Hallo,
Ich bin neulich auf dieses Forum gestoßen, hab mich mal etwas umgeschaut und stelle mich jetzt auch mal vor.
Aaaaalso:
Ich bin Christina, 28 und komme aus dem wunderschönen Tübingen am Neckar

In meinem derzeit täglichen Leben heiße ich aber Christian.
Was bin ich?Das ist eine schwierige Frage, die --so glaube ich-- auch noch nicht vollständig beantwortet ist.
Meine GeschichteIch habe schon sehr früh gemerkt, daß mit mir irgendwas "anders" ist. Ich war auch im Alter von 9 (aber aus anderen Gründen) und 11-12 Jahren schon mal bei einem Psychologen. Beim ersten Mal wurde schon in die Akten geschrieben, daß ich damals wohl meinte, lieber gerne ein Mädchen zu sein. Beim zweiten Mal war das Ergebnis laut Akte eine "Störung der psychosexuellen Identität".
Das habe ich herausgefunden, indem ich vor ein paar Wochen bei jenem Psychologen mal um Akteneinsicht gebeten habe (ja, die Akte war noch da!), da ich mich an die Zeit damals nicht mehr so ganz erinnern kann.
Nach den Besuchen habe ich eine Weile lang relativ normal gelebt, meine Schule und mein Studium (Informatik) gemacht.
Aber immer war in mir das Wissen, daß ich anders als die anderen Jungs/Männer bin. Auch hab ich mich in Jungs-Cliquen nie wohl gefühlt sondern wär lieber bei den Mädchen dabei gewesen -- wo ich aber fast nie die Chance bekam.
Freundinnen hatte ich auch, das hat soweit schon ganz gut funktioniert. Auch Sex klappte, wobei ich aber z.B. bei meiner letzten Freundin ihr zuliebe 4,5 Jahre auf Sex im Sinne von Penetration verzichtet hatte (sie fühlte sich nie bereit dazu) -- so hatten wir vom Sex her fast eine lesbische Beziehung.
Allerdings war sie auch diejenige, die sich am meisten einen "richtig männlichen" Partner gewünscht hat und die somit mit meiner weiblichen Seite ein arges Problem hatte (was dann u.a. auch zur Trennung führte). Z.B. hat sie mir "verboten", Ohrlöcher stechen zu lassen, eine Handtasche zu benutzen oder Röcke zu tragen. Kurz nach der Trennung hatte ich dann Ohrringe

Während der letzten Jahre habe ich, meist im Privaten, weibliche Kleidung und Schuhe getragen und mich dabei irgendwie frei und gut gefühlt.
Mein jetziger StandAktuell ist es so, daß ich mit meiner weiblichen Seite kein Problem mehr (wie vielleicht früher mal) habe. Auch meine jetzige Freundin (mit der ich seit über 2 Jahren zusammen bin) wußte von Anfang an davon. Mit ihr kann ich mich auch zusammen schminken, einkaufen oder ausgehen. In Tübingen bin ich auch als Mann mit etwas anderem Kleidungsstil (Rock, Schuhe, Haarband ...) bekannt (und z.B. in einigen Tanzgruppen akzeptiert).
Allerdings habe ich vor ein paar Monaten angefangen, nochmals genauer über mich und meine Situation nachzudenken. Dabei kam dann auch auf, daß ich meiner weiblichen Seite einen Namen -- Christina -- gegeben habe. Christina ist inzwischen eine "virtuelle" Persönlichkeit von mir geworden. Stein des Anstoßes für das Nachdenken war, daß ich eine TS-Frau kennengelernt habe, mit ihr E-Mails austausche, chatte und sie inzwischen auch schon 2x (1x davon zusammen mit meiner Freundin) getroffen habe. Diese Frau kennt mich als Christina und akzeptiert mich auch so. Mit ihr war ich inzwischen (bei ihr in der Stadt) auch schon als Christina mal aus (Discoabend und Einkaufen). Und das fühlte sich irgendwie gut an, ich hatte auch keine negativen Reaktionen.
Wie gesagt, meine Freundin akzeptiert mich so, wie ich bin -- bis zu einer bestimmten Grenze. Und zwar, daß sie "Christian" mag und nicht "Christina". Und ich respektiere diese Grenze und werde alles tun, um sie einzuhalten. Sie wird mich auch nicht Christina nennen (müssen).
So lebe ich momentan eine gewisse Dreiteilung:
- Der Mann im Job
- Der "androgyne" Mann (Freundin, die meisten Freunde)
- Die Frau ("virtuell" und mit einer TS-Freundin sowie vielleicht bald noch mehr enge Freunde)
Um mit dieser Situation dauerhaft klarkommen zu können oder auch Rat und Hilfe zu suchen, hab ich für mich beschlossen, einen Psychologen aufzusuchen, erst einmal eben nur zur Klärung, was mit mir jetzt eigentlich wirklich los ist.
Ich habe mich dabei für Dr. Rosenau in Böblingen entschieden, da es der begleitende Psychologe meiner TS-Freundin ist und er auch mit dem Thema Erfahrung hat (soweit ich gelesen habe). Der Termin ist am 30.6. ...
Ich hoffe, meine Ausführungen waren jetzt nicht arg wirr

Fragt einfach, wenn Euch was interessieren sollte!
Liebe Grüße,
Christina