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Autor Thema: Jennys Second Wonder und mein gerettetes Wochenende  (Gelesen 1581 mal)
Nicola
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« am: 22. Februar 2008, 18:03:45 »

Ich war heute den ganzen Tag richtig mies drauf. Viel zu viel zu tun, dann kam mein Sohn noch früher aus der Schule mit den Worten "Papa, Du rätst nicht, was ich habe! Ich habe Läuse!"

Toll. Mein Kind hat Läuse. Genau das, was ich jetzt brauche. Also ab zum Arzt, um dort festzustellen, dass die Krankenkassen-Karte in der Brieftasche meiner Ex-Frau ist. Also nur zur Apotheke. Ich kaufe einen mysteriösen Kamm und eine chemische Keule, um die blöden Insekten über den Jordan zu schicken. Mistviecher.

Ohne Ende Arbeit, die liegen bleibt. Das Telefon klingelt andauernd. Mal ist’s der Kunde, mal auch nur die Telekom, die mir was verkaufen will. Mal hat sich jemand schlicht verwählt.

Ich will doch nur arbeiten! Verdammt, Ich habe Abgabetermine einzuhalten!

Dann irgendwann hatte mein männlicher Part die Nase voll und meine bessere Gehirnhäfte gab mir den Rat shoppen zu gehen. Shoppen! Ja! Geh shoppen! säuselt es in meinem Ohr, mit einer entschieden feminineren Stimme, als ich es je selber sagen könnte. Tja, und dann habe ich das Telefon klingeln lassen, ziehe mich an und fahre zur Bank, um ordentlich Geld aus dem Automaten zu ziehen. Mein Ziel: Jennys Second Wonder, eine wunderbare Boutique hier in Hamburg, die eigentlich jeder aus mir kennt. Ich jedenfalls nur vom Hörensagen. Die machen dort gerade Rausverkauf – alles ist 50% günstiger. Wirklich alles! ALLES!

Es war wunderbar! Ich bin toll beraten worden und nenne jetzt fantastische, hochhakige Pumps mein eigen und das eine oder andere Kleid. Ich glaube, ich habe auch eine Bluse gekauft, bin mir aber nicht sicher. Eine Perlenkette auf jeden Fall. Kaufrausch! Herrlich. Toll. Faszinierende Welt der Fummel!

Nun, was für die meisten von Euch völlig normal ist, war für mich heute eine Premiere. Ich habe noch nie, nie, nie in einem Laden ein Kleid anprobiert, geschweige denn fünf Kleider. Mir hat noch nie ein Mann eine Perlenkette um den Hals gelegt. Und überhaupt hatte ich das letzte Mal einen Rock an, da war ich zehn Jahre alt. Alles andere war danach nur heimliche Wäsche unter feiner Herrenbekleidung und jede Menge Cinemascope-Kopfkino.

Aber damit ist heute abend Schluss. Ab heute abend wird real getranst. Ich bin ganz aufgeregt.

Eigentlich wollte ich zu meiner Freundin, meiner Madame, meiner Herzdame fahren, die mich in meiner Entwicklung fördert und Spaß daran hat. Aber nach dem nervenden Tag, ziehe ich eine Modenschau für mich, meine Couch, meinen Prosecco und einen schönen, kitschigen Film vor, bevor ich ihr meine Einkäufe morgen schüchtern präsentiere.

Und jetzt fahre ich meinen Sohn zu meiner Ex-Frau. Die hat unseren Sproß an diesem Wochenende.
Und ich habe frei! Ja.

Ja! Ruhe, Gemütlichkeit und einen Fummel, der knistert. *Hach* *Seufz*

Ich freue mich drauf!

Mal sehen, wie ich morgen über mein persönliches Transgendertum denke …

Lieben Gruß
Nicola,
die nun kurz davor ist, einen Schritt weiter zu gehen

PS
Euch allen ein bezauberndes Wochenende!
« Letzte Änderung: 22. Februar 2008, 18:07:24 von Nicola » Gespeichert

Ich war’s nicht!
Nicola
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« Antwort #1 am: 22. Februar 2008, 23:39:14 »

Ich korrigiere. Der kitschige Film ist kein kitschiger Film.
Ich schaue "Zurück in die Zukunft". Damals war ich noch jung!
Bin ich heute auch, aber ich kannte die Dialoge nicht auswendig.

Die Fummel sind klasse. Hier und da muss eine Schneiderin ran.
Der Prosecco ist gefährlich. Hicks.

Ich hoffe, irgendjemand freut sich ein wenig mit mir über meinen
ersten Abend als "echte" Nicola.

Cheers, Schwestern.

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Ich war’s nicht!
Triona
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« Antwort #2 am: 22. Februar 2008, 23:53:06 »

Ich hoffe, irgendjemand freut sich ein wenig mit mir über meinen
ersten Abend als "echte" Nicola.

Aber klar doch, liebe Nicola.

Bin ich immer dabei.  Cheesy

Liebe Grüße
Triona
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Nicola
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« Antwort #3 am: 23. Februar 2008, 00:14:42 »

Danke.  Es ist atemberaubend. Für die meisten hier ein alltägliches Erlebnis, wie mir scheint. Für mich das Erkennen, dass Nicola und Petticoats füreinander gemacht sind. *Seufz*
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Ich war’s nicht!
Triona
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« Antwort #4 am: 23. Februar 2008, 07:45:35 »

Hallo Nicola,

ja, es trifft auch sicher auf mich zu, daß es eigentlich nichts "besonderes" ist.
Und darüber bin ich sehr glücklich.  Cheesy
Als 24/7 fühl ich mich halt spürbar wohler in meiner Haut.

Ich hab ein halbes Jahrhundert gekämpft mit mir und aller Welt.
Bisweilen bis an die Grenzen des Erträglichen.
Ein stetiges Irren + Wirren, das sein Ende womöglich noch nicht ganz erreicht hat.
Suchen nach Gründen + Auswegen.
Nach Durchblick + oder auch nur ein bisserl Spaß + Freude an einem Leben, was einem bisweilen anscheinend so manche Menschen nicht gönnen wollen.
Polizeiknüppel + Zellen, Suchtelend + Wahnsinn, Übernachtung im Freien bei 30 grad -,  Androhung von Gewalt auf der Straße + Angst vor Prügel als Kind, hirnloses Unverständnis + Verachtung, was auch immer du dir vorstellen kannst, ist mir alles nicht fremd.
Arbeit in Dutzenden von Berufen. Gesundheit zerstört.
Vollschichtbetriebe, Akkord, Hungerlohn, sinnentleertes Studieren für ungeeignete Berufe, Kaufmann oft für weniger als nichts, Schulden + Pfändungen.
Verpaßte Gelegenheiten + versiebte Chancen ohne Ende.

Gefühl, ständig auf der Flucht zu sein, bloß weiß nicht vor was.
Suche von "Wahrheit" in Büchern + Rausch bis zum Abwinken + Vergessen + "Leben" in Musik + Schauspiel + anderen Künsten.
Reisen um die halbe Welt + jahrelang auf der Straße gelebt, mal mehr oder mal weniger. Zu Fuß, mit Eisenbahn,  Auto, Flugzeug oder Fahrrad.
Geliebt + geängstigt + gehaßt, manchmal fast verzweifelt.
Auch geliebt worden + beargwöhnt + unverständlichem Haß ins Auge geblickt.
Immer auf der rastlosen Suche nach ein klein bisserl Glück.


Also  hier mein erstes mal "draußen".
(abgesehen von paarmal verkleiden als Frau im Karneval vor vielen Jahren + für kleine Rollen auf einer Kabarettbühne)

Ist schon ein paar Jahre her. (Jahr weiß ich nimmer so genau.)
Schon Jahrzehnte das unbestimmte Gefühl, nicht nur zwischen allen Stühlen zu sitzen, sondern auch irgendwo im Niemandsland zwischen den scheinbar so fest umrissenen Geschlechtern.
Immer schon ein bunter Vogel gewesen.

Auf Dienstreise in Stuttgart in einem kleinen Laden mit indischen Waren einen bodenlangen Samtrock in purpur-lila gekauft. (eine meiner Lieblingsfarben)
Abends nach der letzten Montage im Schwäbischen Wald im Nieselregen an einem Bushäusel angehalten + unter dem Schutzdach umgezogen (im Auto wars zu eng).
Den neuen Rock + enges kurzarmiges Samtoberteil in der selben Farbe dazu.
Paar Amethystketten dazu + nen breiten Gürtel + Gürteltasche.
BH und Schminkzeug hatt ich noch nicht.
Lange rote Lockenhaare allemal. (Oder warn die damals noch weiß? Weiß gar nicht mehr, wann ich sie wieder rot gemacht hab, wie früher schon mal.)
Im Auto noch trocken bisserl nachrasiert und gekremt.  Smiley

Nach Bamberg gefahren zum  Essen wo ich früher schon paar mal war.
Gibts da paar nette Lokale.
(Ich komm öfter mal abends an Bamberg vorbei. Nettes Städtchen. Könnt ich mir vorstellen, dort mal zu leben.
Ähnlich wie Regensburg, Passau, Tübingen, Rottweil, Friedrichshafen, Freiburg, Münster oder Bautzen.)

Auto am Rand der Innenstadt abgestellt. Weiter zu Fuß.
Kaum paar Meter gelaufen, hält 'n  Wagen mit einheimischem Kennzeichen.
Junger Kerl drin.
Kurbelt Fenster runter, fragt mich nach dem Weg zum Bahnhof.
*oops* "Ich bin nicht von hier. Muß irgendwo am anderen Ende der Innenstadt sein.  Smiley "
Ich glaub der wollt bloß mal hören, daß ich was sag.  Grin

(Scheint son gängiger Trick zu sein von manchen Leuten, die irgendwelche Zweifel ausräumen wollen.
Einmal bin ich umsonst auf 'n Rockkonzert gekommen.
Drei Junge Leute an der Kasse.
- "Hamse ihrn Personalausweis bei?"
- "Huh"
- "Leute über 50 brauchen keinen Eintritt zu zahlen"
- "Wenns weiter nix is. Damit kann ich dienen  Smiley"
Das Ding wird weiter gereicht und zurückgegeben.
"OK"
Glaub nicht, daß das so allgemein üblich ist.
Wollten wahrscheinlich bloß mal sehn, was da fürn Name draufsteht.  Grin)


Also ich leicht belustigt weiter.
Nach einmal Innenstadtring rauf und runter Schaufenster gucken und Leute anlächeln festgestellt, daß es mein afrikanisches Lieblinsrestaurant nicht mehr gab zu 'nem netten Italiener, Familienbetrieb + für einigermaßen wenig Geld schönes Essen.

Nach dem Essen steht an der Türe als ich rausging die Oberkellnerin.
Strahlt mich an und sagt:
"Ich wünsche Ihnen viel Glück."  Grin Grin
"Danke."  Cheesy

In guter Stimmung noch 'ne Runde Schaufensterbummel durch die Inselstadt.
Alles zu und nicht mehr viel Leute draußen.
Paar Studenten, zu Fuß + mit Fahrrad.
Alle Mädels, aber nur die, grüßen mich freundlich.  Smiley

Dann weiter auf die Autobahn.
Im letzten Ort vor Aue dann Riesenumleitung in meine Richtung wegen Dauerbaustelle.
Will eigentlich durchfahren und sehn ob ich doch durchkomm.
Kommt aber grad Polizeibulli raus.
Also gradaus auf die Umleitung.
Der immer schön hinter mir her. Stoßstange an Stoßstange.
Ich brav 50 max.
Nach 'n Kilometer ich Spitzkehre wieder zurück Richtung Sperrstrecke.
Der hinter her + mich überholt + Kelle.

Milchgesichtiger Jungpolizeier im oliven Kampfanzug, Bereitschaftspolizei Leipzig, in Begleitung von Jungpolizeierin, ebenfalls Kampfanzug, mit Zopf.
Fenster runter, Papiere.
Ziemlich patzig: "Sehn se denn nicht, daß wir Sie schon dauernd versuchen, Sie anzuhalten?"
- "Nö. Wie soll ich das denn im Finstern sehn, wenn Sie hinter mir herfahrn?"
- "*grrr*  Grin Hamwer denn Sanikasten + Warnbock dabei?"
Roll Eyes War natürlich unter dem Fahrersitz.
Tür auf, raus.
Hättste sehn sollen, wie der geglotzt hat, als er mich da in meinem tollen lila Rock sah.  Grin
Dreht den Sanikasten 6 x rum bis er das Haltbarkeitsdatum endlich findet.
"Hah, der is abgelaufen. Könnse sich zu Hause in die Schrankwand stellen!"
Verschwinden beide 'ne Zeitlang in ihrem Wagen. (Warnbock wollt er gar nicht mehr sehen.)

Nach paar Minuten kommt die Kollegin alleine wieder mit meinen Papieren.
Ob der mir nicht nochmal zu weit in meine Nähe kommen wollte?  Grin
Sie gibt mir die Papiere + eine Mängelkarte.
Ganz lieb: "Damit müssen Sie innerhalb der nächsten 10 Tage bei einer Polizeidienststelle vorsprechen + den neuen Sanikasten vorzeigen. Das werden Sie doch schaffen? Gute Weiterfahrt."

Da die in meine Richtung weiterfuhren mußt ich dann doch die 5 km Umleitung fahren.   Undecided

Als ich dann paar Tage später auf dem Polizeirevier mit dem Sanikasten reinspaziert kam, grinste der Diensthabende gleich über alle 4  Backen.
- "Tja, die lieben Kollegen in den Kampfanzügen ham halt des Nachts um 2 nix besseres zu tun, als son Scheiß zu kontrollieren."
- "Ja ja" *kopfschüttel* und stempelte die Karte ab.
Kannte er offenbar schon.  Smiley


Also, du siehst, alle, die nicht gerade als Frau geboren sind, haben irgendwie mal angefangen.
Auch wenn ich heute im Gegensatz zu damals wie überall hin als Frau mit dem Sanikasten aufs Revier ginge,
auch wenn ich heute glücklich bin, daß es für mich nichts "besonderes" mehr ist,
auch wenn es mir nicht mehr den Atem raubt, weil ich einfach endlich lebe,
so glaub ich doch, daß ich mich sehr gut in deine Freude + dein Hochgefühl über deinen ersten Schritt hineinversetzen kann.

Und vor allem kann ich mich immer darüber freuen, wenn andere Menschen sich freuen können.  Cheesy
Es gibt so viele schlimmen Sachen auf der Welt.
Da muß doch jeder + jede dankbar sein, wenn es auch hin und wieder mal einen Grund für ein klein bisserl Freude gibt.
Und wenn es nur über einen kleinen Schritt ist. So er nur im die richtige Richtung geht.
(Ach ja, der erste Schritt ist ja immer der Größte, egal wie kurz.)
Und was die richtige Richung für dich ist, kannst du nur selber für dich feststellen.
Und ich denke du wirst das.
Der zweite Schritt und jeder weitere wird immer leichter und selbstverständlicher.
Vielleicht hast du ja deinen nächsten Schritt inzwischen schon gemacht?
Wichtig ist jedenfalls, daß du dir die Fähigkeit zur Freude erhalten kannst.

Neulich stand ich in der Frühe an der Kasse bei Aldi.
Die Kassiererin ganz freudestrahlend (deutlich erkennbar nicht das oft eher erzwungene Verkäuferinnen-Grinsen):
- "Oh, Sie haben heute aber gute Laune!  Smiley"
- "Ja, sehen Sie, es ist doch immer wieder schön, wenn man sich über irgendwas freuen kann."
- "Oh ja."
Und fing an das Zeug über den Scanner zu ziehen wie immer, aber das Lächeln war nicht wie sonst gleich wieder verflogen.

Und jetzt glaubt es mir oder nicht.
Solches oder ähnliches durfte ich in der letzten Zeit immer öfter erleben.
Dabei wußte ich früher nicht mal so richtig, was gute Laune ist.
Und das haben alle Leute in meiner Umgebung sebstverständlich auch gesehen.
Heute wundere ich mich nicht mehr darüber, daß mich damals kaum jemand leiden mochte.
Hat eben alles seine Zeit.
Und wie eine in den Wald reinruft, so schallt es auch wieder heraus.
Und auch so'n paar blöde Läuse werden dir vlt eines Tages nicht mehr über die Leber laufen können.

Und vertrag ich die Hormone nicht, muß ich halt schaun, ob's welche gibt, die ich besser vertrag.
Irgend ein Weg wird sich schon finden.
Wichtig ist doch, wenn es mal klappt, daß frau nach einem begeisterten Hoch nicht gleich wieder in ein tiefes Loch fällt, wenn mal wieder so ein unvermeidlicher Bremser oder gar Rückschlag kommt.

Ich wünsch dir und allen anderen einen schönes Wochenende.
Und daß ihr alle den nächsten Schritt auf eurem Weg machen könnt und ein kleines bisserl Glüch für euch findet, das ihr auch den Menschen weitergeben könnt, die ihr liebt.

Ich freu mich jedenfalls schon seit Wochen auf heut abend.
Auf das Konzert von Erja Lyytinen.
Das ist eine junge Frau aus Finnland.
Sie ist die musikalische weibliche Wiedergeburt von Rory Gallagher.
Spielt in der Linde in Affalter.
Und Triona geht zum ersten mal im Minirock an diesen Ort.  Cheesy

Ganz liebe Grüße
Triona


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Tsteffi
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« Antwort #5 am: 23. Februar 2008, 13:30:46 »

Hallo Nicola!

Also für mich ist es auch noch nicht ganz alltäglich, obwohl ich auch schon draußen unterwegs war. Ich kenn das kribbelige Gefühl, das Lampenfieber (nenne es mal so), das volle Programm.
Ich hab ja auch erst vor kurzem die Entscheidung getroffen Steffi auszuleben. Zwar nicht 24/7, aber doch recht häufig.
Eigentlich scheue ich mich nurnoch davor wegen der Arbeit und meinem Opa der sicher nicht so locker damit umgehen würde wie mein ganzer Freundeskreis.
Zum Glück bin ich ungebunden und habe eine eigene Wohnung, so daß ich im Prinzip machen kann was ich will.
Auf jeden Fall wünsche ich dir ganz viel Spaß und alles Gute, du wirst sicher ganz neue Erfahrungen machen, die mir auch noch bevorstehen. Und ich freue mich darauf, wie du sicher auch.

LG
    Steffi
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Triona
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« Antwort #6 am: 24. Februar 2008, 11:23:53 »

Hallo ihr alle,
und an dieser Stelle besonders Nicola,

ich wollts euch nicht länger vorenthalten.
Das Konzert war Suuuuper Spitze.
Sobald ich die Tourdaten hab, geb ich sie euch auch bekannt.

Im Vorprogramm war ein toller Gitarrist aus unserem Landkreis, mit dem ich vlt mal was zusammen machen kann.
Vlt klappts ja dann irgendwann mal mit Trionas erster CD.

Das schönste war die Unterhaltung mit den Wirtsleuten des Tanzsaals + 'n paar Kellnerinnen nach der Veranstaltung.
(Wir kennen uns schon seit ca. 15 Jahren)
Die Wirtin ist sofort auf mich eingegangen, und hat gemeint, daß ich mich sehr positiv verändert hätte.
Und daß sie das an meinem Gesicht sehen könnte.  Cheesy  Cheesy  Cheesy
Ihr Mann hingegen sprach mich noch mit er / sein usw. an.
Als seine Frau ihn verbesserte "sie!" , fragte er nur "hä, na meinetwegen "Sie"  Undecided" (Wir duzen uns schon seit Anfang.)
Sie dann nur: "Hach, die Männer haben da halt eine etwas längere Leitung.  Roll Eyes
Die verstehn halt nicht so ganz, was in den Köpfen von uns Frauen los ist.  Wink"
Er: " Huh."
Nach weiteren 10 Min. Gespräche über andere Themen er dann plötzlich: "Aber irgendwie verändert hast du dich?" 
Ich zu seiner Frau: "Ich glaub fast, so langsam kommt der Groschen ins Rollen....   Wink"

Allerdings hat sie mir auch etwas ganz trauriges erzählt.
In dem Dorf (ein Vorort von Aue) lebt seit nunmehr über 40 Jahren ein Mensch, den sie eindeutig für eine TS hält.
Verheiratet, 2 Kinder, lebt völlig verzweifelt vor sich hin, weil es sich in dem Dorf nie getraut hatte, sich seinen offerbar dringenden Wunsch, ein Mädel zu sein, einzugestehen.
Mittlerweile sei "er" schon seit Jahren in tagesambulanter psychiatrischer Behandlung. Aber nicht wegen TS, sondern wegen allgemeiner Lebensuntüchtigkeit aufgrund von Vollverdrängung.  Cry


Um zurückzukommen auf Nicolas eingangs gestellte Frage:
Hochgefühl + Kribbeln im Bauch nur bei "Neulingen" oder vlt doch auch noch bei alten Häsinnen, oder gar erst bei 24/7?
Also gestern abend hatt ich das eindeutig auch wieder.
Seit 6 Wochen freu ich mit auf das Konzert von Erja.
Seit 2 Wochen freu ich mich schon drauf, was ich dazu anzieh. Mini trägt frau in meinem Alter ja auch nicht alle Tage.  Grin

Außerdem hab ich in der Vergangenheit in eben diesem Tanzsaal auch ein paar mal schon grenzwertige Situationen erlebt mit in diesen Situationen durchaus gewaltbereiten Horden von Trunkenbolden. (Die rekrutierten sich vorwiegend aus der ortsansäßigen Dorfjugend, Fußballverein + Dorffeuerwehr). Die Lage der verleugneten TS aus dem Dorf kommt also nicht von ungefähr.)
Im Gegensatz zu meinen sonstigen Gewohnheiten hab ich mich also gestern schon eine Stunde früher hergerichtet.
Ganz ohne Hektik, aber nicht ohne eine gewisse innere Aufregung, wie ich sie bisher noch nicht oft dabei erlebt habe.
Hab sogar erstmalig zum Ausgang Lippenstift aufgelegt. (Triona schminkt sich in der Regel so gut wie nie.)

Und dann .... siehe oben.

Abschließend direkt vor meiner Haustüre noch Polizeikontrolle mit Alkotest (zum Glück diesmal nur Wasser + 1 Weißbier, Meßwert noch 25 % unter meiner Voraussage, die ich dem Poli gleich mal vorab mitgeteilt hatte  Cheesy
+ Papiere zu Hause vergessen, so daß ich sie noch runterholen mußte. Kaputte Lampe am Auto hat er auch nicht gesehen.  Lips Sealed)


Und wie ging dein WE weiter, Nicola?
Ich hoffe, genauso toll, wie es anfing. Oder vlt sogar noch besser?

Ich wünsch euch allen noch einen schönen Rest vom Sonntag.
Muß jetzt gehen + für die kranke Mutter meiner Liebsten Mittagessen machen.
Und mir selber knurrt auch grad der Magen.  Smiley

Liebe Grüße
Triona
 
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sophia
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« Antwort #7 am: 24. Februar 2008, 11:27:50 »

ach, schööön, da kann man ja (fast) neidisch werden...
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Bianca Bijou
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ich lache nur weils femininer aussieht


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« Antwort #8 am: 24. Februar 2008, 22:09:26 »

Gute Laune ist sogar über Internetforen ansteckend.

Obwohl ich mich grad ziemlich überfordert fühle, weil ich vor einem riesigen Berg Arbeit stehe obwohl ich echt mal ein bisschen Zeit für diese Endspurtwoche für die uniqueunite bräuchte.

Nachdem ich grad Nicolas und Trionas Zeilen ausführlich gelesen hab,
sitzt ich nun auch mit einem Lächeln vorm Schirm. :-)

Danke!!!

LG
Bibi
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Ich will auch ne Signatur!
Nicola
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« Antwort #9 am: 25. Februar 2008, 08:46:59 »

Hach, danke für die netten Kommentare hierzu!

Triona fragte:
Zitat
Und wie ging dein WE weiter, Nicola?

Nun, das Wochenende war ausgesprochen entspannend. Die Telefone blieben aus. Etwas, was man wirklich viel häufiger machen sollte. Bei mir im Schlafzimmer sah es ein wenig so aus, als ob eine Transe explodiert wäre. Hihi.

Ich fühlte mich sauwohl, meine Bewegungen verloren das leicht ruppige, männliche und insgesamt gewann Nicola mit 10 Punkten Vorsprung gegenüber den sich ein wenig zierenden, männlichen Part (der wirklich keine Chance hatte gegenüber der Übermacht an weiblichen Kleidungsstücken, Accessoires, Parfüms und Make-up-Utensilien).

Am Samstag hat Nicola dann die Wohnung geputzt. Sie ist entschieden ordentlicher als ihr Alter Ego. Danach war Entspannung angesagt. Sonnenbank, Massage und Schönheitsschläfchen. Abends fuhr ich dann in unsere Lieblingskneipe um meine kleine Freundin zu treffen (ich lebe ja in einer polyamoren Beziehung) Aber die Gute war schon weg zu einer Party ins Catonium, wo sie als nackter Engel die Gäste bediente. Und das, ohne mich vorher zu fragen.

O tempora, o mores.

Gut, dann später zu meiner anderen Freundin und wir taten das, was zwei Menschen, die sich gerne haben so tun: Sie brachte mir bei, wie man eine French Manicure lackiert. *Hüstel*

Sonntag habe ich dann zur Abwechslung mal etwas entspannt. Mein Körper hat ein enormes Schlafdefizit.

Heute habe ich Nicola erst Mal wieder in die rosa Kiste gesperrt, die oben in meinem Kleiderschrank immer wieder provozierend zu rufen scheint: "Mach mich auuuuf … trag die schöööööne Wäsche! Nicht die doofe, männliche … sei ein Mädchen, sei eine Frau …"

Aber ich widerstehe. Jaha! Und wie ich widerstehe! Heute ist der ganze Kerl gefragt und gefordert! Also trage ich mein schwarzes Hemd, meine Jeans und baumwollne Herrenshorts. Aber ein wenig Klarlack wird kaum auffallen, oder? Und die rosa Hausschuhe stehen mir auch gut. Wink

Tolle Sache, wenn man Zuhause arbeitet und keiner einen stört.

Euch allen eine schöne und erfolgreiche Woche!
Nicola

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Ich war’s nicht!
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