Hallo,
erst einmal vielen Dank für Eure Antworten! Ich habe im nachhinein gemerkt, dass mein Ausgangs-Posting nicht so ganz astrein war, deswegen hier einige Kommentare dazu:
Als erstes solltest Du meiner Meinung nach aufhören Dich in irgendwelche Klassifizierungen stecken zu wollen, denn schließlich bist Du ein Mensch und keine Nummer. In den letzten Jahren habe ich soviele unterschiedliche Charaktere aus dem Gebiet der Transgender kennen gelernt und diese "F-Nummern" Klassifizierung ist bei weitem nicht fähig das zu erfassen was wirklich an Vielfalt vorhanden ist.
Hm, obwohl ich ein Ex-Mathematiker bin und von Haus aus zum Kategorien-Einteilen neige, weiß ich natürlich, dass ich in keine der angegebenen Klassifizierungen so richtig passe. Ich wollte damit auch lediglich den Prozess meiner Entwicklung deutlich machen (Tragen von Damenwäsche früher eher sexuell orientiert; jetzt eher unzufrieden mit mir selbst, Depressionen etc.).
erst wenn ich meine OP hinter mir habe, werde ich aufhören mir diese Fragen zu stellen
Das war halt die Frage an die Post-OPs unter Euch, ob das wirklich so ist, dass man nach der OP aufhört, sich diese Frage zu stellen!? Wenn ich z.B. Cvetas Beiträge lese, und ihre innere Zerrissenheit und Unzufriedenheit bemerke, dann glaube ich nicht, dass mit der OP wirklich alles vorbei ist - ich denke mal eher, dann fängt die Unsicherheit für manche erst an - oder

Keine Frau läuft ständig im Minirock rum, genaugenommen laufen die wenigsten Frauen im Minirock rum und die auch nicht unentwegt. Entweder hängst Du noch zuviel Deiner sexuellen Phanatsien an das ganze Thema oder es ist wirklich noch der sexuelle Kick. Versuche Dich doch als erstes von dem Gedanken zu lösen dass eine Frau immer nur sexy und im Rock und Heels und Nylons unterwegs ist.
Das war, zugegebenermaßen, ziemlich überspitzt dargestellt von mir (ich weiß natürlich, dass eine Frau nicht jeden Tag im Minirock rumläuft - mach ich ja auch nicht...); aber ich wollte das eher als Beispiel für gewisse Hobbies oder Gewohnheiten nennen, die man doch aufgibt, um im Alltag aus Frau durchzugehen - oder etwa nicht?? Geht Ihr trotzdem noch abends in die Kneipe zum Skatspielen?
Was ich damit ausdrücken wollte, war eigentlich nur: Ich hänge eben zu gewissen Teilen an meiner männlichen Rolle, an gewissen Eigenheiten, von denen ich mich schwer trennen kann. Auch sexuell: Einerseits würde ich zu gern selbst erleben und fühlen, wie es ist, wenn ein Penis in mich eindringt; wie es ist, wenn jemand meinen Kitzler leckt etc. - aber andererseits kann ich mir nicht vorstellen, ohne Penis zu leben! Ich liebe den Sex mit einer Frau und habe mich an meine männliche Rolle gewöhnt - und ich weiß nicht, ob ich ohne größere Probleme plötzlich ohne "ihm" leben könnte...
Wirklich Hilfe kannst du aber nur von dir selber erwarten und evtl. noch von einem Psychologen
der sich auf "unsere Problematik" spezialisiert hat. Ich habe mich vor gut 10 Jahren an einen
Psychologen gewand und es war ein richtiges Fiasko. Schon bei meinem Outing gegenüber
dem Psychologen war mir klar dass dieser total überforder war, weil keine Ahnung und kein
Verständnis (!) für meine Probleme vorhanden waren.
Tja, das ist auch eine meiner Ängste: Ich bin ziemlich sicher, dass ich das ohne Psychiater nicht allein schaffe - aber erst mal den richtigen finden!? Hilft der mir wirklich, oder plappert der mir nur nach, was ich hören will? So wie Cveta möchte ich nicht enden!!!! (Sorry Cveta, nix gegen Dich; aber das, was in Deinen Statements so durchkommt - da scheint mir, hattest Du nicht die beste Unterstützung, gell??)
schließlich tue ich doch nichts verbotenes, oder etwas das mich zu einem schlechten Menschen macht.
Zu dieser Erkenntnis bin ich zum Glück schon selbst gekommen

Aber was ich eben nicht 100%ig weiß: Wo ich nun hingehöre!? Tja, ich neige wohl eindeutig zum Schubladen-Denken und will mich und meine Gefühle in eine solche pressen - obwohl ich weiß, dass es falsch ist...
Heute (10 Jahre später) lebe ich einen Alltag als Mann (beruflich wie auch im privatem Umfeld) und zu hause
bin ich Else, vor meiner Frau und meinen (großen) Kindern.
Eines ist für mich klar: Wenn ich schon nicht komplett als Frau leben kann, dann aber nur zusammen mit einer Frau, welche meine Neigung akzeptiert. Da ich momentan Single bin, heißt das: Lieber alleine bleiben, als mit einer Frau zusammen sein, die das ablehnt! Und da die Wahrscheinlichkeit doch ziemlich gering ist, eine solche zu finden, bleib ich wohl lieber alleine

Aber das trägt auch nicht gerade dazu bei, mich aus meinen immer häufiger auftretenden Depressionen herauszuholen...
Natürlich habe ich auch schon Momente gehabt ihn denen ich mir die Frage gestellt habe ob ich ganz als
Frau leben möchte. Die Antwort viel bisher eindeutig aus, halt für meine Familie !
Hm, nachdem ich Eure Antworten durchgelesen habe, und meine Kommentare dazu, und dann nochmal drüber geschlafen habe, bin ich eigentlich soweit, dass ich sage: Ich weiß was ich will - nämlich weiter "zwischen den Welten wanndeln", also keine OP!!! Aber mit der nächsten Depri-Phase kann das durchaus wieder anders aussehen... Und genaus deswegen werde ich wohl ziemlich bald einen Termin bei einem Psych vereinbaren (müssen)!
Auf jeden Fall nochmal ganz herzlichen Dank für Eure Hilfe - speziell an Triona für Deine private Nachricht!!! Melde mich morgen nochmal bei Dir!
Carmen