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Autor Thema: Als Mann für eine Frau gehalten werden?!  (Gelesen 1493 mal)
Jula
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Miss Verständnis


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« am: 28. Oktober 2006, 18:48:50 »

Normalerweise und eigentlich ist es beim meiner Körpergröße von ganz knapp 190 cm mein Problem, glaubwürdig als Frau rüberzukommen, wenn ich im Jula-Modus unterwegs bin. Ein wenig erwarte ich immer, dass jemand ruft "Hee, schaut mal! Ein Mann in Frauenklamotten!"

Von den Leuten, die beide Seiten bei mir kennen, hat nie jemand gesagt, dass ich als Mann irgendwie weiblich wirken würde

Dass es auch anders sein kann, das lehrte mich eine Begebenheit, die sich letzten Samstag zutrug und mich auf diverse Weise und nachhaltig irritiert hat.
Es war gegen 18.30 Uhr an der Pizzabude.
Ich warte, vor mir 2 Männer mit ihren beiden ca 4 bis 5 jährigen Jungs. Die Jungs fuchteln mit Plastikbesteck in meine Richtung. Werden von Vätern ermahnt. Ich werde von einem der Jungs betrachtet.
Dann: Bist du ein Mann oder ein Mädchen?
Hä?Huh!!!
Ich: Ein Mann!
Pause, weiteres Anstarren.
Der Kurze: Bist du ein Mädchen?
Was ist hier los? Die Väter und der andere Junge warten scheinbar gespannt auf meine Reaktion.
Ich mit betont tiefer Stimme: Ich bin ein Mann!
Noch mehr Anstarren. Gaanz langsam und gründlich von den Füßen bis zu meinen Haarspitzen.
Der Knirps: Bist du ein Mann oder ein Mädchen?
Wie bitte?Huh Ich bringe kein Wort mehr raus.
Endlich beendet der Vater die Sache: Er hat doch schon gesagt, dass er ein Mann ist!
Weiteres Anstarren, aber kein Spruch mehr. Die absurde Situation endet, als ich meine Pizza kriege und weggehe.
Okay, ich hatte schwarze Damenslipper an (da muss man modisch aber sehr sensibel sein, um das zu erkennen) und in beiden Ohren jeweils einen kleinen Stein, aber ansonsten: beige Hose im Jeansschnitt, schwarze Fleecejacke, unrasiert.

Was hat diesen Jungen irritiert? Ich hätte ihn fragen sollen, weil es mich immer noch verrückt macht. Aber in der Situation war ich so perplex, dass ich nichts sagen konnte.


Jula
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"Es gibt schreckliche Versuchungen und es erfordert Kraft und Mut, ihnen nachzugeben." Oscar Wilde
Roxanne
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Quasselstrippe mit Überlänge


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« Antwort #1 am: 28. Oktober 2006, 18:53:16 »

Achtung jetzt wird´s metaphysisch:
Kinder haben noch nicht verlernt anderen in die Seele zu gucken... Wink
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Natürlichkeit ist langweilig. 
MichelleSarah
Frollein Valentin
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[♫♪©®]Pointenpolizei & Sonderfrau![/♫♪©®]


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« Antwort #2 am: 28. Oktober 2006, 18:54:49 »

*gg*

Ich kenne die Situation aus dem Schwimmbad in Badehose... Irgendeine Göre, die ein Bekannter zum Baden anschleppte, war auch hartnäckig, ich sei kein Mann...
Etwas anders passiert's aber häufiger: Ob der Figur, der Klamotte und natürlich den Haaren werde ich gerne 'mal von hinten angegrapscht und auf einen Sekt eingeladen... Wenn ich mich rumdrehe und den Sekt annehmen möchte, sind die "Kavaliere" zumeist nicht mehr interessiert... Schade eigentlich..!??

Herzlich,

Michelle+++
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Die meisten Denker schreiben schlecht, weil sie uns nicht nur ihre Gedanken, sondern auch das Denken der Gedanken mitteilen.
(Nietzsche)
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Die über Mauern und Grenzen fliegen kann

fannymockingbird
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« Antwort #3 am: 29. Oktober 2006, 08:33:18 »

Re: Als Mann für eine Frau gehalten werden?!

Nur teilweise, aber dann deutlich:

Es sind die Reaktionen anderer mir gegenüber, die zumindest erkennen lassen, dass ich "anders" bin, also nicht so wie andere Männer. Äußerlich falle ich als Mann nur durch meine langen und transparent lackierten Fingernägel auf, vielleicht noch durch meine Unisex-Kleidung.

Nein, vermehrt fühlen sie es und die Reaktionen sind immer lustig.

So hatte letzt mein Überchef, ein ausländischer Investor, mir mitten in einer Konzernbesprechung erklärt, er hätte ja nichts gegen Schwule und mahnte gleichzeitig auf die Durchsetzung der Menschenrechte - um Sekunden später wieder zu seinen Umsatzzahlen zurückzukommen. Was ihn eigentlich nur noch verwirrte war mein Ehering.  Grin

Ich werde auch von der Chefsekretärin gefragt ob ich sie mal an der Schulter und am Rücken massieren kann. Dabei verdreht sie immer die Augen. Alle Kollegen im Bürobereich erstarren und sind fassungslos, aber meine Kollegin weiß, das ich mich nur auf das massieren konzentriere - sie weiß es einfach nur.

Auf Privatfeiern bei meinen Freunden war ich schon vor meinem Outing immer in der Frauenecke, das geht immer ganz automatisch.

Werde ich von direkt auf meine Lebensart angesprochen, so erkläre ich ihnen, dass ich metrosexuell bin. Weiterhin habe ich meinen Freunden auch erklärt, dass es absolut hipp ist, einen Metrosexuellen im Freundeskreis zu haben. Das finden sie auch gut.

Was böd ist, als meine Freunde mich letzt en femme sehen wollten, war die Reaktion des männlichen Parts, die meinten, das mein Rock zu lang ist und meine Nylons zu dunkel, gar nicht sexy.

Männer ....

 Wink
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Der Mensch hat zu lernen (mm)
Zoe
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« Antwort #4 am: 29. Oktober 2006, 15:03:37 »

Vielleicht hast du zu sehr Dein Spiel "Frau sein im (männlichen) Alltag" gespielt
http://www.transgender-forum.com/index.php/topic,309.0.html
Und die weiblichen Gesten waren zu deutlich
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Jula
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Miss Verständnis


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« Antwort #5 am: 29. Oktober 2006, 15:42:24 »

Nee! Ausnahmesweise habe ich bloß blöde rumgestanden und auf meine Pizza gewartet.
Ich habe beim Anblick der kleinen Monster auch nicht "Naa, was seid ihr denn für süße Kerlchen? Wollt ihr die große Tante mal knuddeln?" gerufen! Nix!
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madeleine la belle
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madeleine_la_belle
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« Antwort #6 am: 29. Oktober 2006, 15:44:42 »

kinder sehen ebend noch mit dem herzen  Smiley
so lange bis erziehung und rtl II es ihnen abgewöhnen  Wink
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Surpriser
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« Antwort #7 am: 29. Oktober 2006, 16:06:20 »

ist zwar nicht der über mir thread, aber trotzdem vier daumen kezengerade nach oben halte,....auf den fünften steht steht sie ja nicht Wink
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HEKATE
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Goddess of the cross(dressing)roads


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« Antwort #8 am: 19. November 2006, 20:30:06 »

Endlich komm ich dazu, hier ein Jugenderlebnis zu posten,
das stark auf der Linie von Julas ursprünglichem Beitrag liegt:

Als Junge war ich von chemischen Experimenten (nach den
KOSMOS-Experimentierbüchern von Dr. Römpp) begeistert.
Deshalb arrangierte mein Vater es, daß ich in den Ferien mal
im Gießerei-Labor des "Eisenwerk Wülfel" in Hannover prak-
tizieren konnte. Fachgerecht beschaffte er mir auch einen
hellgrauen Overall, der die Kleidung vor ätzenden Chemikalien
schützen sollte (völlig normale Ausführung).
Nur als ich am ersten Tag in dem Labor (das mit Glaswänden
von der Gießerei abgetrennt war) auf die zuständige Laborantin
wartete und die Geräte musterte - kam sie erst ewig nicht - und
 entschuldigte sich dann:
als sie die Arbeiter draußen gefragt habe, ob der Schüler schon
da sei, hätten die einmütig gesagt "Nee - da warte bloß eine
junge Dame im Labor..."
Die (ältliche) Laborantin war echt verlegen und entschuldigte
sich gewissermaßen auch noch für die Arbeiter - vielleicht daß
die Glasscheiben irgendwie gespiegelt hätten - oder sowas
(was es unwahrscheinlich machte, daß die sie etwa bloß ver-
albern wollten).
O.k. - ich hätt mich damals schon mal gern öffentlich als junge
Dame kostümiert. Aber für diesen Praktikums-Einsatz bestimmt
nicht - und konnte mich auch vor einem Spiegel in dem Overall
wirklich nicht besonders "damenhaft" finden...
Aber dieses seltsame Erlebnis ist mir noch lange Zeit nachge-
gangen...

Als Erwachsener hatte ich noch zweimal ähnlich absurde
Erlebnisse - aber davon später mal.

Die Übereinstimmung mit Julas Bericht ist, daß anscheinend
andere etwas sahen, was die objektive Situation in keiner
Weise nahelegte - was aber doch "stimmte": eine "Aura" ?
Leicht gespenstisch...

Ist jemand hier irgendwann mal etwas Ähnliches passiert?

Die reminiszierende HEKATE

     
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Man sollte öfter mal Bücher lesen, die man schon zu kennen glaubt (HEKATE)
Beate
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Geo Girl


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« Antwort #9 am: 19. November 2006, 21:35:17 »

mhmm, als Schüler mit schulterlangen Haaren im weißen Kittel die Kasse im Supermakt bedienend zählt ja wohl nicht. Aber was mich immer wieder irritiert, ist das letzte Wort meines Vorgesetzten beim Bund: "werd ein schönes Mädchen"
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Viele liebe Grüße

Beate
DarkAngel
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Holland wird nicht mehr Europameister

hab+ich
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« Antwort #10 am: 19. November 2006, 21:48:49 »

hm , da werd ich nun doch nachdenklich ein wenig.
hatte ein etwas ähnliches erlebnis in Schweden. Als ich in der Brauerei anfing.
Fuer mich war alles wie immer , nur fuer gute FRau am empfang nicht.
Sie las meine personalnummer (in Schweden normal , an andere stelle gern genaueres) und war wohl fest ueberzeugt ich sei Männlich.Stimmte ja auch , nur ihre Wahrnehmung nicht.
Ich hatte zwar weder Rock noch sonst irgendwas eindeutig weibliches an , doch benahm ich mich wohl auch nicht eindeutig Männlich.Ich fragte nach den Perfuem und wo man es kaufen könnte. Ich poppelte mir nicht in der Nase und richtete mein schritt nicht. Im grossen und ganzen musste bich fast zwei stunden warten und das nur weil ich ich mich anders "benommen" habe als die gute empfangsdame vorrausgesetzt hatte.
Nach einiger zeit wurde Sie aber zu einem wichtigem wegbegleiter zu der ich heute noch guten kontakt habe.
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stoned and drunk
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