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Autor Thema: Neue katholische Bibelübersetzung bricht mit Patriarchat  (Gelesen 1077 mal)
Michi
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auch Minolfa




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« am: 06. Mai 2017, 22:58:50 pm »

Nach 40 Jahren hat die katholische Kirche (seit Ende 2016) in zehnjähriger Arbeit eine neue "Einheitsübersetzung" für den liturgischen Gebrauch im deutschsprachigen Raum erarbeitet.

Ich zitiere einfach aus dem Kommentar eines aufgebrachten Amazon-Kundens:
Zitat
Die neue Einheitsübersetzung besticht vor allem durch diverse Textänderungen, die teilweise schon gehörig an den fundamentalen Dogmen des Christentums kratzen. Aus dem Apostel Junia wurde die Apostelin Junias, aus der Anrede "Brüder" wurde, ganz nach Art des Gender-Mainstreamings, die Anrede "Brüder und Schwestern", aus "Söhne" wurde "Kinder", aus "Väter" wurde "Eltern" und aus "empfangen" wurde "schwanger". Die meiner Meinung nach gravierendsten Änderungen hat das Wort "Wunder" erfahren, welches nun als Machtat bezeichnet wird, sowie das Wort "Jungfrau", welches nun mit "junge Frau" ersetzt wurde.

Große Mühlen mahlen langsam, aber doch geschehen Zeichen und Wunder... (diese Ausgabe wurde von Papst Franziskus abgesegnet.)

Liebe Grüße,
Michi

PS:  Wir - ein paar Freifunk-Aktivisten - machen regelmäßige Treffen im Jugendraum der Pfarrgemeinde. Der Pfarrer hat heute einen Router ins Fenster gestellt für ein Straßenfest vorm Rathaus. Die Stadt hingegen zickt eher rum was Freifunk betrifft, anonymes Internet könnte ja böse sein.
« Letzte Änderung: 06. Mai 2017, 23:04:06 pm von Michi » Gespeichert

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Beate
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« Antwort #1 am: 07. Mai 2017, 18:06:20 pm »

Hattest Du sie schon in den Fingern?
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Viele liebe Grüße

Beate
Michi
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auch Minolfa




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« Antwort #2 am: 07. Mai 2017, 19:21:35 pm »

Nein, aber auf dem Geburtstags-Wunschzettel. Die alte Schulbibel sieht inzwischen -öhem- nach *zensiert* aus, da ist das ein guter Anlass. Grin
(Genau deshalb bin ich über die Info gestolpert.)
« Letzte Änderung: 07. Mai 2017, 19:23:37 pm von Michi » Gespeichert

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Lina
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« Antwort #3 am: 13. Mai 2017, 16:39:02 pm »

@rt "Jungfrau", welches nun mit "junge Frau" ersetzt wurde.

Als Kind habe ich es genau so verstanden. Ich war geschockt als ich begriff, wie die es wirklich meinten - also die, die es derzeit weitervermittelt haben, nicht die Autoren.
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Kerstin S.
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« Antwort #4 am: 13. Mai 2017, 22:37:28 pm »

Ich weiß nicht so recht. Ich bin da zweigespalten.

Einerseits ist es vielleicht ein Zeichen, das die Kirche wirklich etwas von ihrem Muff verliert, andererseits sage ich sogar als Agnostiker mit Tendenz zum Atheismus, das die Bibel ein historisches Kulturgut ist. Man übermalt auch nicht das Kleid der Monalisa mit modernen Farben. Und der Begriff "Jungfrau" ist wichtig für die Story. Ich tu mich aber auch schwer mit, in meinen Augen, überzogenen Anpassungen an politischer Korrektheit, wie z.B. Fahrradfahrende statt Fahrradfahrer. Das ist aber vielleicht nötig um eine Entwicklung der Gesellschaft zu etablieren.

Wenn man sich aber vor Augen hält, das die Bibel für eine nicht kleine Anzahl von Menschen nicht nur ein Sammlung von alten Geschichten ist, sondern ein Lebensleitfaden, bekommen die Änderungen eine ganz andere Bedeutung.

(Ich bin mir nicht sicher, wie oft Fahrradfahrer in der Bibel erwähnt werden Grin)

Es grüßt dat ewich gestrige Kerstin Wink

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Lina
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« Antwort #5 am: 14. Mai 2017, 00:34:55 am »

Ich weiß nicht so recht. Ich bin da zweigespalten.

Einerseits ist es vielleicht ein Zeichen, das die Kirche wirklich etwas von ihrem Muff verliert, andererseits sage ich sogar als Agnostiker mit Tendenz zum Atheismus, das die Bibel ein historisches Kulturgut ist. Man übermalt auch nicht das Kleid der Monalisa mit modernen Farben. Und der Begriff "Jungfrau" ist wichtig für die Story. Ich tu mich aber auch schwer mit, in meinen Augen, überzogenen Anpassungen an politischer Korrektheit, wie z.B. Fahrradfahrende statt Fahrradfahrer. Das ist aber vielleicht nötig um eine Entwicklung der Gesellschaft zu etablieren.

Wenn man sich aber vor Augen hält, das die Bibel für eine nicht kleine Anzahl von Menschen nicht nur ein Sammlung von alten Geschichten ist, sondern ein Lebensleitfaden, bekommen die Änderungen eine ganz andere Bedeutung.

(Ich bin mir nicht sicher, wie oft Fahrradfahrer in der Bibel erwähnt werden Grin)

Es grüßt dat ewich gestrige Kerstin Wink




DAS ist wirklich eine interessante Betrachtungsweise. "Historisches Kulturgut" - ja, ohne Zweifel. Nur von welcher Bibel reden wir? Die "Original-Bibel samt Neues Testament", wie die Römer das Werk oder die Werke redigiert haben - nach einer vielleicht nicht so fantastisch genauen Übersetzung. Oder ist es die Bibel, die es bis in heutige Zeiten, nach vielen Änderungen im lateinischen "Original", die dann übersetzt wurde. Oder ist es die alte Schriftrolle, die mutmaßlich die Original-Bibel ist ...?

Streng genommen sind die doch alle historisches Kulturgut - oder etwa nicht?

Die Frage ist nur, was will man mit einer neuen Übersetzung? Will man Politik aus 1.700 Jahren wieder herausfiltern und back-to-the-roots? Vielleicht. Was will man damit erreichen - wenn man denkt damit werden Probleme im heutigen Tag gelöst und weniger Leute rennen der Kirche weg, dann bezweifle ich, dass es gelingt.

Und das mit er politische Korrektheit: Ja, klar ist es sicherlich korrekter - in gewissen Fällen das, was in einigen Sprachen wörtlich übersetzt "Söhne" heißt mit "Kinder" und nicht geschlechtsspezifisch zu übersetzen.

Man muss sich nur überlegen, weshalb gerade bestimmte Kulturen kein Wort haben, das "Kinder" entspricht. Gut, es mag sein, dass "Kinder" über die Relais-Übersetzung Latein verloren ging. Halte ich für wahrscheinlich. Ich habe nur Kenntnisse in einer Sprache, die enger mit Hebräisch und Arabisch verwandt ist, nämlich Maltesisch. Da gibt es zumindest Söhne, Töchter und auch Kinder. Aber das beweist auch nicht viel.

Natürlich finde ich es OK, dass man eine genauere Übersetzung mach. Das gibt vielleicht mehr Klarheit darüber, was die Urheber damals eigentlich sagen wollten. Aber zu meinen, das sollte neue Maßstäbe fürs tun und handeln im heutigen Tag, finde ich verrückt. Die Bibel entstammt aus einer Kultur, wo Sklavenhaltung OK war, Frauen mehr oder weniger als Eigentum betrachtet wurde, Blutrache völlig OK- von der Logik her sollte das dann auch als Maßstäbe in der heutigen Welt gelten.  (hmm ... mit der Blutrache könnte ich mich vielleicht arrangieren, aber der Rest ...)

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michelangela
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« Antwort #6 am: 16. Mai 2017, 10:01:26 am »


Die Frage ist nur, was will man mit einer neuen Übersetzung? Will man Politik aus 1.700 Jahren wieder herausfiltern und back-to-the-roots? Vielleicht. Was will man damit erreichen - wenn man denkt damit werden Probleme im heutigen Tag gelöst und weniger Leute rennen der Kirche weg, dann bezweifle ich, dass es gelingt.


ach, ich kann mich gut erinnern an Bemerkungen wie "in der Bibel werden nur die Brüder erwähnt, Frauen sollen die Klappe halten"
oder "Wortgottesdienste sind ja schlimm genug, wenn der aber auch noch von einer Frau zelebriert wird... " auch mit dem Brüderargument begründet.
« Letzte Änderung: 16. Mai 2017, 10:15:58 am von michelangela » Gespeichert
Gerlinde
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« Antwort #7 am: 05. November 2017, 13:58:56 pm »

Und der Begriff "Jungfrau" ist wichtig für die Story.

Stimmt schon, war aber auch bei anderen Religionen "wichtig für die Story" (z.B. Horus, Krishna, Mitras). Man brauchte die Jungefrauengeburt, und die Einzigartigkeit des Religionsgründers (die meist diesen Brimborium nicht wollten, weswegen die Anhänger den Job übernahmen).
Ich begrüße es, wenn eine Gruppe/Religion sich vom Mief der Vergangenheit befreien will, nur zeigt die Erfahrung, dass meist die ewig gestrigen nicht schlafen, sondern dagegen ankämpfen werden.
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