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Autor Thema: Ein Krimi mit einer transsexuellen Protagonistin  (Gelesen 10086 mal)
Sparky
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Anti-Rosa-Squad

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« Antwort #15 am: 14. Februar 2011, 15:01:59 pm »

gibt es denn eine Leseprobe?

und spielt die Transsexualität in der Haupthandlung eine Rolle, oder spielt es zur aufklärung keine Rolle und die Person wäre beliebig austauschbar?
^


 Bei Fragen nehme ich an ist Konstanze die Detektivin. :O
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SPARKY IST STÄRKSTE!
Ria
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« Antwort #16 am: 14. Februar 2011, 17:51:29 pm »

Leseprobe im Netz gibt es nicht. Aber Klappentexte und Inhaltsangaben gibt es. Link habe ich schon eingestellt.
Die Transsexualität spielt eine sehr große Rolle, ist aber der Aufklärung nicht dienlich.
Austauschbar ist die Hauptperson nicht, die Story funktioniert nur mit ihr und mit ihr als Trans.
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MichelleSarah
Frollein Valentin
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« Antwort #17 am: 17. Februar 2011, 01:34:24 am »

Herzliche Glückwünsche zum Geburtstag!

M:Elle
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Die meisten Denker schreiben schlecht, weil sie uns nicht nur ihre Gedanken, sondern auch das Denken der Gedanken mitteilen.
(Nietzsche)
Ria
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« Antwort #18 am: 18. Februar 2011, 12:45:33 pm »

Dankeschön.
Ich finde es auch fast kriminell, dass ich es soweit gebracht habe.
Allmählich denke ich über eine O-zu- O-Transgruppe nach.
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Nina.B
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« Antwort #19 am: 22. Februar 2011, 01:12:35 am »

Na, dann will ich doch mal ein paar Worte über das Buch zum Besten geben.

Zuerst einmal habe ich „Kleine Betriebsstörung“ an einem einzigen Tag gelesen, es liest sich nämlich sehr flüssig und ist spannend. Das Buch hat keine Längen, die Story entwickelt sich in einem rasanten Tempo.
Die Protagonistin Nel fliegt nach Brasilien, um dort eine preiswerte GaOP durchführen zu lassen. Nach einer unerfreulichen Entdeckung in dieser Klinik verzichtet sie lieber darauf und flüchtet aus derselben, leider mit unangenehmen Verfolgern. Ohne viel Geld und Freunde versucht sie sich in Brasilien durchzuschlagen, Ihr Geld zurückzubekommen, und die Zeit bis zum Rückflug schlicht zu überleben. Dabei verschlägt es sie in die einschlägige Trans-Szene, wo sie für den Lebensunterhalt anschafft, und landet daein ebenso in den dreckigen Favelas wie auf Orgien von Politik und Wirtschaft.
Ria schreibt an diesen Stellen schon Klartext, also ein Jugendbuch ist das nicht. Allerdings gelingt es Ihr an der Pornografie vorbeizuschrammen und manche Erlebnisse von Nel sehr erotisch zu beschreiben.

So, das war jetzt der gute Gesamteindruck. Ein bisschen Kritik habe ich auch.
Dass die portugiesischen Zitate im Glossar übersetzt sind, hätte ich gerne vorher gewusst! Ich lese Bücher nämlich von vorne nach hinten und stand deshalb an einigen Stellen auf dem Schlauch.
Und, Ria, warum versuchen die Brasilianer eigentlich „Nel“ als „Ne-uw“ auszusprechen?
Der zweite Kritikpunkt betrifft Nels Charakter. Die Frau ist langjährige Szenegängerin in Berlin, ist tough genug, ihr Geld in einer fremden Kultur im Bordell zu verdienen und dann stapft sie mit der Naivität von Lolle aus Malente bei ihrem ersten Berlin-Besuch durch die Geschichte? Manchmal möchte man Nel ins Buch hineinschreiben:"Mach das nicht, du dumme Pute!", aber auch das kann ja durchaus unterhaltsam sein.

Auf jeden Fall gibt es von mir ein klare Kaufempfehlung für dieses Buch, auch, aber nicht nur, wegen des Transgender-Blickwinkels.

Ich schreib Dir auch noch ein paar nette Worte dazu bei Thalia, bei Amazon gibt es ja schon eine Beitrag.

Nina
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Nature loves variety. Unfortunately society hates it.
Ria
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« Antwort #20 am: 22. Februar 2011, 12:58:48 pm »

Es freut mich, dass es dir gefallen hat. Danke für das Lob.
Über die Frage der Sexszenen dachte ich lange nach. Wie stelle ich sie dar und warum stelle ich sie dar?
Eigentlich sollen die Szenen im Puff durchaus pornografischen Charakter haben. Denn das ist genau das, was sie von einer Liebesgeschichte -die eben auch vorkommt- unterscheidet.
Erlebte, oder gar erlittene Pornografie im Unterschied zur Liebe. In der Liebesgeschichte wird nicht viel erklärt, nur angedeutet, damit Romantik aufkommen kann.
Bei den expliziten Beschreibungen ist kein Platz für Romantik.
Zur Person Nel Arta:
Sie ist eben widersprüchlich, hat quasi Entwicklungspotenzial. Das ist durchaus so gewollt. Sie wird noch öfter auftreten. Es gibt zwei weitere Manuskripte. Das nächste Buch erscheint Anfang 2012.

Diese Widersprüchlichkeit erlebe ich auch an mir selbst. Manchmal bin ich zum Kotzen weise und manchmal zum Heulen naiv.

Noch kurz zum Portugiesischen: Meine Lektorin wollte das gesamte Glossar rausschmeißen und ich musste ein bisschen kämpfen, damit es wenigstens gekürzt drinbleibt. Sie argumentierte, dass sie die Geschichte gut verstanden habe, ohne ein Wort Portugiesisch zu können. Das mag so sein.
Die Ausspracheregeln jedenfalls machen aus der Kombination Vokal und folgendem L einen zerkauten Laut, der in der Endung einem U ähnelt. Eben bei Nel und Nelson, auch bei Alina; aber auch bei z. B. fraldas (Windeln). Wenn frau das deutsch intoniert, versteht einen dort kein Mensch. 

Ah, mir fällt noch eine Bitte ein: Wenn du eine Rezi schreibst, kannst du die nicht auch per copy&paste bei amazon reinsetzen? Je mehr, desto besser.
Außerdem gibt es auch eine Rezi in der Leipziger Internetzeitung:
http://www.l-iz.de/Bildung/B%C3%BCcher/2011/02/TransKrimi-mit-moerderischem-Klinik-Ausflug.html
Grüße
Ria

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Gerlinde
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« Antwort #21 am: 08. Juni 2011, 01:37:57 am »

Ich schrieb drei Krimis mit einer Transfrau als Protagonistin.

Toll! ich schreibe auch, meist Kurzgeschichten und Artikel. Manche davon im Internet auch veröffentlicht. Jedoch war eine transsexuelle Person nie die Leading role, sondern immer nur supporting role, bzw. jemand, um den es ging, auch, wenn  die Geschichte aus einer anderen Perspektive geschrieben wurde.
Nun schreibe ich meinen ersten Krimi. Arbeitstitel ist: "Die Leiche im Gemeindehaus".
Die Hauptperson ist Mormonin und war transsexuell, was jedoch erst gegen Ende des ersten Bandes herauskommt, und im zweiten Band zu ihrer Exkommunikation führt.
Ich begrüße es, wenn so viele wie möglich Geschichten schreiben.
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Julia Svea
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« Antwort #22 am: 09. Juni 2011, 21:36:05 pm »

Jasmin Wagner spielte im Vorabendkrimi  (SOKO 5113) auch mal eine Arzthelferin, die ihren Chef, einen Münchener Schönheitschirurgen, ermordete. Jasmin ist in Kroatien, wo die Mutter herstammt und sie als Kind Urlaub machte, ein Jungenname.
Jasmin Wagner (jasminwagner.de) hat nun gar nichts mit Kroatien zu tun, sondern wurde 1980 in Hamburg geboren und war früher als das Popsternchen "Blümchen" bekannt. Heute als Moderatorin und Schauspielerin, mit T* hat sie nichts zu tun.
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Ria
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« Antwort #23 am: 11. Juni 2011, 21:49:19 pm »

Hast du schon einen Verlag, Gerlinde?
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Gerlinde
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« Antwort #24 am: 11. Juni 2011, 22:35:18 pm »

Hast du schon einen Verlag, Gerlinde?

Nein. Ich möchte das Buch zuerst schreiben, dann ein Exposè erstelen, und dann Kontakt zu den Verlagen aufnehmen. Das betrifft den Krimi, an dem ich schreibe. Meine Kurzgeschichten sind schon geschrieben, und teilweise im Netz zu finden.
Andere nicht.
Wenn du willst, schick ich dir per Email einige Geschichten zu, und du kannst selbst sehen, ob sie für eine Veröffentlichung in Buchform geeignet wären. Hier als Lesebrobe aus einer Krimireihe, die ich vor Jahren schrieb. Sie trägt den Titel: "Eine Colt für alle Fälle (die Titelheldin heißt Samantha Colt", eine amerikanische Polizistin, die in Berlin lebt). Die folgende Probe stammt aus der 6. Folge, und hat das Thema Transsexualität zum Inhalt:

Transsexuelle?
Frauen die sich als Männer fühlen, und Männer, die denken, dass sie Frauen wären?
Plötzlich stieg Ekel in mir hoch!
Ich hatte mich immer für tolerant und weltoffen gehalten, die jeden Menschen so leben ließ, wie sie oder er es wollten.
Und ich schämte mich dafür, das ich so empfand, und gleichzeitig wusste ich nicht, wieso?
Ich kannte keine von denen, weder Frauen, die sich als Männer sahen, noch umgekehrt.
Und nun ?
Anscheinend war die Frau, die elegant in den Mercedes gestiegen war, nicht seine Geliebte, sondern er selbst!
Deshalb also dieses Versteckspielen, die Geheimnisse vor seiner Frau!
Niemand sollte etwas davon wissen, dass der feine Herr sich als elegante Lady kleidete und eine Frau sein wollte.
Ich verließ den Flur, und ging zu Linda (ihre Kollegin in der detektei, für die sie arbeitet, Gerlinde) zurück.
Als ich auf dem Beifahrersitz Platz genommen hatte, und einen Schluck aus Sabines Thermoskanne getrunken hatte, sagte ich zu ihr: „ Wenn du wüsstest, was ich eben herausgefunden habe, du würdest staunen!“
„Was denn“, fragte sie?
„ Wir haben doch die elegante Lady verfolgt. Stimmt es?“
„Ja, und?“
„Diese Lady ist unsere Zielperson. Du verstehst?“
„Nicht ganz, ehrlich gesagt“.
Schweißperlen liefen plötzlich an ihrem Gesicht herunter.
Sie hatte Angst!
Wovor?
„Na, unsere Zielperson ist ne Transe, will eine Frau werden! Da oben treffen sie sich in einer, von einer Pastorin geleiteten Selbsthilfegruppe“.
Ich blickte sie triumphierend an.
„Na, was sagst du dazu?“
Sie sah mich an, sagte nichts.
So saß sie da.
Schweigend, von gelegentlichem leisem Weinen unterbrochen.
Ihre Hand ging zum Lenkrad, das sie wie eine Säuferin die Schnapsflasche umarmte, und wieder zurück.
Sie war nervös.
Warum?
„Was denkst du über solche Menschen“, fragte sie mich plötzlich?
„Ich mag sie nicht, aber ich weiß nicht, warum. Ich bin nicht stolz darauf, aber so ist es nun einmal!“
„Und... würdest du mit so einem Menschen arbeiten, befreundet sein wollen, oder mit ihr eine Beziehung haben wollen, wenn du sie näher kennen würdest?“
Ich sah sie an, als ob sie reif für „Bonnys Ranch“, der „Karl- Bonhöfer- Nervenklinik“ wie sie von den Berlinern liebevoll genannt wird, wäre.
„Ich weiß nicht, ich kenne solche Leute nicht“!
„Doch, du kennst eine! Mich!“
„Verarsch mich nicht Linda Du bist eine Frau, das sieht doch eine Blinde! Wäre Sabine nicht, hätte ich was mit dir angefangen. Und du glaubst doch nicht, das ich, eine gestandene lesbische Butch, mich in einen Mann verlieben würde?“
Ich sah sie an.
Sie lächelte, sie weinte, alles zusammen.
„Danke, Sam, das du so über mich denkst, aber es ist so! Unsere Chefin ist die Einzige, die es weiß, und sie hat mir als ehemalige Polizistin nach meinem Coming out, als sie mich rausgeschmissen haben, eine Chance gegeben“.
Ich sah sie an.
Sie sollte eine von denen sein?
Nein, ich konnte es nicht glauben!
Und doch schien es wahr zu sein!
Plötzlich wurde mir der Kragen meines Hemdes zu eng.
Ich musste raus aus diesem verdammten Auto, raus und fort von ihr!
Wortlos öffnete ich die Beifahrertür, stieg aus, und lief, lief, so schnell ich konnte.
Wie lange ich lief, und wohin, das wusste ich nicht.
Ich wollte nur fort von ihr!
Ich kam an eine kleine Grünanlage, auf der eine einsame Holzbank mich zum Ausruhen einlud.
Ich setzte mich, fast außer Atem, hin.
Wie konnte sie mich nur all die Wochen belügen?
Wir arbeiteten zusammen, teilten Essen und Schlafplätze, wenn es nötig war. Teilten einander unsere tiefsten Gedanken, und wussten dadurch so viel voneinander!
Aber das hatte sie mir verschwiegen!
Etwas so wichtiges hatte sie mir, ihrer Kollegin verschwiegen!
Wut stieg in mir hoch.
Ich hätte ihr nie von dem Streit zwischen Sabine und mir erzählt, wenn ich gewusst hätte, was ich jetzt weiß.
Ich hätte von meinen dauernden Menstruationsschmerzen nie was zu ihr gesagt, auch wenn der Tee, den sie mir nannte, mir sehr geholfen hatte.
Ich bin eine Frau, verdammt noch mal!
Und ich liebe es, eine Frau zu sein, und andere Frauen zu verführen und sie zu berühren! Ich liebe ihr Lächeln, ihre Hände, ihre Lippen. Ich liebe ihre Schönheit und Klugheit, ihren Witz und ihren Charme. Ich erfreue mich an ihren Bewegungen wenn sie tanzen, an ihrer Stimme, wenn sie singen, und ihre vielfältigen Arten, ein Gespräch zu führen.
Und bis jetzt hatte ich bei den meisten Gelegenheiten auch mit Linda das erlebt.
Und sie ist keine Frau!
Sie hat mich getäuscht und hintergangen!
Ich habe sie für eine Frau gehalten. Ja, darf ich denn nicht einmal mehr meinen Augen trauen?
Eine Frau mit einem Kinderwagen kam an mir vorbei.
War sie eine Frau?
Ein als Frau verkleideter Mann?
Ein Zwitter?



Keine bange, die Story geht gut aus.
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Konstanze
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« Antwort #25 am: 12. Juni 2011, 02:22:26 am »

War sie eine Frau?
Ein als Frau verkleideter Mann?
Ein Zwitter?

nö, ne Transe.

Keine bange, die Story geht gut aus.

Ist dir das nicht zu banal, dass du deine eigenen Ängste, was andere über Transen denken könnten als Vorurteile kolportierst und dann zu dem Schluss zu kommen, dass es gut ausgeht?

bei diesem Text frage ich mich, ob die Vorurteile anderer wirklich da sind oder nur im Empfinden der Betroffenen.
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Der Mensch besteht aus zwei Teilen - seinem Gehirn und seinem Körper. Aber der Körper hat mehr Spass. (Woody Allen)
Brigitte
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« Antwort #26 am: 12. Juni 2011, 06:18:52 am »


bei diesem Text frage ich mich, ob die Vorurteile anderer wirklich da sind oder nur im Empfinden der Betroffenen.

Ich denke, das heißt Projektion.

Brigitte

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Gerlinde
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« Antwort #27 am: 12. Juni 2011, 10:23:37 am »

Die Protagonitin, Sam(antha) Colt, ist eine Butch (maskuline Lesbe), die über transsexuelle Frauen eine Menge Vorurteile hat, wie sie oft auch reale Lesben haben. Ich versuchte deutlich zu machen, wie sie die "Beichte" ihrer Kollegin überraschte, sie an ihrer Selbstwahrnehmung zweifelte, sich betrogen fühlte, und dann, als sie ihrer Kollegin zuhörte, anfing zu verstehen, und sie wieder als Frau wahrnehmen konnte. Dazu ein weiterer Dialogausschnitt aus besagter Geschichte:

„Warum bist du mir gefolgt“, fragte ich sie, ohne sie anzusehen?
„Weil ich mir Sorgen um dich gemacht habe“, erwiderte sie.
Sie blickte auf den Boden. Ihre Füße schlenderten wie ein Pendel hin und her, her und hin.
„Wir arbeiten zusammen, kennen uns, und ich wusste, dass mein Bekenntnis dich umhauen würde. Ich wollte dich damit nicht alleine lassen!“
„Kenne ich dich wirklich“ erwiderte ich. „Du hast mich belogen! Über einen wichtigen Punkt deines Lebens belogen! Warum?“
„Weil es dich nichts anging“ Wir sind Kolleginnen, kein Paar!“
„Aber wir sind uns so nahe wie ein Paar! Wir sind uns näher als ein Paar! Ich habe dir Dinge anvertraut, die noch nicht einmal Sabine weiß! Weißt du, wie ich mich fühle? Nein, du weißt es nicht!“
„Doch Sam, ich weiß es!“
„Und woher denn?“
„Weil jedes Mal, wenn ich eine Frau kennenlernte, wir uns ineinander verliebten, und ich ihr gestand, was meine Vergangenheit war, sie alle fortgingen. Deshalb habe ich es außer unserer Chefin niemanden gesagt. Und deshalb bin ich ohne eine Beziehung, und ohne Hoffnung auf eine wie auch immer geartete Form der Liebe. Sie alle hatten mich als Frau wahrgenommen, mit einigen habe ich sogar geschlafen. Und eine Frau, mit der ich einmal später unterhalten hatte, sagte mir, dass sie sich von mir benutzt, vergewaltigt gefühlt hätte.
Sag also nicht, ich würde es nicht wissen!“
Ich sah sie an.
Sie weinte, wischte sich verstohlen ihre Tränen fort.
Hatte sie wirklich Recht?
War, außer der Tatsache, dass sie in einem männlichen Körper geboren wurde, nicht an Unterschieden zwischen ihr, mir, oder anderen Frauen?
Warum reagierte ich so?
Warum reagierten die Frauen, die Linda kennen lernte so, als sie ihnen sagte, wer sie einmal gewesen war?
War sie wirklich einmal ein Mann, oder nicht eher eine Frau, die unter ungewöhnlichen Umständen geboren wurde?
Ich war verwirrt, wusste nicht, was ich sagen, was ich denken sollte!
Die scheinbare Sicherheit der Geschlechter verschob sich, wurde durchsichtiger und doch nebulöser.
„Ich verwirre dich Sam, nicht war“, fragte Linda?
„Ja, und wie!“
„Was meinst du, wie verwirrend es für ein fünfjähriges Kind ist, wenn es sich als Mädchen fühlt, mit anderen Mädchen spielen möchte, und von ihnen und ihren Eltern weggeschickt wird. Und was meinst du, wie schlimm es für dieses Kind ist, mit Jungen spielen zu sollen,  aber kein Interesse daran hat. Und dann auch noch mit Drohungen und Schlägen dazu gezwungen wird, ebenso wie zum Duschen mit Jungen nach dem Sportunterricht! Es ist die Hölle!“
„Wie hast du es durchgestanden?“
„Ich habe es überlebt! Ich habe diese permanente Vergewaltigung meiner Seele nur dadurch überlebt, indem ich zwei Leben führte. Ich tat das, was sie von mir erwarteten, und achtete darauf, mir immer etwas Freiraum zu stehlen, wo ich endlich die sein konnte, die ich bin!“
Sie stand auf.
Jede Faser ihres Körpers zitterte, drückte die längst vergessenen Erinnerungen ihrer gepeinigten Seele aus, den Schmerz, die Angst, und die Verzweiflung, die über viele Jahre ihre ständige Begleiterin war.
Plötzlich bemitleidete ich sie!
Sie musste vieles in ihrem Leben ertragen, musste sich ihr Frau- Sein erkämpfen. Dinge, die mir und anderen Frauen selbstverständlich waren, so dass wir nie groß darüber nachdachten, musste sie erst mühsam lernen.
Und sie liebte Frauen!
Und die Frauen liebten sie, bis sie ihnen sagte, als was sie geboren wurde.
Dann liefen sie weg!
Und ich?
Handelte ich nicht genauso, auch wenn ich sie nicht als Geliebte, sondern als Kollegin und Mensch mochte?
Warum wurde mir plötzlich ihr altes Geschlecht so wichtig, obwohl ich sie immer als Frau wahrgenommen und gemocht hatte?
Was ist Geschlecht?
Ein soziales Konstrukt, um Frauen zu unterdrücken, wie Feministinnen es sagen?
Eine unveränderliche Gegebenheit, wie es Fundamentalisten sagen, die an überholten Rollenvorstellungen festhalten?
Oder ist es etwas, über was sich niemand kümmert, weil es als gegeben angesehen wird?
Ich wusste es nicht?
Aber ich schämte mich!
Ich schämte mich für meine Gefühle, die aus Unwissenheit und Intoleranz entstanden waren.
„Sam?“
Fragend sahen mich Lindas Augen an. Flehendlich, so als ob sie mich um etwas bitten möchte, sich aber nicht traute, es offen auszusprechen.
„Ja?“
„Möchtest du, das ich unsere Chefin Sybille bitte, mich woanders einzuteilen?“
Wollte ich das überhaupt, was sie mir als Brücke vorschlug?
Nein!
Ich war an sie gewöhnt, vertraute ihr, und auf meine eigene Art liebte ich sie sogar, wie mir bewusst wurde.
Nicht so wie meine Liebste, aber wie meine beste Freundin!
„Never change a winning team, sister“, antwortete ich. „ Wie sind ein Team, Linda, und weißt du, auch eine Butch wie ich kann noch dazulernen!“
„Warum willst du das, nachdem du das über mich weißt, Sam? Ich meine, wo du doch so große Probleme damit hattest“.
„Weil du meine Kollegin und meine Freundin bist! Und weil ich dich anfange zu verstehen! Du bist eine Frau, Linda! Auch für mich!“



Lindas Erfahrungen sind meine Erfahrungen.
Vielleicht kann ich das an einer kleinen wahren Begebenheit aus meinem Leben erklären:

Ich wohnte schon in Berlin, und interessierte mich für feministische Politik, und die Partei, "Die Frauen", in der ich Mitfrau wurde. Einmal in der Woche trafen wir uns in einem gemütlichen Lesbenlokal in Schöneberg, das es jetzt leider nicht mehr (in Lesbenhand) gibt. Dort lernte ich eine Frau kennen. Wir freundeten uns an, nd mehr war von beiden Seiten auch nicht gewollt. Dann verliebten wir uns ineinander, und ich wußte, ich mußte ihr die Wahrheit über mich sagen. ich tat es im Lokal, während einer Sitzungspause der Partei.
Zuerst glaubte sie, ich wollte ein Mann werden, was sie schon iritierte (sie hielt mich also für eine geborene Frau), jedoch, als ich es ihr genauer erklärte, stand sie wortlos auf, bezahlte ihre Rechnung, und ging.
Am telefon ließ sie sich von ihrer Tochter verleugnen.
Jahre später antwortete ich auf ein Inserat, und sie war wieder am Apparat. ich erkannte ihre Stimme sofort, und sie die meine auch. Wortlos legte sie auf. Von einer Mitfrau aus der Partei erfuhr ich, dass sie sich damals verarscht und vergewaltigt gefühlt hatte.
Und diese Gefühle versuchte ich in der Geschichte auszudrücken.
Anscheinend aber nicht ut genug gelungen.
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Ria
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« Antwort #28 am: 12. Juni 2011, 11:03:24 am »

Zitat
Hast du schon einen Verlag, Gerlinde?

Nein. Ich möchte das Buch zuerst schreiben, dann ein Exposè erstelen, und dann Kontakt zu den Verlagen aufnehmen. Das betrifft den Krimi, an dem ich schreibe. Meine Kurzgeschichten sind schon geschrieben, und teilweise im Netz zu finden.
Andere nicht.
Wenn du willst, schick ich dir per Email einige Geschichten zu, und du kannst selbst sehen, ob sie für eine Veröffentlichung in Buchform geeignet wären.

Du kannst mir gerne was schicken. Ich habe zwar im Augenblick extrem  wenig Zeit, aber zum Lesen und für ein feedback würde es schon reichen.
Das macht aber nur Sinn, wenn du ein ehrliches feedback haben möchtest und in literarischen Fragen kritikfähig bist.  Natürlich alles nur aus meiner absolut subjektiven Perspektive.
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Gerlinde
Gast

« Antwort #29 am: 12. Juni 2011, 14:59:44 pm »

Habe gerade zwei Kurzgeschichten an diese Adresse von deiner Seite (riaklug@googlemail.com) abgeschickt. Sie heißen:

Der Kreis der Erkenntnis (basiert auf eine wahre Geschichte, nur das niemand starb)

Die Priesterin der Göttin (eine reine Fantasygeschichte um Liebe und Leid, und einen veränderten neuen Anfang).

Ich hoffe, du bist maso, damit du deine Freude daran hast? Grin
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Tags: Krimi  die Heldin ist trans 
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