cvetoslava
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mala djevojka

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« Antwort #2 am: 27. Juni 2008, 12:47:15 »

Aber die 15-Jährige steht zu ihrer doppelten Identität, will sich nicht länger verstecken oder gar verstümmeln lassen.


Folgt genau der Ideologie der IS: Die Geschlechtsidentität habe dem Körper zu folgen. Eingriffe seien unethisch. Ich betrachte es mal ganz einfach als eine Leugnung der Existenz und Existenzberechtigung von TS.
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« Antwort #3 am: 27. Juni 2008, 13:21:48 »

Aber die 15-Jährige steht zu ihrer doppelten Identität, will sich nicht länger verstecken oder gar verstümmeln lassen.


Folgt genau der Ideologie der IS: Die Geschlechtsidentität habe dem Körper zu folgen. Eingriffe seien unethisch. Ich betrachte es mal ganz einfach als eine Leugnung der Existenz und Existenzberechtigung von TS.
Das würde ich nicht sagen. Sie fühlt BEIDES in sich, eine männliche und eine weibliche Seite. Die Hauptfigur ist keine TS, sie fühlt sich nicht im falschen Geschlecht, sondern ist von Geburt an beiden Geschlechtern zugehörig und sucht einen Weg, damit umzugehen. Sie will meiner Meinung nach weder eindeutig Mann, noch eindeutig Frau sein. Und da wird an keiner Stelle die Existenz(berechtigung) von TS verleugnet. Wie kommst du darauf?

Ich möchte mir den Film auch noch ansehen, habe gestern davon im Radio gehört und er ist bestimmt sehr interessant.
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cvetoslava
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mala djevojka

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« Antwort #4 am: 27. Juni 2008, 13:36:03 »

Sie will meiner Meinung nach weder eindeutig Mann, noch eindeutig Frau sein. Und da wird an keiner Stelle die Existenz(berechtigung) von TS verleugnet. Wie kommst du darauf?

 

Der Körper dieses Menschen ist zweideutig, also folgt auch das Denken dieser Zweideutigkeit. Der Film wird von IS-Agitatoren missbraucht, um TS als geistesgestört hinzustellen, weil diese sich über ihre Körperlichkeit stellen.

Ich bin der überzeugung, OPs auf eigenen Wunsch bei allen zuzulassen, egal ob Is oder TS.

Der Körper bestimmt eben nicht immer die Geschlechtidentität, häufig ist es umgekehrt, sonst hätten wir unser Forum hier nicht.
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« Antwort #5 am: 27. Juni 2008, 15:27:37 »


Ich bin der überzeugung, OPs auf eigenen Wunsch bei allen zuzulassen, egal ob Is oder TS.

Ja, aber die Hauptfigur WILL doch gar keine OP... Undecided Oder steh ich hier irgendwie auf dem Schlauch? Huh
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Anne
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« Antwort #6 am: 27. Juni 2008, 21:43:03 »


Der Körper dieses Menschen ist zweideutig, also folgt auch das Denken dieser Zweideutigkeit. Der Film wird von IS-Agitatoren missbraucht, um TS als geistesgestört hinzustellen, weil diese sich über ihre Körperlichkeit stellen.

Ich bin der überzeugung, OPs auf eigenen Wunsch bei allen zuzulassen, egal ob Is oder TS.

Der Körper bestimmt eben nicht immer die Geschlechtidentität, häufig ist es umgekehrt, sonst hätten wir unser Forum hier nicht.

Ich habe den Film noch nicht gesehen, werde das aber ganz sicher noch tun. Mir ist aber wichtig, dass IS und TS sich in einem zentralen Punkt unterscheiden: Während IS ihren (uneindeutigen) Körper in der Regel voll akzeptieren und meist ein Leben zwischen den Geschlechtern suchen und medizinische Eingriffe, die sie in ihrer Kindheit oft ohne ihr Wissen über sich ergehen lassen mussten und heute als Körperverletzung betrachten, ablehnen, akzeptieren TS ihren Körper nicht, sondern streben eine Angleichung an ihr Wunschgeschlecht durch medizinische Eingriffe an. Auch wenn IS und TS oberflächlich gesehen viele Gemeinsamkeiten haben, so unterscheiden sie sich doch bei näherer Betrachtung sehr deutlich. Deshalb gibt es auch nur wenig Kommunikation zwischen beiden Gruppen und viele Missverständnisse.

Deine (Cvetoslavas) heftigen Angriffe gegen IS sind daher Ausdruck dieses mangelhaften Verständnisses.

Anne
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cvetoslava
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mala djevojka

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« Antwort #7 am: 28. Juni 2008, 13:35:24 »

Deine (Cvetoslavas) heftigen Angriffe gegen IS sind daher Ausdruck dieses mangelhaften Verständnisses.



@Anne

Ich gebe nur weiter, was mir gesagt wurde. Wenn ein Partner einer IS sagte, er könne mit einer TS nicht zusammen sein, während seine Partnerin Stimme und Aussehen einer TS habe, finde ich das zum Kotzen.

LG Cveta
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« Antwort #8 am: 29. Juni 2008, 10:26:49 »


Ich gebe nur weiter, was mir gesagt wurde. Wenn ein Partner einer IS sagte, er könne mit einer TS nicht zusammen sein, während seine Partnerin Stimme und Aussehen einer TS habe, finde ich das zum Kotzen.


Aber das ist nur ein persönliches Erlebnis und hat nichts mit dem Film zu tun. Ich sehe da zumindest keinen Zusammenhang.
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« Antwort #9 am: 09. Juli 2008, 10:34:32 »

gestern gesehen - schöner film - bewegend - gut umgesetzt - gute schauspieler - schönes (weil offenes) ende
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cvetoslava
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mala djevojka

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« Antwort #10 am: 09. Juli 2008, 12:56:39 »

Hi,

habe ihn am Sonntag in Münster/Westfalen gesehen. Ist sehenswert und lässt alles offen.

LG Cveta
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