Beate
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Geo Girl
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« Antwort #15 am: 18. März 2007, 20:26:43 » |
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Hallo Ihr,
ich glaube, Sarah-Maria geht es gar nicht so um das Coming Out als solches als um das, was sie da antreibt.
Sarah, hoffentlich verstärke ich diese Sorgen jetzt nicht allzusehr, wenn ich erwähne, dass es mir vor knapp zwei Jahren ähnlich ging, und dass ich das zuhemend weniger im Griff hatte (aber dennoch immer noch so sehr, dass ich meinem damaligen Auftraggeber gegenüber die Klappe gehalten habe). Also achte auf Dich! Der Weg, den ich eingeschlagen habe, ist zwar gangbar, aber dennoch der letzte Ausweg.
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Beate
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Sarah-Maria
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« Antwort #16 am: 18. März 2007, 21:08:09 » |
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ich glaube, Sarah-Maria geht es gar nicht so um das Coming Out als solches als um das, was sie da antreibt.
Genau! Mittlerweile denke ich, dass es auf jeden Fall damit zu tun hat, wie ich mich in dieser neuen Gruppe positionieren will. Im Grunde genommen will ich wahrscheinlich verdammt noch mal als nicht normaler Mann wahrgenommen werden. So wie schöne Frauen wollen, dass sie als schöne Frauen behandelt werden, oder Machos als die tollsten Typen im Stall. Da sind wir auch schon beim Kern des Pudels angelangt. In einer Gruppe gibt man sich nicht selber einen Stempel, den bekommt man mit der Zeit. Ich habe auch schon einen sehr coolen und schmeichelhaften abbekommen, von daher kann ich mich nicht beklagen. @Beate: Vielleicht achte ich zu sehr auf mich? Ich hab schon so oft gegrübelt, ob ich nun TS bin oder nicht. Mein bisheriges Ergebnis: Ich bin nicht TS und wenn doch, dann will ich keine Veränderungen an meinem Körper vornehmen lassen. Jetzt werden einige sagen: Wenn du das schon so einschränkst, dann bist du TS und du solltest über einen Schnitt (höhö) nachdenken. Nach reiflicher Überlegung mit mir selber denke ich, dass ich es ziemlich gut getroffen habe, als Mann. An höchstens 1 Tag von 30 denke ich manchmal, dass ich gerne eine Frau wäre, an den anderen 29 bin ich sehr zufrieden mit mir und meinem Leben. Im Winter oder in anstrengenden Lebensphasen kommen die Gedanken stärker, aber nicht so stark, als dass ich denken würde, dass es daran liegen würde. ------------- Als Zwischenstand notiere ich daher: Lektion 1: Neue Gruppen verlangen einem immer eine Selbstreflexion ab. Lektion 2: Vollkommen in eine Gruppe integriert zu sein, muss nicht heißen, dass man sich seelisch ausziehen muss. Lektion 3: Gruppen enthalten Einzelmitglieder und -schicksale, adaptives Verhalten ist zulässig, wenn nicht sogar anzuraten. Soweit, so gut. Bald mehr von Sarahs Reise - oder die Suche nach der Gruppe 
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Beate
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Geo Girl
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« Antwort #17 am: 18. März 2007, 21:44:03 » |
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Hallo Sarah und diesmal vor allem alle anderen! ...dann bist du TS und du solltest über einen Schnitt (höhö) nachdenken. Selbst falls Du das wärest, wärst Du meiner Ansicht nach gut beraten, Alternativen hierzu in Erwägung zu ziehen. Und sei es, um sie für Dich ausschließen zu können. Aber es gibt genügend Transsexuelle, die es schaffen, Alternativen zur vollen Transition zu finden .
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Beate
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Sarah-Maria
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« Antwort #18 am: 18. März 2007, 22:49:42 » |
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...dann bist du TS und du solltest über einen Schnitt (höhö) nachdenken. Selbst falls Du das wärest, wärst Du meiner Ansicht nach gut beraten, Alternativen hierzu in Erwägung zu ziehen. Und sei es, um sie für Dich ausschließen zu können. Aber es gibt genügend Transsexuelle, die es schaffen, Alternativen zur vollen Transition zu finden . Genau. Ich dachte bis jetzt immer, dass wenn es alle wissen und ich meiner Fasson nach lebe, dass eine Transition nicht unbedingt nötig oder vielmehr von Nachteils wäre. Für mich persönlich auf jeden Fall. Vielleicht kann man aber auch nach seiner Fasson leben ohne es gleich jedem/r auf die Nase zu binden. Das ist im Moment mein Hauptansatzpunkt für meine Gedanken. Die Sarah
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cristin
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« Antwort #19 am: 18. März 2007, 23:32:05 » |
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Ooops, nicht auf den "da hat schon emand geantwortet"-Hinweis geachtet, sorry Liebe Sarah, interessante Konstellation, muss ich schon sagen: Erster Job seit ein paar Monaten, Feiern wie nach Jahren, ab zum Karneval mit der Mischpoche, kurz nach Hause mit Kolleginnen, bechern, als gäb´s kein Morgen und über kleine Geheimnisse plaudern wie mit den leiblichen Schwestern ... na, aber hallo! Kein Wunder, daß da die Katze jammert  Ok, passiert ist passiert. Das bleibt jetzt mal kurz eine Novität und wird schnell fad im Alltagsgeschäft. Das Gute daran: Deine Gesprächspartner waren mehrheitlich Frauen, die idR weniger homophob sind als die besten (männlichen) Freunde das oft sind. Da es noch dazu glücklicherweise gleichzeitig mehrere waren, reicht das zum gegenseitigen Bestätigen und muß nicht auf Druck vielen weitererzählt werden. Die Frau des Chefs? Na cool, wenn das kein Naheverhältnis zur Geschäftsleitung ist... ich denke mal, die kleinen Angebereien junger, frischgefangener Angestellter gehen ihr am Rücken vorbei. Wenn nicht, hättest Du eine Freundin für´s Leben gefunden, aber das Frühstücksgespräch bei Arbeitgebers wird sich ausser für eine Millisekunde unwahrscheinlich um das tolldreiste Treiben ihrer Knechtlinge drehen, solange die Leistung stimmt und Du Dir nicht angesichts von Kunden die Fingernägel feilst. Na klar schaut sich jeder, der davon Wind hat, Deine Site an - zugeben wird er/sie es nicht. Weitererzählen auch nicht. Für eine Erpressung taugt es nicht und sorry, aber dazu fehlt uns allen meist die Wichtigkeit. Schön, oder? So, aber was treibt Dich an? Du könntest die Reflexion der anderen als weitere Entscheidungsgrundlage suchen - so, wie man vieler Themen und Aussagen erst in der Diskussion sicher wird. Dein thema: T! Du könntest gerne mit dem Feuer spielen, weil Du eine Spielernatur bist und Risiko brauchst. Dein Spiel: T! Du könntest deinen Job bereits jetzt unterbewußt hassen. Naheliegender Kündigungsgrund: T! Du könntest ein Problem mit Autoritäten und der "ernsthaften Businesswelt" haben und beginnen wollen, Deinem Umfeld klarzumachen, daß Du anders bist und damit nicht in deren Muster fällst. Naheligender Beweis: T! Du könntest es innerhalb Deiner Lebenspositionierung unbewußt auf eine Krisis und die nachfolgende Katharsis anlegen - erlaube mir ein kindisches Beispiel: Du stellst Dich auf einen Sessel, der auf einem Tischchen steht und beginnst da oben zu wackeln. Irgendwann reagiert das System, dem Du dafür die Verantwortung/Schuld geben kannst: Alles kracht zusammen und Du fällst runter. Blutet die Nase, hast Du Lösung A herbeigeführt: Du brauchst keine Entscheidung zu treffen, denn die anderen haben Dich erkannt und sie sind böse. Blutet sie nicht, Lösung B: Du brauchst keine Entscheidung zu treffen, denn die anderen haben Dich erkannt und sie sind gut. In beiden Fällen hast Du Aktivität, Verantwortung und ggf. "Schuld" den anderen untergejubelt. Du könntest auf Deine Kolleginnen UND Deine Chefin stehen. Deine unique selling proposition: T! Du könntest Dich vor vollendete Tatsachen und in eine alternativenlose Position stellen wollen: T! (egal, in welcher Form, was liegt, das pickt.) Liebe Grüsse und niel Spaß noch  c
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Sarah-Maria
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« Antwort #20 am: 18. März 2007, 23:51:21 » |
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Du könntest ein Problem mit Autoritäten und der "ernsthaften Businesswelt" haben und beginnen wollen, Deinem Umfeld klarzumachen, daß Du anders bist und damit nicht in deren Muster fällst. Naheligender Beweis: T!
Das am ehesten. Der Job macht mir super Spaß, wirklich. Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich diesen als ersten Job bekommen habe. Danke für deine mitunter sehr erheiternde Ausführung!  Die Sarah, die jetzt gleich ab in´s Bett muss, weils ja morgen früh raus geht. 
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Adina
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« Antwort #21 am: 19. März 2007, 19:07:51 » |
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Mittlerweile denke ich, dass es auf jeden Fall damit zu tun hat, wie ich mich in dieser neuen Gruppe positionieren will. Im Grunde genommen will ich wahrscheinlich verdammt noch mal als nicht normaler Mann wahrgenommen werden. Jepp. Alle Menschen sind so 'gebaut', dass sie von den Anderen so wahrgenommen und angenommen werden wollen, wie sie sich selbst sehen bzw innerlich fühlen.
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LG
Adina
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anja-w
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« Antwort #22 am: 19. März 2007, 20:32:58 » |
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Hallo Ihr,
ich glaube, Sarah-Maria geht es gar nicht so um das Coming Out als solches als um das, was sie da antreibt.
Ich denke, das kann man nicht so einfach voneinander trennen. Auch wenn ein Coming Out in den nächsten 20 Jahren nicht vorgesehen ist, wird man das als Möglichkeit mitdenken müssen. Oder sich geistig präparieren und trainieren als perfekte/r GeheimnisträgerIn, ähnlich einem Geheimagenten, der sich nie soweit entspannen darf, dass er die Kontrolle über sich und sein Handeln verliert. Ich glaube nicht, dass es ansonsten eine Alternative gibt zu dem Weg, Selbst-Akzeptanz und Selbstbewusstsein zu entwickeln. Eine Transition scheint mir ein sehr fragwürdiger Ersatz dafür zu sein, ein Ausweichen vor dem Problem. Wenn nun dieser Job wichtig ist und eine Perspektive hat, dann könnte der Drang zum Outing veranlast sein durch die intuitive - dabei unbewusste - Erkenntnis. dass ein Outing in dieser Einstiegsphase sehr viel vorteilhafter ist, als wenn man damit z.b. 5 Jahre wartet: bis dahin können sich solche Spannungen / Verkrampfungen entwickelt haben, intrigante Sticheleien usw., dass ein Outing zu einem schweren und schmerzhaften Bruch führt, weil die anderen "sich über Jahre hintergangen fühlen" Ich denke, es kennen alle hier, das "zwei Seelen wohnen, ach .." Ich fürchte, der Weg des Tarnens und des Versteckens ist nur scheinbar der Einfachere und Bequemere - dein "anderes Selbst" hat die Tendenz, ihn zu unterlaufen und die Vollgültigkeit seiner Existenz in Anspruch zu nehmen. Diese Option einzuplanen - auch ohne die Absicht, sie kurzfristig realisieren zu wollen - also Netz und doppelten Boden vorsorglich aufspannen und das TG-Selbstbewusstsein passend präparieren, scheint mir der schlauere und sicherere Weg zu sein. Im Übrigen: Kundenbeziehungen bedeutet ja nicht, dass es hier ein Problem geben müsste. Ich würde einfach einmal das Szenario geistig durchspielen, das nach einem Outing entstehen würde, bzw. wie es optimalerweise vonstatten gehen könnte, so dass keine Störungen des Betriebsklimas entstehen. Evtl. auch die Situation, als Sarah dort zu arbeiten, auch wenn du weder das eine noch das andere demnächst realisierst. Würde natürlich auch einschliessen, den Chef davon in Kenntnis zu setzen / die Sache mit ihm abzustimmen. Das größte Problem sehe ich aber darin, selbst im eigenen Kopf die Akzeptanz der eigenen Neigungen und ihrer Legitimität herzustellen. Solange das nicht im Reinen ist, ist auch ein Stolpern und Peinlichkeiten vorprogrammiert. Also: klar für sich selbst entscheiden, dass man das Recht hat und dass es für alle Beteiligten völlig in Ordnung ist, so zu sein, wie man ist. Falls es da noch irgendwelche Schuldgefühle gibt, müssen die vorab geklärt werden. Also, wie gesagt, ich würde einerseits nichts forcieren wollen, andererseits aber die mentalen Vorbereitungen treffen, um mit dem Fall der Fälle umgehen zu können..
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Roxanne
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Quasselstrippe mit Überlänge
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« Antwort #23 am: 19. März 2007, 20:49:10 » |
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Wenn nun dieser Job wichtig ist und eine Perspektive hat, dann könnte der Drang zum Outing veranlast sein durch die intuitive - dabei unbewusste - Erkenntnis. dass ein Outing in dieser Einstiegsphase sehr viel vorteilhafter ist, als wenn man damit z.b. 5 Jahre wartet: bis dahin können sich solche Spannungen / Verkrampfungen entwickelt haben, intrigante Sticheleien usw., dass ein Outing zu einem schweren und schmerzhaften Bruch führt, weil die anderen "sich über Jahre hintergangen fühlen" Ich denke, es spricht etwas dafür rechtzeitig kleine Infos zu streuen - nicht aufdringlich, offensiv. Aber so, daß sich "etwas" rumspricht. Dabei aber bei der Arbeit immer korrekt und soweit erwartet "kerlig" sein. Wenn dann doch irgendwann mal ein Typ kommt und rumtönt: "Der ist ne Tunte/Transe!" , dann erntet er wenig mehr als mitleidige Blicke, in der Art, daß das ein alter Hut ist, man wußte das doch eh schon. Insofern möchte ich dich, Sarah, beruhigen. Vielleicht war das, was du getan hast, genau das Richtige. 
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Natürlichkeit ist langweilig. 
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Tamara
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Lebe Lauter!
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« Antwort #24 am: 19. März 2007, 21:54:39 » |
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@anja-w: gut geschrieben... outing in der firma, im sinne von "ich sag was ich in meiner freizeit so mache" ist kein so problem, vorausgesetzt man hat zu den kollegen schon eine gewisse private gesprächsbasis. viel viel problematischer ist wenn du in der arbeit auch als Frau auftreten möchtest - und Kontakt zu Personen außerhalb der Firma hast (wennst am Förderband sitzt und was zusammenschraubst isses hingegen VÖLLIG egal ob du herr oder frau müller bist...). Das Problem ist hier einerseits der Übergangsprozess, und vor allem die Stimme. Wenn du mit ner perfekten Männerstimme als Frau Müller Druckertoner bestellst dann WIRD das für Verwirrung sorgen. Nicht wegen einer trannyphobie deines Gegenübers, sondern weil jeder drauf bedacht ist seinen Gesprächspartner korrekt anzusprechen - als Zeichen der Höflichkeit. Wenn man von einem Tag auf den anderen vom perfekten Mann zur perfekten Frau wechseln könnte dann hätte wohl niemand etwas gegen geschlechterwechselnde trannies am arbeitsplatz... 
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"we all came into this world naked, the rest of it is all drag" - RuPaul
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Natascha_TV
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« Antwort #25 am: 20. März 2007, 04:10:46 » |
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habe nun alle Kommentare gelesen und bin zu der Einsicht gelangt, daß das offensichtlich ein Thema zu sein scheint, welches doch irgendwie jede von uns mehr oder weniger anspricht und bewegt - angestoßen durch Sarah-Maria und ihre "Schnüss"/ihrem Drang zur Offenheit, dafür zunächst mal Dank, liebe Sarah. Viel Wahres wurde geschrieben, zumindest empfinde ich es so und hätte es selbst nicht besser ausdrücken können, obwohl mir noch einiges eingefallen wäre. Ich will mich nicht in langen Zitaten ergehen und greife deßhalb nur eine von Saharas Äußerungen heraus, nämlich: im Sommer ist der Drang zum "Tranny-Tum" schwächer, als im Winter. Das kenne ich, und deßhalb nochmals die Frage, vielleicht etwas allgemeiner gestellt: gibt es Zeiten/Phasen, in denen Ihr dem mehr nachgebt, als in anderen? (Sarah selbst mißt dem zwar weniger Bedeutung zu, ich finde das aber einen interessanten Aspekt) Selbst halte ich es in etwa so: ich binde es keinem auf die Nase, wenn es nicht unbedingt sein muß, obwohl ich manches Mal gern würde  @Sarah, ich kenne das Bedürfnis... Bei vollkommener Offenheit und lockerem Umgang mit dem Thema würden sich letztendlich sicher entspanntere Möglichkeiten ergeben, Stichwort `Mauselochstrategie´, aber das ist wirklich ein ganz persönliches Thema (inwieweit akzeptiere ich es für mich selbst), welches weiter oben bereits, zwar etwas theoretisch, aber doch sehr treffend behandelt wurde. Ich will nicht länger nerven, eins fällt mir noch ein bzgl. "wie positioniere ich mich": einen Stempel bekommt man(n)/frau nicht einfach aufgedrückt, das hat schon sehr damit zu tun, wie jeder sich persönlich gibt, sprich: für mein Image bin ich schon (weitgehenst) selbst verantwortlich. und jetzt noch ganz speziell an Sarah: 1. Job nach dem Studium, da kommt es leicht zu Irritationen, Du wechselst komplett Deine Situation... manchmal spricht man auch vom Praxis-Schock; wieviel Spaß auch immer Du dabei hast, die Seele muß erstmal hinterher! (aber auch das wurde weiter oben bereits besser angesprochen) wenn alles so einfach wäre, bräuchten wir diese Community? - wir bräuchten sie, aber dann wirklich nur zu Spaß- und Dating-Zwecken in Gedanken N
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anja-w
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« Antwort #26 am: 20. März 2007, 16:07:05 » |
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Die Frage, um die es hier geht, heisst ja "wo stehe ich als Tranny sozial", "ist das gut oder ist es völlig daneben, was ich hier treibe?", "was nütze oder schade ich der Gesellschaft, wenn ich mich so verhalte?"
Für Diejenigen, die diese Fragen positiv beantworten können - und das nicht nur nach einem Glas Sekt zuviel - bringt ein Outing eher Chancen, als Risiken.
Für die, die bei diesen Fragen denken: " ich verstehe das alles nicht, was mich dazu treibt und warum ich das nicht lassen kann", "warum hat mir die Natur / die Wechselfälle des Schicksals das eingebrockt?" usw. ist ein Outing natürlich ein Problem und hat die Tendenz, im Desaster zu enden.
Wer nicht die Vorstellungskraft aufbringt, die eigene Trannie-Existenz als richtig, sinnvoll, akzeptabel und angebracht in den sozialen Kontext einzubetten, wird zwangsläufig eher auf die Mauseloch-Strategie angewiesen sein. Wer dem nicht unterworfen sein will, muss sich einen eher offensiven Habitus aneignen, das Existenzrecht als Tranny als selbstverständlich in Anspruch nehmen und in dieser Hinsicht eher als "Kampflesbe" auftreten.- denen gegenüber, die das nicht respektieren.
Auch das eigene ideologische Defizit wird man abbauen müssen: die Nicht-Trannies um uns herum geniessen alle den Vorteil, dass ihnen ihre Ideologie tagtäglich frei Haus geliefert wird, von morgens bis abends, in der Bild-Zeitung, in der Nachmittags-Soap oder im Erotik-Thriller spätabends. Da haben Trannies nur ganz marginal etwas zu suchen. Man wird sich also mit dem Gedanken anfreunden müssen, sich ein wenig zentraler in der Gesellschaft zu positionieren, das Recht darauf einzufordern, auch in der Mitte zu stehen.
Sicher, für die meisten hier hört sich das wohl eher schräg oder wirklichkeitsfremder Utopie an. Eben darin liegt das Problem: zu wenige können sich das bisher vorstellen oder sind bereit dazu.
Nun: wie man so sagt: "Rom wurde nicht an einem Tag erbaut", aber es wurde irgendwann damit angefangen. Dazu kommt: der ganze Männlichkeitskult und der Sexismus der Vergangenheit sind längst auf dem absteigenden Ast: gute Karten also für den Transgenderismus. Allerdings nur für die, die bereit sind, zu ihrer Identität zu stehen, anstatt sie zu verstecken.
Die wichtigste Front an der man als Trannie zwangsläufig kämpft oder untergeht, ist das eigene Bild vom Trannietum in Bezug auf sich selbst und auf den Rest der Gesellschaft. Wenn das klar ist und angenehme Farben hat, dann ist alles bestens. Ansonsten steckt man in Problemen, wenn nicht heute, dann morgen. Zoe z.b. zeigt ja, wie und dass es geht mit dem klaren Bild. Die meisten müssen hier aber noch viele Hausaufgaben machen.
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Sarah-Maria
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« Antwort #27 am: 21. März 2007, 21:26:48 » |
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So, das Ganze ist nun ein wenig her; es hat sich nichts verändert. Keine Anmerkung vom Chef, kein komisches Schauen, nichts. Entweder er ist die coole Sau, für den ich ihn halte, oder seine Frau hat´s ihm nicht erzählt. Vielleicht erzählt sie mir das mal irgendwann. Wir werden sehen. Mein Zwischentief ist auf jeden Fall vorbei und ich sehe in vielen Dingen klarer als vorher. Danke an euch alle, die ihr mir Denkanstöße gegeben habt.  Die Sarah
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anja-w
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« Antwort #28 am: 22. März 2007, 01:42:56 » |
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Noch ein praktischer Tip zum Thema: Grübeln, sich Sorgen machen und dergleichen, hat die Tendenz, nach hinten loszugehen und die Dinge zu verschlimmern. Wer den Hang zum Drama hat, mag sich da hineinstürzen, weil er/sie auch die Münchhausentricks geübt hat, sich wieder am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen.
Wem das nicht so liegt, der/die sollte auf die eigene Stimmung bei der Befassung mit solchen Problemen achten: wenn die gut, konstruktiv, kreativ oder sonnig ist, dann ist alles bestens. Andernfalls lieber erstmal eine Runde durch den Park joggen oder andere Übungen, um wieder fit zu werden, ein Stimmungstief zu verlassen.
Um potenzielle Problemfelder herum am besten mental oder per Visualisierung ein freundlich bis euphorisches Ambiente geistig aufbauen, entsprechende Vorstellungsbilder entwickeln. Dann kann sich das sehr viel entspannter und in die gewünschte Richtung entwickeln.
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anja-w
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« Antwort #29 am: 25. März 2007, 16:38:01 » |
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Noch einmal zum Thema: hier hat Hekate ja einen bemerkenswerten Beitrag geliefert: http://www.transgender-forum.com/tgtraeume-t1006.0.html;msg26066#msg26066Also hier mal - sozusagen "frisch aus dem Bett" - ein Traum von mir (..) :
Ich schaue das transgender forum an. Da berichten diesmal viele Mitglieder, die nebeneinanderliegende Büros im gleichen Gebäude haben, mit Fotos, wie sie der Reihe nach eine neue Tranny zurechtgemacht haben - ins erste Büro kam sie noch als Mann rein, dann kam in jedem weiteren Büro was dazu, bis sie im letzten als perfekte Lady in einem Schaukelstuhl sitzt. Der Kreisbogen der Schaukelstuhlkufen, berichtet die letzte stolz, habe einen Durchmesser von 3 1/2 englischen Fuß...
[an diesem Beispiel ist vieles typisch für meine Träume: z.B. wär's ja viel "plausibler", wenn das nebeneinanderliegende Hotelzimmer vor einem Tranny-Fest wären - aber nein, es müssen "Büros" sein (vielleicht wegen Cristins gestrigem Posting im Thema "Trottel-Outing"?); was die Tranny im Einzelnen angezogen bekommen hat, erinnere ich nicht (mehr?) - wohl aber die vollkommen irrelevante Maßangabe der Schaukelstuhlkufen... dagegen hat sich mir das (schräge aber originelle) Konzept des stufenweisen Auftransens von Raum zu Raum ganz klar eingeprägt.] In dieser Traum-Message stecken einige signifikante Botschaften: a) das TG-Wesen beschränkt sich nicht mehr auf harmlose Tranny-Feste, sondern greift über in den Bereich der Arbeit, der Existenzerhaltung. Der typische Gegensatz, der heute den meisten ZeitgenossInnen eingebläut wurde: "hier die Arbeit, da das Vergnügen", diese einschlägige graue Alltagslogik wurde aufgelöst. b) die Sache mit den Schaukelstuhlkufen war mir anfangs unklar. Beim dritten Lesen kam mir die Erklärung: die TG-Lady ist am Ende dieser Karriere nicht nur am Arbeitsplatz perfekt gestylt. Sie befindet sich im Ergebnis noch dazu in einer völlig relaxten Situation: im Schaukelstuhl. Die Größe der Kufen sagt uns, dass hier offenbar alles erreicht wurde, was man sich wünschen kann: das Ende aller Nervereien und stressiger Versteckspiele. Alles in allem eine hoffnungsfrohe Vision, die Hekate uns da übermittelt hat. @Hekate: hast du noch weitergehende Details dazu, z.b. zum letzten Bild des Traums oder zu den Zwischenstufen? Das "stufenweise Auftransen" im Verlauf der Job-Karriere können wir wohl schon als Abbild der Realität ansehen, insofern ist es nicht mehr angemessen, das als "schräg" zu bezeichnen. Ich denke, man sollte anfangen, den Dingen ins Auge zu blicken, wie sie sind, anstatt mit der Brille der Vorurteile, die uns teilweise noch immer umgeben, und die unser Verhalten als "neben der Spur" ansehen. Das "stufenweise" ist vielleicht auch nicht ganz unwichtig: wer sich heute am Anfang dieser Leiter sieht, der wird vermutlich Angst vor der eigenen Courage bekommen, sich jetzt schon mit dem Endergebnis zu konfrontieren. Deshalb also Schritt für Schritt / Stufe für Stufe. Wer für sich in der Lage ist, die Einzelbilder in diesem Traum "auszumalen", für den könnte ein solcher Prozess deutlich angenehmer und kontrollierter ablaufen, als blindes Hineinstolpern / Hineingestoßenwerden durch das Unbewusste. Und die Ergebnisse decken sich dann wahrscheinlich auch sehr viel besser mit der eigenen Identität.
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