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Rat & Tat => Für TV-Anfänger und Jungtransen => Thema gestartet von: Sascha am 24. Oktober 2014, 18:57:27 pm



Titel: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Sascha am 24. Oktober 2014, 18:57:27 pm
Hey Leute,

ich bin zurzeit in einer schwierigen Lebensphase und bin dann durch Internetrecherche auf diesem Forum gekommen. Ich sitze jetzt in der Bibliothek, sollte eigentlich etwas recherchieren aber lieber schreib' ich mir einfach mal alles von der Seele und vielleicht habe ich am Ende auch noch 1-2 Fragen. Vielen Dank für's Lesen!  ;)
Ich fang' mal von vorne an:
Mein Name ist Sascha, ich bin 1988 als Junge in Leipzig geboren und dort wohne ich auch heute noch. Meine Eltern erzählen immer, dass ich (und mein Zwillingsbruder) als Kleinkinder immer Mädchen sein wollten, doch schlussendlich sind wir als Jungs aufgewachsen und auch jahrelang glücklich damit gewesen. Ich hatte immer mal Phasen, in denen ich mich weiblicher gefühlt habe, aber ein klarer Wunsch zum "Wechsel" war es wohl nie. Ich habe Abitur gemacht, den Zivildienst absolviert und dann erfolgreich Musik studiert. Im Moment bin ich also 25, stehe am Beginn meiner Promotion in Musikwissenschaft und habe nebenbei einen guten Job als E-Gitarrenlehrer an einer Musikschule. Auch in der Liebe war bisher alles gut, ich bin seit 4 Jahren in einer Beziehung mit meiner 1 Jahr älteren Freundin und wohne fast genauso lange mit ihr zusammen.

Nun zu meinem Problem:
Seit knapp einem Jahr ist meine weibliche Seite viel präsenter und ich wünsche mir ehrlich gesagt ein Mädchen zu sein. Die "Initialzündung" dafür waren, glaube ich, sexuelle Rollen(-tausch)spiele im Schlafzimmer. Es hat sich alles so "richtig" angefühlt und schließlich habe ich mit meiner Freundin darüber geredet und ihr gesagt, wie ich mich fühle. Natürlich war sie zunächst geschockt, schließlich steht sie eigentlich auf Männer oder maximal "kerlige" Mädels. Wir haben viel gesprochen & geplant und sie will auf jeden Fall bei mir bleiben und schauen, wie es sich für sie emotional entwickelt. Ich kann mich also nicht beschweren, sie unterstützt mich fabelhaft; z.B. indem wir als Mädels Shoppen, ins Kino oder einfach nur Einkaufen gehen. Leider bin ich zurzeit ja noch "hauptberuflich" Mann und das macht mich psychisch wirklich fertig. Gerade der Switch nach einem Tag als Mädchen zurück in die Normalität zieht mich furchtbar runter und macht mich fast depressiv; ich hasse mein Spiegelbild und meine Klamotten als Mann!! Leider streiten wir uns in solchen Moment auch öfters und genau deswegen schreibe ich jetzt auch hier. :(

Zu meinem Passing und meinen bisherigen Erfahrungen:
Im denke, dass ich im Grunde genommen mit vielen guten Attributen für den "Wechsel" gesegnet bin. Ich bin 1,75m bei 75kg (gut, ich könnte 5-10kg abnehmen  ;D) und mit Schuhgröße 41/42 auch noch im Rahmen der Schuhdesigner. Ich habe wirklich schlanke und schöne Beine und glücklicher Weise (zumindest für mein weibliches Ich) auch eine höhere Sprechstimme. Und zu guter Letzt habe ich aufgrund meines musikalischen und "subkulturellen" Backgrounds inzwischen lange Haare bis unter die Schulterblätter. Theoretisch müsste ich nicht einmal meinen Namen ändern, "Sascha" ist zwar hierzulande häufiger als Jungsname anzutreffen aber gleichzeitig auch ein vollwertiger Mädchenname. Leider gibt es auch einen Nachteil: Ich bin mit gutem Haarwuchs an fast allen Stellen bedacht worden. Das heißt, ich muss regelmäßig Beine, Arme, Bauch und Brust rasieren; vom Gesicht ganz zu schweigen. Und ihr könnt euch sicher vorstellen, wie es für die Psyche ist, wenn die ganzen *****-Häärchen zwei Tage später wieder kommen. :(
Mein Kleidungsstil würde ich als preppy und girliemäßig beschreiben. Ich mag kurze Röcke, hohe Absätze, viel Augen Make-Up und natürlich rote Nägel ... halt ziemlich weiblich wie bei vielen von euch auch. Ich habe inzwischen schon einen kleinen Fundus von schicken Klamotten (ca. 4-5 Outfits) und das Make-Up kriegt meine Freundin perfekt hin, aus diesem Grund lass ich mich bisher auch immer schminken  :-*. Das alles zusammen ergibt bisher ein wunderbares Passing, bisher ist noch niemandem etwas aufgefallen. Ich war auch schon alleine shoppen und einkaufen und es hat bisher immer geklappt, trotzdem bin ich natürlich _absolut_ nervös wenn wir unterwegs sind, ich hoffe, das geht irgendwann weg.

Nun, das klingt ja soweit alles perfekt und wünschenswert. Doch ich kann so nicht weitermachen! Ich muss endlich den "Wechsel" durchziehen, damit ich mich auf andere Dinge konzentrieren kann. Ich wache früh mit dem Gedanken daran auf und schlafe abends damit ein, diese Sache lähmt mich regelrecht. Ursprünglich wollte ich mal bis zum Ende der Promotion warten, aber mittlerweile sind wir beide auf dem Stand, dass am liebsten im Januar losgehen sollte.

Wovor habe ich Angst:
a) Wie reagiert meine Familie? (Der erste große Punkt)
1. Mein Bruder und seine Freundin
Ich bin mir sicher, dass Sie zu 10000% Prozent hinter mir stehen würde.
2. Meine Schwiegereltern?
Ich weiß es nicht, sie kommen aus Russland und sind aber gleichzeitig Akademiker. Für mich ist ihre Meinung nicht so wichtig, aber ich weiß, dass es für meine Freundin von größter Bedeutung ist.
3. Meine Eltern?
Sie sind beide Mitte 50 und im medizinischen Bereich tätig. Wie sie reagieren würden kann ich nur mutmaßen. Einerseits sind sie sehr intelligent und informiert, anderseits haben Sie sich letztens gegen das Adoptionsrecht für männl. Homosexuelle ausgesprochen (was zu einer ziemlich krassen Diskussion mit meinem Bruder und seiner Freundin geführt hat; ich habe garnichts dazu gesagt). Und wiederum anderseits sagt meine Mutter seit Jahren, dass sie sich eigentlich immer Mädchen gewünscht hat. Wie auch immer, ich habe große Angst vor dem Outing! :(
4. Meine Großeltern?
Sie sind ehemalige Lehrer und sehr tolerant und aufgeschlossen, nur leider beide um die 80. Keine Ahnung, wie sie reagieren würden.

b) Was wird beruflich? (Der zweite große Punkt)
Ich habe Musik studiert und verdiene seit mehr als 4 Jahren gutes Geld nebenher als Gitarrist und E-Gitarrenlehrer, ich stand auf wirklich großen Bühnen und Konzertsäälen in München, Stuttgart, Berlin, Hamburg, Köln etc. und habe viele kleinere Konzerte im Heavy Metal-Bereich bestritten. Ich habe Angst, dass dann gewissermaßen aufgeben zu müssen. Auf der einen Seite wäre es sogar ein Vorteil: ich bin als Mann ein guter Gitarrist, kein Virtuose oder so, aber schon gut genug um damit Geld verdienen zu können. Als Mädchen wäre ich aber plötzlich sogar besser, schlicht und einfach weil es nicht soviele E-Gitarristinnen gibt. Anderseits weiß ich jedoch aus eigener Erfahrung, wie hart das Musikbusiness für Frauen ist und wie männerzentriert gerade der instrumentale Bereich ist. Ich weiß nicht, ob ich das durchstehen könnte. Es ist halt dieses "Aufgeben" des "coolen" Gitarristen, der auf jeder WG-Party alle Songs begleiten kann und von seinen Schülern wegen der Spieltechnik bewundert wird. Versteht ihr, was ich meine? :/

(Vielen Dank fürs Zuhören bzw. Lesen bis hierhin.)

Was soll ich nun tuen? Wo soll ich anfangen?
Es kann auf jeden Fall so nicht weiter gehen.  >:(
1. Der Wunsch danach, dauerhaft ein Mädchen zu sein ist so stark, dass es mich psychisch einschränkt.
2. Es reicht mir nicht, nur ab und an die Geschlechterrolle zu wechseln. Ich fühle mich innerlich weiblich und mein Äußeres passt nicht dazu.
3. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt etwas zu ändern, da ich den Musikschuljob jederzeit kündigen kann und sonst keine beruflichen Verpflichtungen habe. Lediglich wann, ob und inwiefern in meinen Prof. informiere, ist zu überlegen. Aber in erster Linie geht es doch um das Fachliche und die Dissertation und nicht um mein Geschlecht.

Was soll sie tuen? Soll ich Montag versuchen einen Termin bei einem Psychologen machen? Ich habe mal gelesen, dass es in Leipzig einen bekannteren Typen für diese Art von Problemen gibt. Kann man dort ein einfach anrufen? Bekomme ich überhaupt noch einen Termin für Januar? Was soll ich sagen? "Hallo, ich wär gern ein Mädchen"? Wie lange dauert es, bis ich Hormone bekommen kann? Ich will kein Probejahr machen und warten, ich will parallel zur Therapie damit anfangen!! Und die wichtigste Frage:
Wann geht es los? Gab es bei euch einen Startschuss ab dem es losging? Ich wünschte ich hätte ein festes Datum ab dem es losgeht. :((

So, nun habe ich ganzschön viel geschrieben und auch keine Lust, alles noch einmal durchzulesen. Vielen lieben Dank an alle, die es sich angetan haben und jetzt vielleicht auch noch etwas dazu schreiben. Mir geht's jetzt besser und ich bin zuversichtlicher, irgendwann wieder richtig glücklich zu sein. Vielleicht sitz' in einem Jahr als Mädchen hier? Es wäre sooooo schön.

Liebe Grüße  :-*
- Sascha


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Daphne am 24. Oktober 2014, 19:24:39 pm
Bist du gesetzlich oder privat versichert? (Ich hab gelernt, daß man das die Leute im Osten fragen muß, weil dort viele nach der Wende in die Privatversicherung gegangen sind.)

Wie schnell du einen Termin kriegst, hängt wohl vom jeweiligen Psychologen ab. Bei meiner Psychiaterin ging das schnell, Trans*-Fälle haben bei ihr immer Vorrang. Natürlich rufst du da einfach an.

Wie schnell du Hormone kriegst, hängt eben immer auch vom Einzelfall ab und wie genau es der Behandler mit den Behandlungsrichtlinien nimmt. I.A. kriegst du frühestens nach einem Jahr Alltagstest die Pillen.Ansonsten kann ich dir nur schlecht raten, ich hab zuerst die juristische Personenstandsänderung durchgezogen und dann erst entschieden, daß Hormone doch keine so schlechte Idee wären.

Im Übrigen ist es hier z.Z. sehr ruhig, weil das Forum nach einem Servercrash erst seit ein paar Tagen wieder online ist. Da kommen dann bestimmt noch andere, auch aus deiner Gegend.


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: dany purple am 24. Oktober 2014, 20:24:13 pm

Nun zu meinem Problem:
Seit knapp einem Jahr ist meine weibliche Seite viel präsenter und ich wünsche mir ehrlich gesagt ein Mädchen zu sein. Die "Initialzündung" dafür waren, glaube ich, sexuelle Rollen(-tausch)spiele im Schlafzimmer. Es hat sich alles so "richtig" angefühlt und schließlich habe ich mit meiner Freundin darüber geredet und ihr gesagt, wie ich mich fühle. Natürlich war sie zunächst geschockt, schließlich steht sie eigentlich auf Männer oder maximal "kerlige" Mädels. Wir haben viel gesprochen & geplant und sie will auf jeden Fall bei mir bleiben und schauen, wie es sich für sie emotional entwickelt. Ich kann mich also nicht beschweren, sie unterstützt mich fabelhaft; z.B. indem wir als Mädels Shoppen, ins Kino oder einfach nur Einkaufen gehen. Leider bin ich zurzeit ja noch "hauptberuflich" Mann und das macht mich psychisch wirklich fertig. Gerade der Switch nach einem Tag als Mädchen zurück in die Normalität zieht mich furchtbar runter und macht mich fast depressiv; ich hasse mein Spiegelbild und meine Klamotten als Mann!! Leider streiten wir uns in solchen Moment auch öfters und genau deswegen schreibe ich jetzt auch hier. :(
Hallo Sascha, Herzlich Willkommen im Forum, schön dass Du da bist.

Huiii- da hat sich bei Dir so einiges angesammelt, ich versuche Dir ein paar Schnellhilfe-Tipps zu geben.
Zunächst einmal liest es sich mir schön, dass Deine Partnerin bereit dazu ist, es aus Liebe zu probieren.
Wenn das nicht zusammenschweißen kann, dann weiß ich auch nicht!

Es ist nicht gut, dass Du Deine Partnerin nach Gemütslage behandelst. Da müsst ihr euch was einfallen lassen, weil sie des auf Dauer nicht aushielt.
Vielleicht solltet ihr gemeinsam zu einem Therapeuten gehen
der euch spezifisch berät, damit solche Konflikte ausgehend von Dir ein Gegengewicht bekommen.
Weißt Du wie ich meine?
Es liest sich mir so als wenn Du derzeit das Problem bist, und aus einer Mücke einen Elefanten machen kannst, weil es Dir nicht gut zu gehen scheint.
Halte Dir einfach vor Augen, dass Du einen wunderbaren Menschen bei Dir hast, der es nicht verdient hat Dein Prellbock zu sein.
Außerdem gibt es ja auch die positiven Seiten des Lebens, die man nicht missachten sollte, sondern sie leben und sich daran erfreuen. Ihr seid nun seit vier Jahren zusammen, aber sollten Deine Entschlüsse feststehen, hättet ihr zwei noch viel vor euch.
Über Transition können einige Menschen Bücher erzählen, und das ist nicht übertrieben.

Was ich euch wünschen täte, dass ihr den Alltagstest weitesgehend jetzt schon vollzieht, und besonders Du alleine natürlich auch. Und Du ihr gegenüber am Ende des Tages von Deinen Erfahrungen erzählst...

Also aufhübschen so dass Du dich wohlfühlst - dann geht es Dir besser. Versprochen! Und lächeln!  :)

Liebe Grüße
Dany





Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: michelangela am 24. Oktober 2014, 20:53:48 pm
Ich fang' mal von vorne an:

[/quote]

eben. und vom Anfang kommt man in kleinen Schritten zum Ziel. Weiter ist da nichts dran. Eins nach dem anderen. Es gibt auch keine Wundermittel. Schnell gehen tut nichts, und muss es auch nicht.

Wenn Du weisst wer du bist, dann folgt der Rest. Wenn Du es nicht weißt, dann find es zu allererst raus. Dann folgt der Rest.

Ich find, du hast super Voraussetzungen. Nicht nur ich finde Musikerinnen sex.
musst ja nicht sowas mögen: https://www.youtube.com/watch?v=hTdhXxxWREo  sieht trotzdem gut aus.


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Tilly am 25. Oktober 2014, 00:37:30 am
Hallo Saschi

Ich bin so frech, hab da mal einen Buchstaben geändert.
Aber so wie du geschrieben hast kann ich dich nicht männlich anreden.
Tya, Startschuss? Hey, du hast in wohl nicht gehört, aber du bist schon mitten drinn!
Deine Partnerin weiss bescheid, du bist in der Oeffentlichkeit als Frau unterwegs, mit einem
guten Passing! Und vor allem dir ist klar was du willst!
Du sagst dem Psychologen einfach du willst als Frau leben, und gehst dann so hin.
Und wenn der einigermaßen was drauf hat, giebt es kein Problem.
Na, und in der Zwischenzeit, Haare nerven, aber das muss halt.
Outing, einfach offen und ehrlich, da musst du durch. Alter, Herkunft, Bildung, es ist oft nicht abzuschätzen, wie Menschen reagieren. Aber in den seltensten Fällen nur Negativ.

LG. Tilly


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Triona am 25. Oktober 2014, 10:36:21 am
Hallo Sascha,

mach dir mal keine großen Sorgen wegen deiner Musik.
Nicht daß ich gewisse Probleme im allgemein männerbeherrschten Musikgeschäft herunterspielen möchte, aber es geht.

Hier einige Beispiele:

Laura Jane Grace
Against Me! (USA)


http://www.youtube.com/watch?v=aMh4DclBNJg
http://www.youtube.com/watch?v=dq_va3wNfFo

Hier der Text des Lieds:

TRANSGENDER  DYSPHORIA  BLUES

Your tells are so obvious.
Shoulders too broad for a girl
Keeps you reminded
Helps you remember where you come from

You want them to notice
The ragged ends of your summer dress
You want them to see you like they see every other girl.
They just see a faggot. They hold their breath not to catch the sick
Rough surf on the coast, wish I could have spent the whole day alone with you
With you

You've got no cunt in your strut
You've got no hips to shake
You know it's obvious, but we can't choose how we're made

Laura Jane Grace


Hier ein Interview mit Laura:

http://www.youtube.com/watch?v=pZZNlMOfgkk


Carola Kretschmer
Udo Lindenbergs Panikorchester (DE)


http://www.youtube.com/watch?v=U2opwh0ksxA&list=PLhVkX0REIwp8LmJI5upCl1B4djrkeld4l
http://de.wikipedia.org/wiki/Carola_Kretschmer


Deborah Campbell (DE)

http://www.youtube.com/watch?v=cUKQ_mrXncU
http://www.youtube.com/watch?v=uAcqkf1DxM8
http://www.youtube.com/watch?v=dMBxhJJxjmQ

http://www.deborahcampbell.de/DC.html


Es geht auch mit anderen Instrumenten und in anderen Stilrichtungen.

Christelle Berthon (FR)

http://www.youtube.com/watch?v=NfoqVAwagMg
http://www.youtube.com/watch?v=9p1zRZwxTTY&list=UUEo1hmwZXUqFK34ZerW_uqQ

http://www.youtube.com/user/christellester/videos?sort=dd&view=0&shelf_id=0

Und hier mit Gesang:

http://www.youtube.com/watch?v=8KWot536gTM

Und so wird es in Fachkreisen erörtert:

http://www.jack-black.de/viewtopic.php?t=4694&postdays=0&postorder=asc&start=0

Ihr Offenlegungsvideo von Mitte dieses Jahres auf YT hat sie allerdings wieder herausgenommen.


Von Triona gibt es leider keine verwendbaren Aufnahmen auf Tonträgern.
(Wenn mir wer verraten kann, wie ich eine .mts-Videodatei verfügbar machen kann, dann ginge es. Ein paar ältere .mpg-Videos hätte ich auch noch. Aber die müßten erst bearbeitet werden (geschnitten), was ich auch nicht kann. Ggf bitte mit PN, da nicht wirklich hier zum Thema gehörig.)

Deshalb nur ein paar Bilder:

(http://up.picr.de/17797118xz.jpg)

(http://up.picr.de/19915766pi.jpg)

(http://up.picr.de/19916123pm.jpeg)

(http://up.picr.de/19916758dx.jpg)


Und hier mein Vorbild in Sachen Gesang (keine Transfrau!):

Milena Roudeva, Contra-Alt (BG)

http://www.youtube.com/watch?v=WOikjuKpbhY
(Les Balkanes à St Nectaire 31 oct 2010)

(zu sehen ab 0:32, die dritte von links, die am Schluß auf die 1. Sopranistin Milena Jeliazkova zugeht.)

Bei YT gibts noch einige andere Videos mit ihr.
Ich habe selbstverständlich auch die CD der Gruppe - "ochté" von "Balkanes", welche ich vorbehaltslos nur allen empfehlen kann - wunderschöner 4-stimmiger a-capella-Gesang klassisscher bulgarischer Überlieferung vom Allerfeinsten.

Milena Jeliazkova (Sopran) schafft es sogar, einen einzigen hohen Bordunton völlig gleichbleibend und kraftvoll über ein ganzes Lied von fast 2 Minuten ohne irgendwelche Schwankungen oder gar Absetzen mit einem Atemzug zu halten. Beim alpenländischen Jodeln wird das "Gradhäben" genannt und normalerweise von mindestens 3 bis 4 Sängern "chörisch" gesungen. Das hat sogar die österreichischen Profi-Jodlerinnen vom Stuhl gehauen. Bewundernder Kommentar der Jodellehrerin Ingrid Hammer: "Gradhäben auf Bulgarisch!"

Ich muß für beides noch fleißig üben.  ;)


Beate könnte dir sicher auch noch ein Beispiel geben für „ohne Baß kein Spaß“.



Auch du kannst das schaffen.
Zumindest denke ich, daß das eine deiner kleinsten Sorgen für deine Zukunft sein dürfte.
Ich hoffe, die Beispiele können dir bisserl Mut machen und deine Bedenken zerstreuen.
Ich wünsche dir viel Glück dabei. Und vor allem, daß du gute Lösungen für deine anderen Baustellen finden wirst.


liebe grüße
triona


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Triona am 25. Oktober 2014, 11:50:33 am
Nachzutragen wäre noch diese tolle Gitarristin:

Beate Nina

http://www.youtube.com/watch?v=M16Z0fkrG4o


Außerdem gibt es hier auch noch eine Violinistin aus einem Sinfonieorchester.
 
Über die Rock-Gitarristin in England, an deren Namen ich mich gerade nicht mehr erinnern kann, habe ich ohne Namen im Netz nichts mehr gefunden.

Dazu kämen noch die international bekannten und erfolgreichen Sängerinnen Bülent Ersoy (TR) und Dana International  (ISR), die sich allen Hindernissen zum Trotz durchgesetzt haben.

http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BClent_Ersoy
http://de.wikipedia.org/wiki/Dana_International


Wenn ich noch eine Weile drüber nachdenke, fallen mir sicher noch andere ein.
Die Gerüchte um Amanda Lear braucht man also gar nicht erst bemühen.


liebe grüße
triona




Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Beate am 25. Oktober 2014, 13:39:26 pm
Du hast Conchita Wurst vergessen ;-)
Auf Lynn Conways Seiten sind auch ein paar Musikerinnen präsent.

Außerdem gibt es hier auch noch eine Violinistin aus einem Sinfonieorchester.

Und eine studierte Bassistin.

Es geht also. Wenn nicht in der Musikschule, dann bist Du eben so gut, dass Du mit Privatstunden und Auftritten gut verdienst. Frauen müssen halt im Zweifelsfall besser sein. Wie immer.

Für mein Empfinden müssen wir uns eher als Frauen in der Männerdomäne behaupten als wegen Trans - gerade gestern wurde ich gefragt, wieso ich ein für Frauen so schwieriges Instrument wie E-Bass spielen würde. Seit ein paar Jahren nehme ich an der Frauenmusikwoche teil, einem Seminar von Frauen für Frauen. Kein Problem, mir wurde sogar mal dringend angeraten, wieder anzufangen zu singen - tiefe Stimmen wären in Frauenchören durchaus gesucht.


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Triona am 25. Oktober 2014, 14:25:39 pm
...
Für mein Empfinden müssen wir uns eher als Frauen in der Männerdomäne behaupten als wegen Trans - gerade gestern wurde ich gefragt, wieso ich ein für Frauen so schwieriges Instrument wie E-Bass spielen würde. Seit ein paar Jahren nehme ich an der Frauenmusikwoche teil, einem Seminar von Frauen für Frauen. Kein Problem, mir wurde sogar mal dringend angeraten, wieder anzufangen zu singen - tiefe Stimmen wären in Frauenchören durchaus gesucht.


Das ist nicht nur dein Empfinden. Es ist einfach so.
Ich wollte es in meinem Beitrag auch noch erwähnen, hatte es dann aber vergessen.

liebe grüße
triona


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Hanseatin am 25. Oktober 2014, 16:42:36 pm
Hmmm, Frauenchor und tiefe Stimmen werden gesucht? Männlich spreche ich nicht mehr, aber meine Singstimme ist immer noch Bass. Und wenn ich zu Weihnachten in meinem alten Chor mitsinge, stelle ich mich aufgehübscht zwischen die Jungs.
:-) Sarah


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Sascha am 25. Oktober 2014, 22:27:49 pm
Hey,

erstmal vielen lieben Dank für Eure motivierenden und aufbauenden Antworten. Jetzt geht es los, ich möchte kein Junge mehr sein! Ich rufe Montag beim Psychologen (Dr. Seikowsky in Leipzig) an und berichte dann, ob und wann und wie und wo ich einen Termin bekomme!!! :)

Zu euren Fragen:
1. Ich bin gesetzlich versichert.
2. Danke für die ganzen Links und Musikinfos, ich habe mir alles angeschaut. Und ich bin übrigens schon seit jeher Nightwish Fan, wegen deren Musik habe ich mit 16 überhaupt erst E-Gitarre lernen wollen.
3. "Saschi" ist süß! :D

P.S.: Ich hab auch ein Profilfoto eingestellt, damit Ihr ungefähr ein Bild habt, wie ich ausseh'. Wir waren vorhin einkaufen und als ich kurz im Auto gewartet habe, habe ich gleich mal ein paar Fotos gemacht.  :-*


Liebe Grüße
Sascha


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Hanseatin am 26. Oktober 2014, 00:33:17 am
All systems: GO!
Dein Bild ist gut, da hast Du megaglück gehabt :-) Congrats.
Der Seikowsky scheint wohl in deiner Region DER Richtige zu sein. Eine Freundin aus Magdeburg war bei ihm für die Gutachten und so.
Das Gestrüpp im Gesicht (Bart) geht zuverlässig (aber leider auch schmerzhaft) durch die Elektroepilation weg. Behandler findest Du z.B. unter dvee.de
Dann hau mal rein.
:-) Sarah


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Sascha am 27. Oktober 2014, 19:38:59 pm
.... also ich hab mich heute nach 2h endlich dazu durchringen können, bei Dr. Seikowski anzurufen. Überraschenderweise war er direkt selbst dran und ich habe gesagt, dass ich gerne einen Termin haben möchte. Aber er hat nicht einmal gefragt warum bzw. weswegen, sondern mich gleich gebeten, morgen noch einmal anzurufen, da der Termin-Computer nicht geht. Also eigentlich ganz ok und legitim, aber es war halt doch nicht so wie erwartet.  :(
Ich probier's morgen einfach noch mal!!!  :-\

Liebe Grüße
- Sascha


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: dany purple am 27. Oktober 2014, 19:56:17 pm
Hey!
Take it easy - der Mann möchte Geld verdienen und es ist und bleibt ja Deine Entscheidung, bzw Dein Weg.
Die Techniken/Methoden die er anwenden wird sind nicht immer schön, aber wenn Du dort alle 4-6 Wochen immer mal wieder auftauchst wirst Du merken, dass es so ziemlich das kleinste Übel ist.
Du packst des schon.

Dany


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Daphne am 27. Oktober 2014, 20:13:01 pm
Die Techniken/Methoden die er anwenden wird sind nicht immer schön,

Ach, ehrlich? Welche denn? Meine Therapeutin hat keine Methodne und Tedhniken angewendet, wir habne vor allem geredet, wobei ich am meisten geredet hab.


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: dany purple am 27. Oktober 2014, 20:17:32 pm
Die Techniken/Methoden die er anwenden wird sind nicht immer schön,

Ach, ehrlich? Welche denn? Meine Therapeutin hat keine Methodne und Tedhniken angewendet, wir habne vor allem geredet, wobei ich am meisten geredet hab.
Vielleicht liegt der Unterschied darin, dass man auch mal zum Doktor der Psychologie geht?
Differentialdiagnostik zum Beispiel, er fragte mich welche Schlüpfer ich trage, und ob ich meine Beziehungen zu Frauen als lesbisch einstufe und so weiter. Ich antwortete prompt, dass für mich der Mensch zählt, und nicht die Schlüppis.


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Tilly am 27. Oktober 2014, 22:22:49 pm
Hey Dany
Jetzt mach doch der Saschi und anderen Neuen keine Angst!
Klar, da giebt es Fragetechniken, die dann etwas hoch gestochen Differenzialdiaknostik heissen, aber das tut nicht weh! Ich hab das meist nicht bemerkt. Und logo, die fragen schon intime Dinge, darum geht es ja auch!  Ich habe einfach offen und ehrlich geantwortet und erzaehlt.
Denn die haben Schweigepflicht, und ob ich so schlau bin einem Psychologen ein X fuer ein U vorzumachen? Da sag ich lieber gleich U und spare mir viel Zeit und Verwirrungen!
Also nichts zu befuerchten, ausser ihr merkt gleich dass es Menschlich nicht passt, oder
auch wichtig gleich nach einem Zeitplan fragen. Da giebt es riesen Unterschiede! Denn mein erster, menschlich OK, aber, der sagte: Ja Frau...wenn ich dann so etwa frühestens nach einem 1/2Jahr sicher bin, werde ich sie voll und ganz unterstützten! (HRT usw).......
Mein zweiter, als ich den zum ersten mal sah, dachte ich Oh jeh, der sieht aber nicht aus wie ein Doc, eher ein Metzgergeselle! Aber, das teuschte, der hatte Ahnung und Erfahrung, und ich nach der ersten Sitzung die Freigabe zur HRT!
Ja, nächsten Montag darf ich mal wieder hin, ich freue mich!
LG Tilly


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: dany purple am 27. Oktober 2014, 23:09:49 pm
Hey Dany
Jetzt mach doch der Saschi und anderen Neuen keine Angst!

Hey Tilly,
Angst ist ein schlechter Wegbegleiter!

Und generell meine ich, dass solche psychologisch-begleitende Alltagstests(die nicht billig sind, 2007 - ca. 150€ f. 30 Minuten), für Menschen mit Selbstachtung unsinnig sind. Die Gutachten lasse ich dabei außen vor.
Es kann auch sehr sinnvoll sein, las und hörte ich. Jedenfalls beißt der nicht, aber man sollte schon darauf achten, dass man mit dem Psychotherapeuten und Psychiater gut kann. Andernfalls macht es keinen Sinn, schließlich geht es nicht um Ziel-Frau oder Mann zu werden, sondern das Wohlbefinden in eine Konstante zu bringen.

Tilly- Danke für Deine ehrlichen Worte an dieser Stelle.

Dany


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Andrea_K am 28. Oktober 2014, 10:24:49 am
Musik....

Irgendwann stelle ich mich wieder auf die Bühne und singe mal wieder. Momentan fehlt einfach die Zeit dazu und vor allen Dingen der Gesangsunterricht, mit dem meine Stimme ein stückweit stabiler wird.

Weitere Beispiele aus der Musikwelt:

Wer auf YouTube unterwegs ist, wird sicher auch mal auf Aequitas getroffen sein. Den gibt's inzwischen nicht mehr. Dafür gibt's Sk3pn4 (http://www.youtube.com/user/HughJaZZ). Sie hat die Transition während ihrer Videos durchgezogen aber auf ihrem Kanal nicht thematisiert (da soll es um Musik gehen). Dennoch sind viele, viele Fans bei ihr geblieben und sie arbeitet momentan daran, alte Songs zu rebooten. Weswegen sie inzwischen tabula rasa auf dem Channel machte, weil sie nur noch neue Videos dort haben will. Als die Person, die sie wirklich ist.

Mina caputo von Life of Agony. Afaik sogar Inspiration für Laura Jane Grace, die Transition auch selbst zu beginnen.

Was die Therapeuten angeht: Dany hat in der Form recht, dass man sich auch einfach mal Dinge fragen lassen muss, die unangenehm sein können. Unangenehm, aber eben wichtig für den Prozess. Aber wer sich wirklich finden will, stellt sich auch selbst schon die unangenehmen Fragen.

Ansonsten hast Du schlicht Angst vor den Reaktionen derer, die Dir nahe stehen - was völlig normal ist. :)
Taste Dich langsam vor, überlege wo es ggf. am ehesten einen für Dich schon absehbaren, positiven Ausgang gibt und öffne Dich denen zuerst. Leute, die Dir den Rücken stärken, ggf. auch bei weiteren Outings, sind Gold wert.

Du machst das schon. Ich meine in Leipzig gibt's auch Stammtische und SHGs für unser Thema. Vielleicht hilft Dir da auch der persönliche Austausch Auge in Auge viel.

Willkommen hier! :)


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Andrea_K am 28. Oktober 2014, 11:49:40 am
Huhu nochmal,

kennst Du das (http://www.rosalinde-leipzig.de/index.php?id=22) schon?


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Beate am 28. Oktober 2014, 12:12:23 pm
Ach, ehrlich? Welche denn? Meine Therapeutin hat keine Methodne und Tedhniken angewendet, wir habne vor allem geredet, wobei ich am meisten geredet hab.

Jo, aber das ist doch eine bewusste Arbeitstechik der Therapeuten. Sie ist vor allem bei Psychoanalytikern verbreitet. Auch wenn die ihren Ansatz heutzutage gerne mal als Tiefenpsychologie bezeichnen das ist alles Freud-voll.


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: dany purple am 28. Oktober 2014, 12:40:40 pm
Freud-voll.
Joo und Bernays (http://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Bernays)


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: c-j am 28. Oktober 2014, 14:52:12 pm
Herzlich willkommen!

Irgendwie bringen androgyne Namen Kindern Unglück. Da musst nur die Anrede ändern. In Osteuropa gilt Sascha eher als weiblich von Alexandra.

LG CJ


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: bastienne am 28. Oktober 2014, 16:31:52 pm
.... warum eigentlich immer gleich zum Arzt? Aber gut,.. ich bin da halt bekanntermaßen sehr konservativ  ^^

...ich fühle mich da irgendwie so unselbständig,... so in der Art: Ich frage meinen Besitzer was "gut" für mich ist, brauche mich so erstmal nicht mit mir selbst konfrontieren, .....schiebe Verantwortung und schweres Abwägen von mir,...

Trotzdem: Ich war auch mal n paar Monate beim psychodoc und das war auch gut so,... zum reflektieren,... wirklich helfen konnte ich mir nur selbst.

Willkommen im Forum, Sascha! :)

_@_y <3

P.S.: wenn Mütter lieber Töchter wollen und dies gegenüber ihren Söhnen kommunizieren führt das schnell zu einer dieser Erlebnis-Marken, die einen prägen,..... kenne den Sacherhalt auch.... Ich bin zwar froh, Transe zu sein,... aber dies heisst ja nicht, dass ich die soziale Prägung aussen vor lassen muss,...
Für mich war es extremst wichtig, alle diese Marker zu finden, um mich akzeptieren zu können.


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Petra-Katharina am 28. Oktober 2014, 16:50:33 pm
.... warum eigentlich immer gleich zum Arzt?
Nicht zuletzt, um (beim Psychodoc) den Datumsnagel einzuschlagen, ab wo irgendwann von offiziöser Seite gezählt wird, wann man Frau werden darf.

Das heißt ja nicht unbedingt, dass man sich nach Strich und Faden verarzten lassen muss. Ich hab jedenfalls meine Hormone nach 4 oder 5 Psychodoc-Besuchen zuerkannt bekommen, wobei die sich aber über eine recht lange Zeit verteilt haben.  :-*

Tschüssi,

Petra


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Andrea_K am 28. Oktober 2014, 17:20:35 pm
wirklich helfen konnte ich mir nur selbst.
...der "Arzt" hat mir dabei geholfen, dass ich mir selber helfen konnte. Geht auch gar nicht anders in dem Fall. Denn das kann man schließlich nur selber wissen. Aber er hat mir geholfen, Dinge aus unterschiedlichsten Blickwinkeln anzugucken und dadurch die Schlüsse zu ziehen. Ich habe mir also im Grunde auch selbst geholfen. Der "Arzt" hat mir nur noch Werkzeug gereicht, mit dem ich das gut erreichen kann.


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: dany purple am 28. Oktober 2014, 17:39:39 pm
Ich denke generell, dass es hierbei und überhaupt wichtig ist, dass eine gut-kommunikative Basis besteht - andernfalls kommt man nicht weiter.
Und auf Grund von Entfernungen-Zeit- und Geld usw. usf., sollte man dies nicht außer Acht lassen.  
Das gilt übrigens meines Erachtens auch für Faktor- Körperliche-Angleichungen - also man sollte mit Frau oder Herr Doktor gut auskommen, sonst wird das nicht so wie geplant, glaube ich.


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: mihi am 28. Oktober 2014, 18:27:01 pm
wirklich helfen konnte ich mir nur selbst.
...der "Arzt" hat mir dabei geholfen, dass ich mir selber helfen konnte. Geht auch gar nicht anders in dem Fall. Denn das kann man schließlich nur selber wissen. Aber er hat mir geholfen, Dinge aus unterschiedlichsten Blickwinkeln anzugucken und dadurch die Schlüsse zu ziehen. Ich habe mir also im Grunde auch selbst geholfen. Der "Arzt" hat mir nur noch Werkzeug gereicht, mit dem ich das gut erreichen kann.

Was Bastienne hier wohl meint, ist, daß man sehr gut selbst schon mal aktiv werden kann und nicht auf eine "Genehmigung" von irgendjemandem warten muß. Nur, wenn man schon direkt sieht, daß es auf eine Vornamensänderung und/oder Therapien hinausläuft, ist es sinnvoll, an den oben erwähnten "Datumsnagel" zu denken.

Mihi


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Daphne am 28. Oktober 2014, 19:16:47 pm
Die Techniken/Methoden die er anwenden wird sind nicht immer schön,

Ach, ehrlich? Welche denn? Meine Therapeutin hat keine Methodne und Tedhniken angewendet, wir habne vor allem geredet, wobei ich am meisten geredet hab.
Vielleicht liegt der Unterschied darin, dass man auch mal zum Doktor der Psychologie geht?
Differentialdiagnostik zum Beispiel, er fragte mich welche Schlüpfer ich trage, und ob ich meine Beziehungen zu Frauen als lesbisch einstufe und so weiter. Ich antwortete prompt, dass für mich der Mensch zählt, und nicht die Schlüppis.

Ja, das könnte natürlich sein. Meine Therapeutin war Doktor der Psychiatrie. Nach meinen Schlüpfern hat sie nicht gefragt, ich frag mich sowieso, welche Relevanz so eine Frage haben kann. Und die Frage, mit wem ich am Ende des Tages ins Bett gehe, wurde zwar erörtert, spielte aber keine Rolle.

Das ist nämlich der Unterschied zwischen geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung. Wenn dein Psychodoc das nicht auseinander halten kann, sollte er mal schleunigst sein Diplom zurück geben.


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: dany purple am 28. Oktober 2014, 19:43:29 pm

Ja, das könnte natürlich sein. Meine Therapeutin war Doktor der Psychiatrie. Nach meinen Schlüpfern hat sie nicht gefragt, ich frag mich sowieso, welche Relevanz so eine Frage haben kann. Und die Frage, mit wem ich am Ende des Tages ins Bett gehe, wurde zwar erörtert, spielte aber keine Rolle.

Das ist nämlich der Unterschied zwischen geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung. Wenn dein Psychodoc das nicht auseinander halten kann, sollte er mal schleunigst sein Diplom zurück geben.
Psychiater - mit Verlaub, ich maße mir als Abitur I Schnepfe nicht an, einen Doktortitel in Frage zu stellen. No way! Dafür bin ich zu durchgeknallt in diesem System, und wenn man manche Leute sieht, ist die vorhandene Ordnung nicht unangebracht, generell mein ich.

Du hast Recht damit, dass die sexuelle Orientierung keine Rolle spielt, für mich und dich ist das so, keine Frage.
Vielmehr geht es darum, F65.1 etc. (http://www.icd-code.de/icd/code/F65.1.html) auszuschließen. Das hätte ich ehrlich gesagt nicht ganz ausschließen können, aber es spielt für mich primär halt keine Geige, also wenn ich etwas will, dann kriege ich das auch aus basta.  ;D
Und ich beuge mich nicht dem gesellschaftlichen Druck so fern er überhaupt in meinen Belangen vorhanden ist. Ob das richtig ist, bezweifle ich, aber so bin nun mal.   ;D

liebe Grüße
Dany





Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Daphne am 29. Oktober 2014, 19:44:46 pm
Dafür bin ich zu durchgeknallt

Ja, diese Vermutung ist mir auch schon gekommen.

Vielmehr geht es darum, F65.1 etc. (http://www.icd-code.de/icd/code/F65.1.html) auszuschließen. Das hätte ich ehrlich gesagt nicht ganz ausschließen können, aber es spielt für mich primär halt keine Geige,

Das ist aber nicht dein Problem, sondern eine Frage für deinen Gutachter. Wenn "Fetischistischer Transvestitismus" zutrifft, kriegst du halt keine Freigabe.

Ich hab meine Therapeutin bei der 2. Sitzung gefragt, ob sie glaubt, daß ich wirklich trans bin oder nur "ganz normal verrückt". Zweiteres hat sie da bereits ausgeschlossen. Und der Zweitgutachter hat zwar erwähnt, daß ich Strumpfhose trug, jedoch nicht, daß darunter gar kein Schlüpfer war. Schon seltsam, oder?


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Triona am 29. Oktober 2014, 20:51:12 pm
... gerade gestern wurde ich gefragt, wieso ich ein für Frauen so schwieriges Instrument wie E-Bass spielen würde ...


https://www.youtube.com/watch?v=drAv2FoYji8
https://www.youtube.com/watch?v=blp7hPFaIfU
https://www.youtube.com/watch?v=tgffDVO2UyA

Geht auch vierhändig:

https://www.youtube.com/watch?v=P-8SO0kEUjs

Und auch die hier sind nicht schlecht drauf:

https://www.youtube.com/watch?v=xieZfiRDK8c
https://www.youtube.com/watch?list=PLOyWSlEGY7TbDJA1mFphRmX851rxjEjZ2&v=ZLVVBTePZSg

Wie man gut sieht, paßt das Instrument doch sehr gut zum Körper von einigen der Musikerinnen.  ;)
Jetzt weißt du auch, was du beim nächsten Mal drauf antworten wirst.  ;D


liebe grüße
triona


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Beate am 30. Oktober 2014, 00:22:10 am
Tal Wilkenfeld spielt schon klasse. Und dass sich ein Bass als Stütze für dei Oberweite gut machen kann, kann ich durchaus bestätigen. Aber ich setz dem ganzen ja noch eins drauf: immerhin bau ich zumindest einige meiner Instrumente selbst.


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: bastienne am 30. Oktober 2014, 11:15:48 am
... immerhin bau ich zumindest einige meiner Instrumente selbst.
DIY ...genau mein Fall. *like button klickz*
Mache ich auch, damit bekommt das ganze nochmal einen touch eigenen drive dazu.... vorallem auch für mich selbst,... die anderen erkennen oft nicht diese zusätzliche Wertigkeit,... macht aber auch nix. ;)

_@_y <3


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Sascha am 30. Oktober 2014, 17:33:31 pm
Hey,

der aktuelle Stand:
Nachdem ich mich zwei Tage nicht getraut habe, anzurufen und gestern keiner ran ging, habe ich es heute endlich geschafft und einen Termin für den 13.01. bekommen. Das ist noch eeeeeeeewiiiiiiiiig hin :'(. Aber dann soll es halt so sein und ich muss probieren, bis dahin mit den schlechten Phasen klarzukommen. Gestern hatte ich übrigens keine Termine und Verpflichtungen und hab' mich schon früh "hübsch" gemacht und war gleich viiiieel produktiver. Ich war sogar alleine einkaufen, und dass es niemandem aufzufallen scheint, dass ich offiziell noch ein Mann bin, hat mein Selbstvertrauen merklich gehoben! :)

Liebe Grüße & Danke für Eure lieben Beiträge
Sascha


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: c-j am 30. Oktober 2014, 17:52:26 pm

Ich hab meine Therapeutin bei der 2. Sitzung gefragt, ob sie glaubt, daß ich wirklich trans bin oder nur "ganz normal verrückt". Zweiteres hat sie da bereits ausgeschlossen. Und der Zweitgutachter hat zwar erwähnt, daß ich Strumpfhose trug, jedoch nicht, daß darunter gar kein Schlüpfer war. Schon seltsam, oder?

Das wäre ein Fressen für einen Psychiater aus Münster geworden.


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Tilly am 30. Oktober 2014, 19:46:13 pm
Hey Klasse!

Einfach raus und Selbstvertrauen tanken! Viele kleine Schritte, auf die du aber mit Recht Stolz sein darfst!
Und dir kann niemand verbieten schon jetzt einfach eine Frau zu sein!

Viel Spass. Tilly


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Daphne am 30. Oktober 2014, 20:27:44 pm
einen Termin für den 13.01. bekommen.

Das ist doch super und vor allem superschnell, bedenkt man, daß da noch die ganzen Feiertage zwischen sind.


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Alexandra am 30. Oktober 2014, 20:30:06 pm
Hallo zusammen,

Zitat von: Daphne am Gestern um 18:44:46

Ich hab meine Therapeutin bei der 2. Sitzung gefragt, ob sie glaubt, daß ich wirklich trans bin oder nur "ganz normal verrückt". Zweiteres hat sie da bereits ausgeschlossen. Und der Zweitgutachter hat zwar erwähnt, daß ich Strumpfhose trug, jedoch nicht, daß darunter gar kein Schlüpfer war. Schon seltsam, oder?

Was ich dabei nun nicht verstehe ist, ob man nun nicht als Frau gekleidet zum Psychologen gehen darf. Ich habe am 2.12 meinen ersten Termin und hatte vor im Kleid dort zu erscheinen, da ich schon seit gut 2 Monaten nur noch als Frau gekleidet meinen Alltag lebe. Habe mich auch bei meinen Chef`s geoutet, und gehe seid dem als Frau zur Arbeit. Bis jetzt haben die Kunden sehr positiv reagiert. Ich arbeite als Kundendienst-Elektrikerin. Außer auf der Arbeit trage ich nur Kleider oder Röcke mit Bluse und dazu immer Strumpfhose oder lieber noch Strapsstrümpfe. Wenn ich nun eure Antworten lese vermute ich mal das ich dieses lieber nicht sage.
LG Andrèe  


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Michi am 30. Oktober 2014, 21:22:42 pm
Selbstverständlich kannst Du als Frau gekleidet zum Therapeuten gehen, wenn Du Dich in dieser Kleidung bereits wohlfühlst. Wer allerdings noch ein riesiges Abenteuer darin sieht sich zu dressen, kann auch zu den ersten Sitzungen in Männerkleidung gehen. Einfach so, wie es am entspanntesten und angenehmsten ist.

Liebe Grüße,
Michi


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Alexandra am 30. Oktober 2014, 21:44:03 pm
Hallo Michi,
vielen dank für deine Antwort.

LG Andrèe


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Daphne am 31. Oktober 2014, 19:13:18 pm
Hallo zusammen,

Zitat von: Daphne am Gestern um 18:44:46

Ich hab meine Therapeutin bei der 2. Sitzung gefragt, ob sie glaubt, daß ich wirklich trans bin oder nur "ganz normal verrückt". Zweiteres hat sie da bereits ausgeschlossen. Und der Zweitgutachter hat zwar erwähnt, daß ich Strumpfhose trug, jedoch nicht, daß darunter gar kein Schlüpfer war. Schon seltsam, oder?

Was ich dabei nun nicht verstehe ist, ob man nun nicht als Frau gekleidet zum Psychologen gehen darf.

Natürlich gehst du als Frau da hin, wenn du auch sonst schon als Frau rum läufst. Irgendwann mußt du den männlichen Klamooten eh adieu sagen.

Mein Beitrag bezog sich auf dannys Einlassungen weiter oben, wo im Therapiegespräch das Tragen von Schlüpfern an sich thematisiert wurde. Was, m.A.n., wenig zielführend ist.


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: dany purple am 31. Oktober 2014, 20:29:38 pm


Mein Beitrag bezog sich auf dannys Einlassungen weiter oben, wo im Therapiegespräch das Tragen von Schlüpfern an sich thematisiert wurde. Was, m.A.n., wenig zielführend ist.
Daffne,  das Ziel ist total offen, weil, Sascha macht das schon - mit meinem Senf oder nicht.
Habe lediglich davon berichtet, was mir 2007 beim Psychiater ungenehm geworden war und nichts weiter.
Mit solchen Fragen kann man rechnen, ist halt die Wahrheit.

Ich würde heute wahrscheinlich antworten: "Das geht Sie ja wohl gar nichts an."

Schönen Feiertag
Dany


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: michelangela am 04. November 2014, 01:08:58 am
ich habs ja immer vermieden es so deutlich zu sagen...

Mensch hat prinzipiell zwei Möglichkeiten:
I.)
Mensch geht zum Psy, und sagt "bitte helfen Sie mir, ich weiß nicht was los ist, ich bin vielleicht transsexuell, weil, ich trag gelegentlich weibliche Kleidung."
Falls Psy nicht zufällig auf Geschlechtsumwandlungen steht, wird er versuchen Druck rauszunehmen, und den Menschen auf das geringste Übel einzuschwören. Er wird sagen "Macht doch nix, solang Sie Spaß haben dabei, und sich keinen Schaden zufügen freuen Sie sich dran. Sie sind sicher nicht transsexuell, und seien Sie froh." Dann spielt allerdings Art und Typ der gelegentlich getragenen Kleidung eine Rolle, wenn Psy daraus F65.1 konstruieren kann, wird er es für den Menschen als das geringere Übel ansehen.

Denn, machen wir uns nichts vor, einfach mal schnell 'ne Transition ist nicht. Das ist harte Arbeit, mit Risiken, mit Verlusten, da bleibt schon mal ein Lebensentwurf oder eine Existenz auf der Strecke. Es ist für alle Beteiligten schmerzfreier, einem Fetischisten zu helfen, die Schuldgefühle abzubauen. Na gut, bei einem Busen- oder Vagina-Fetisch ist's nicht so einfach, sowas einfach mal schnell aus dem Kleiderschrank zu holen...

Das Ganze geht schnell, wenn mensch sich auf die Strategie von psy einlässt, und ist auch nachhaltig, wenn mensch damit auf Dauer gut leben kann. Falls es dann doch an ihm nagt wird er entweder ein paar Iterationen der gleichen Art durchlaufen, oder doch irgendwann bei der zweiten Möglichkeit landen.

II.)
Mensch geht (ganz selbstverständlich als Menschin) zum Psy: "Sie sehen ja was mit mir ist, ich wurde lange in meiner Geschlechtsidentität fehlerhaft zugeordnet, was auch gelegentlich immer noch passiert, ich brauch jetzt Ihre Unterstützung, die Spannung zwischen Sein und Aussenbild auszuhalten. Mein Ziel ist der dauerhafte Wechsel ins (hoffentlich doch selbstsicher präsentierte) Geschlecht." Wörter wie eventuell oder vielleicht helfen da nicht. Dann ist es eine Frage der Zeit, wann Mensch den Wechsel dann durchziehen will, denn Psy wird versuchen bestimmte Erkrankungen auszuschließen, und der Menschin zu helfen, ihren Wunsch möglichst reibungslos umzusetzen.

Mensch kommt damit durch wenn's stimmt, und alle Details, welche man offenbart, die Geschichte untermauern. Hilfreich ist es, wenn es keine Geschichte, sondern eben wirklich das Leben ist. Da können Fragen nach der Art der bevorzugten Kleidung dem Genossen Psy auch mal helfen, abzuklopfen, wie Mensch reagiert auf so einen "Verdacht". (meineeine glaubt so die eine oder andere Kollegin zu kennen, die mit ihrem Fetisch nicht anders umzugehen wusste, als die Flucht in den Transsexualismus anzutreten.)


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Triona am 04. November 2014, 09:05:47 am
Zu Fragen von Psychologen nach dem Schlüpfern oder ähnlichen:

...
Habe lediglich davon berichtet, was mir 2007 beim Psychiater ungenehm geworden war und nichts weiter.
Mit solchen Fragen kann man rechnen, ist halt die Wahrheit.

Ich würde heute wahrscheinlich antworten: "Das geht Sie ja wohl gar nichts an."



... was wohl eindeutig die "richtige", d.h. angemessene Antwort wäre.


Jetzt verstehe ich auch, warum es viele Betroffene als übergriffig ansehen, wenn ein Psychiater * bei der Untersuchung für das Vornamensgutachten auch eine körperliche Untersuchung durchführt, bei der die zu Begutachtende sich zu entkleiden hat.
Wie auch ich es erlebt habe.

"Herausgefunden" hat sie dabei, daß ich über dem Schlüpfer eine Polsterhose trug (es war ein sehr kalter Wintertag) und zu meinen damals noch nicht so groß gewachsenen Brüsten im BH Silikonpolster trug. Ob diese "Erkenntnis" ihre Absicht für diese Untersuchung war, weiß ich nicht. Es ergab sich dann eine kurze Erörterung darüber, daß es eine ganze Industrie gibt, die mit solchen "Bedürfnissen" von T*-Menschen eine Menge Geld verdient. Diese Frage würde zwar von der Ärztin angerissen, aber wir waren in dieser Frage beide einer Meinung.

Ansonsten hatte ich mir damals über diesen Teil der Untersuchung keine weiteren Gedanken gemacht. Ich hatte lediglich festgestellt, daß die Ärztin (eine Anhängerin der Freudschen Psychoanalyse) sich bei der 2,5 Std langen Begutachtungssitzung ziemlich sorgfältig vorgegangen ist. Sie hatte mich vorher noch nie gesehen. Und danach auch nicht mehr wieder, obwohl sie mir gerne ein paar sinnlose Psychoanalysestunden aufgeschwatzt hätte, weil ich angeblich ein "Vaterproblem" hätte. Nur soviel dazu, wer mit T*-Menschen wirklich eine Menge Geld verdient. Oder eben auch nicht, wenn man denn weiß, wie man mit denen umzugehen hat.

*) Soweit ich weiß, "dürfen" das nur Psychiater, d.h. approbierte Fachärzte, Psychologen und Psychotherapeuten hingegen nicht.


liebe grüße
triona


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: michelangela am 04. November 2014, 11:30:08 am

*) Soweit ich weiß, "dürfen" das nur Psychiater, d.h. approbierte Fachärzte, Psychologen und Psychotherapeuten hingegen nicht.


Medizinische Gutachten und Diagnosen erstellen, owie Behandlungen anordnen und Rezepte ausstellen dürfen nur Ärzte, also in diesem Kontext Fachärzte für Psychotherapie, die dann auch Fachärzte für Endokrinologie und Humangenetik zuziehen, um eine Hormonstörung, bzw. Klinefelter auszuschließen. Es gibt wohl eine Ausnahme, klinische Psychologen haben da eine Sonderstellung.

Die Berufsbezeichnungen Psychologe und Therapeut sind nicht geschützt. Jeder darf das an sein Türschild schreiben. Die Ausbildungen sind auch nicht genormt, da gibts alles, vom promovierten Psychologen von der Uni, bis zur Landschaftsgärtnerin mit Abendkurs.

Es gibt ein geflügeltes Wort, jeder Facharzt für Psychotherapie habe selber eine deutliche Macke, sonst hätte er sich nicht für dieses Fach entschieden. Legendär sind die Geschichten über einen Gutachter aus München, der sich sehr für die Rocklänge, die optische Erscheinung und das Fotografieren von Transfrauen für wissenschaftliche Zwecke interessierte. Wer damit zurecht kam, hatte es leichter. Er praktiziert nicht mehr, begutachtet aber immer noch fürs Amtsgericht.

Das TSG bezieht sich aufschließlich auf körperlich gesunde Menschen, die vom Geburtsgeschlecht in das jeweils andere wechseln möchten, daher muss der Gutachter - ein zugelassener Facharzt - auch untersuchen, ob mensch vor den Maßnahmen aller Art im Geburtsgeschlecht der körperlichen Norm entsprach, um eben auch die Anwendbarkeit des Gesetzes nachzuweisen.


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Triona am 04. November 2014, 15:08:47 pm
Danke, das war mal ausführlich und macht den Eindruck, daß es auch stimmt.
Ist Dr. Kurt Seikowski, Leipzig eigentl Facharzt? Gutachten für Amtsgericht machen darf der nämlich. Aber ich dachte immer, der sei Dr. phil (und nicht Dr. med) und Privatdozent (Kurzbezeichnung des Titels: PD), für was auch immer.

Er hat im Gegensatz zu seiner Kollegin (auch in Leipzig) allerdings keine körperliche Untersuchung gemacht. Dafür hat er ungefragt - allerdings freundlicherweise ohne zusätzliche Kostenberechnung - gleich ein zweites Gutachten mitgeschickt, in dem zusätzlich noch der Satz drinstand, daß eine OP mit geschlechtsangleichenden Maßnahmen bei mir dringend angezeigt ist. Mal sehen, ob dies noch zu gebrauchen ist, wenn ich mal dazu entschließen sollte, doch noch etwas rumschnippeln zu lassen. Ist ja schließlich mittlerweile schon über 5 Jahre alt. Zumindest die Dringlichkeit von operativen Maßnahmen hat er höher eingeschätzt als ich selber.


liebe grüße
triona


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Beate am 04. November 2014, 18:03:35 pm
Na, aber Du hast doch eine Begründung, warum das trotz aller Dringlichkeit nicht gehen konnte. Und ich geh mal davon aus, dass Dein Umgang damit, den ich als recht pragmatischn empfinde, auch eine Rückwirkung auf die Dringlichkeit gehabt haben könnte.


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: Triona am 04. November 2014, 19:05:50 pm
Na, aber Du hast doch eine Begründung, warum das trotz aller Dringlichkeit nicht gehen konnte. Und ich geh mal davon aus, dass Dein Umgang damit, den ich als recht pragmatischn empfinde, auch eine Rückwirkung auf die Dringlichkeit gehabt haben könnte.


Klar hab ich die. Und den zweiten Satz hab ich möglicherweise nicht ganz verstanden. Meinst du damit, daß die erzwungenermaßen lange Zeit um darüber nachzudenken, und die Erkenntnis, daß ich vlt auch doch ohne OP ganz gut leben kann, für mich die Dringlichkeit einer solchen OP im Laufe der Zeit zunehmend in Frage gestellt haben könnte? Falls ich das jetzt so richtig verstanden habe, dann kann ich das durchaus bestätigen. Und mit zunehmendem Alter und zunehmender Verschlechterung der Gesundheit könnte sich das womöglich noch weiter relativieren.

Wenn ich jemals noch eine solche OP machen lasse, dann brauch ich jedenfalls sowieso keinen Psychologen dazu. Wenn ich das brauche und haben will, dann wird das gemacht - egal in welchem Land, so es denn in deutschen Schlachthöfen keiner machen will. Wenn ich aber ein noch brauchbares Gutachten von einem Psycho in der Tasche habe ohne sinnlose Extrakosten, könnte das vlt mal den einen oder anderen Umweg ersparen. Drum meine Fragestellung.


Aber wir kommen langsam wieder mal von Saschas Thema ab. Ich hoffe, sie kann aus solchen für sie möglicherweise recht randständigen Fragesstellungen und Erörterungen doch den einen oder anderen Nutzen auch für sich selber ziehen.


liebe grüße
triona


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: dany purple am 04. November 2014, 19:06:41 pm
Ich glaube einen so netten und informativen Vorstellungsthread hatte längst nicht jede-r. Darum freue ich mich mal ohne Einsatz erbracht zu haben.

Liebe Grüße
Dany


Titel: Re: Wie und wo anfangen?
Beitrag von: michelangela am 04. November 2014, 21:00:22 pm

Ist Dr. Kurt Seikowski, Leipzig eigentl Facharzt? Gutachten für Amtsgericht machen darf der nämlich. Aber ich dachte immer, der sei Dr. phil (und nicht Dr. med) und Privatdozent (Kurzbezeichnung des Titels: PD), für was auch immer.


beides! 

Suche bei (zur Abwechslung Yahoo) (https://de.search.yahoo.com/search?p=Dr.+Kurt+Seikowski&ei=UTF-8&fr=chr-greentree_ff&ilc=12&type=888596) liefert erstes Link Dr.med. zweites Link einen Lebenslauf eines der Vorstände der Gesellschaft für Sexualwissenschaft e.V. "Studium der Medizinischen Psychologie und der Philosophie" Kann durchaus sein das er einen Doktor in Philosophie gemacht hat (den ich anspruchsvoller finde als den in Medizin). Dr.med. musst als Facharzt oder Gutachter nicht sein.