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Autor Thema: Bundesregierung feuert Transsexuelle  (Gelesen 857 mal)
Die Sara
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« Antwort #15 am: 03. Mai 2008, 23:04:31 »

Ich kann Jenni in allen Punkten nur zustimmen!!!
Ganz unabhängig von Thema TG (ich sage bewusst TG und nicht TS), sollte man meiner Meinung nach nicht leichtfertig seinen Job auf's Spiel setzen, wenn man noch keinen anderen in Aussicht hat. Wenn es einen dort nicht mehr hält - egal aus welchen Gründen - wäre es doch unklug, dem AG Gründe für eine Kündigung zu liefern. Das könnte dann auch bei der Bewerbung um einen neuen Job als Unzuverlässigkeit (oder was auch immer) ausgelegt werden. Besser wäre es doch sich parallel nach anderen Jobs umzusehen und dann aus der Position der Stärke heraus zu kündigen.
Die Sache mit dem Proxy-Log (dort werden alle Web-Besuche am Arbeitsplatz gespeichert (das Löschen des Cache auf dem eigenen PC hat keinen Einfluss darauf)), die Ronja angesprochen hat, kann tatsachlich letztlich zur Abmahnung bzw. Kündigung führen. Ganz abgesehen davon, dass die, die den Proxy technisch betreuen (ist normalerweise nicht der Chef) sehen, wo man sich da so "rumtreibt". Obwohl ich in einem mittelgroßen Betrieb arbeite, lassen sich "Geheimnisse", gerade von Kollegen, selten geheim halten. Mir wäre es ohne ein vorheriges Outing nicht unbedingt recht, wenn über mich geredet würde. Gerade beim Thema TG herrscht doch in der Gesellschaft ziemliche Unkenntnis. Wenn man ein Outing plant, dann sollte man meiner Meinung nach selbst die Initiative ergreifen (und es nicht auf einen zukommen lassen). Dann hat man auch den Zeitpunkt, den Umfang und die Art selbst im Griff.

Ja, schlafen und arbeiten sind tatsächlich Dinge mit denen wir die meiste Zeit verbringen. Aber auch das Gestalten der restlichen freien Zeit KANN ohne Arbeit (und damit verbunden weniger Geld) zumindest eine Umstellung bedeuten. Das klingt jetzt vielleicht materialistisch, ist aber keineswegs so gemeint!

Ganz am Anfang des Thread hat Jenni auch noch etwas sehr Interessantes zur Akzeptanz von TG's geschrieben.
Zitat
Und reden wir uns nichts schön, auch wenn es in den letzten 10 Jahren große Fortschritte gab was die Akzeptanz betrifft, so sind doch noch immer der größte Teil der Menschen davon irritiert...

Dazu hätte ich gerne ergänzend hier noch einen Teil eines Artikels aus einer früheren Ausgabe des stern eingefügt. Der Titel: "Mama, ich bin schwul". Darin geht es um das Outing von schwulen Söhnen in der Familie. Ein interessanter Artikel, der sich zum großen Teil (nur noch komplizierter) auch auf TG’s übertragen lässt. Leider kann ich hier kein eigenes jpg einfügen (bzw. weiß nicht wie es geht). Ich habe den Artikel als jpg vorliegen. Wer ihn lesen möchte, kann sich gerne bei mir melden (PN oder email).
Daher nur den letzten Teil des Expertenrats von Dr. Udo Rauchfleisch (Psychotherapeut und Prof für Klinische Psychologie an der Uni Basel)
"Es gibt eine größere Offenheit, mehr Schwule und Lesben werden sichtbar. Aber es ist eine Illusion zu glauben, dass eine Gesellschaft automatisch immer toleranter wird. Political Correctness ist oft mehr ein Lippenbekenntnis als echte Akzeptanz."
Das trifft den Nagel auf den Kopf, wie ich meine. In dem Artikel ging es ja "nur" um Schwule. "Nur" aus dem Grund, weil: Wenn Schwule schon damit ein Problem haben, wie sieht es dann erst bei uns aus.
Zu dieser Aussage auch folgendes: Ich würde meine Kollegen größtenteils durchaus als intelligent bezeichnen. Sie haben auch einen Intellekt um Dinge differenziert zu betrachten. Würde ich bei ihnen eine (öffentliche) Umfrage starten, ob sie "Probleme" mit Schwulen haben, so würden mir bestimmt (annährend) 100 % mit "Nein" antworten. Würde ich die gleiche Umfrage über TS machen, wäre das Ergebnis wahrscheinlich ähnlich (TG's, die sich nicht als TS sehen, lasse ich hier mal bewusst draussen, sonst wird es zu kompliziert).
So weit so gut. Tatsächlich ist diese Akzeptanz aber NICHT gegeben. Nur würde das niemand aussprechen. Er würde sich doch dann zumindest als intoleranten Menschen outen. Hört man in den Gesprächen aber mal auf die Zwischentöne, so kann man doch schon feststellen, dass oftmals die Akzeptanz nicht gegeben ist. Dazu könnte ich einige Beispiele aufzählen. Das würde aber dieses Posting sprengen.

LG Sara  Smiley
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Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben, zu leben.  (Mark Twain)
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