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Autor Thema: Bald unbegrenzt Energie?  (Gelesen 9998 mal)
Daphne
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« Antwort #60 am: 29. April 2017, 20:02:43 pm »

Ja hoi, da sagt Wiki glatt das Gegenteil von dir, Rebecca und nnichts anderes als ich auch.

Komisch was der DLF da ausgräbt.
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TransgenderDany
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« Antwort #61 am: 29. April 2017, 20:47:20 pm »

https://de.wikipedia.org/wiki/Steriles_Neutrino

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Rebecca
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« Antwort #62 am: 01. Juli 2017, 12:40:12 pm »

Hallo,

ich habe vor kurzem einen interessanten Film auf Amazon gesehen, was Kernreaktoren angeht. In dem Film wurden mehrere verschiedene Reaktoren vorgestellt und auch worauf sie beruhen, also, warum sie alle so um 1947 entwickelt wurden:

1. Unsere praktisch überall als Kernreaktor gebauten Atommeiler:

Sie wurden ursprünglich von der US-Navy gefordert, die sie für U-Boote haben wollten. Daher war ein kompakter Aufbau und die Tatsache, dass Wasser um die U-Boote immer vorhanden war, Wasser als Kühlmittel und feste Brennstäbe entworfen. Dabei soll das Wasser in einem eigenen Kreislauf laufen, dabei erhitzt werden und damit einen Stromgenerator antreiben. Als zweite Kühlung für den Primärkreislauf sollte immer das Meerwasser, welches bei U-Booten vorhanden ist, dienen.

Dazu kamen durch die Strategie des Kalten Krieges noch Reaktoren, die Plutonium produzieren sollten (In deutschland der nie fertige "schnelle Brüter Kalkar).

2. Auf Forderung dre US-Luftwaffe, die damals Reaktoren in Flugzeuge einbauen wollte: noch kleinere kompakte Reaktoren, bei denen aber die Brennstäbe und damit das enthaltende Uran oder Plutonium in einer Flüssigkeit, z.B. Flüssiges Salz, vorhanden sein sollten.

Aber dummerweise wurden nur die unter 1. entworfenen Reaktoren gebaut. Die Folgen waren bei Tschernobyl und Fukushima zu sehen.

Wenn der Sekundär-Wasserkreislauf zusammenbricht, kommt es zu zu einem überhitztem Primärkreislauf und in der Folge zu Rektionen zwischen den Brennstäben und dem Wasser, was zu einer Wasserstoffexplosion und zur Kernschmelze führt.

Bei einem unter 2 definiertem Reaktor wird im Primär-Kreislauf auch flüssiges Salz eingesetzt, welches einen weit aus höheren Verdampfungpunkt als Wasser hat und der höher ist, als ein Kernkraftwerk an Hitze entwickeln kann und der vor allem Drucklos ist, also im schlimmsten Fall NICHT explodieren kann, ebenfalls einen Sekundär-kreislauf einen Generator mittels ebenfalls Flüssigem Salz antreibt.

Die Vorteile sind die: Bei einer Störung im Sekundär-Kühlkreislauf kann das flüssige Salz einfach in ein Becken abgelassen werden, wo es dann sofort fest wird.

Wird der Primär-Kreislauf gestört, kann das auch geschehen, wobei die Brennstäbe auch gleich mit hinein fallen und dort im Salz eingebunden werden.


https://de.wikipedia.org/wiki/Generation_IV_International_Forum


Vorteile

    Reaktorkern ist bereits geschmolzen
    Das Neutronengift 135Xe kann problemlos aus dem Primärkreislauf entfernt werden
    Reaktorschnellabschaltung erfolgt konstruktionsbedingt automatisch
    druckloser Primär- und Sekundärkreislauf, daher kein komplexer Reaktordruckkessel notwendig.
    kleine Bauweisen möglich
    Uran, Thorium und möglicherweise auch Plutonium als Brennstoff möglich
    Prozesswärme für Wasserstoffherstellung oder Kohleveredelung

Nachteile

    Li-7 muss im Primärkreislauf verwendet werden, da sonst Fluorwasserstoff entsteht
    drei Kreisläufe
    Graphit als Moderator
    Flüssigsalze sind korrosiv und erfordern spezielle korrosionsbeständige Metall-Legierungen

Entwicklungsteam: Euratom, Frankreich

Liebe Grüße,

Rebecca
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Beate
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« Antwort #63 am: 02. Juli 2017, 00:40:09 am »

Dazu kamen durch die Strategie des Kalten Krieges noch Reaktoren, die Plutonium produzieren sollten (In deutschland der nie fertige "schnelle Brüter Kalkar).

Es gibt außerdem noch den "langsamen" Brüter, zumindest als Konzept. "Schnell" und "langsam" bezieht sich dabei auf die mittlere Geschwindigkeit der Neutronen während der Kernreaktion.

Zitat
Aber dummerweise wurden nur die unter 1. entworfenen Reaktoren gebaut. Die Folgen waren bei Tschernobyl und Fukushima zu sehen.

Nicht ganz: es gab mehrere Prototypen von Brutreaktoren. Im inneren Kreislauf des schnellen Brüters befindet sich übrigens flüssiges Natrium bei 600°.
Ich stelle mir lieber nicht vor, was passiert wäre, wenn so ein Ding in Fukushima gestanden hätte...

Tschernobyl ist übrigens nicht wasser- sondern graphitmoderiert, genau wie Fermis erster Prototyp. Da begann der Kern zu brennen.

Zitat
Wenn der Sekundär-Wasserkreislauf zusammenbricht, kommt es zu zu einem überhitztem Primärkreislauf und in der Folge zu Rektionen zwischen den Brennstäben und dem Wasser, was zu einer Wasserstoffexplosion und zur Kernschmelze führt.

Das ist in den USA mehrfach passiert und führte jeweils zu Totalhavarien (am bekanntesten Harrisburg), hier in Deutschland aber ebenfalls, z.B. Biblis B - die berüchtigte "Dampfblase im Reaktordruckbehälter" Glücklicherweise hat man Biblis gerade noch rechtzeitig herunterfahren können.


Es gibt auch wassermoderierte Reaktoren, die so gebaut sind, dass sie sich im Fall der Fälle selbst abwürgten. Der Forschungsreaktor der Uni Mainz war so ein Ding. Man konnte sich gefahrlos im Reaktorbehälter aufhalten, während das Ding lief. Auch während einer Vorführung der "Selbstabschaltung".

Wenn man bedenkt, dass da genauso viel spaltbares Uran drin ist wie in den ersten Atombomben...
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Viele liebe Grüße

Beate
Michi
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« Antwort #64 am: 02. Juli 2017, 10:47:34 am »

Es gibt auch wassermoderierte Reaktoren, die so gebaut sind, dass sie sich im Fall der Fälle selbst abwürgten. Der Forschungsreaktor der Uni Mainz war so ein Ding.

Der erste Forschungsreaktor in Jülich aus den 50'er Jahren kam auch ohne Druckbehälter aus und strahlte als wissenschaftliche Neutronenquelle friedlich vor sich hin, mit 10 MW Leistung einer der größten Forschungsreaktoren Deutschlands. Man konnte bei Führungen von oben ins Wasserbecken schauen, und unten drin den Kern bläulich schimmern sehen. Erst 1995 hat man ihn als letzten stillgelegt und zwischen 2000 und 2008 zurückgebaut.

Leider ist der Wirkungsgrad von Dampfturbinen umso besser, je höher die Dampftemperatur ist. In modernen Kohlekraftwerken werden Dampftemperaturen von 600°C angestrebt. Für einen vergleichbaren Wirkungsgrad müsste man also zur Primärkühlung in Atomkraftwerken entweder alternative Flüssigkeiten oder sehr hohen Druck verwenden. Ehrlich gesagt bin ich froh, dass Deutschland aus der Kernspaltungstechnologie ausgestiegen ist.
« Letzte Änderung: 02. Juli 2017, 11:01:09 am von Michi » Gespeichert

Das Pippi Langstrumpf Prinzip: Mach dir die Welt, wie sie dir gefällt, und alles wird gut!
Beate
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« Antwort #65 am: 02. Juli 2017, 14:20:52 pm »

Der erste Forschungsreaktor in Jülich aus den 50'er Jahren kam auch ohne Druckbehälter aus und strahlte als wissenschaftliche Neutronenquelle friedlich vor sich hin, mit 10 MW Leistung einer der größten Forschungsreaktoren Deutschlands. Man konnte bei Führungen von oben ins Wasserbecken schauen, und unten drin den Kern bläulich schimmern sehen.

Der muss mehr oder weniger baugleich mit dem Mainzer gewesen sein. er diente lange Zeit als Neutronenquelle, u.a. für den Großbeschleuniger der Uni.

Zitat
Leider ist der Wirkungsgrad von Dampfturbinen umso besser, je höher die Dampftemperatur ist. In modernen Kohlekraftwerken werden Dampftemperaturen von 600°C angestrebt. Für einen vergleichbaren Wirkungsgrad müsste man also zur Primärkühlung in Atomkraftwerken entweder alternative Flüssigkeiten
Mit anderen Worten: Natrium

Zitat
oder sehr hohen Druck verwenden. Ehrlich gesagt bin ich froh, dass Deutschland aus der Kernspaltungstechnologie ausgestiegen ist.

Ich auch.
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Viele liebe Grüße

Beate
Rebecca
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« Antwort #66 am: 02. Juli 2017, 19:03:28 pm »

Hallo,

wie ich das gesehen habe, sind die Atomkraftwerke eigentlich kein Problem. Es ist aber ein Problem, WELCHE Atomkraftwerke gebaut wurden. Die haben durch ihre Kreisläufe, in dem Wasser mit hohem Druck rotiert und der Tatsache, dass immer FESTE Brennstäbe genutzt wurden, eine Menge Atom-Müll produziert, haben ein hohes Risiko, dass wenn etwas passiert, ein- oder beide Wasserkreisläufe zusammen brechen und dann ein Kernschmelze entstehen kann.

Die anderen, über die ich oben schrieb, können sogar Atom-Müll verarbeiten und haben in der Konsequenz weniger Atom-Müll als die bisherigen Modelle und was mit Tschernobyl und Fukushima passierte, kann mit denen niemals passieren.

Um es klar zu sagen, aus Gründen, die mir nicht bekannt sind, haben sich alle Industriennationen, die Kernkraftwerke bauten, immer auf das unsichere Modell der Atom-U-Boot-Reaktoren gegriffen und das andere ignoriert.

Daher sind unsere Erfahrungen durch diese Dinger geprägt und klar, wollen wir die nicht haben.

Aber, wenn wir weg von der Kohle wollen und dazu E-Autos fahren wollen, brauche wir Kraftwerke, die nach Möglichkeit Strom und Wasserstoff produzieren können, am besten beides gleichzeitig. Außerdem müssen bestimmte Kraftwerke die Grundlast liefern. Windgeneratoren und Solarpanele können in der bisherigen Ausbaustufe nur Spitzenlasten abfangen.


Liebe Grüße,

Rebecca
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« Antwort #67 am: 02. Juli 2017, 19:52:54 pm »

Du vernachlässigst gerade die Rückbauproblematik.

Unabhängig davon ist es ohne weiteres möglich (m.W. sogar bereits mit dem aktuellen Bestand), allen Strom aus Solar-, Wind und Gaskraftwerken zu decken. Es ist auch grundsätzlich vorstellbar, aus Überschußproduktion Methan zu produzieren und das dann ins Gasnetz einzuspeisen und/oder für die Gaskraftwerke zu puffern (Erdgas ist iW. Methan).
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Beate
TransgenderDany
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« Antwort #68 am: 02. September 2017, 11:18:21 am »

Neues vom Wendelstein 7x [Quelle Tagesspiegel]

Btw. Kürzlich habe ich eine interessante Doku über Sterne gesehen, man erforscht auch in den Versuchsreaktoren von Tokamak, was im inneren des Kerns passiert. Bei mehreren Millionen Grad Celsius wird das Plasma unsichtbar...
« Letzte Änderung: 02. September 2017, 11:19:53 am von TransgenderDany » Gespeichert
Kerstin S.
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« Antwort #69 am: 03. September 2017, 12:45:35 pm »

Neues vom Wendelstein 7x [Quelle Tagesspiegel]

Btw. Kürzlich habe ich eine interessante Doku über Sterne gesehen, man erforscht auch in den Versuchsreaktoren von Tokamak, was im inneren des Kerns passiert. Bei mehreren Millionen Grad Celsius wird das Plasma unsichtbar...

Wer weiß, vielleicht sind wir alle unbemerkt von millionen Grad heißem Plasma umgeben? Grin

Da zeigt sich mal wieder, das ein neues Forschungsgebiet und Fortschritte darin plötzlich noch ganz andere, ungeahnte und unerwartete Erkenntnisse ergeben. Falls tatsächlich irgendwann die Kernfusion funktioniert und sinnvoll nutzbar ist, ist dies vielleicht am Ende nur "nützlicher Beifang"

Ähnlich scheint es sich bei den Gravitationswellendetektoren zu entwickeln. Man wollte eigentlich nur Gravitationswellen nachweisen. Jetzt spricht man von einem ganz neuen Bereich - Der Gravitationswellenastronomie, womit man ganz neue Möglichkeiten hat, das Universum zu erforschen.
Wir leben in einer tollen Zeit!!! Jedenfalls in Sachen Forschung.
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TransgenderDany
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« Antwort #70 am: 03. September 2017, 23:07:15 pm »


Ähnlich scheint es sich bei den Gravitationswellendetektoren zu entwickeln. Man wollte eigentlich nur Gravitationswellen nachweisen. Jetzt spricht man von einem ganz neuen Bereich - Der Gravitationswellenastronomie, womit man ganz neue Möglichkeiten hat, das Universum zu erforschen.
Wir leben in einer tollen Zeit!!! Jedenfalls in Sachen Forschung.
Diese Wellen entstehen soweit ich weiß durch Super Novaen, wie auch bei der Vereinigung zwei supermassereicher schwarze Löcher, habe ich mal so aufgeschnappt.

Ich habe mehr Dokus über das Universum gesehen als irgendwas anderes - die allerbeste ist diese da kannst Du liebe Kerstin dich stundenlang austoben.  Grin
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Kerstin S.
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« Antwort #71 am: 05. September 2017, 19:48:50 pm »


Ähnlich scheint es sich bei den Gravitationswellendetektoren zu entwickeln. Man wollte eigentlich nur Gravitationswellen nachweisen. Jetzt spricht man von einem ganz neuen Bereich - Der Gravitationswellenastronomie, womit man ganz neue Möglichkeiten hat, das Universum zu erforschen.
Wir leben in einer tollen Zeit!!! Jedenfalls in Sachen Forschung.
Diese Wellen entstehen soweit ich weiß durch Super Novaen, wie auch bei der Vereinigung zwei supermassereicher schwarze Löcher, habe ich mal so aufgeschnappt.

Ich habe mehr Dokus über das Universum gesehen als irgendwas anderes - die allerbeste ist diese da kannst Du liebe Kerstin dich stundenlang austoben.  Grin

Danke Dir Dany!!!
Ich habe aber selbst schon alles an technischen und wissenschaftlichen Dokumentationen gesehen, die jemals seit der Inquisition im Fernsehen gelaufen sind Wink
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TransgenderDany
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« Antwort #72 am: 06. September 2017, 23:49:46 pm »


...seit der Inquisition...
Don Quijote
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