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Autor Thema: Was bin ich??  (Gelesen 773 mal)
Carmen
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Ich bin CD - und das ist gut so!


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« am: 03. Mai 2008, 20:41:12 »

Hallo allerseits,

ich wurde heute und morgen von meinem Arbeitgeber (große, blaue Computerfirma aus Amerika mit 3 Buchstaben Wink ) zum  Bereitschaftsdienst "verdonnert" und darf mich folglich nicht weiter als 5 Minuten von meinem PC entfernen  Angry Und nachdem ich noch dazu heute vormittag eine unsanfte Begegnung mit meiner letzten Freundin hatte, fiel ich heute wieder mal ins große Grübeln (passiert in der letzten Zeit allerdings öfter bei mir...).

In meinem Begrüßungs-Thread in diesem Forum (http://www.transgender-forum.com/neu_unbekannt/wieder_eine_neue-t2477.0.html, der noch nicht mal 2 Monate alt ist, hatte ich noch geschrieben:

Zitat
Trotzdem habe ich keinen Hang, mich operieren zu lassen - mir gefällt das "Wandeln zwischen den Welten"!

Aber es gibt Tage (so wie heute, wenn ich durch irgendwelche Ereignisse in, na sagen wir mal, leichte Depressionen verfalle, bin ich mir dessen schon nicht mehr ganz sicher  Shocked 

Noch vor 10 Jahren hat mich das Tragen von Frauenkleidung eindeutig fast ausschließlich sexuell stimuliert (also von der Einstufung her F65.1). Das hat sich allerdings gewandelt (sei es durch einen gewissen Überreiz, sprich Gewöhnungseffekt durch das ständige Tragen, oder auch durch die Tatsache, dass meine beiden Ex-Freundinnen meine Neigung nicht abgelehnt, sondern sogar unterstützt haben - oder was weiß ich sonst noch  Huh ).  Bis vor 2 Monaten war ich dann auch fest der Meinung, ich bin ein F64.1-Typ (Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen), was ja auch noch durch meine obige Aussage bekräftigt wird.

Aber in solch depressiven Phase wie heute verstärkt sich der Wunsch, das derzeitige Leben hinzuschmeissen, einen Schlußstrich zu ziehen und als Frau nochmal neu anzufangen (also Outing, Hormone, mindestens 2 Jahre als Frau leben, vielleicht sogar eine gaOP??). Ja, ich habe schon mehrfach den Gedanken in Erwägung gezogen, den kompletten Weg zu gehen, mit allen Konsequenzen; egal was um mich herum passiert oder was die Leute in meiner Kleinstadt dazu bzw. über mich sagen würden.

Aber dann gibt es wieder Tage, da kann ich mich mit meiner jetzigen Männerrolle durchaus abfinden - im Gegenteil, ich möchte ein Mann bleiben! (und das nicht nur, weil ich als Frau wohl auch einige lieb gewonnene Hobbies, wie z.B. das Basteln am Motorrad, aufgeben müsste - oder habt ihr schon mal eine Frau im Minirock an 'ner Maschine schrauben sehen???).

Na ja, ich fühle mich irgendwie hin und hergerissen zwischen Carmen und Frank. Ich weiß nicht, was richtig und was falsch ist. Ich habe Angst, eine Entscheidung zu treffen, die ich später (vielleicht sogar sehr bald) bereuen könnte... Geht Euch das manchmal auch so?? Was macht Ihr in solchen Momenten?

Speziell an die, die ihre OP bereits hinter sich haben: Es gibt doch sicher auch bei Euch Minuten oder vielleicht sogar Tage, an denen Ihr Eure Entscheidung bereut  Huh (Und sagt jetzt nicht: "Nö, so was kennen wir überhaupt nicht!" - das nehme ich Euch nicht ab!) Wie geht Ihr damit um, wie kriegt Ihr Euch wieder ein? War der Prozess bei Euch auch so (von F65.1 zu F64.1 und nun zu F64)??

Ja, ich höre schon jetzt die ersten Leute schreien: "Sprich mit einem Psychiater!" Will ich ja - aber nicht irgendeinen Feld-, Wald- und Wiesendoktor, sondern einen, der sich wirklich mit dem Thema auskennt. Und das in Chemnitz oder näherer Umgebung (maximal Dresden / Leipzig). Kennt Ihr da jemanden???

Schon mal danke im Voraus für Eure Anteilnahme und Eure Vorschläge, Tipps und Hinweise!
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Jennifer Anson
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« Antwort #1 am: 03. Mai 2008, 21:30:18 »

Hallo Carmen,

Deine Situation kenne ich nur all zu gut und möchte Dir folgendes mitteilen.

Als erstes solltest Du meiner Meinung nach aufhören Dich in irgendwelche Klassifizierungen stecken zu wollen, denn schließlich bist Du ein Mensch und keine Nummer. In den letzten Jahren habe ich soviele unterschiedliche Charaktere aus dem Gebiet der Transgender kennen gelernt und diese "F-Nummern" Klassifizierung ist bei weitem nicht fähig das zu erfassen was wirklich an Vielfalt vorhanden ist.

Nach 25 Jahren des Zweifels und den unzähligen Bemühungen all das zu bekämpfen, habe ich vor einem Jahr meine Entscheidung getroffen in Zukunft als Frau leben zu wollen. Und ich habe beschlossen den kompletten Weg einschließlich der GaOP zu gehen. Trotzdem nehme ich mir die Freiheit jeden Tag an meiner Entscheidung zu zweifeln und sie zu hinterfragen, denn noch kann ich es mir leisten, erst wenn ich meine OP hinter mir habe, werde ich aufhören mir diese Fragen zu stellen.

Wie oft ich mich gefragt habe ob es das wert ist, all das aufzugeben was mir so viel Spaß macht nur weil ich eine Frau sein möchte, kann ich nicht mehr sagen. Aber wer sagt denn, dass ich als Frau nicht als Hobby Schreinern kann? Wer sagt denn, dass ich als Frau nicht mehr bei der Feuerwehr sein kann? Wer sagt denn, dass ich übehaupt auf etwas verzichten muß, nur weil ich eine Frau bin?

Wenn Du mal in Ruhe darüber nachdenkst, wirst Du bei Deiner Frage, was das basteln am Motorrad betrifft, selbst den Denkfehler finden. Keine Frau läuft ständig im Minirock rum, genaugenommen laufen die wenigsten Frauen im Minirock rum und die auch nicht unentwegt. Entweder hängst Du noch zuviel Deiner sexuellen Phanatsien an das ganze Thema oder es ist wirklich noch der sexuelle Kick. Versuche Dich doch als erstes von dem Gedanken zu lösen dass eine Frau immer nur sexy und im Rock und Heels und Nylons unterwegs ist.

Das was ich hier geschrieben habe ist wie gesagt nur meine Meinung und nichts mehr. Ich hoffe jedoch, dass sie Dir ein wenig weiter hilft. Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen, dass Du den WEg findest der für Dich der Beste ist ....

AllesLiebe
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Das Leben ist schön, Du mußt nur selbst daran glauben.
Wie man an meinem Avatar sieht rede ich wie mir der Schnabel gewachsen ist, außerdem bin ich hinter meiner blauen Maske nicht zu sehen. Aber trotz der Gurken, bin ich gegenüber der wichtigen Dinge nicht blind.
Else Kittel
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Else Kittel


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« Antwort #2 am: 03. Mai 2008, 22:24:03 »

Hallo Carmen,
ich habe mir gerade deine Zeilen durchgelesen und sie haben mich sehr nachdenklich gemacht.
Zum einen weil ich (wie wohl die meisten Mädels hier) vieles aus eigener Erfahrung kenne und
zum anderen war es dein Hilferuf. Sicher können dir hier deine Schwestern aus ihren eigenen
Erfahrungen berichten und du wirst sehen das deine Zweifel jede hier schon einmal befallen hat.
Wirklich Hilfe kannst du aber  nur von dir selber erwarten und evtl. noch von einem Psychologen
der sich auf "unsere Problematik" spezialisiert hat. Ich habe mich vor gut 10 Jahren an einen
Psychologen gewand und es war ein richtiges Fiasko. Schon bei meinem Outing gegenüber
dem Psychologen war mir klar dass dieser total überforder war, weil keine Ahnung und kein
Verständnis (!) für meine Probleme vorhanden waren.
Nach 4 Sitzungen habe ich das ganze dann abgebrochen da ich mich immer schlechter fühlte.
Ich habe dann angefangen mich so zu akzeptieren wie ich nun einmal bin. Weshalb sollte ich
mich denn auch ändern, schließlich tue ich doch nichts verbotenes, oder etwas das mich zu
einem schlechten Menschen macht. Bei mir war damals auch die Sexualität im Vordergrund
und hier hatte ich ganz klar große Fehler gemacht. Dies hatte ich erkannt als meine Ehe
drohte draufzugehen.Meine Frau und ich hatten dann einige gute Gespräche um unsere Ehe
zu retten und seither gibt es diese Fehler nicht mehr, da ich sie erkannt habe.
Zeitgleich entwickelte sich in mir die "neue" Else, die die mehr Frau war und weniger ein sexuelles Wesen.
Diese Else liebt meine Frau sogar weil sie ihr eine gute Freundin geworden ist und .....ja auch ihre Ehefrau.
Heute (10 Jahre später) lebe ich einen Alltag als Mann (beruflich wie auch im privatem Umfeld) und zu hause 
bin ich Else, vor meiner Frau und meinen (großen) Kindern. Sie kennen mich als Else und mögen mich so
wieich bin. Wir alle haben Spaß zusammen und shoppen sogar gemeinsam für Else.
Ich habe angefangen (nach mehr als 35 Jahren) als Else die Welt zu enddecken und zeigen mich draußen
als Frau. Dies geniesse ich zwar unheimlich, doch schließe ich für mir eine gaOP aus, da ich glücklich verheiratet
bin und ja letztlich mit beiden Rollen (Mann und Frau) gut klar komme.
Natürlich habe ich auch schon Momente gehabt ihn denen ich mir die Frage gestellt habe ob ich ganz als
Frau leben möchte. Die Antwort viel bisher eindeutig aus, halt für meine Familie !
Nun mag es sein dass ich in einer glücklichen Lage bin da ich mich nicht so sehr verstecken muß, aber auch
meine Entwicklung ist noch nicht zu Ende und daher gilt meine Aussage nur für den Moment.
Wer kann schon mit Bestimmtheit sagen was einem die Zukunft bringt.

Aber ich kann deine Zweifel gut verstehen denn auch ich würde den Mann in mir vermissen wenn ich ganz Else
wäre.

P.S. Anderseits kannst du auch als Frau alles tun was du magst, da gibt es heute wohl keine Grenzen mehr,
oder wenigstens keine die Du nicht überwinden könntest.

Ja, das sind so meine Gedanken zu deinem Beitrag.
Ich wünsche dir weniger Selbstzweifel (sagt sich leicht, ich weiß), dafür aber unheimlich viel Spaß als Carmen.
Ich denke du bist Einzig, aber bestimmt nicht artig ;o)

Liebe Grüße sendet dir Else
« Letzte Änderung: 03. Mai 2008, 22:34:22 von Else Kittel » Gespeichert

Ich bin so, ich kann nicht anders !
Triona
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« Antwort #3 am: 04. Mai 2008, 09:23:31 »

Hallo Carmen,

inhaltlich haben Jenni + Else schon weitgehendst alles gesagt.

Ich kann das alles sehr gut nachvollziehen.
Auch wenn ich Jennis Argumente gegen die psychiatrischen F-Kategorien eigentlich teile, und auch wenn ich Elses Verständnis von TG + TS ebenfalls teile, so möchte ich nur der Einfachheit mal sagen, daß ich bei mir nur die F65.1 weglassen muß, und dann hätt ich meinen eigenen Weg halbwegs beschrieben als schrittweise aber stetige Bewegung von F64.1 zu F64.0. In dieser Beziehung treffen diese beiden Kategorien bei mir einigermaßen treffend zu. Siehe dazu auch meinen längeren Beitrag im TT im Faden "Selbstbewußtsein nach dem Outing".)

Im Unterschied zu Else habe ich aber schon ziemlich lange das erst unbestimmte, mittlerweile aber ziemlich eindeutige Gefühl, daß ich auf meine "Männlichkeit" durchaus und unwiderruflich verzichten könnte und mittlerweile auch täglich mehr will. Und damit meine ich nicht die Lebenserfahrungen, die ich als "Mann" zwangsläufig machen mußte oder durfte, sondern das "Ding", Zeugungsfähigkeit, Sex als Mann, "privilegierte" soziale Stellung als "Mann", usw.

Zu deiner Frage nach einem geeigneten Psych in deiner Gegend, auch wenn ich selber von Psychos nicht allzu viel halte, aber bald mal bei diesem vorsprechen muß wg. Vornamensänderung):
Prof. Dr. Seikowski in Leipzig
Näher dran an Chemnitz kriegst dus mW nicht.
(wenn du willst Tel-Nr. per pn)

Wenn du magst, dann sag mir doch mal in einer pn, in welcher Kleinstadt bei Chemnitz du lebst.
Ich bin aus Aue. Smiley

Liebe Grüße
+ ein herzliches Glück Auf
Triona
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Carmen
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« Antwort #4 am: 05. Mai 2008, 22:31:41 »

Hallo,

erst einmal vielen Dank für Eure Antworten! Ich habe im nachhinein gemerkt, dass mein Ausgangs-Posting nicht so ganz astrein war, deswegen hier einige Kommentare dazu:

Zitat
Als erstes solltest Du meiner Meinung nach aufhören Dich in irgendwelche Klassifizierungen stecken zu wollen, denn schließlich bist Du ein Mensch und keine Nummer. In den letzten Jahren habe ich soviele unterschiedliche Charaktere aus dem Gebiet der Transgender kennen gelernt und diese "F-Nummern" Klassifizierung ist bei weitem nicht fähig das zu erfassen was wirklich an Vielfalt vorhanden ist.

Hm, obwohl ich ein Ex-Mathematiker bin und von Haus aus zum Kategorien-Einteilen neige, weiß ich natürlich, dass ich in keine der angegebenen Klassifizierungen so richtig passe. Ich wollte damit auch lediglich den Prozess meiner Entwicklung deutlich machen (Tragen von Damenwäsche früher eher sexuell orientiert; jetzt eher unzufrieden mit mir selbst, Depressionen etc.).

Zitat
erst wenn ich meine OP hinter mir habe, werde ich aufhören mir diese Fragen zu stellen


Das war halt die Frage an die Post-OPs unter Euch, ob das wirklich so ist, dass man nach der OP aufhört, sich diese Frage zu stellen!? Wenn ich z.B. Cvetas Beiträge lese, und ihre innere Zerrissenheit und Unzufriedenheit bemerke, dann glaube ich nicht, dass mit der OP wirklich alles vorbei ist - ich denke mal eher, dann fängt die Unsicherheit für manche erst an - oder Huh

Zitat
Keine Frau läuft ständig im Minirock rum, genaugenommen laufen die wenigsten Frauen im Minirock rum und die auch nicht unentwegt. Entweder hängst Du noch zuviel Deiner sexuellen Phanatsien an das ganze Thema oder es ist wirklich noch der sexuelle Kick. Versuche Dich doch als erstes von dem Gedanken zu lösen dass eine Frau immer nur sexy und im Rock und Heels und Nylons unterwegs ist.

Das war, zugegebenermaßen, ziemlich überspitzt dargestellt von mir (ich weiß natürlich, dass eine Frau nicht jeden Tag im Minirock rumläuft - mach ich ja auch nicht...); aber ich wollte das eher als Beispiel für gewisse Hobbies oder Gewohnheiten nennen, die man doch aufgibt, um im Alltag aus Frau durchzugehen - oder etwa nicht?? Geht Ihr trotzdem noch abends in die Kneipe zum Skatspielen?

Was ich damit ausdrücken wollte, war eigentlich nur: Ich hänge eben zu gewissen Teilen an meiner männlichen Rolle, an gewissen Eigenheiten, von denen ich mich schwer trennen kann. Auch sexuell: Einerseits würde ich zu gern selbst erleben und fühlen, wie es ist, wenn ein Penis in mich eindringt; wie es ist, wenn jemand meinen Kitzler leckt etc. - aber andererseits kann ich mir nicht vorstellen, ohne Penis zu leben! Ich liebe den Sex mit einer Frau und habe mich an meine männliche Rolle gewöhnt - und ich weiß nicht, ob ich ohne größere Probleme plötzlich ohne "ihm" leben könnte...

Zitat
Wirklich Hilfe kannst du aber  nur von dir selber erwarten und evtl. noch von einem Psychologen
der sich auf "unsere Problematik" spezialisiert hat. Ich habe mich vor gut 10 Jahren an einen
Psychologen gewand und es war ein richtiges Fiasko. Schon bei meinem Outing gegenüber
dem Psychologen war mir klar dass dieser total überforder war, weil keine Ahnung und kein
Verständnis (!) für meine Probleme vorhanden waren.

Tja, das ist auch eine meiner Ängste: Ich bin ziemlich sicher, dass ich das ohne Psychiater nicht allein schaffe - aber erst mal den richtigen finden!? Hilft der mir wirklich, oder plappert der mir nur nach, was ich hören will? So wie Cveta möchte ich nicht enden!!!! (Sorry Cveta, nix gegen Dich; aber das, was in Deinen Statements so durchkommt - da scheint mir, hattest Du nicht die beste Unterstützung, gell??)

Zitat
schließlich tue ich doch nichts verbotenes, oder etwas das mich zu einem schlechten Menschen macht.

Zu dieser Erkenntnis bin ich zum Glück schon selbst gekommen  Smiley Aber was ich eben nicht 100%ig weiß: Wo ich nun hingehöre!? Tja, ich neige wohl eindeutig zum Schubladen-Denken und will mich und meine Gefühle in eine solche pressen - obwohl ich weiß, dass es falsch ist...

Zitat
Heute (10 Jahre später) lebe ich einen Alltag als Mann (beruflich wie auch im privatem Umfeld) und zu hause 
bin ich Else, vor meiner Frau und meinen (großen) Kindern.


Eines ist für mich klar: Wenn ich schon nicht komplett als Frau leben kann, dann aber nur zusammen mit einer Frau, welche meine Neigung akzeptiert. Da ich momentan Single bin, heißt das: Lieber alleine bleiben, als mit einer Frau zusammen sein, die das ablehnt! Und da die Wahrscheinlichkeit doch ziemlich gering ist, eine solche zu finden, bleib ich wohl lieber alleine  Angry Aber das trägt auch nicht gerade dazu bei, mich aus meinen immer häufiger auftretenden Depressionen herauszuholen...

Zitat
Natürlich habe ich auch schon Momente gehabt ihn denen ich mir die Frage gestellt habe ob ich ganz als
Frau leben möchte. Die Antwort viel bisher eindeutig aus, halt für meine Familie !


Hm, nachdem ich Eure Antworten durchgelesen habe, und meine Kommentare dazu, und dann nochmal drüber geschlafen habe, bin ich eigentlich soweit, dass ich sage: Ich weiß was ich will - nämlich weiter "zwischen den Welten wanndeln", also keine OP!!! Aber mit der nächsten Depri-Phase kann das durchaus wieder anders aussehen... Und genaus deswegen werde ich wohl ziemlich bald einen Termin bei einem Psych vereinbaren (müssen)!

Auf jeden Fall nochmal ganz herzlichen Dank für Eure Hilfe - speziell an Triona für Deine private Nachricht!!! Melde mich morgen nochmal bei Dir!

Carmen
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« Antwort #5 am: 05. Mai 2008, 22:39:45 »

mal so als spielverderberin: aus dem kopfkino könnte es auf dem op-tisch ein unhübsches erwachen ohne chance auf rückkehr geben ...  Tongue
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« Antwort #6 am: 06. Mai 2008, 00:37:07 »

Hallo Carmen,

wenn ich das so lese, würde ich Dir ganz dringend raten, Dein Auf-Dauer-Frausein wollen erstmal ganz weit hintanzustellen. Wenn Du als Wandererin zwischen den Welten leben kannst (und auch solange Du dies kannst!) ist das mit Sicherheit der einfachere, streßärmere Weg. Und solange Du noch irgendwie das Bedürfnis hast, Deine männliche Sexualität ausleben zu müssen, wird es brandgefährlich, wenn Du Dich körperlich veränderst (bis auf die Epi).

Die Bedeutung der OP - vielleicht wird sie ja vielfach überschätzt; immerhin gelingt es manchen Transfrauen ja zumindest für eine gewisse Zeit, ihre noch männlichen Organe in weibliche umzudeuten -  ist eigentlich nur die, dass ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Und das beduetet, allmählich in ein anderes Leben hineinzuwachsen, durchaus auch raus aus dem exotischen TS-Dasein in die Normalität des Lebens einer Frau. Einfach ein neues Kapitel in dem Prozess der Wandlung zu uns selbst, in dem wir uns befinden, zum Teil wohl erst dann möglich, wenn wir den ganzen Begutachtungs- und Prüfungsstreß hinter uns haben.

Wenn ich Dir etwas raten kann, dann dies: versuche, für Dich eine Lebensform zu finden, in der Du hier und jetzt und heute so wie Du jetzt bist zumindest einigermaßen glücklich leben kannst. Und dann genieße dies, lebe im Jetzt - das ist besser als jede Therapiestunde beim Psychiater.

Vielleicht noch ein Gedanke zu  Kategorien: für mich als Geophysikerin waren derartige Kriterien eher so etwas wie Skalenstriche, an denen ich mein Position messen konnte und die mich offener für Entwicklungen machetn, keine einengenden Schachteln.
Und  meine Selbsteinschätzung war immer abhängig von der momentanen Erfahrung und Perspektive - wenn ich mich heute an meine früheren Einschätzungen erinnere (die F64.1 sagten oder Typ 3-4 auf der Benjamin-Skala, dann würde ich die gleichen Empfindungen aus meiner heutigen Perspektive als deutlich als Benjamins Typ 5 sehen. Auch das kann sich also wandeln, einfach dadruch, dass wir uns im Lauf der Zeit immer besser kennenlernen.
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Viele liebe Grüße

Beate
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« Antwort #7 am: 06. Mai 2008, 01:12:23 »

Hallo Carmen.

nachdem du eine ähnliche Vorstellungen präsentierst wie Jenni bei ihren Forumseinstieg, will ich nicht den damaligen allgemeinen Fehler wiederholen und dies als Kopfkino abkanzeln.

Dennoch gebe ich dir den gleichen Rat.

gehe unter Menschen!

aus diesem Thread (und auch deinem Vorstellungsthread) wird mir nicht ganz klar, wie oft und in welcher Form du als Transe ausgegangen bist.

wenn dies eher weniger und privat war, GEH AUS!

es kann sein, das du dich dann bestärkt siehst, oder es gar nicht dein Ding ist oder das du merkst dir reicht ein zeitweiser sozialer geschlechtlicher wechsel, oder...

du lernst dabei wohl einiges über dich kennen. Du hast anschließend auch eine wesentliche klarerer Position bei einer Psycho.

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Else Kittel
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Else Kittel


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« Antwort #8 am: 06. Mai 2008, 09:50:45 »

Zitat
Eines ist für mich klar: Wenn ich schon nicht komplett als Frau leben kann, dann aber nur zusammen mit einer Frau, welche meine Neigung akzeptiert. Da ich momentan Single bin, heißt das: Lieber alleine bleiben, als mit einer Frau zusammen sein, die das ablehnt! Und da die Wahrscheinlichkeit doch ziemlich gering ist, eine solche zu finden, bleib ich wohl lieber alleine

Hallo Carmen,

Ich glaube Du hast deine Fragen weitesgehen selber beantwortet und dies wurde m.E. durch die Antworten der lieben Schwestern hier auch deutlich. Ich kann dich relativ gut verstehen, da ja auch ich zwischen beiden Rollen Pendel. Aber ich möchte noch zu zwei Dingen Stellung nehmen.

1. Das Schubladendenken ist ja nun einmal sehr verbreitet. Wir neigen dazu alles zu kategorisieren, weil es doch letztlich eine Unsicherheit beseitigt. Wenn ich etwas einordnen kann weiß ich wo es hingehört und kann es (gedanklich) beruhigt ablegen. Das mag nicht jedem schmecken, aber es bringt ein Gefühl der Sicherheit mit sich.
Also ist das für dich doch ganz in Ordnung.

2. Warum solltest Du denn als Transgender keine Partnerin finden die dich unterstützt ?
Wir verstecken uns, verheimlichen unser wahres "ich" vor der Gesellschaft und natürlich finden wir
dann niemanden der uns so mag wie wir sind. Wie denn auch ?
Gehe offen und ehrlich mit deinem "Ich" um und du wirst erleben das es schon Frauen gibt die dich
nicht ablehen werden, ganz im Gegenteil.
Ich bin in einer Singlebörse gemeldet und zeige mich da ganz offen als Else und Transgender. Allerdings
für mich mit dem Hinweis dass ich keine Partnerin suche, sondern Freundschaften. Auf diesem Wege habe
ich einige Frauen kennen gelernt die überhaupt nichts gegen eine Transgender haben, ganz im Gegenteil.
Derzeit reissen sich zwei Frauen darum mit mir shoppen zu gehen, weil sie mich als Else kennen gelernt
haben und mich als Frau mögen. Frauen ticken da zum Glück anders als Männer.
Und was nun die Partnerschaft angeht, immerhin eine wäre nicht abgeneigt sich in mich zu verlieben !
(Ihre eigene Aussage) Denn es kommt doch nicht drauf an ob du nun einen Rock oder eine Hose trägst,
sonder es kommt nur auf deine Persönlichkeit an.
Deswegen ist Beates Rat einer der besten...........raus mit dir aus deinem Schneckenhaus und zeige dich.

Das hilft auch gegen Depris ;o)

Liebe Grüße sendet dir Else (Alice Schwarzer) Kittel
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Jennifer Anson
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« Antwort #9 am: 06. Mai 2008, 10:41:08 »

Hallo Carmen.

nachdem du eine ähnliche Vorstellungen präsentierst wie Jenni bei ihren Forumseinstieg, will ich nicht den damaligen allgemeinen Fehler wiederholen und dies als Kopfkino abkanzeln.

Dennoch gebe ich dir den gleichen Rat.

gehe unter Menschen!

aus diesem Thread (und auch deinem Vorstellungsthread) wird mir nicht ganz klar, wie oft und in welcher Form du als Transe ausgegangen bist.

wenn dies eher weniger und privat war, GEH AUS!

es kann sein, das du dich dann bestärkt siehst, oder es gar nicht dein Ding ist oder das du merkst dir reicht ein zeitweiser sozialer geschlechtlicher wechsel, oder...

du lernst dabei wohl einiges über dich kennen. Du hast anschließend auch eine wesentliche klarerer Position bei einer Psycho.



Jaja, die guten alten Zeiten was Stanze? *ggg*

Wie Konstanze ja schon erwähnt hat, gibt es bei uns die ein oder andere Parallele, denn auch ich habe mich (wie vermutlich auch viele viele andere) mit diesen Fragen rumgestritten.

Und ich kann definitiv das bestätigen was Konstanze gesagt hat, dass das Wichtigste das RAUS GEHEN ist.

Anfangs dachte ich auch .. "Alltagstest" Was soll das? - Wer braucht das? - Vielleicht ist meine Art den Alltagstest zu machen ungewöhnlich und entspricht nicht dem was die große Schule vorgibt, aber das Leben und die Menschen sind eben auch unterschiedlich.

Das RAUS GEHEN sollte man aber nicht mit AUSGEHEN verwechseln, denn mal eben Abends auf ein Bierchen mit Freunden oder ins Kino oder zum shopping ist kein Alltagstest. Wirklich finden kann man seinen Weg nur dann, wenn man eben mit den vielen Situationen des Alltags als Frau und im spetiellen als TS klar kommt. Dabei ist aber eben auch wichtig, dass man nciht nur einfach damit klar kommt und sich durchmogelt, sondern, dass diese Situation ganz normal und relaxed ihren Lauf nehmen.

Ich habe inzwischen schon zwei Polizeikontrollen, einen Blitzer, eine Autopanne, Möbel schleppen und einiges mehr hinter mir. Im Baumarkt haben schon einige gekuckt, als die süße Kleine 4 Stück zentnerschwere Säcke auf den Einkaufswagen gehieft hat, bei den weitern bekam ich dann allerdings Hilfe von einem netten Herrn. ;-) Eben Alltag .... Und auch wenn mir Anfangs (gerade bei der Autopanne) das Herz bis zum Halse geschlagen hat, waren diese Erfahrungen prägender als 100 Stunden beim Psycho. In meinem Fall kann ich bis heute von ausschließlich positiven Erlebnissen berichten.

Außerdem finde ich Du solltest Dich vorallem von dem Gedanken lösen, dass Du soviel aufgeben müßtest, wenn Du eine Frau bist. Warum? - Es gibt Frauen die bei der Feuerwehr sind - Es gibt Frauen beim Militär - Es gibt Frauen die zum Watten gehen (Bei Euch Skat *gg*) - Es gibt Frauen die die härtesten Jobs machen.

Für mich ist eine Beziehung ebenfalls in weite Ferne gerückt, aber irgendwann wird sich sicherlich auch wieder jemand fürs Herz finden. Nur darf man nicht erwarten, dass ich alles von Heute auf Morgen ergibt. Die Transition und deren Nachwehen sind ein langwieriger Weg.

Aber abschließend mit den Worten von Beate kann ich Dir auch nur wirklich raten die Sache langsam anzugehen und solange Du mit einer bestimmten Situation gut klar kommst, mußt Du ja nicht zwingend was ändern oder?

Zitat
Wenn Du als Wandererin zwischen den Welten leben kannst (und auch solange Du dies kannst!) ist das mit Sicherheit der einfachere, streßärmere Weg. Und solange Du noch irgendwie das Bedürfnis hast, Deine männliche Sexualität ausleben zu müssen, wird es brandgefährlich, wenn Du Dich körperlich veränderst (bis auf die Epi).

L'n'P
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Das Leben ist schön, Du mußt nur selbst daran glauben.
Wie man an meinem Avatar sieht rede ich wie mir der Schnabel gewachsen ist, außerdem bin ich hinter meiner blauen Maske nicht zu sehen. Aber trotz der Gurken, bin ich gegenüber der wichtigen Dinge nicht blind.
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